Beiträge von Arkham Insider Axel

    Mittlerweile müsste der Brief in diesem Band enthalten sein:

    H. P. Lovecraft. Letters to C. L. Moore and others, Hippocampus Press (2017)


    Jedenfalls scheint der Schrieb denjenigen, die leidenschaftlich gegen Lovecrafts Borniertheit wettern, nicht bekannt zu sein. Das kann man sich sparen – er hat es ja in den letzten Wochen seines Lebens selbst getan …


    In diesem Blog-Post schreibt Bobby Derie etwas zum gegenseitigen Briefwechsel:

    Her Letters to Lovecraft: Catherine Lucille Moore

    Danke für den Hinweis, ich hatte diesen Brief nicht auf dem Schirm, von daher: kein kalter Kaffee. :) Wobei ich auch an einer Quellenangabe interessiert wäre.


    Wäre sicherlich einer öffentlichen Vorstellung und Einschätzung wert; entweder im LC online oder auch gerne einmal in einer Printausgabe.

    Diskussion zum Artikel Lovecrafter Online - 017 - Aus den geheimen Redaktionsprotokollen des Lovecrafters: Redaktionsarbeit durch Zeit und Raum, dargestellt am Beispiel „Weird Fiction Times“:

    Zitat
    In der Rubrik „Aus den geheimen Redaktionsprotokollen des Lovecrafters“ bietet Euch die Lovecrafter-Redaktion einen besonderen Einblick in den Redaktionsalltag. Hier versammeln wir Informationen über alles, was zwischen Tür und Angel besprochen wird, Dinge die nie für das Licht der Öffentlichkeit bestimmt waren, Kurioses und Unerwartetes.

    Diskussion zum Artikel Lovecrafter Online - 015 - Aus den geheimen Redaktionsprotokollen des Lovecrafters: Die apokryphe Null-Nummer:

    Zitat
    In der Rubrik „Aus den geheimen Redaktionsprotokollen des Lovecrafters“ bietet Euch die Lovecrafter-Redaktion einen besonderen Einblick in den Redaktionsalltag. Hier versammeln wir Informationen über alles, was zwischen Tür und Angel besprochen wird, Dinge, die nie für das Licht der Öffentlichkeit bestimmt waren, Kurioses und Unerwartetes.

    Eine Kleinigkeit ist mir noch aufgefallen: Bei Buchrezensionen finde ich es schön, wenn irgendwo die "harten Fakten" zusammengestellt sind, also Verlag, Preis, ISBN usw. Bei der Stadt unter dem Meer gibt es das, bei den beiden anderen Rezensionen nicht.

    Das nehme ich mal auf meine Kappe. Es fiel mir, als ich das gedruckte Heft in der Hand hielt, wie Schuppen von den Augen (wie man so schön sagt).


    Es hätte mir allerdings viel früher auffallen müssen, denn ich habe die Texte lektoriert und auch das Fahnenlektorat tw. gemacht … Wir geloben Besserung!


    Ansonsten: Vielen Dank für die freundlichen Worte zum Heft!

    [mention]Nils[/mention] Wahrscheinlich ist es ratsam, diesen Text möglichst bald in Angriff zu nehmen … erfahrungsgemäß lässt sich das Wochen später schwieriger an bzw. die Luft ist raus. Daher würde ich auch zeitnah beim Theater um das in Aussicht gestellte Bildmaterial bitten.


    Wenn Du es gemeinsam mit Levin schaffst, damit den 1. Beitrag für die Nr. 7 zu liefern – das wäre super! Bis jetzt tut sich ja allgemein noch recht wenig.

    Da es einen Thread zu Joshi gibt, hier also schon eine Einteilung nach Forschenden etabliert wurde, möchte ich einen weiteren Namen ins Feld führen:


    Kenneth W. Faig, Jr., ein Mensch, dessen Pesönlichkeit deutlich hinter seinen bahnbrechenden biografischen Lovecraft-Arbeiten zurücksteht. Ohnen den 1948 Geborenen kann man sich die Biografien von Sprague de Camp und Joshi in der vorliegenden Form kaum vorstellen. Dabei handelt es sich bei Faigs Texten um Aufsätze, die ein Schlaglicht auf einen bestimmten Aspekt in Lovecrafts Leben werfen. Vor allem seine genealogischen Erkundungen haben die Erschließung von Lovecrafts Leben vorangetrieben.


    Ich möchte an dieser Stelle auf einen Beitrag von ihm hinweisen, der sich so ein bisschen versteckt im Programm der Phantastischen Bibliothek des Suhrkamp Verlags findet und der ein gutes Beispiel für Faigs Herangehensweise darstellt:


    Im Band 199 der Phantastische Bibliothek des Suhrkamp Verlags Die dunkle Seite der Wirklichkeit. Aufsätze zur Phantastik (1987) findet sich ein Aufsatz, der sich auch gut im Einsiedler von Providence. Lovecrafts ungewöhnliches Leben (Phantastische Bibliothek Band 290, 1992) gemacht hätte, einem der wichtigsten deutschsprachigen Werke zur Biografie Lovecrafts. Es handelt sich um den Text „Howard Phillips Lovecrafts frühe Jahre 1890 – 1914“ von Kenneth W. Faig, Jr. Erschienen ist er erstmals – laut Quellenangabe des Suhrkamp-Buchs – in der Zeitschrift Nyctalops 8/1973 und 9/1974, Originaltitel: „Howard Phillips Lovecraft: The Early Years 1890 – 1914“ (eine etwas differenzierte Quellenangabe macht Joshi in seiner Lovecraft-Biografie).


    Die veröffentlichte deutsche Übersetzung (von Franz Rottensteiner) ist, so verrät und der Editions-Hinweis, gekürzt. Wie auch immer: es handelt sich jedenfalls um eine sehr wichtige biografische Arbeit, die noch einige Jahre vor der Biografie von Sprague de Camp erschienen ist. Ihre Entstehung kann dank eines umfangreichen Fußnotenapparates und der Quellenangaben des Autors gut nachverfolgt werden.


    Dass dieser frühe Text von Faig nicht im Einsiedler berücksichtigt werden konnte, liegt gewiss daran, dass er zu dem Zeitpunkt bereits veröffentlicht worden war. Inhaltlich ergeben sich außerdem Überschneidungen mit einem anderen Einsiedler-Beitrag von Faig „Die Eltern Howard Phillips Lovecrafts“. Diese Überschneidungen sind jedoch geringfügig und schmälern nicht den Reiz der Arbeit, die sich – man muss es ja so sagen – etwas „stickum“ in einem Band mit allgemein gehaltenen Beiträgen zur Phantastik verbirgt. Aber was heißt schon „allgemein“ in diesem Zusammenhang? Mit je einem Beitrag zu Algernon Blackwood und M. R. James von Michael Koseler ist das Buch (im Prinzip ein verkappter Polaris oder Quarber Merkur) auch für diejenigen interessant, die sich für den weiter gefassten Lovecraft-Kreis interessieren.


    Hier das gesamte Inhaltsverzeichnis:

    • Franz Rottensteiner: Vorwort. Zweifel und Gewissheit. Zu Traditionen, Definitionen und einigen notwendigen Abgrenzungen in der phantastischen Literatur
    • Andrzey Zgorzelski: Zur Einteilung der Phantastik. Einige supragenealogische Unterscheidungen in der Literatur
    • Peter Cersowsky: „Ja, mein Lieber, wir sind konservativ.“ Politische Aspekte bei deutschsprachigen Phantastik-Autoren des 20. Jahrhunderts bis zum Nationalsozialismus
    • Reinhard Lüth: Im Dämmerlicht der Zeiten. Ein Porträt des phantastischen Erzählers Leo Perutz
    • Peter Cersowsky: Räuber über Räuber. Zu einer Erzählung von E. T. A. Hoffmann und anderer Phantastik als „Bibliotheksphänomen“
    • Michael Koseler: Algernon Blackwood
    • Michael Koseler: Ein Klassiker der englischen Phantastik: M. R. James
    • Helga Abret: Das Tier im Menschen. Bemerkungen zu den phantastischen Erzählungen Erckmann-Chatrians
    • Ursula Sieg: Das Haus als wichtiges Raumelement in den phantastischen Erzählungen Thomas Owens
    • Seweryn Pollak: Reise nach Grinland
    • Kenneth W. Faig, Jr.: Howard Phillips Lovecrafts frühe Jahre 1890 – 1914

    Eine Chronologie würde ich auch begrüßen, da die Phantastik ja bis zu einem gewissen Grad ihrer jeweiligen Zeit untergeordnet war/ist. Ich hätte ebenfalls Interesse daran, bei den sogenannten Klassikern weiter zu stöbern.


    Wie man sich aber denken kann, sind wir nicht die ersten, die auf solche Ideen kommen. :)


    Ich möchte daher noch eine Anthologie erwähnen, die – im Gegensatz zu den subkulturell gehypten und überteuerten Liebhaberprojekten – sehr gut und sehr günstig antiquarisch zu erwerben ist:


    Die Nebeldroschke. Deutschsprachige Gespenstergeschichten. Hrsg. von Herbert Greiner-Mai. Illustriert von Volker Pfüller u. a. Verlag Das Neue Berlin, 1982


    Das ist eine Sammlung, die nahezu wunschlos glücklich macht. Vom 18. Jahrhundert über die Klassiker des 19. bis hin in die fruchtbare Zeit der Weimarer Republik, liegt mit der Auswahl eine mustergültige Übersicht vor. Nachwort, Quellenverzeichnis und die tolle Schutzumschlag-Illustration von Klaus Ensikat runden die Anthologie ab. In einer Hinsicht ist das Buch allerdings verzerrend, denn es entsteht beim unbedarften Publikum der Eindruck, Schriftstellerinnen hätten auf dem Gebiet nichts zu sagen gehabt … was mitnichten der Fall ist!


    Wenn aber, wie behauptet wurde, Rudolf Lindaus "Wahngebilde" erstmals wieder mit der gleichnamigen Anthologie (Edition CL, 2015) in die Leserhände gelangt sei, so entspricht diese Aussage – siehe unten (Nr. 20) – nicht den Tatsachen.


    Es ist dann 1983 eine Ausgabe in der BRD erschienen (Nymphenburger), zusammen mit dem Gegenstück Der Vampir. Gespenstergeschichten aus aller Welt, aber das wäre ein Thema für einen anderen Thread.


    Wozu ich momentan nichts sagen kann, ist, ob die Texte in irgendeiner Form bearbeitet wurden, namentlich inhaltlich. Zumindest ist nichts angegeben. Aber diese Möglichkeit gilt es bei der Buchproduktion der DDR generell im Hinterkopf zu behalten.


    Inhaltsverzeichnis:

    • Johann Karl August Musäus: Die Entführung
    • Johann Wolfgang Goethe: Die Geschichte von der Sängerin Antonelli
    • Johann Peter Hebel: Das wohlbezahlte Gespenst
    • Heinrich von Kleist Das Bettelweib von Locarno
    • E. T. A. Hoffmann: Eine gräßlich gespenstische Geschichte
    • Karl August Varnhagen von Ense: Das warnende Gespenst
    • Johann August Apel: Der Freischütz
    • Friedrich Laun: Die Wachsfigur
    • Wilhelm Hauff: Die Geschichte von dem Gespensterschiff
    • Heinrich Heine: Der Geist des Doktor Saul Ascher
    • Willibald Alexis: Die Erscheinung von Anklam
    • Jeremias Gotthelf: Der Mordio-Fuhrmann
    • Friedrich Gerstäcker: Der tote Zimmermann
    • Theodor Storm: Am Kamin
    • Heinrich Seidel: Die Nebeldroschke
    • Kurt von Walfeld: Eine Gespenstergeschichte
    • Karl Emil Franzos: Allerlei Geister
    • Paul Heyse: Martin, der Streber
    • Alfred Schöne: Der blaue Schleier
    • Rudolf Lindau: Wahngebilde
    • Oskar Panizza: Die Kirche von Zinsblech
    • Gustav Meyrink: Eine Suggestion
    • Georg Heym: Das Schiff
    • Jakob Elias Poritzky: Der Unbekannte
    • Karl Hans Strobl: Die arge Nonn'
    • Ernst Scupin: Schloß Valnoir
    • Alexander Moritz Frey: Die Ernte
    • Wolf Durian: Die Haare der Lady Fitzgerald
    • Herbert Barber: Die Erzählung des Fürsten Niglinsky
    • A. de Nora: Antitodin

    [mention]Chris[/mention] Dass dich Die andere Seite als "phantastischer Traumwelt-Roman" enttäuscht hat, hätte Kubin bestimmt nicht gerne gehört. :) So weit ich mit seiner Biografie und seinen Ansichten vertraut bin, lag es ihm – meiner bescheidenen Meinung nach – fern, eine politische Utopie oder Dystopie zu verfassen. Als seelisch sensibler Mensch haben ihn aber Phänomene wie Massengesellschaft, Tyrannei, Krieg, Verfall und Untergang nicht kaltgelassen, das wird auch schon anhand seiner Zeichnungen klar.


    Eine Dystopie, die vielleicht eher diesen Namen verdient, dürfte Berge, Meere und Giganten von Alfred Döblin sein (ganz recht, der vom Berlin Alexanderplatz), welche jedoch einige Jahre später als Kubins Roman erschienen ist, nämlich 1924.


    [mention]Nils[/mention] Wer sich für die Geschichte der deutschsprachigen Phantastik interessiert, sollte nicht wesentlich später als mit diesem Buch einsteigen (früher ist natürlich immer möglich).


    Ansonsten wird klar, dass wir hier munter zwischen den Jahrhunderten hin und her springen. Woran aber [mention]derTräumer[/mention] selbst die "Schuld" trägt, denn er fing ja mit Storm und Ewers, Meyrink usw. an, schlug also bereits die Brücke vom 19. ins 20. Jahrhundert. Mit dem Apel/Laun aber ragen wir stimmungsmäßig sogar noch ins späte 18. Jahrhundert hinein.

    Ein Name, der weniger bekannt als Ewers, Meyrink oder Strobl ist, aber in ihren Zeitraum fällt:


    Georg von der Gabelentz (1868 — 1940)


    Der Autor findet sich mit Kurzgeschichten in verschiedenen, relativ modernen Anthologien, etwa in Das dritte Buch des Horrors (Hrsg. Joachim Körber, 1992), auch Dangel (Hinter dem Quecksilber) hat ihn natürlich auf dem Schirm.


    Ich selbst lese z. Zt. Das Geheimnisvolle (1923), die Geschichte eines Mumienspuks in Form von Tagebucheinträgen.


    Als Neuauflage sei sein letzter Roman genannt: Das Rätsel Choriander (1929), eine Reminiszenz an E. T. A. Hoffmann, 2016 in der Edition Wehrhan (Wehrhahn Verlag) erschienen und mit einem aktuellen Nachwort versehen

    Ich ärgere mich weniger, sondern nehme solche Texte interessiert zur Kenntnis. Dass Eva Geulen "keinen Bock auf das Thema" gehabt oder den Text "gelangweilt an einem Nachmittag" aufgeschrieben habe, nun, – so weit möchte ich dann doch nicht gehen. Ich sehe in dem Beitrag durchaus die ambivalente Haltung, diese weit verbreitete Mischung aus Neugierede und anschließender Fassungslosigkeit angesichts des Phänomens H. P. Lovecraft. – Wie kann es sein, dass das, "was ein 'Werk' zu nennen man zögert", so eine nachhaltige Wirkung erzielt?


    In dem Zusammenhang passt es auch, dass Geulen gerade für Houellebecq lobende Worte findet, einen schwergewichtigen Forscher und Biografen wie S. T. Joshi hingegen recht schnell abhandelt. Selbst sagen mir übrigens einige von Houellebecqs kritische Feststellungen – die mitunter eher intuitiv denn faktisch richtig sind – auch zu. Aber an diesem Mann bzw. seinem Buch ("Gegen die Welt, gegen das Leben") scheiden sich innerhalb des Vereins ohnehin die Geister.


    Fazit
    Das deutsche Feuilleton kommt um Lovecraft nicht umhin. Die süffisante Art, wie das – im vorliegenden Fall – geschieht, sei den Autorinnen und Autoren gegönnt: Immerhin kann man sich daran ein bisschen aufreiben. Der ewige Hinweis auf Lovecrafts persönliche Eigenschaften und Ansichten (Stichwort Rassismus) darf wohl nie fehlen, er nimmt ja schon fast einen bekenntnishaften Zug an. Man möchte mal einen Text lesen, in dem diese Punkte weniger bemüht ins Scheinwerferlicht gezogen und stattdessen die zigfachen anderen Aspekte im Leben und Werk des Autors ähnlich gewissenhaft durchleuchtet werden. Freilich: Es bestünde dann die Gefahr, dass es an dem Phänomen H. P. Lovecraft mehr zu loben als zu tadeln gäbe …