Beiträge von Nils

    Warum manche Wissenschaftler glauben, dass Krakeneier auf einem Meteoriten zur Erde kamen, was Weird-Fiction Autor China Miéville an den Oktopoden so fasziniert und warum die kurzlebigen, aber außergewöhnlich intelligenten Tiere auf frühere Zeitgenossen aus Wissenschaft und Literatur geradezu dämonisch wirkten.

    Neun Gehirne, drei Herzen - Die Intelligenz der Kraken fordert die Forschung heraus
    Kraken können mit den Armen denken und mit der Haut auf Lichtreize reagieren. Ihre Fähigkeiten geben der Forschung Rätsel auf und inspirieren die Robotik.
    www.deutschlandfunkkultur.de

    Das meiste ist "Providence Biltmore, Omni Hotel, and Surrounding Venues"

    Ah, ich dachte auf der Webseite des Cons, damit wären Unterkunftstipps gemeint. Mein Fehler. Wie gesagt: Das Biltmore ist großartig, als Tagungsort bestimmt sehr atmosphärisch. Auf jeden Fall mal mit dem altertümlichen Fahrstuhl ins oberste Stockwerk fahren und den Blick über die Stadt schweifen lassen.

    Hast du damals guided walking tours o.ä. gemacht oder alles auf eigene Faust erkundet?

    Alles auf eigene Faust. Ob es geführte Lovecraft-Touren regulär gibt, weiß ich nicht. Mir ist kein Flyer o. ä. dafür untergekommen.

    ich überlege nur, ob ich einen Trip nach Marblehead unterbringe, aber vielleicht eher von der Station Boston aus als von Providence

    In Boston bist du auch? Da habe ich auch einige Tage verbracht und auf jeden Fall gibt es dort auch Lovecraft-Orte. Stichwort: North End. Marblehead ist wunderschön und definitiv einen Trip wert. Von Boston aus erreicht man auch Salem gut, das ist ebenfalls einen Besuch wert.

    Zur Necronomicon kann ich leider keine Tipps geben. Ich war 2024 ganz kurz nach der Con in Providence. Wo genau finden die Panels und Runden statt? Der Website konnte ich das ad hoc nicht wirklich entnehmen. Das Lovecraft Arts & Science Council sollte man natürlich in jedem Fall aufsuchen - ein schöner Laden in der City von Providence, toll gelegen in einer historischen Einkaufspassage. Aber dort ist alles sehr klein, insofern wird die Con dort wohl nicht stattfinden, schätze ich mal. Nahe des Ladens befindet sich auf jeden Fall das historische Biltmore Hotel, das im Charles Dexter Ward vorkommt, und nur wenige Steinwürfe entfernt sieht man auch noch die historische Train Station der Stadt, wo Lovecrafts Reisen begannen bzw. endeten.

    Lovecraftige Sites in Providence selbst konzentrieren sich maßgeblich auf den College Hill, also den östlichen Teil der Stadt, wo die Brown University ihren Sitz hat. Das Viertel um die Uni ist recht dicht bepackt mit Orten. Mir hat damals die Walking Map von hplovecraft.com sehr geholfen, mich zurecht zu finden und die jeweiligen Orte einzuordnen: https://www.hplovecraft.com/creation/sites/walktour.pdf

    Generell ist das ein wunderschönes Stadtviertel, wenn man die Architektur mag, und es lässt sich dort angenehm viel Zeit verbringen. Trotz der relativ kurzen Wege dauert es doch eine Weile, alles anzusehen, weil es eben viele Orte sind und man bisweilen auch den steilen Anstieg des Hügels meistern muss.

    Wenn man Lovecrafts biographische Stationen abseits der Walking Map besuchen will, ist die Angell Street wichtig, die bereits auf dem College Hill beginnt, die man aber dann doch recht weit hinunter gehen muss, um zu Lovecrafts Geburtshaus (bzw. dem Ort, das Haus steht nicht mehr) und einem ehemaligen Wohnhaus zu kommen (698 und 454 Angell Street sind die Adressen). Swan Point hattest du ja auf dem Zettel - auf dem Weg dorthin kann man sich noch das Ladd Observatory ansehen, wo Lovecraft oft gewesen ist.

    Ich persönlich fand auch den gegenüberliegenden Federal Hill sehr schön. Dieses Viertel ist fast immer gemeint, wenn Lovecraft sich über zu viele Einwanderer in der Stadt beschwert. Da kenne ich keine konkreten Anlaufpunkte, aber man kann dort auch gut anhand bspw. der gastronomischen Angebote durch das Viertel streifen.

    Surroundings: Welchen Radius meinst du? Wenn man über ein Auto verfügt, kann man auf jeden Fall sehr gut mal nach Newport fahren. Da fährt man meiner Erinnerung nach etwa eine Stunde. Ein schönes Hafenstädtchen, wo Lovecraft häufig ausspannte. Die alte Train Station, wo er immer ankam, ist zwar stillgelegt, steht aber noch. Von Newport aus kann man auch gewissermaßen von unten einen guten Blick werfen auf die beeindruckende Narragansett Bay. Es lohnt sich durchaus, mit dem Auto die Bucht zu überqueren mittels der ausladenden Brücke, um dann auf der anderen Seite der Bay nach Providence zurückzufahren.

    Das wäre erstmal so das, was mir noch einfällt von meiner Reise.

    Ich packe es mir hier hinein: Gerade erfuhr ich via Hippocampus Press, dass der legendäre CAS-Forscher und Poet Donald Sidney-Fryer am 2. Mai im stolzen Alter von 91 Jahren verstorben ist. In der Doku kommt er ausführlich zu Wort, ordnet CAS' Werk ein und berichtet auch von persönlichen Begegnungen mit ihm. Auf Fryers Wiki-Seite findet sich zu seinem Lebensende folgender Absatz:

    in May 2025, 90-year-old Sidney-Fryer suffered a stroke which necessitated his move to a nursing home. In a few months he recovered sufficiently to return to the senior living community, but was diagnosed with bone cancer in one of his legs. An amputation was scheduled, but halted when doctors discovered the cancer had metastasized throughout Sidney-Fryer's body. In late 2025 he was placed in palliative care. He died on Saturday, May 2, 2026 in Liberty Commons, West Chatham, Massachusetts.

    Du warst in Providence?!

    Ja, ich hatte mir vor zwei Jahren mal einen Urlaub an der Ostküste der USA gegönnt und dabei sehr viele Lovecraft-Orte besucht. Providence war dabei natürlich ein Hauptziel.

    weil es mir so schien als sei gar nicht so viel von der alten Substanz und Architektur übrig, die Lovecraft so liebte.

    Doch, da steht noch eine ganze Menge, u. a. auch fast alle von Lovecrafts Wohnhäusern. Wenn man "sein Viertel" auf dem College Hill durchstreift, ist man ziemlich umzingelt von authentisch gebliebenen Lovecraft-Orten. Und auch das von ihm weniger geliebte Viertel auf dem Sentinel Hill auf der anderen Seite der Stadt ist definitiv sehr schön.

    In dem Punkt hatte mich auch Boston enttäuscht, aber vielleicht bin ich auch nur an den falschen Stellen gewesen?

    Das könnte sein. Es war jedenfalls auch einige Tage in Boston und habe dort sehr schön Architektur aus dem 18. und 19. Jahrhundert gesehen, u. a. im North End, wo Pickman's Model spielt, teilweise gibt es auch noch ältere Bauten. In Salem z. B., was zwar etwas von der City entfernt liegt, aber heute mit zu Boston gehört.

    Mark Twain Haus in Hartford

    Das klingt auch sehr interessant, wie war es dort? Ich glaube, an Hartford bin ich vorbei gefahren damals.

    Zitat

    (1): Providence, die dunkle Stadt von H.P. Lovecraft
    Lange interessierte das düstere Werk des Amerikaners Howard Phillips Lovecraft nur Liebhaber der Horrorliteratur. In der Zwischenkriegszeit schrieb er, von der breiten Öffentlichkeit unbeachtet, sublime Erzählungen irgendwo zwischen der gotischen Schauerwelt von Edgar Allen Poe und dem modernen Horror von Stephen King. Heute wird der Autor von "Der Ruf des Cthulhu" neu entdeckt – und endlich als der große Schriftsteller gewürdigt, der er war. Eine Reise in die Ostküstenstadt Providence, in der er sein Leben verbrachte, hilft dabei, sein literarisches Schaffen besser zu verstehen.

    Ab ca. Minute 02:00. Zu Wort kommen u. a. der Lovecraft-Experte Jason C. Eckhardt und Donovan K. Loucks, dessen College Hill Map von hplovecraft.com mir bei meinem Providence-Besuch gute Dienst geleistet hat.

    Stadt Land Kunst - Providence / Extremadura / Bretagne - Die ganze Doku | ARTE
    Linda Lorin lädt auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. In dieser Folge:…
    www.arte.tv

    Im Detail kann man das bestimmt differenziert diskutieren. Insgesamt aber ist die These, dass Lovecraft zu den ersten Ideengebern der Prä-Astronautik gehört (natürlich nicht intendiert), recht gut ausgearbeitet. Wenn dich das Thema reizt, schau mal nach bei Jason Colavito oder Jeb J. Card. In den 80ern schon hat Maurice Lévy in seinem Buch über Lovecraft darauf hingewiesen, dass die französischen Prä-Astronautiker Pauwels und Bergier stark von Lovecraft beeinflusst waren. Dass Erich von Däniken von Lovecraft Kenntnis genommen hat, habe ich allerdings noch nie irgendwo gelesen, aber der dürfte wiederum Pauwels und Bergier durchaus gekannt haben, vermute ich. Ein guter Kenner der Prä-Astronauten-Szene bin ich aber nicht.

    Zitat

    Viele AI-Entwickler erklären ihre Systeme mit einem Meme aus H. P. Lovecrafts Horrorwelt: dem Shoggoth mit Smiley-Maske. Was sagt dieses Monster über die Künstliche Intelligenz – und warum hat Grok die Maske fallen lassen?


    Elon Musk und Grok: Warum hinter der KI ein Shoggoth steckt
    Viele AI-Entwickler erklären ihre Systeme mit einem Meme aus H. P. Lovecrafts Horrorwelt: dem Shoggoth mit Smiley-Maske. Was sagt dieses Monster über die…
    www.faz.net
    Zitat

    Ganz neu war diese Idee, welche heute als "Prä-Astronautik" oder "Paläo-SETI" bezeichnet wird, bereits damals nicht. Schon im 19. Jahrhundert hatten einzelne Denker ähnliche Annahmen formuliert, auch bei Fantasy- und Science-Fiction-Autoren des frühen 20. Jahrhunderts wie H. P. Lovecraft findet sich wiederholt das Szenario außerirdischer Besucher in grauer Vorzeit.


    Zum Tode Erich von Dänikens
    Am 10. Januar 2026 endete eine Ära. "Dies ist mein letztes Buch", hatte Erich von Däniken bereits 2024 anlässlich der Veröffentlichung seines autobiografischen…
    hpd.de

    Hey,

    ich bin als Beiträger zwar voreingenommen, würde die Hefte aber vorbehaltlos auch solchen empfehlen, welche sich schon tiefer mit Lovecraft befasst haben. Die Inhalte sind thematisch vielfältig und kenntnisreich verfasst, sodass es sehr wahrscheinlich ist, auch als Crack noch Neues zu entdecken.

    Nils hat einen neuen Artikel veröffentlicht:

    Nils
    15. August 2025 um 05:00

    Zitat
    Ist Hannibal Lecter wirklich nur ein gewöhnlicher Mensch? Um den kannibalistischen Serienmörder aus der Feder des Thriller-Autors Thomas Harris ranken sich diverse mythologisierende Fan-Theorien. Eine davon behauptet: Hannibal Lecter ist eigentlich Nyarlathotep, der Götterbote aus den Geschichten H. P. Lovecrafts.