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Lovecrafter Online - Cthulhu ruft von der Bühne des Miskatonic Theaters

  • Ulf
  • 11. Juli 2025 um 13:00
  • 467 Mal gelesen
  • 0 Antworten

Eigentlich erschallt er schon zum zweiten Mal, aber erstmals wird H.P. Lovecrafts „Cthulhus Ruf“ auf die Bühne gebracht in der neuen (Ausweich-) Location des "Miskatonic Theaters" im hippen Ausgehviertel Sternschanze im Herzen Hamburgs. Ein Grund mehr das Stück anzuschauen und in diesem Artikel davon zu berichten.

Credit: Christian Grundey

Wie schon an anderer Stelle zu lesen war, hatte im März diesen Jahres ein Brand die ursprüngliche Location des Theaters in Hamburg-Harburg zerstört und vorerst unbespielbar gemacht. Doch nicht nur der große Cthulhu ist nicht tot, sondern auch das Miskatonic Theater ist wieder quicklebendig.

Die Neugier ist dabei schon vor Betreten der neuen Location im Schanzenkino 73 im Stadtteil Sternschanze groß, und nicht nur auf die neuen Räume! Noch brennender ist die Frage, wie die „Miskatonics“ mit zwei Schauspielern und einfachen bühnentechnischen Möglichkeiten aus dieser Cthulhu-Mythos Schlüsselgeschichte, die auch mal als „fragmentiertes Essay mit narrativen Einschüben“[1] bezeichnet wurde, ein packendes Bühnenstück von nur 80–90-minütiger Dauer machen wollen?

Die Antwort darauf lautet: mit dem Mut zu inhaltlichen Veränderungen, Anpassungen an das Medium Theater und den zeitgenössischen Geschmack des 21. Jahrhunderts sowie einer eigenen künstlerischen Note. Qualitäten, die bereits viele ihrer vorigen Adaptionen wie Schatten über Innsmouth (hier besprochen) oder Der Flüsterer im Dunkeln ausgezeichnet haben. Und so begrüßt die Theaterbesucher:innen vor dem Eingang ein Wegweiser zur Trauerfeier des jüngst verstorbenen Francis Wayland Thurston. Inhaltlich recht passend, fürchtete doch der eher passive Erzähler aus Lovecrafts Kurzgeschichte an deren Ende vom Cthulhu-Kult aufgrund seines erworbenen Wissens zum Schweigen gebracht zu werden.

Credit: Christian Grundey

Anfänglich wirkt es so, als habe der Kult damit Erfolg gehabt: Man nimmt im Theater Platz und blickt auf das schlichte, vor allem vom Sarg des Verstorbenen und einem großen aufgestellten Porträtfoto geprägte Bühnenbild. Nach einer kurzen Begrüßung und einigen Worten zum Verblichenen und dessen unvollendeter Dissertation singen wir als Trauergemeinde mit Klavierbegleitung vom Gesangsblatt eines der vorgesehenen Trauerlieder, das recht morbide „Schnitterlied“ aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Doch kaum hat man als Publikum begonnen sich auf dieses Format und den direkten Einbezug ins Geschehen einzulassen, hebt sich plötzlich der Deckel des Sargs und ein quicklebendiger Francis Wayland Thurston, gespielt von Hendrik Heiler, springt heraus.

Doch man hätte als Zuschauer auch schon vorher stutzig werden können, denn schließlich hatte uns niemand Anderes als Inspektor LeGrasse, gespielt von Lars Henriks, zur Feier eingeladen und begrüßt. Nun wird uns eröffnet, die Veranstaltung diene in Wahrheit dem Zweck uns, die Elite Arkhams, unverfänglich an einem Ort zu versammeln und über die Machenschaften des geheimen Cthulhu-Kultes aufzuklären. Und genau das tut das ungleiche Paar in Form des pfeifenrauchenden, scheinbar geerdeten Pragmatikers LeGrasse und des leicht überspannten und dandyhaften Akademikers Thurston dann auch. Sie präsentieren nach und nach die bekannten Stücke des verstörenden Cthulhu-Puzzles: Die vom jungen Künstler Wilcox im träumenden Wahn angefertigte seltsame Ton-Figur, die von LeGrasse angeführte Polizeiaktionen gegen einen Kult in den Sümpfen, die Aussagen des dort festgenommenen jahrhundertealten Kultisten Castro zur Verehrung der Großen Alten und der Besuch des Archäologie-Kongresses mit der Erkenntnis der globalen, kulturübergreifenden Anbetung der unter dem Meer träumenden Gottheit mit dem Tentakelkopf.

Diese Enthüllungen finden allerdings nicht in Form trockener Vorträge bzw. Monologe statt, sondern die beiden Darsteller spielen die verschiedenen Indizien szenisch nach und erzeugen so die nötige Intensität und Spannung, um das Publikum bei der Stange zu halten. So schlüpft Thurston in die Rolle des traumgeplagten Künstlers Wilcox der im Dialog die Hilfe von Thurstons Großonkel Angell sucht oder verkörpert den von LeGrasse verhörten Castro mit deutlichem Wahnsinn und spanischem Akzent, und ein davon deutlich mitgenommener LeGrasse berichtet eindringlich vom traumatischen Einsatz in den Sümpfen. Damit wir als Publikum in diesem Kaleidoskop verschiedenster Eindrücke und Informationen nicht den Überblick verlieren, wird zusätzlich mit unterschiedlicher Beleuchtung und musikalischer Untermalung wie z.B. den Trommeln des Sumpfkultes gearbeitet. All das hat auch im Rahmen der fiktiven Realität des Stückes noch eine gewisse Logik. Denn schließlich wollen LeGrasse und Thurston uns unbedingt von der Existenz des Kultes und seiner Gefährlichkeit überzeugen.

Im Laufe dieser Bemühungen liefern sich die Beiden auf der Bühne dann fast schon einen „Aufklärungsbattle“, der für den gelegentlich nötigen „comic relief“ sorgt, etwa im altbekannten Streit um die richtige Aussprache des Namens Cthulhu oder beim in der Nacherzählung überdramatisierten Shootout mit den Kultisten der Alert auf dem Weg nach R‘lyeh. Doch im Verlauf des Stückes deutet sich an, dass hinter den zunehmend eskalierenden Spannungen zwischen LeGrasse und Thurston mehr stecken muss als unterschiedliche Auffassungen über das richtige Vorgehen und der Konflikt zwischen Tatmensch und Akademiker. In der finalen Kulmination und Auflösung dieser Spannungen wird der kosmisch-nihilistische Horror von Lovecrafts Geschichte ergänzt beziehungsweise menschlich fassbarer gemacht durch eine tragisch-persönliche Note. Am Ende des Stückes hat sich dann das Format der von uns als Publikum besuchten Veranstaltung nochmal gewandelt und ist zugleich zu seinem Ursprung zurückgekehrt. Klingt das reichlich mysteriös? Ja, denn mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Stattdessen steht hier die Empfehlung sich das Stück anzusehen und es selbst herauszufinden. Der Vorhang im Miskatonic Theater fällt an diesem Abend schlussendlich mit der Bitte, sich sowohl in der Realität des Stücks als auch außerhalb in eine Kontaktliste einzutragen um auf dem Laufenden zu bleiben. Einer Aufforderung der man nur allzu gerne nachkommt, denn schließlich möchte man die bereits geplanten nächsten lovecraftigen und nicht-lovecraftigen Inszenierungen des einzigen Horror-Theaters der Welt mitten in Hamburg nicht verpassen!


"Cthulhus Ruf" wird noch bis zum 02.08. zweimal wöchentlich gespielt im Miskatonic Theater im Exil

Schanzenkino 73 | Schulterblatt 73 | 2. OG, 20357 Hamburg

Miskatonic Theater – Horrortheater im Exil – wo jede Information eine Szene ist, und jede Szene ein Echo aus der Tiefe.



[1] E.F. Bleiler, Supernatural Fiction Writers Vol I, NY: Scribners, 1985, S. 478

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