Cthulhoide Literatur: Eure Favoriten

  • Turner, James (Hg.): H.P. Lovecraft Hüter der Pforten. Heyne

    Volle Zustimmung!


    In diesem Band ist mein persönlicher Favorit dieses Triple, idealerweise auch in der Reihenfolge zu lesen:


    Robert Bloch: Der Schlächter von den Sternen (The Shambler from the Stars, 1935)

    H. P. Lovecraft: Der leuchtende Trapezoeder (The Haunter of the Dark, 1936)

    Robert Bloch: Der Schemen am Kirchturm (The Shadow from the Steeple, 1950)

  • Die dürfte noch bei Thorsten als Leihgabe liegen. Wie fandst du "Die Entdeckung der Ghoorischen Zone" denn, Thorsten?

    Ja, liegt die Sammlung noch. Die Geschichte fand ich im Ganzen gut, wenngleich ich die historischen Passagen eher langweilig fand (ist eh nicht so meins). Das mag nicht sehr hilfreich sein, aber ich analysiere und überdenke Geschichten und Romane nicht so.

    🎵 „Hätt ich dich heut erwartet, hätt ich Schoggoothen da …“ 🎵

  • Welches Buch mir ebenfalls umgehend einfällt, wenn wir über cthulhoide Literatur sprechen ist "Ich hol dir die Vögel vom Himmel" von Brian Hodge, erschienen im Festa Verlag.

    Das habe ich kürzlich gelesen. War ganz nett. Z. T. vorhersehbar. Irgendwie auch zahm. Aber das mag an der Kürze liegen.

  • Von Bachmann fand ich "Ein wahrhaft seltener Privatdruck" sehr gut. Erschien bei Goblin Press, ist aber letztes Jahr in Bastei's "Gespenster-Krimi"-Serie erschienen (unter dem Titel "Melusine").


    Von den Goblin-Press-Sachen, die ich bisher gelesen habe, finde ich zudem das von Nils bereits erwähnte "Stella Maris" (von Jörg Kleudgen) gut.


    Was mir noch an deutscher cthulhuider Literatur einfällt, wäre Tom Finns "Weißer Schrecken" (wobei man sich da streiten kann, wie sehr der Horror "kosmisch" oder "lovecraftesqe" ist...)


    Doch das Beste kommt zum Schluss: Eines meiner deutschsprachigen Highlights der letzten Jahre ist "Dør" von Daniel Decker. Kein großer Name, aber seinen bisher einzigen Roman, finde ich (vor allem mit dem Blick auf Cosmic Horror) echt gelungen. Bin dank der Arkham Insiders darauf aufmerksam geworden :)

  • Da ich in letzter Zeit auch verstärkt auf der Suche nach (für mich) neuer cthuloider Literatur bin, freue ich mich sehr über all Eure gegenseitigen Empfehlungen in diesem Thread, über die ich womöglich anderweitig nie gestolpert wäre... Vor allem die Deutschsprachigen!


    Dazu muss ich gleich noch nebenbei gestehen: Ich lese den Hexer von Salem trotz meines Alters nach wie vor gerne :D


    Und dann möchte ich natürlich auch noch etwas beitragen; nämlich meine bisherige Erfahrung, dass man generell am fündigsten in den Sammlungen von Chaosium wird - Die Neulinge des Genres verstecken sich darin nur leider ein wenig... Man muss sie herauslocken ;)


    So ist z.B. im ehemaligen Cthulhu Cycle neben den von Euch schon erwähnten Disciples of Cthulhu auch "Cthulhu's Heirs: Tales of the Mythos for the New Millenium" erschienen... Ich habe es mir erst kürzlich über Amazon bestellt, und einige gebrauchte Exemplare sind dort nach wie vor erhältlich! Zwei sogar zu vernünftigen Preisen:


    https://www.amazon.de/gp/product/1568820135


    Der Rest des Cycles fasst ja (bekanntermaßen) mehr oder weniger die Klassiker zusammen, an denen man jedoch trotzdem immer wieder neue Freude haben kann - Chaosium listet sie nicht mehr offiziell; dafür tut das die Internet Speculative Fiction Database umso mehr:


    http://www.isfdb.org/cgi-bin/pubseries.cgi?1744


    Ansonsten gibt es in der neuen Cthulhu Fiction von Chaosium auch Cyberpunk, Steampunk und Wilden Westen, also durchaus Unerwartetes zu entdecken:


    https://www.chaosium.com/cthulhu-fiction


    https://www.chaosium.com/fiction


    Vollständig zusammengefasst, mit Überschneidungen zum Cthulhu Cycle, wiederum in der ISFDB:


    http://www.isfdb.org/cgi-bin/pubseries.cgi?1742


    Großen Spaß hatte ich auch mit Mon Dieu Cthulhu! Napoleonisch-kosmische Abenteuer in bester Mantel- und Degen-Manier von John Houlihan, der generell viel Cthuloides und auch für Achtung! Cthulhu schreibt:


    http://www.john-houlihan.net/read


    Und eine wahre Glücksentdeckung machte ich letztens mit "Wheel of Fortune: Extraordinary tales of blind risk, fickle fate, and the unearthly art of chance" - Herausgegeben von Roger Zelazny: Eine Sammlung weirder Geschichten rund um das Thema Glücksspiel... Nicht explizit lovecraftig/cthuloid, aber durchaus mit Anleihen; und auch über Amazon gebraucht erhältlich:


    https://www.amazon.de/Wheel-Fo…ger-Zelazny/dp/0380774232


    Mein im Gesamtkonzept bisheriges Lieblingsbuch neuer lovecraftiger Literatur ist jedoch unangefochten Lovecraft Country - Trotz fehlendem Pulp-Charakter! Da ich zuvor nie etwas gelesen hatte, das eindringlich beschriebenen menschlich-gesellschaftlichen Horror so genial mit Kosmischem verbindet und den Protagonisten gezielt aus eben ihren grausamen gesellschaftlichen Benachteiligungen heraus eine beeindruckende Stärke, Würde und Liebenswürdigkeit mit auf den Weg gibt; und das im Prinzip für sich alleine funktionierende Kurzgeschichten so genial miteinander zu einem großen Ganzen verzahnt... Was dann wohl zwangsläufig Matt Ruff zu meinem lovecraftigen Lieblingsautor macht :)

  • Hallo,

    ich lasse hier einmal den Hinweis auf eine feine, kleine, "weirde" Geschichte des polnisch-amerikanischen Literaturprofessors und Schriftstellers Victor Contoski da: "Von Goom's Gambit" (1966). Es geht hier um einen Schachspieler, dessen Spezialmanöver die Muster von Raum und Zeit zu verzerren scheinen und unerklärliches Grauen bei seinen Gegnern auslösen.


    Mir fiel beim Umzug der deutsche TERRA FANTASY Band 69: "Die Werwölfin" in die Hand, wo diese Erzählung abgedruckt ist. Ich mag sie sehr gerne.

    Das englischssprachige Original findet ihr in FANTASY & SCIENCE FICTION, Dezember 1966.

    Hier bei Archive.org!

  • Also... :D Ich habe gerade das Original gelesen und muss gestehen: Selten habe ich so häufig pro Seite laut gelacht! Danke vielmals Alex


    Mich würde nicht wundern, wenn Von Goom's Gambit die Inspiration für Monty Python's nur 3 Jahre später gesendeten Funniest Joke in the World war, bei dessen Lesen oder Hören ein jeder Mensch mindestens genau schnell den Tod findet wie beim Erblicken der Eröffnung des Herrn Van Goon...


    Oh nein! Ich höre eine Stimme durch mein Fenster schreien: "Von Goom!"


    Ich muss schnell fliehen und wie Kreislers Bidla Buh "die Pistolen vom Pistolenputzer holen"...

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