Beiträge von Nils

Iä! Iä! Liebe Besucher der Deutschen Lovecraft Gesellschaft,
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Cthulhu fhtagn

    Manche Übersetzer gehen da anscheinend nicht so sorgfältig vor - das ist mir z.B. immer wieder bei Übersetzungen von Usch Kiausch aufgefallen, wenn ich z.B. Kreaturenbeschreibungen für meine CthulhuWiki-Artikel zitieren wollte und wo manchmal einfach relevante Teilsätze weggelassen wurden...

    Hier ist, glaube ich, Obacht geboten. Festa nutzt ja die Magazin-Versionen von Lovecrafts Geschichten, die vielfach gekürzt/umgestellt wurden. Da müsste man wirklich genau prüfen, ob sowas den Übersetzer*innen anzulasten ist.

    Nils hat einen neuen Artikel veröffentlicht:
    deutschelovecraftgesellschaft.de/article/486/

    Zitat
    "With his silent visual reflections on literature, Patrick Müller has created his very own cinematic cosmos", sagt Clemens Williges vom Filmfest Braunschweig über den Filmemacher Patrick Müller. In nunmehr drei Kurzfilmen widmet sich Patrick auch dem kosmischen Grauen H. P. Lovecrafts. Unser Kultist Nils hat den Filmemacher zum Gespräch ins dLG-Radio eingeladen. Es geht um analoges Filmen als Passion, die (pop-)kulturelle Sozialisation in Ostdeutschland, das Kino als Ort transgressiver Stimmungen, die Rolle der Musik und des Schreibens für Cineasten – und natürlich um H. P. Lovecraft.

    Alleine der "Alien-Teaser" lässt mich auf weitere ausführlichere Gesprächsanalysen in weiteren Folgen hoffen.

    Oh, ich hätte gedacht, dass dieses Thema fast schon "ausgelutscht" wäre. Hm!


    Der Podcast hat mir darüberhinaus noch die Motivation zum Abbau meiner Watchlist geliefert und Equus endlich mal anzusehen.

    Ah, sehr schön. Was sagste?


    Vielleich bin ich durch die wohlwollenden Zitate aus meiner Lovecrafter-online- Analyse von Midsommar aber noch zu gerührt... ;)

    Verdient. ;)

    Das kann ja auch eine wundervolle Anknüpfung ans Thema Blickökonomie im Film sein.

    Oh ja, schöne Idee.


    Zum Thema 'Pessimismus': Es gibt im 'Wicker Man' ja auch den Ausruf Howies, Lord Summerisle wäre als Nächstes dran, wenn das diesjährige Opfer nicht funktioniere. Das macht nochmal etwas auf, was, ich glaube(!?) in der wenige Jahre alten Folk-Horror-Dokumentation von Kier-La Janisse stark gemacht wird: Die Insulaner sind nicht alle gleich, sondern die Summerisles als dekadentes und bröckelndes Adelsgeschlecht binden dem 'Folk' einerseits einen Bären auf, um ihre Macht zu erhalten. Andererseits laufen sie bzw. ihr letzter Spross eben auch Gefahr, den von ihm selbst geförderten paganen Ideen zum Opfer zu fallen.

    Sehr guter Punkt, soziale Ungleichheit und Machtasymmetrie innerhalb der Sekte / des Kults in den Blick zu nehmen. Das hätte potenziell noch interessante Möglichkeiten geboten in der Diskussion und scheint mir gut anschlussfähig an einen religionssoziologische Ansatz, der die Funktion der kollektiven Sinnkonstruktion fokussiert. Summerisles Opferkultus -> das Opium des Volkes auf der Insel?

    Ich bin allerdings skeptisch, ob die abschließenden Tötungen alleine als Indiz fürs 'Scheitern' der ganzen Kulthandlungen gelten kann.

    An dem Punkt kann ich Stefans Interpretation auch nicht ganz folgen, muss ich sagen.

    Die Community, die schließlich zur Ritualgemeinschaft wird, gibt Dani schließlich etwas, was Großstadtleben, ihr phlegmatischer Boyfriend und klinische Psychologie nicht vermochten. Sie lächelt zum ersten Mal im Film.


    Ich denke, das muss offen bleiben, ob hier Glück oder Wahnsinn der Grund ist. Aber es weist schon auf etwas hin, das sich nicht alleine in Täuschung, Machtmissbrauch und Manipulation erschöpft, nämlich das Bedürfnis nach Einbettung in enge Gemeinschaft jenseits der desillusionierten Gegenwartsgesellschaft. Max Weber wurde angesprochen - hier wären wir dann sehr nahe bei der parallelen Soziologie Durkheims. Natürlich baut darauf dann ggf. Missbrauch auf, aber ich lese 'Midsommar' und den 'Wicker Man' vor allem auch so, dass es ein naiver moderner Mythos sei, davon auszugehen, diese Bedürfnisse seien überwunden - die Hauptfiguren lernen das dann auf die denkbar schlimmste Weise.

    Sicherlich ein ebenfalls sehr interessanter Kernpunkt der Debatte, der auch um die Frage der Freiheit im Kult vs. Unfreiheit in der Zivlisitation kreist (um mal mit schwammigen Begriffen um mich zu werfen, aber das Gespräch war ja etwas lockerer aufgezogen in dieser Hinsicht). Die Einbeziehung faktischer Bedürfnisse finde ich auch wichtig, nur wäre die Frage, ob sie wirklich im Rahmen der Kulte befriedigt werden können, ohne, dass andere darunter leiden. Midsommar (den ich als Film übrigens schlecht finde) wurde ja von vielen auch als Emanzipationsstory gelesen, was meiner Ansicht nach aber total übersieht, dass die Protagonistin dies - wenn überhaupt - nur erreicht, indem sie sich in eine von Repression gegen bestimmte Leute geprägte Struktur eingliedert, wann dann ja wirklich die Sache ad absurdum führt.

    Die dLG war in Form von Stefan M. Preis und mir zu Gast auf dem Youtube-Kanal Filme, Serien und Stars

    Zitat

    In unserem Podcast zu H. P. Lovecraft sprechen Stefan Preis und Nils Gampert über den Atheismus und die Religionskritik in den Filmen THE WICKER MAN (1973), EQUUS (1977), MIDSOMMAR (2019) und weiteren Filmen.

    Wer youtube nicht so gerne mag, kann sich auf eine Veröffentlichung der Folge im Rahmen des dLG-Radios gen September freuen. :)

    Hier entlang:

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    Die postulierte Verbindung zur (sog.) 'Incelbewegung' kann aber aus der Binnenperspektive der Autorin/des Autors heraus durchaus stimmig sein:

    Es stimmt alles, was du sagst, aber mich würde abseits der logischen Stringenz von Lovecrafts Ideenwelt zur Incel-Szene ein empirischer Nachweis interessieren. Immerhin wird Lovecraft als Säulenheiliger der Incels bezeichnet, es müsste also dort eine Lovecraft-Rezeption geben, die zentral ist. Ansonsten kann man sowas seriöserweise eigentlich nicht schreiben.

    durchaus positiv klingenden Rezension

    Ja, ich bin von der inhaltlichen Qualität des Bandes absolut überzeugt.

    Schmuckausgabenpreis

    Nicht, dass ich deine ästhetische Bewertung des Buchdesigns anfechten wollen würde, aber wird das Buch denn als Schmuckausgabe angepriesen? Das war mir bisher entgangen. Oder gilt ein Buch ab einem bestimmten Preis schlicht als solche?

    Irgendwie kommt mir auch der alte Kultfilm 'Wenn die Gondeln Trauer tragen' sehr aickmännisch(?) vor, seit ich die zwei Erzählungen von ihm las. Nur so eine Assoziation.

    Dem würde ich zustimmen, eine atmosphärische Verbindung lässt sich wohl problemlos ziehen. Ein ganz toller Film. Ob Daphne du Maurier Aickman-Leserin war?

    Ich werde wohl mal die Faber & Faber Paperbacks ansteuern.

    Mit denen kann man nicht viel falsch machen. Leider enthalten sie teilweise Doppelungen, aber der Preis ist ja auch nicht allzu hoch.

    Diesen Briefwechsel besitze ich jedoch nicht.

    Den besitzt noch niemand, wenn ich recht informiert bin. :) Bisher gibt es meines Wissens nach nur vereinzelte Briefe von Long in den Selected Letters.

    Ich habe mal etwas gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Lovecraft erwähnt die Geschichte natürlich sehr oft, meist aber eher allgemein als eine seiner Lieblingsstorys oder als Referenzpunkt für gute Weird Fiction. Wenn er ins Detail geht, dann lobt er die Landschaftsbeschreibungen, die Subtilität des angedeuteten Schreckens, oder aber er referiert über Machens genealogische Abkunft und die Verbindung des Story-Inhalts zu Murrays Witch-Cults in Western Europe.

    Ich habe aber auch nicht alle Briefwechsel. Gesucht habe ich in den Selected Letters und in den Briefwechseln mit Clark Ashton Smith, Maurice W. Moe, den Wandreis, Robert Bloch, Robert H. Barlow, Alfred Galpin, C. L. Moore, James F. Morton, Wilfried Blanch Talman und Rheinhart Kleiner.

    Potenziell interessant für deine Suche könnte die Korrespondenz mit August Derleth sein.

    Nils hat einen neuen Artikel veröffentlicht:
    deutschelovecraftgesellschaft.de/article/425/

    Zitat
    Robert Aickman findet heute als einer der wichtigsten Vertreter unheimlicher Fantastik allgemeine Anerkennung. In Deutschland waren die Erzählungen des 1981 an Krebs Verstorbenen allerdings über einen längeren Zeitraum nur vereinzelt in verschiedenen Anthologien erhältlich. Der erste und bis vor Kurzem auch letzte systematische Versuch ergab zwei Bände mit ausgewählten Geschichten, erschienen zu Beginn der 90er-Jahre in der von Frank Rainer Scheck verantworteten Reihe „DuMont’s Bibliothek des Phantastischen“. Nun haben sich der kundige Lovecraft-Übersetzer Andreas Fliedner und der Festa Verlag vorgenommen, sämtliche Erzählungen Aickmans in neuer Übersetzung vorzulegen. Ein echter Glücksfall für das deutschsprachige Publikum. Mit „Dunkle Pforten“ ist der erste Band jüngst erschienen.