Pegasus als Cthulhu-Lizenznehmer - pro und contra

  • Ja, den Wunsch nach einer einheitlichen Linie verstehe ich (, wobei für meine persönliche Kaufentscheidung die reine Geschmacksfrage Purismus / Pulp in Wahrheit eher maßgeblich ist und da interessieren mich noch mehr als die Kernregeln die künftig erscheinenden Bände. Insofern bin ich einmal gespannt auf den Gangster-Band, auch wenn der als rein deutsche Eigenproduktion für eine künftige 'Linie' möglicherweise gerade nicht representativ sein wird.)


    Aber, wenn das Fehlen einer einheitlichen Linie, wie Ihr es beschreibt, kein "deutsches" Phänomen ist, sondern bereits in der amerikanischen Vorlage begründet liegt (ich habe nur die deutsche 7E), dann bleibt die offene Frage, ob ein anderer Lizenznehmer das ändern würde, solange nicht Chaosium selbst nachbessert? (Immerhin meine ich Petersen oder Stafford haben doch schon angedeutet, die gelungenen Arbeiten aus Deutschland & Co. künftig einmal genauer zu betrachten.)


    Berücksichtigen sollte man bei der Beantwortung der Ausgangsfrage vielleicht auch: Mir erscheint es naheliegend, dass vermutlich die Rechte an sämtlichen deutschen Eigenkreationen / eigenen Ergänzungen des Pegasus-Verlages aus der Vergangenheit mit einem Wechsel des Lizenznehmers von Chaosium nicht übertragen würden. Dann wäre all diese positive Leistung der Vergangenheit insbesondere aus der Hellerschen Zeit für die Zukunft im Zweifel endgültig 'verloren'. (Ein vielleicht nicht ganz 1 zu 1 übertragbares Beispiel: War es nicht so, dass auch hinsichtlich Ägypten und Traumlande betont wurde, die Pegasus-Bände seien vollständig unabhängige Neuschaffungen gegenüber den Laurin-Boxen, u.a. weil die Frage der Rechte an den Laurin-Texten nicht habe geklärt werden können. Ganz gleichgültig, ob das ein Verlust war, würde hier doch eine ähnliche Situation drohen, oder nicht?)

    • Offizieller Beitrag
    Zitat von Joran

    Aber, wenn das Fehlen einer einheitlichen Linie, wie Ihr es beschreibt, kein "deutsches" Phänomen ist, sondern bereits in der amerikanischen Vorlage begründet liegt (ich habe nur die deutsche 7E), dann bleibt die offene Frage, ob ein anderer Lizenznehmer das ändern würde, solange nicht Chaosium selbst nachbessert?


    Die französische Produktlinie --> Tabelle --> nach Jahr absteigend sortieren
    :arrow: Schau mal auf das Verhältnis zwischen Übersetzung/Adaption zu Eigenarbeit.


    Und auch die Chaosium eigenen Produkte: Wo ist da in den letzten Jahren neben Neuauflagen (Masks und Orient Express) eine einheitliche Linie abseits von mal ein Abenteuer pro Jahr zu erkennen?


    P. S.:
    Soll heißen, vielleicht ist diese "einheitliche Linie" nicht viel mehr als ein Gefühl, welches früher (tm) anders kommuniziert wurde?


    P. P. S.: Wurde die Produktlinie schon immer möglichst risikoarm befeuert? Daneben haben sich dann Lizenznehmer wie Cubicle 7 hervorgewagt und bspw. The Laundry abgeliefert.

  • Case:
    Das nun "blind" eine deutsche Version der amerikanischen Verhältnisse existiert ist ja gerade mein/das (?) Problem und macht die Sache weder verständlicher noch besser...


    @Joran:
    Und ja, ein LizenzWechsel würde natürlich nicht zu Neuauflagen begehrter AltBände führen. Wegen der rechte. Aber darum geht's ja auch nicht ;)

  • Aufgrund eines Posts von Dumon in diesem Thread in dem anderen Forum und anzeauch der Diskussion in diesem Forum muss ich die Lizenzfrage mal umdrehen, weil das IMHO ansosnten in eine ganz falsche Richtung...


    May be irre ich mich aber auch oder habe keine Kenntnis von manchen Dingen...


    Wenn kein Bedarf besteht, das Ganze nicht hierher gehören sollte oder es die Admins oder den Vorstand stört?! Einfach löschen!



    Aber zum Thema:
    Ich halte Pegasus Spiele immer noch für den Verlag für Cthulhu in Deutschland,
    allein deswegen weil die Lizenz seit fast 20 Jahren dort liegt und bei allen anderen deutschen Lizenzinhabern stest nach ein paar Jahren Schluss war. Also können die ihre Sache ga rnicht so verkehrt meachen.


    Klar gab es unter Feank Heller eine relativ klare Linie bei Cthulhu, die sich auch iunternationale Auswirkungen hatte und es ist für Heiko Gill im fünften Jahr immer noch schwer in diese Fußstapfen zu treten.
    mit der 7. Edition ergibt sich aber ein idealer Zeitpunkt, auch der neuen Edition einen Stempel aufzudrücken!
    Nur wenn da vieles von vorne herein schlecht geredet wird, vergeben wir als Fanboys eine Menge Potenzial!
    Das geht auch anders und da kenne ich die Szene (vor dem Umzug des CthulhuForums) anders...


    JUST MEINE 50 ct.
    die ich auf Nachfrage gerne weiter ausführe!

    "Worte schaffen Wirklichkeiten!"
    (John Rogers Searle )


    sapere aude

  • Seanchui:
    Ein Lizenznehmerwechsel würde die Chance auf einen Deutschland-Band, einen Berlin-Band, die Inhalte der Insel-Box, einen Janus-Band (m.E. weniger wichtig) etc. reduzieren, weil dann alles neu gemacht werden müsste. Ich finde, da würde schon viel Potential wegfallen, was sonst wieder aufgegriffen werden und ggf. "deutsche" Folgeprodukte nach sich ziehen könnte. Die Angebote für Schauplätze in Deutschland / Europa habe mich persönlich immer besonders interessiert.


    Auch umgekehrt dürfte ein Lizenznehmerwechsel ein Hemmnis dafür bilden, dass Chaosium sich einmal anschaut, was hier in der deutschen Produktlinie gut gemacht worden ist.

  • Zitat

    Aber zum Thema:
    Ich halte Pegasus Spiele immer noch für den Verlag für Cthulhu in Deutschland,
    allein deswegen weil die Lizenz seit fast 20 Jahren dort liegt und bei allen anderen deutschen Lizenzinhabern stets nach ein paar Jahren Schluss war


    Ich für meinen Teil glaube das Pegasus Spiele nicht mehr der Verlag für Cthulhu in Deutschland ist. Für sie ist es "nur" ein kleines Stück vom Kuchen das nebenbei betrieben wird und das merkt man langsam. Von einem Verlag für Cthulhu würde ich mir wünschen das er das System vorantreibt (sprich eigene, neue Ideen und Vorstellungen umsetzt) und zumindest versucht es als eigenständiges Produkt zu sehen und nicht nur als ein Standbein unter vielen.


    Das andere Verlage oder Lizenzinhaber sich nicht lange gehalten haben, oder das Pegasus die Lizenz bereits seit 20 Jahren hat ist für mich kein Kriterium für Erfolg, bzw. andauernden Erfolg. Cthulhu hatte seine Hochzeiten und jetzt (so mein Gefühl) werden die Reste verwaltet.


    Die 7ed. war, ist, ein guter Zeitpunkt um vielleicht so etwas wie Systementwicklung zu betreiben, aber das sehe ich noch nicht.


    Der Gaslichtband ist für mich das einzige Juwel der letzten Jahre, aber diese Zeitlinie wird vollkommen vernachlässigt, genauso wie Now.


    Mag sein das diese Nischen in der Nische niemanden interessieren allerdings beweisen selbst kleinste crowdfounder das sich genügend Interessenten für eigene Kreationen finden lassen.


    https://www.kickstarter.com/pr…ll-of-cthulhu/description


    4500 Pfund / 9200 Pfund für das ganze Projekt (und die Lizenz von Chaosium wurde erst für dieses Produkt erworben). Eine 180 Seiten Kampagne, vollkommen neu, keine Übersetzung. Wenn sie wie beschrieben wird, ist das in meinen Augen ein ansehnliches Produkt für einen kleinen Preis. Da kann mir keiner erzählen ein so großer und finanzstarker Verlag wie Pegasus könnte das nicht auch stemmen. Zur Not eben auch über Kickstarter, anderweitiges Crowdfounding, wenn man sich unsicher ist ob es später Abnehmer dafür geben könnte.


    Doch genau diese Fehlen von überschaubarer Risikobereitschaft zeigt mir (nur meine persönliche Meinung), dass Cthulhu bei Pegasus vielleicht nicht in besten Händen ist, wenn es darum geht es als eigenständiges, vollwertiges Produkt anzusehen.


    Die Weste die Pegasus Cthulhu überstülpt wärmt, aber sie ist auch verdammt eng.

  • In Deutschland wird Rollenspiel, fast, immer nur ein kleines Stück vom Kuchen sein, denn es ist hier halt ein Nischenprodukt. Dem Verlag sind, wie im anderen Thread zu lesen war, viele Autoren davongelaufen, man sieht ja im anderen Forum, Autoren werden händeringend gesucht. Der Gangsterband scheint eine neue Richtung einzuschlagen und mit Götterdämmerung kommt eine Kampagne, die zwar übersetzt ist, aber gut klingt. Über die Qualität der Bücher wurde sich schon in diversen Threads gestritten, dem einen Gefällt es der andere verdammt es.


    edit: Zusatz, die Autoren sind wohl nicht weggelaufen. Mangelnde Bezahlung und mangelnde Freiheiten vertreiben wohl ehe die Leute. Für Einsteiger ist Pegasus immer noch gut, für Erfahrene wohl eher nicht. Im anderen Thread werden ja auch Neuauflagen gewünscht, die viele eher nicht mehr brauchen.

  • Eigentlich wollte ich mich ja aus der Diskussion heraushalten, aber nun hab ich mich extra angemeldet, um zu antworten, weil es offenbar ziemlich viele "Theorien" zur Lage gibt, die aus der hohlen Hand formuliert sind.


    Es sind keineswegs "viele Autoren weggelaufen", sondern ein paar Leute sind in letzter Zeit abgewandert. Das ist ganz normal, jedes Jahr ändert sich ein Autoren-Team um ein paar Gesichter. manche verschwinden, manche kommen neu dazu. Bei einem Team von ca. 30 Autoren auch nicht verwunderlich.
    Die Gründe sind in erster Linie persönliche Lebensumstände (anderer Arbeitgeber, andere familiäre Bedingungen) manchmal sind es auch direkte Probleme mit der Autorentätigkeit (von beiden Seiten denkbar).
    Daraus kann weder eine Tendenz der letzten Zeit abgeleitet werden, noch eine Schlussfogerung auf die allgemeine Lage konstruiert werden.


    Es werden auch keineswegs händeringend neue Autoren gesucht.
    Es ist aber normal, dass man nach neuen Leuten mit neuen Ideen Ausschau hält. Alle "alten Autoren" waren mal neue Leute und wäre schlecht beraten, wenn man glauben würde, dass man nun die Top-Eltie versammelt hat, an die niemand heranreichen könnte. darum steht die Tür für neue Autoren eigentlich immer offen. Wie sich das entwickelt, wird sich finden (wie es auch alle jahre zuvor gewesen ist).


    Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich bei Pegasus der ChefRed für CTHULHU bin und im Gegensatz zu "ich hab irgendwo gehört, dass dies und das sein könnte" genau alle Änderungen im Team kenne.


    Dies hat aber mit der Fragestellung des Threads wenig zu tun und da will ich mich auch gar nicht einmischen.


    edit: Ulkigerweise gab es vor gar nicht allzulanger Zeit im Pegasus-Forum den sehr überzeugt vorgetragenen Wunsch "lasst doch neue Autoren schreiben!!" - und da es m. M. niemanden gibt, der sagen würde "lasst KEINE neuen Autoren schreiben!" ist es doch für alle ein Gewinn, wenn das tatsächlich passiert. Dies nur als Erläuterung, warum es mich so gewundert hat, dass die Offenheit für neue Autoren auch einen negativen Eindruck erwecken kann.

  • Ich denke Pegasus hat sich seit der Übernahme der Lizenz in Deutschland sehr um Cthulhu verdient gemacht. Was wir nicht vergessen sollten - Pegasus erlaubt auch, dass Cthulhus Ruf COC-Material bringt. Das ist einerseits natürlich beste Werbung für das Rollenspiel, andererseits ist das sicher nicht selbstverständlich. Ein anderer Verlag hätte da womöglich erstmal die Hand weit aufgehalten...


    Was ich aktuell Pegasus hoch anrechne, ist dir Rückkehr zu Softcover-Veröffentlichungen und erschwinglichen, eigentlich sogar sehr günstigen Preisen im Rollenspiel. Das hatte man ja zunächst bei Shadowrun und dann auch bei Cthulhu eingeführt - inzwischen haben sich da aber auch alle anderen großen Rollenspielverlage angepasst.


    Toll wäre es, wenn es noch einmal wie früher bei DSA gelingen würde, ein Rollenspiel in den Spielwarenhandel zu bekommen. Gerade weil Pegasus inzwischen hauptsächlich auf Brettspiele spezialisiert ist, sehe ich diese Chance, wenngleich die nicht sehr hoch sein sollte, am ehesten auch bei Pegasus gegeben.

  • Zitat von POWAQQATSI

    Ich denke Pegasus hat sich seit der Übernahme der Lizenz in Deutschland sehr um Cthulhu verdient gemacht. Was wir nicht vergessen sollten - Pegasus erlaubt auch, dass Cthulhus Ruf COC-Material bringt. Das ist einerseits natürlich beste Werbung für das Rollenspiel, andererseits ist das sicher nicht selbstverständlich. Ein anderer Verlag hätte da womöglich erstmal die Hand weit aufgehalten...


    Dann hätte es die CR natürlich niemals gegeben! :D Hand aufhalten bei Leuten, die nichts verdienen dürfen?


    Man kann das Pferd auch andersherum aufzäumen: Pegasus hat über 5 Jahre (kritische Jahre? CW-Wegfall, Chef-Red-Wechsel/Editionswechsel?) hinweg von der CR Werbung und Support für für ihr Spielsystem bekommen - kostenlos! Und ich lehne mich jetzt besonders wild aus dem Fenster, wenn ich behaupte: die CR hat in der Community eine Werbewirkung für das Spiel produziert, die den verlagseigenen Bemühungen in Nichts nachsteht.


    Meiner persönlichen Meinung nach muss sich grade in der jetzt kommenden Zeit zeigen, wie es mit Cthulhu weitergeht. Auf jeden Fall denke ich, dass jetzt ein stärkerer Support von offizieller Seite kommen muss. Die Ansätze sind ja bereits da (Zentralisierung von Forum und Support, neuer Style, neue Preispolitik etc.) - jetzt heißt es, die Effekte zu beobachten und weiter nachzulegen. Wohlgemerkt mal NICHT von Seiten der Community.


    EDIT: Von einem massenhaften Exodus der Autoren u.a. zu sprechen, wäre wirklich eine Übertreibung. Es fällt hier an dieser Stelle nun stärker auf, weil die Handvoll CR-Leute (meine Person eingeschlossen), bei Pegasus ihre kollektiven Hüte genommen haben. Und das wäre natürlich nicht passiert, wenn diese Leute komplett zufrieden gewesen wären - daher ist der Ton hier vielleicht negativer, als er woanders wäre.


    Und wenn ich einfach mal eine persönliche Meinung äußern darf: Rollenspielautoren werden maßgeblich von Begeisterung für das Spiel angetrieben. Es sollte also im Sinne von Redaktion und Verlag sein, diese Begeisterung anzufachen, wenn man ein stabiles Autorenteam haben/behalten/bekommen will.

    Träger der Montgomery Burns-Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Tüchtigkeit

  • Zitat von Bluestone

    [...] Im anderen Thread werden ja auch Neuauflagen gewünscht, die viele eher nicht mehr brauchen.


    Da habe ich mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt.


    Eine Neuauflage des Deutschlandbandes / Berlinbandes etc. brauche ich persönlich auch nicht. Aber wenn man sich wünscht, dass Cthulhu künftig weiterhin einen Focus auch auf Deutschland / Europa setzt (der von Chaosium selbst kaum kommen wird), wird soetwas nicht leichter, wenn man auf die früheren Arbeiten hierzu infolge eines Lizenznehmerwechsels nicht mehr zurückgreifen kann. Ich glaube, dass man bei einem Lizenznehmerwechsel eben auch einiges Potential verlieren kann, was man zumindest auch in die Waagschale werfen sollte.


    Für Neueinsteiger wäre die eine oder andere Neuauflage anlässlich der 7E sicher schön, aber dafür gibt es ja auch bei Pegasus im Moment keinen Anhaltspunkt. Das alleine wäre daher für mich derzeit kein Argument.


    Zitat von POWAQQATSI

    [...] Pegasus erlaubt auch, dass Cthulhus Ruf COC-Material bringt. Das ist einerseits natürlich beste Werbung für das Rollenspiel, andererseits ist das sicher nicht selbstverständlich. Ein anderer Verlag hätte da womöglich erstmal die Hand weit aufgehalten... [...]


    Ist das so? Es hat immer schon Universalabenteuer (z.B. vom Drachenland-Verlag oder von Feder und Schwert) und verlagsunabhängige Fanzines gegeben, in denen auf konkrete Systeme Bezug genommen wurde und Werte zu diesen Regeln angegeben wurden. Und das waren vermutlich nicht alles Non-Profit-Produkte, auch wenn man damit sicher nicht reich werden konnte.


    Gibt es denn Beispiele, wo RPG-Verlage solche Fan-Produkte tatsächlich unterbunden hätten, nur weil Spielwerte zu einem System angegeben wurden? Ein solches Verhalten wäre vermutlich weder wirtschaftlich klug, noch werbewirksam, noch langfristig erfolgreich, weil jedenfalls Abenteuer für Horror-Rollenspiele ohne Bezugnahme auf ein bestimmtes System veröffentlicht werden könnten (wenn man keine inhaltlichen Eigenschöpfungen des Verlages klaut). Und Spielwerte finde ich ohnehin immer am unwichtigsten, weil ich die immer für meine individuelle Gruppe passend selbst festlege. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass ein RPG-Verlag sich so verhalten würde. Durch solche Fan-Projekte wird sich der Umsatz des Verlages kaum verschlechtern, wenn sie überhaupt einen Einfluss auf den Umsatz haben (was fraglich ist), dann wohl eher positiv.


    Und warum sollte die Gestattung solcher Projekte unter einem anderen Lizenznehmer schlechter werden?


    Dieses Argument halte ich daher eher für weniger gewichtig, auch wenn ich die Ansicht teile, dass Pegasus sich für Cthulhu in der Vergangenheit verdient gemacht hat und ich erhebliche Zweifel habe, ob es Cthulhu ohne Pegasus heute in deutscher Sprache überhaupt noch geben würde.


    Und ich bin auch der Meinung, dass es wichtig / wünschenswert wäre, Cthulhu wieder stärker im Einzelhandel sichtbar zu machen. Aber daran glaube ich in Zeiten von verlagseigenen Internetshops immer weniger. Zu oft stellt man fest, dass der Einzelhandel von bestimmten Artikeln vollständig ausgeschlossen wird (wie z.B. von der Cthulhu-Tasche) oder zu hohe Bestellmengen auferlegt bekommt (so z.B. gerade erst wieder erlebt bei limitierten Ausgaben eines Regelwerks eines anderen Verlages).

  • Tina: Danke für das mergen beider Threads, sonst wird es unübersichtlich.



    Vorab, neue Autoren begrüße ich sehr. Weiter oben im Thread wurde darauf hingewiesen, das sich das Autorenteam seit der dritten Edition geändert hat. Die Suche nach neuen Abenteuern zur Messe und der fast gleichzeitig gestartete Wettbewerb klangen für mich nach dem Wunsch schnell neues Material zu erhalten. Mea Culpa, da dem nicht so ist. Wollt ihr mit den Softcovern eigentlich ein wenig an die Bibliothek der CW anknüpfen? Das wären schöne Aussichten :).
    Zu letzt, ich freue mich auf neue Materialien und finde das Cthulhu bei Pegasus gut aufgehoben ist, es bietet einen schönen Einstieg in das Spiel und hoffentlich auch bald Standardwerke, wie das Malleus monstrorum oder das Necronomicon für längere Zeit, an.

  • Nun melde ich mich dann doch auch mal zu Wort...


    Eure Unterhaltung verfolge ich mit großem Interesse, auch wenn ich inhaltlich nicht wirklich etwas beisteuern kann (da eher zu den Neulingen gehörend).


    Eine Frage, die mich jedoch die ganze Zeit schon neugierig macht:
    Wie könnten denn die Innovationen aussehen, die sich viele von euch "alten Hasen", wie es hier schonmal so schön hieß, wünschen?
    Welche Aspekte fehlen euch, die das System bzw. das Material bieten sollte/könnte/müsste, derzeit aber nicht (mehr?) beinhaltet?
    ...also mal so rein als Wunschkonzert... Bitte erweitert meinen Neulings-Horizont :kulhu: :lol:


    Vielleicht würde das eher in einen neuen Thread gehören, da die Frage der Umsetzbarkeit ja dann auf einem anderen Blatt steht - und die Umsetzung mit/durch Pegasus erst auf der Folgeseite - aber sei's drum... Feel free to move this :)!

  • Zuerst, warum wird die Frage eigentlich gestellt?
    Es deutet auf Unzufriedenheit mit dem Verlag, mit dem Spiel an sich hin, deshalb stellt sich die Frage:


    Was wollen wir (Wir, das ist in diesem Falle das Fandom!)?
    Was braucht das Cthulhu-Rollenspiel?


    Ich persönlich möchte in erster Linie was Eigenständiges.
    Was neues, was die aktuellen Trends und Entwicklungen der deutschsprachigen Cthulhu Szene bedient
    und kein verlagsdiktiertes Cthulhu. Gerne auf der Basis von BRP, ich spiele seit 20 Jahren damit
    und kann andere Ansätze sehr gut daran ankoppeln, ein neues System empfinde ich hier eher kontraproduktiv
    und es längt vom wesentlichen ab.
    Wir spielen seit Jahren auf der Plotebene z.B. mit dem Sandbox Ansatz,
    das lässt sich auch prima auf das Regelsystem an sich übertragen.
    Schön wäre ein Cthulhu Rollenspiel welches von einem Team gemacht wird,
    das Freiheiten hat, die Freiheit Einflüsse und Trends die aus dem Fandom kommen, einarbeiten zu dürfen.


    Ich persönlich bin interessiert an generischem Material das mein Rollenspiel pusht,
    interessanter macht, Stealing Cthulhu ist da ein gutes Beispiel, davon hätte ich gerne mehr.
    Dramaturgische Ansätze ausbauen, dem Freeform mehr Raum geben.
    Dazu gute neue Plots, die ich noch nie bespielt habe,
    mir fallen aus dem Stegreif drei Hintergrund/Abenteuer-Bände ein mit denen man glänzen könnte
    und die mir persönlich fehlen, aber da wird jeder seine eigenen Favoriten haben.


    Seanchui schrieb:
    „Das nun "blind" eine deutsche Version der amerikanischen Verhältnisse existiert
    ist ja gerade mein/das (?) Problem und macht die Sache weder verständlicher noch besser…“


    Da bin ich ganz bei Seanchui:
    Meins ist das auch nicht und wie wir aus der Geschichte wissen, wollten weltweit ca. 50% das nicht.
    Trotzdem wurde es durchgezogen und jetzt finden sich wieder alle damit ab
    bzw. versuchen das richtige im Falschen zu finden, die anderen sind abgesprungen
    und spielen mit BRP weiter.
    7.0 wurde ohne zu fragen über das deutsche Fandom gestülpt und ist keine große Leistung,
    eher ein gefundenes Fressen. Ich hätte gerne gesehen was Heiko Gill ohne 7.0 auf die Beine gestellt hätte,
    die Chance wäre da gewesen, anstatt 7.0 hätte der Verlag hier einen eigenen Weg einzuschlagen müssen, die Zeit war reif!
    Aber das ist Arbeit und man müsste sich wieder mit nörgelnden Redakteuren rumschlagen.
    Anstatt auf Kontinuität und Kreativität zu setzen, wird der Rückbau von Kernelementen des deutschen Systems,
    in die Frank Heller und Marcus Johannus viel gute Arbeit investiert haben, vorangetrieben, warum?


    Das Cthulhu Rollenspiel ist mit der 7ten Edition keinen Schritt voran gekommen,
    der Verlag schon und hier liegt der Hase im Pfeffer.
    Der Verlag guckt auf Produktionskosten, Absatzzahlen, Lagerplatz, Aufwand und vieles mehr - gut, kann er tun aber …


    Wenn die inhaltliche Qualität und meines Erachtens sogar das ganze Konzept des Cthulhu Spiels
    unter der Verlags Politik leidet, wird das vollkommen zurecht vom Fandom kritisiert.

    Aber eigentlich müsste das nicht der Fall sein und wäre es wahrscheinlich auch nicht,
    wenn das Cthulhu Rollenspiel von einem vom Fandom mitgetragenen Verlagsmodell
    veröffentlicht werden würde. Das könnte Pegasus auch leisten wenn sie wollten!


    Ich denke das die Ära Heller schon viel Eigenes gebracht hat.
    Unabhängig davon das Frank ein Team aufgestellt hat das über zehn Jahre kontinuierlich gearbeitet hat.
    Aus diesem Grunde haben wir zum ersten und wahrscheinlich einzigen Male ein komplettes deutsches Regelwerk
    mit allen wichtigen Corebooks, Kampagnen und einer eigenen Zeitung die das Spiel jahrelang begleitete im Schrank stehen.


    Diese Kontinuität ist wichtig, muss erhalten und gepflegt werden, deshalb ist ein neuer Verlag nicht die richtige Lösung, es wird dadurch wahrscheinlich nicht besser werden, da die Kontinuität verloren geht und bis sich ein neuer Verlag an den jetzigen Punkt gekämpft hat … brauchen wir nicht drüber zu diskutieren.


    Systempflege: Mangelhaft!
    Dann kommt noch das große Problem, dass für Neuankömmlinge nichts mehr da ist,
    das könnte ein anders aufgestellter Verlag locker mit Crowdfunding, .pdf und Demand Druck auffangen,
    das muss man aber wollen.
    Dementsprechend ist dies einzig und allein der Politik des Verlages zuzuschreiben und wurde schon 100x durchgekaut.


    Ich wünsche allem Anfängern, dass sie zumindest irgendwann die Chance haben an die .pdf’s zu kommen,
    denn ich sehe nicht, dass mit der 7ten Edition der Startschuss für ein so umfangreiches Regelwerk gegeben wurde,
    wie ich es glücklicherweise im Schrank stehen habe.


    Wie wird es besser?
    Umdenken und Zusammenarbeiten und Cthulhu nach und nach modernisieren,
    mit neuen Spielmechaniken, neuen Plots - mal was wagen!
    Der Verlag müsste mal zuhören und aufhören die inhaltlich Linie des Spiels mitgestalten zu wollen.
    Denn nicht nur ich unterstelle den „Verlagsbossen“, dass sie schon längst keinen Schnall mehr haben,
    wohin sich Cthulhu entwickelt bzw. in den letzten Jahren im deutschsprachigem Raum entwickelt hat,
    denn sonst hätten wir anstelle der 7ten Edition jetzt vielleicht ein auf das deutschsprachige Fandom zugeschnittenes System,
    das vom Einsteiger bis zum alten Hasen mehrere Spielstile vereint.
    Thomas Michalski hat mit seiner Regelüberarbeitung in der CW,
    einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, für das deutschsprachige Fandom wohlgemerkt
    und Paul Fricker hat mit der 7ten Edition auch einen Schritt in die richtige Richtung gemacht,
    aber nicht für unsere Szene!


    Alles war da, Ansätze, Ideen, Vorarbeit, gute Leute.
    Unabhängig ob 7.0 ein gutes/besseres System ist,
    hier wurden und werden Chancen vergeben das Spiel zu verbessern und voran zu bringen.


    y.

  • Auf mich wirkt diese Sicht der Dinge sehr stark nach romantischer Vergangenheitsverklärung gepaart mit der Ablehnung konkreter Verbesserungen (Regelwerk Edition 7) und der Forderung nach viel stärkerer Veränderungen (die dann schon sehr weit weg vom regelwerk sind). Unter Außerachtlassung der faktischen Lizenzvorgaben, wenn man noch von CTHULHU redet.
    Will man ganz was anderes spielen, das irgendwie noch mit HPL und seinen Geschichten zu tun hat, dann kann man das ja wohl jederzeit machen. Will man bei CTHULHu bleiben, ist man regeltechnisch an den Lizenzgeber gebunden. Das sollte eigentlich jedermann wissen.


    "Früher war alles viel besser" - weil was? Weil eine Riesenpalette an Chaosiummaterial für Übersetzungen zur Verfügung stand und ausgeschöpft wurde (seltsamerweise wurden viele davon von diversen Leuten aus diversen Gründen als suboptimal angesehen. Allerdings nicht von uns,, wir mochten sie alle sehr gern, sonst hätten wir sie nicht gemacht)?
    Weil die Sachen aus diversen Chaosium-Kompendien neu gebündelt wurden (u.a. in die Grundregelwerke) und dann durch uns ergänzt und verbessert wurden?
    Weil wir eigene Abenteuerbände herausgebracht haben?
    Weil wir diverse Settings herausgebracht haben (und wieder einstellten, wenn sie sich nicht durchsetzen konnten)?
    Weil die Regeln der 1. Edition zu 99% deckungsgleich mit der 3. Edtion waren?


    "Früher gab es ein tolles kontinuerliches Team, das wunderbar zusammengearbeitet hat!" Ja, gab es. inclusive der kontinuierlichen Wechsel, weil Leute aufhörten und andere dazustießen. Und das bis heute. Es ist dasselbe Team, es arbeitet so gut zusammen wie immer. Ohne einen Überblick über das Team mag man das nicht erkennen, aber dann sollte man auch nicht die Fehleinschätzung begehen, man hätte diesen Überblick. Das tolle Team gibt es immer noch. "Aber ein echt toller Typ, den ich kenne, der ist nicht mehr dabei!" Ja, das kann sein. Echt tolle Typen haben über die letzten 15 Jahre mitgemacht und irgendwann aufgehört. Und neue tolle Typen sind dazugekommen. Nicht jeder kennt jeden, aber bloß weil der eine tolle Typ, den man kennt, nicht mehr da ist, bedeutet das nicht, dass die anderen keine tollen Typen wären (ganz ehrlich, ich bewundere im Grunde alle "meine" Autoren. Die schaffen dinge, dich ich nicht schaffen würde, jedenfalls nicht mehr).


    "Seit dem Ende der guten alten Zeit geht alles bergab!
    Jetzt müssen wir uns damit herumquälen, dass die meisten vergriffenen Bände als PDF erhältlich sind.
    Wir leiden darunter, dass man die Handouts (und nun auch Karten) der Abenteuer online runterladen kann.
    Der Verlag peinigt uns mit einer Preisstruktur, die praktisch eine Halbierung der Preise bedeutet.
    Wie vor langer Zeit gibt es nun auch noch Softcover. und die sind auch noch günstiger ...
    Mit der "Bestie" gibt es in moderner Form die bislang beste Cthulhu-Kampagne.
    Mit dem Crowdfunding der BdW wurde das gemacht, was laut gefordert wurde - egal."
    Jja, das war dann ja selbsterklärend ...


    "Ich möchte, dass Sachen veröffentlicht werden, die Pegasus nicht veröffentlichen würde - verdammt das gab/gibt es ja bereits mit der CR." Aber die hört auf in 2 Ausgaben. Dazu wurde die CR aber nicht gezwungen, sondern das war eine eigene Entscheidung. Ist auch ok, aber dann frage ich mich, was "ein anderer Verlag" wohl machen könnte, was die CR nicht bereits kann - und künftig nicht mehr machen wird.


    Und wenn es diesen ominösen anderen Verlag tatsächlich geben würde - dann hätte er
    a) das Bedürfnis, Geld zu verdienen und
    b) die Grenzen,die der Lizenzvertrag vorgibt.
    Und der macht dann "alles anders"? Das klingt mir verdammt danach, als wäre der in Ulthar zu finden.


    Ich will hier echt nicht zanken, darum habe ich extra einen Ton angeschlagen, der mir leicht über die Lippen kommt, weil er meine ironische Sicht der Dinge wiedergibt (wer mich nicht kennt, mag einen bitterbösen Ton in den Text hineininterpretieren, aber wer mich kennt, kann sich vorstellen, wie ich weitausholend gestikulierend und augenrollend diese Dinge sage und dabei immer noch freundlich schaue). Ich bin nur zu stark verwundert über die seltsame Sicht der Dinge, dich ich lese. Jetzt halte ich aber wirklich die Klappe, versprochen!


    edit: nur ein kurzer Nachtrag: Wenn so sehr am fandom vorbei gearbeit werden würde, wären nicht sämtliche sachen der letzten jahre OOP, jemand muss die Dinge ja erworben haben. Und auch dereit erwerben.
    Und wenn ich ein Auge darauf werfe, welche Änderungen die lautesten Stimmen im Pegasus-Forum so haben möchten, stelle ich fest, dass sich diese Stimmen nur in einer Sache einig sind: "Es muss anders werden!" Aber sobald es darum geht, WIE es denn anders sein soll, zerfleischen sich diese stimmen gegenseitig, weil sie mit (ich sag das nur fiktiv) 8 personen = 8 sich gegenseitig ausschließende Wünsche haben. man könnte auch sagen, das negiert sich gegenseitig solange, bis nur noch die zufirednene Kunden (Spielleier und Spieler) übrig bleiben. Und dann entsteht der Eindruck: "Wir haben ja gar nicht alles falsch gemacht, sondern richtig." Was für sich gesehen ja auch ein schönes Gefühl sein kann.

  • Ach Heiko.


    was soll man dazu sagen, ironie hin oder her.


    einfach zuhören und machen.
    ich persönlich hab jetzt keine lust deine aufzählung
    zu wiederlegen, das ist mir zu einfach.


    aber du kannst dir die schuhe die ich und andere dem Verlag hingestellt haben gerne
    auch selber anziehen, du bettelst ja quasi drum.


    du bist ein Pegasus Mann, kein Cthulhu Mann.

  • Zitat von Doc Shirmon

    du bist ein Pegasus Mann, kein Cthulhu Mann.


    Das kann man ja einem auch nicht übel nehmen.


    Aber deine Frage fand ich ich gut. Was brauchen wir? Und kann deiner persönlichen Meinung nur zustimmen. Aber gibt es da draußen nicht viel mehr über diese Themen jenseits von Chaosium und Pegasus? Wäre zumindest schön, auch andere Quellen anzapfen zu können.

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