Pegasus als Cthulhu-Lizenznehmer - pro und contra

  • Zitat von Judge Gill

    [...]
    Aber was steht hinter dem "etc."?


    Beispielsweise die mangelnde Bereitschaft der letzten Jahre, sehr gefragte Bücher für Neueinsteiger nachzudrucken.


    Wie die Berge des Wahnsinns gezeigt haben, ist das wirtschaftliche Risiko eines solchen Vorhabens äußerst begrenzt, wenn nicht gar überhaupt nicht existent. Wie lange war der Sammelband verfügbar, bis auch er bei Pegasus ausverkauft war?


    Nicht bei jedem Band wäre das so gelaufen, aber bei manchen lag es meines Erachtens auf der Hand.


    Beispielsweise der unzureichende Nachschub für NOW und Gaslight, ggf. auch Mittelalter. Mit einer verlagseigenen Fanzine hätte man diesen Settings etwas unter die Arme greifen können. Und mit epochenübergreifenden Abenteuersammelbänden als Softcover (ähnlich der CW-Bibliothek) wäre das wirtschaftliche Risiko ebenfalls begrenzt gewesen. Klar hätte dann vermutlich wieder irgendjemand gemotzt, warum denn nicht Abenteuerbände jeweils nur eine Epoche betreffen, weil man die anderen ja persönlich gar nicht spielt, aber das wäre aus Rücksicht auf die Verkaufszahlen ein für alle hinnehmbarer Kompromiss, meine ich.


    Beispielsweise die Art und Weise, wie auf (zugegeben mitunter unhöfliche) Kritik im Pegasus-Forum reagiert worden ist, so dass man beim Lesen der Diskussionen selten den Eindruck gewann, so etwas könnte auf fruchtbaren Boden fallen.


    Weitere Beispiele, die Du unter mein 'etc.' subsumieren kannst, haben andere hier schon in größerer Zahl genannt.

  • Der herrschende Umgangston brennt uns im Pegasus-Forum ja gerade sehr unter den Nägeln. Wieder und wieder wird das thematisiert. Rotthauser hat den Thread "Abschreckung für Einsteiger?" erstellt. Einige Wochen zuvor kam von mir der Thread "Über Kritik und den Umgang mit selbiger".


    Ich glaube, dass man im Cthulhu-Forum bei den Themen klar zw. zwei Rubriken trennen sollte.
    1. Die Cthulhu-Mythos Themen.
    2. Die Publikation-Pegasus Themen.


    I.B.a. Punkt 1. kann sich, so zumindest mein Eindruck, niemand wirklich beklagen. Es wird immer schnell und fachlich versiert geholfen.
    Beim 2ten Punkt prallen die Meinungen und Interessen zw. den Offiziellen und den Usern mitunter hart aufeinander. Was dann folgt ist leider häufig ein Grabenkrieg.
    Als sehr unglücklich empfand ich z.B. die Handhabung beim jüngsten Vorankündigungs-Thread, als interessierten Kunden ihre Fragen nicht beantwortet wurden, sondern auf Diskussionen nach Erscheinen in der Community bzw. auf Rezessionen verwiesen wurde.



    Ich hatte nach all den Posts und Gegenposts zur oben genannten Thematik zwischenzeitlich gedacht, wir würden uns im Kreis drehen. Doch ich habe mich geirrt. Es zeichnet sich eine Tendenz ab. Und es findet nicht nur eine Abschreckung von Cthulhu-Frischlingen statt; es zeichnet sich eine Abwanderung der Alten Hasen ab. Zwei von mir sehr geschätzte Mitglieder, Studer und Raven2050, sind weg. Ich glaube, so etwas nennt man Abstimmung mit den Füssen. Das ist sehr, sehr bedauerlich. --- EINSCHUB [ Alte Hasen = treue Kunden ] ---



    Zitat Starwarschef (Moderator):
    - Wenn jeder erst einmal auf seine Wortwahl schaut, wäre schon viel getan! -


    Absolut. Ich habe nur nirgends gelesen, dass man sich zuerst einmal selber mässigen wolle. Es ging immer nur um die jeweils anderen, die sich an die eigene Nase zu fassen hätten, bzw. dass man keinen Grund sähe, etwas an der Art der eigenen Kommunikation zu verändern. Immer nach dem Motto 'Auge um Auge...'



    Zitat Judge Gill (Administrator):
    - Ein Moderator muss moderieren, sonst könnte er auch Gärtner oder Pilot sein. Und dazu gehörten Entscheidungen über den Umgang mit "Beiträgen". Entspricht ein Beitrag aus Sicht des Moderators nicht den Forenregeln, muss er handeln (und zwar ohne vorher eine Diskussionsgruppe zu bilden). -


    Auch hier stimme ich voll und ganz zu. Aber etwas mehr Fingerspitzengefühl wäre wünschenswert. Manche Reaktionen von offizieller Seite erscheinen zu hart, zu genervt, zu massregelnd und zu willkürlich.
    Der Thread "Abschreckung für Einsteiger?" sollte vielleicht umbenannt werden. Ich glaube nämlich, dass die 'Alten Hasen' im Cthulhu-Forum momentan abgeschreckt und verprellt werden.
    Ob das nun Absicht ist, möchte ich stark bezweifeln. Aber es ist in jedem Fall äusserst töricht, denn das sind die Spieler/Sammler mit Geld in den Taschen und nicht die Neueinsteiger mit Taschengeld, auf die der Verlag gerade schielt.
    Viele 'Alte Hasen' fühlen sich geschulmeistert, bevormundet, mit der groben Kelle plattgebügelt und nicht ernst genommen. Wenn dann noch Posts gelöscht werden, schlägt die Motivation auch schon mal (verständlicherweise) massiv in Unmut um.



    Zitate Starwarschef (Moderator):
    - Ansonsten gilt die alte Bauernweisheit, wie du in den Wald rufst, so schallt es hinaus. -
    - Der Ton hier hängt immer von den Forennutzenden ab, manche sind da etwas gewöhnungsbedürftiger als andere (gerade wegen Sachen wie Ironie, Sarkasmus und Zynitäten; Provokationen möchte ich keinem unterstellen)... -


    Das sehe ich anders. Ein guter Moderator sollte neutral sein, vermitteln und Ausgleiche schaffen, um Ergebnisse zu erzielen oder einen Konsenz zu finden und nicht noch zusätzlich Öl ins Feuer giessen.
    Ein Moderator sollte Brücken bauen und keine Mauern.
    Aber DAS funktioniert im Cthulhu-Forum leider nicht, weil die Moderatoren-Funktion nicht unparteiisch ist bzw. sein kann. So wie es zuletzt lief, zeichnete sich auf beiden Seiten nur ein Haufen Frust ab.


    Tina hat in dem Zusammenhang einen passenden und prägnanten Satz geschrieben:
    - Ich denke, dass man die meisten der hier auftauchenden Probleme vermeiden könnte, wenn man die ÜBERmoderation mal etwas zurückfahren würde... /0.02$ -



    Zitat Dumon (Support):
    - So langsam solltest Du aber auch begreifen, dass die Linie, die der Verlag, oder (noch viel wichtiger) die Redaktion fahren will, da absolut gegenteiliger Meinung ist! Und, so harsch es klingt, Du bist nur ein Kunde. Und damit im grossen Bild des Cthulhu-RPGs von Pegasus nahezu total irrelevant! -
    Zitat Judge Gill (Administrator):
    - Kritik im Forum allein dürfte gar keinen Einfluss auf die Verlagspolitik haben. Dafür ist der Prozentsatz der tatsächlichen Kunden, die hier ihre Meinung äussern, viel zu gering (hat also keine repräsentative Aussagekraft). -


    Das sehe ich gänzlich anders. Ich unterstelle hier mal, dass jeder, der seine Ansichten im Forum postet, auch ein Kunde ist, der hofft, dass das von ihm gekaufte Produkt auch seinen Erwartungen entspricht. Und selbst wenn im Pegasus-Forum nur 0,01% aller möglichen bis regelmässigen Cthulhu-Kunden mit ihren Posts aktiv sind, die andere Meinungen vertreten, als sie der Verlag vertritt, dann sind das genau die 100% an Resonanz, die der Verlag vermutlich je bekommen wird, sofern der Verlag nicht noch andere Kunden-Kanäle offen hat.



    Zitat Judge Gill (Administrator):
    - Zum Thema selbst habe ich bisher aufgrund der Beiträge den Eindruck, dass das Forum nicht abschreckend auf Neueinsteiger wirkt. -


    Wenn man sich den Bereich "Vorstellungen" anschaut, bekommt man, gerade was Beiträge und letzte Aktivitäten der Newbies angeht, einen gänzlich anderen Eindruck.



    Schlusswort:
    Die Foren-Aktivität ist in letzter Zeit im Pegasus-Forum, meinem Gefühl nach, spürbar zurückgegangen.
    Und dieser Thread findet ja auch gerade nicht im Pegasus-Forum statt, sondern es wird im dLG-Forum darüber geplauscht. Verrückt? Nein. Konsequent? Sicherlich.
    Und zwar weil hier neutraler Boden ist, Highlander. Und dieser neutrale Boden bedeutet Gleichwertigkeit.

    Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
    - Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues -

  • Zitat von Judge Gill


    Und weil bei Pegasus niemand die Zeit erübrigen könnte, ein anderes Fanzine zu machen, unterblieb das.
    Statt zu sagen: "Pegaus hat die CW eingestellt", kann man gern sagen. "Pegasus hat akzeptiert, dass Frank nicht mehr die CW machen wird und nach dem Ende der CW kein neues eigenes Fanzine rausgebracht" - das wäre vollkommen richtig.


    Und genau da liegt der Hase im Pfeffer, Judge.
    Das ist nämlich nicht 100%ig korrekt.
    Es mag ja stimmen, dass man "aus Respekt vor Frank, der aufhörte" das Fanzine nicht mehr weiterführen WOLLTE. Und dass "bei Pegasus niemand die Zeit erübrigen konnte." Nur gab es eben außerhalb von Pegasus eine Reihe engagierter Personen, die das Magazin fortführen wollten (schau mal in die Redaktion des Rufs, da wirst Du fündig). Und weil Pegasus dann eben sagte "Nein, wolln wir nich!", gab es ein neues (eben den Ruf). Respekt kollidierte also entweder damit, dass man den "Neulingen" (was sie damals wohl zum Teil auch schon nicht mehr waren) das nicht zutraute, es so gut zu machen wie Frank - oder mit anderen Interessen (bzw. fehlendem Interesse) des Verlages.
    Schöngeredet klingt das so: "Pegasus hat alles richtig gemacht!"
    Tatsächlich ists aber eher so: "Es gab die Möglichkeiten, nur wollte Pegasus aus irgend einem Grund (Respekt gegenüber Frank / Misstrauen gegenüber den Neuen / keinem Bock auf Mehraufwand) das nicht mehr."




    @Joran, Läuterer et.al.
    Leute, wir sind schon wieder am Verhackstücken desselben Krams, bei dem wir im Pegasus-Forum schon wie ein Dreidel um uns und unsere eigenen (festgefahrenen) Ansichten kreiseln. Mittlerweile diskutieren wir hier wieder, was Pegasus unserer Meinung besser machen könnte/sollte/müsste. Und was Pegasus machen sollte, wenn das Rollenspiel besser werden sollte.
    Und auch ich kann mich nur wiederholen:
    Pegasus ist ein Wirtschaftsunternehmen, bei dem das Rollenspiel Cthulhu (bzw. die Lizenz) aus Nostalgie und Hobby-Verbundenheit noch immer unter dem Dach verblieben ist. Und vielleicht auch aus Angst, andere könnten dem (ehemals?) guten Pegasus-Cthulhu den Rang ablaufen und besseres machen.
    Außerhalb dieser Aspekte spielt Cthulhu für den Verlag überhaupt keine Rolle!
    Ihr glaubt immer noch, dass Cthulhu für Pegasus einen wichtigen Stellenwert einnimmt, der über das hinausgeht, was ich da gerade geschrieben habe.
    Tut es nicht.


    Man kann mit Rollenspielen kein Geld verdienen. Oder zumindest keinen signifikanten Gewinn erwirtschaften. Das ist nunmal Fakt.
    Daher braucht Rollenspiel enthusiastische Personen, die mehr tun, als nur "ihre Arbeit". Die das Hobby lieben, ihm Freizeit opfern und es deshalb zu neuen Höhen führen.
    Das haben wir in den Redakteuren (ja, auch in Judge Gill, obwohl einige das bezweifeln könnten - nur, weil sie mit seinen Ansichten nicht einverstanden sind).
    Das haben wir nicht SO im Verlag. Klar sitzt dort Verlagsleiter Jan-Christoph Steines, dessen Herz noch immer für Cthulhu schlägt. Und klar fühlen sich die beiden Verlagseigner dem Rollenspiel verbunden, haben sie doch einen Großteil des Anfanges des Verlages (und wahrscheinlich auch einen Großteil ihrer Freizeit, ehemals) damit verbracht. Aber Pegasus ist eben nur noch <5% Cthulhu und >95% anderes Zeugs. Da sind die Prioritäten andere. Wie bei einem frischgebackenen Vater, der nun nicht mehr so viel Zeit zum Rollenspielen hat (obwohl er in den Augen anderer vielleicht "könnte"). Da kann auch Janni nix machen...


    Mehr bedeutet mehr Arbeit, mehr Aufwand, mehr Kosten, ggf. mehr Ärger.
    Solange es läuft - warum sollte man es großartig ändern? Nur, weil die engagierten Fans sich echauffieren, und kritisieren? Wenns doch läuft, wenn der Absatz stimmt und der Gewinn reinkommt?


    Ihr glaubt tatsächlich, Pegasus WILL das bestmögliche Cthulhu machen?
    Ja klar - aber eben in einem fest abgesteckten Rahmen das bestmögliche.
    Etwa "wir haben den BESTEN Fussballer der Welt eingestellt, der gleichzeitig blind ist" oder "das ist das beste Klavier ohne E-Tasten und -Saiten, dass es gibt". Okay, das ist natürlich übertrieben und klingt mEn zu negativ. Aber Mehraufwand? Mehrkosten?
    Sofern vermeidbar, wird das bei Pegasus nicht mehr geschehen. Da bin ich überzeugt von.


    Ich persönlich bin nur froh, dass sich Pegasus Cthulhu noch ein großes Stück fernab vom Chaosium Cthulhu der letzten Jahre bewegt, in punkto Aufwandsvermeidung - denn dass "Krank"te wirklich an Desinteresse sondersgleichen...

  • Das mit den Freizeitspielern soll natürlich polarisieren :-),
    aber wer mich kennt weiß das da immer spaß mit schwingt.
    der Begriff ist nach einer Cthulhu Convention in Rieneck entstanden
    und soll eigentlich nur unterstreichen wie hoch das Niveau
    in der deutschsprachigen Szene ist, das man auf grund der Professionalität
    kaum noch von Freizeit oder Hobby sprechen kann.


    Nichmal kurz zu meinen wünschen.
    ich will auf gar keinen fall das das cthulhu spiel
    komplett umgekrempelt wird, mit 6.0 und den von mir
    benannten Erweiterungen, leitfarben für den erfahrenen Spielleiter (wie das weiter oben genannt wurde)
    wäre die Kontinuität gewahrt und ich wär total glücklich.


    Es geht auf keinen fall darum nur so "abgehobenen" Kram zu bringen
    und nur leute anzusprechen die das wollen.
    Neueinsteiger einfangen, ihnen aber auch spielintern die Möglichkeiten an die Hand geben zu wachsen,
    um das eigene Spiel und das eigene Leiten zu verbessern.


    und ich denke das will doch irgendwann jeder Spieler und Spielleiter, was dazu lernen und besser werden.


    y.

  • Doc Shirmon:
    Ich habe persönlich auch kein Problem mit dem Begriff Freizeitspieler. Ich bekenne mich dazu, Freizeitspieler zu sein und zur Little-Pony-Cthulhu-Fraktion zu gehören. Da bin ich zuhause. Für ganz neues fehlt mir auch die Zeit. (Außerdem will ich meine Freunde noch behalten und nicht künftig nur noch mit so einem mitleidigen "jetzt ist er völlig durchgeknallt"-Blick bedacht werden. Letzteres würde aber wohl passieren, wenn ich manche Vorschläge im Spiel umsetzen würde, von denen ich im Pegasus-Forum schon gelesen habe.)


    Polarisieren hilft wenig, wenn man konstruktiv etwas verbessern will. Denn das Polarisieren hat nun einmal den dummen Effekt, eigentlich nur ... zu polarisieren. :P


    Jetzt aber zum wichtigsten Punkt: Du bist mir den Begriff für das Gegenstück zum Freizeitspieler schuldig geblieben! Deute ich das richtig, dass das Gegenstück zu Freizeitspieler dann jeder Cthulhu-Rollenspieler sein soll? Lass mir bitte eine kleine Hintertür, Freizeitrollenspieler zu bleiben und trotzdem Cthulhu zu spielen! ;)


    Es ist meines Erachtens auch nicht alles, was hier an Spielkonzepten genannt wurde unbedingt eine Verbesserung. Du sprichst ja von "lernen und besser werden". Das Sandbox-Konzept z.B. ist anders, aber ist es besser? Hat man das vermeintlich gute daran nicht in Wahrheit als SL schon immer sporadisch eingebaut, als es noch keinen Begriff dafür gab? Ein ganz strickt druchgehaltenes Sandbox-Szenario, das nicht "im Sande verläuft" und mir als Spieler noch Spaß macht, möchte ich wirklich gerne mal erleben. Alle SLs sind aufgerufen, mich einzuladen! :)


    Die meisten werden vermutlich gesehen haben, dass der Judge den Aspekt der Nähe zwischen Redaktion und Fans im Pegasus-Forum aufgegriffen und Threads eingerichtet hat, in denen Wünsche gesammelt werden. Das soll ganz offensichtlich die Bereitschaft zeigen, sich Wünsche jedenfalls anzuhören. Das scheint mir ein Signal in die richtige Richtung zu sein für diejenigen, die sich an inhaltlichen Themen dort noch beteiligen mögen. Klar könnte das reine Augenwischerei sein. Klar kann der Verlag nicht alle - ggf. widersprüchlichen - Wünsche künftig erfüllen. Klar kann selbst die Redaktion im Verlag vermutlich auch künftig nicht alle ihre Wünsche umsetzen. Aber man muss auch nicht immer gleich das Schlechteste unterstellen.

  • Ich hatte damals intern vorgeschlagen, Cthulhu mehr in die Storytelling-Richtung zu bewegen. Das bedeutet konkret z.B. mehr auf die Charaktere in den Mittelpunkt zu stellen, als fertige Plots und Abenteuer. Ein Rollenspiel, das Wahnsinn der Charaktere als großen Clou besitzt, dann aber diesen Wahnsinn nur als Stolperstein betrachtet, der eigentlich das Durchspielen eines Szenarios stört, macht etwas falsch. Im Gaslicht-Band finden sich ein paar vorsichtige Ansätze dazu, die Geschichte wieder stärker auf die längerfristige Entwicklung der Charaktere zu legen (Ambitionen, Clubs, Dienst in den Kolonien etc.).
    Ich war naiverweise davon ausgegangen, dass die typischen Abenteuerspiel-Elemente (fünf Charaktere möglichst verschiedener Profession tun sich zusammen und erfüllen Quests) nur ungewollte Relikte aus D&D-Tagen des RPGs seien, von denen wir uns eigentlich lösen wollen. Mir wurde aber recht deutlich klar gemacht, dass ich da einem Irrtum erlegen war, und dass dieses spaßige Abenteuerspiel mit Glibber-Einsprengseln eben genau das ist, was man für Cthulhu haben möchte. Was ich für einen Bug gehalten hatte, war also tatsächlich ein Feature. Ich weiß nicht, inwiefern "deutsche" Cthulhu-Sozialisation für dieses Missverständnis verantwortlich war, aber ich verstehe jetzt, dass ich eben einfach nicht mehr zur Zielgruppe gehöre.


    Um den Bogen zurück zum Threadthema zu schlagen: Ich bin nicht sicher, ob man Pegasus (so ungünstig manche Voraussetzungen auch sein mögen) einfach immer den Schwarzen Peter zuschieben kann, wenn das Rollenspiel lahm ist. Das ist natürlich angenehm, weil die Verlagseigner - im Gegensatz zum Chefredakteur - hier praktisch nicht mitschreiben und sich wehren können. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man innerhalb dieser Grenzen eigentlich eine Menge neue, interessante Elemente in das Spiel einbauen kann - oder könnte, wenn man diesbezüglich im Team am selben Strang ziehen würde.
    Nun bin ich natürlich nicht mehr Mitglied des Teams, es steht mir also noch weniger zu als sonst, irgendwelche Ratschläge zu erteilen. Aber wenn ich nur den Gaslicht-Band nochmal als positives Beispiel nehme (als der er zumindest hier und da gesehen wird), dann hat der mit dem Verlag erstmal wenig zu tun. Er ist deswegen gut, weil alle Beteiligten (textlich also: Redakteur und Autoren) miteinander im Konsens waren, was man mit diesem Band will. Und ich wiederhole mich (und tue das auch zum letzten Mal): Wenn einem Produkt ein Thema, eine Aussage, eine Vision fehlt, dann kann es eigentlich schon nichts werden. Und da ist fast schon egal, bei welchem Verlag das stattfindet.
    (EDIT: Natürlich hat ein guter Verlag mehr und besser Möglichkeiten, Personal heranzuholen und an sich zu binden und gleichzeitig Kreativität freizusetzen ... aber das ist ein anderes Thema.)


    Als Privatperson bin ich diesbezüglich auf den Gangster-Band sehr gespannt, weil er ebenso den Eindruck macht, dass ein klares Konzept dahinter steht.


    tl;dr: Meine Meinung ist, dass in erster Linie der Verlag nicht Problem ist, sondern das Produkt, dem es an Konzept fehlt.

    Träger der Montgomery Burns-Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Tüchtigkeit

  • Zitat

    I...aber ich verstehe jetzt, dass ich eben einfach nicht mehr zur Zielgruppe gehöre.


    Das trifft es auf den Punkt :D ein einfacher "Tannenzweig" war dafür einfach zu wenig.

  • Absolute Zustimmung.


    Noch ein kleiner Einwurf (weil ich manchmal diesen Vorwurf in Posts rauslese/reininterpretiere): Ich glaube, niemand hier findet, dass alles bei Pegasus schlecht ist! Sonst wäre man nach 1-2 Büchern schon längst gegangen. Im Gegenteil: das Cthulhu Rollenspiel hängt mMn allen am Herzen - und deswegen macht man sich Gedanken und sagt seine Meinung.


    Ich finde die Diskussion spannend und sehr gesittet.


  • Ich zitier mich mal selbst, weil ich etwas zurückrudern will. Denn in meinem eigenen Frust ob der Situation hab ich etwas emotional/vehement hier schwadroniert. Und es klingt so, als ob ich sagen würde: Pegasus ist alles egal, was Cthulhu angeht - Hauptsache Geld.


    Dem ist natürlich nicht so.
    Und da muss ich mal unseren Judge auch in Schutz nehmen - so gerne ich ihn manchmal an die Wand schmieren mag (beruht garantiert auf Gegenseitigkeit), so sehr bemüht er sich, wenn sich die Gemüter mal abkühlen, Verbesserungen herbeizuführen. Und ich meine, er hat schon einiges bewirkt in den letzten Jahren. Aber je besser das Produkt, umso höher steigen die Ansprüche (was Doc ja auch im Prinzip durchscheinen lässt) - und das Produkt wurde unter Heller schon auf ein so hohes Niveau gehoben, da wird es schwieriger, so markant-signifikante Verbesserungen durch-/umzusetzen, oder die tatsächlichen als solche wahrzunehmen.


    Natürlich will Pegasus ein gutes oder das ihrem Verständnis nach beste Cthulhu machen.
    Aber da sich Rollenspiel wirtschaftlich nicht so sehr lohnt, sind Kapazitäten, die dafür zur Verfügung gestellt werden (und gestellt werden können) eben begrenzt. In diesem Rahmen eben, dem eng gesteckten mit wenig Kapazitäten und wenig Möglichkeiten (aber auch eingeschränkter BEreitschaft), mehr Geld in das Projekt Cthulhu reinzupumpen, versucht Pegasus sein möglichstes, das beste rauszuholen. Oder gibt seinen Redakteuren und freien Mitarbeitern die Möglichkeit dazu.
    Dass sich ihre Vorstellung des RPGs nicht mit der von vielen von uns deckt, steht auf einem anderen Blatt. Wie der Tod es ausdrückte (und mal wieder ist er mir in Eloquenz Lichtjahre voraus) - viele von uns sind dem Produkt, das Pegasus Cthulhu ist, entwachsen, suchen anderes. Das heißt nicht, dass Pegasus Cthulhu schlecht ist oder nicht gewünscht. Nur eben nicht mehr von uns.


    Und manchmal sieht die Produktionsrealität eben leider auch etwas anders aus. Produkte werden nicht im luftleeren Raum erstellt. Da gibt es Deadlines, Verzögerungen, Veröffentlichungsdaten und und und. Wäre die 7. Edition nicht zur SPIEL in Essen fertig gewesen, dann hätte Pegasus für einen vernünftigen Start bis zur RPC warten müssen. Zeit, die wieder Geld kostet. Kein Wunder also, dass das Produkt zuletzt irgendwie übers Knie gebrochen werden musste - zumindest, was Bildredaktion angeht...


    Ich bin auch einer derjenigen, der erstmal schimpft, erstmal das total Negative sieht. Und mittlerweile sind die Fronten schon ziemlich verhärtet. Daher möchte ich meinen Hut vor Heiko ziehen, der gerade wieder versucht, die Wogen zu glätten, Feedback-Möglichkeiten zu schaffen (im RPG-Forum) etc.
    Dass das nicht immer klappt, ist auch klar. Man steigert sich rein, ist sauer, etc. Aber ich finde es toll, dass er es dennoch immer wieder irgendwie versucht. Obwohl wir als Alte Hasen ihn in den letzten Jahren ziemlich oft mit Dung beworfen haben...



    Für den Ansatz, wie der Tod ihn schildert, braucht es vielleicht tatsächlich etwas Neues. Aber wenn im Kleinen Änderungen möglich sind, dann wäre das doch mal ein Anhaltspunkt. Vielleicht ist so ein "Leitfaden für den erfahreneren Spieler" ja wirklich keine schlechte Idee. Wäre doch mal was, das der Judge (falls von unserer Seite aus genug Zuspruch kommt) eruieren könnte, ob sowas umsetzbar ist, bzw WIE sowas umsetzbar wäre...


    ...in ein solches Buch könnte z.B. auch ein Kapitel über die "Charakter-Hintergründe", wie sie vom Tod eher in den Mittelpunkt gerückt werden wollen...

  • Dumon:
    du erinnerst dich bestimmt noch, dass ich irgendwann den Eindruck hatte, dass du zu 3/4 eine Dramaqueen wärst (den damaligen beiträgen geschuldet). Inzwischen ist es mir fast unheimlich, wie sehr ich deinen beiträgen lediglich nickend folgen kann. Was auch immer das ausgelöst hat - es ist wunderbar! Bleib so, wie du (jetzt) bist!
    Diese kurzen persönlichen Worte mussten einfach sein.


    Zur sache selbst würde ich gern noch ergänzen (das weiß normalerweise ja niemand außerhalb des Autorenteams), dass es 2014 ein Autorentreffen gegeben hat, bei dem ein wenig "wie sollen kommende Bände ausschauen" behandelt wurde.
    Ergebnisse dieser Überlegungen sind "Reisen" (manche haben daran viel auszusetzen, ich weiß, aber viele mögen ihn sehr, was mich freut), "Gangster" (erscheint demnächst), "Königsdämmerung" (als übersetzte kampagne), "Prag" (erscheint hoffentlich dieses Jahr zur Messe) und "####" (eine eigenständige deutsche Kampagne, nicht mehr dieses Jahr).
    Alles Dinge die einen inhaltlich großen Schritt nach vorn bedeuten.
    Alles Dinge, die durch bestimmte Umstände teilweise exorbitant verzögert erscheinen; aber alle Hürden sind inzwischen genommen).
    All diese Bücher sind von Redakteur und Autoren sehr durchdacht worden (bis auf die Übersetzung, weil die ja schon vorher im Original da war). Das ist nicht bei gaslicht erfunden worden und auch nicht danach wieder beerdigt worden, sondern eigentlich die normale Arbeitsweise. Ob das jemand hinterher wahrnehmen kann, weiß ich nicht. Ich sage es einfach mal als Info.


    Und es wurde eben schon darauf hingewiesen, dass es im Pegasus-Forum einige neue Threads gibt, in denen Leute ihre Wünsche darlegen können (verbunden mit meinem Wunsch, dass sich die Leute bei gegenseitig ausschließenden sachen auch untereinander darüber auseinandersetzen).
    Auf die Idee bin ich gekommen, weil vorher hier über diverse Wünsche geredet wurde 8nur hier erreicht man definitiv nicht die Leute, die man sinnvollerweise damit zu erreichen versuchen sollte).
    Es gab bereits in der vergangeheit mehrere "Wunschkonzerte" im pegasusforum, und wer sich daran noch erinnern kann, sollte wissen, dass ich immer versucht habe, davon so viel wie möglich zu realisiseren, sofern das überhaupt möglich war.
    Nicht jeder Wunsch ist realisierber, nicht jeder würde mehrheitlich überhaupt gewollt sein.
    Und nicht jeder schafft den Sprung über die kaufmännische Hürde. (Der Verlag muss eine bestimmte Menge desselben Buches verkaufen, sonst lohnt sich die produktion nicht. Und wenn sich 5 leute die tollste Sache der Welt wünschen, der Verlag aber aufgrund von Verkaufserfahrungen aus der Vergangenheit bei genau diesem Thema nur noch verbrannte erde sieht ("ich will den Hexer von Salem neu!" - äh ... nein. Thema durch.), denn wird dieser Wunsch unerfüllt bleiben.
    Und manche Wünsche schaffen auch nicht, die vorgehende Hürde - die Redaktion - zu überzeugen. Auch damit muss man zu leben lernen.


    Wer also konkrete Wünsche äußern möchte, kann das jederzeit tun. Jetzt gibt es dafür sogar extra Threads. Und während ich hier nur diesen einen Thread zusätzlich verfolge, solange es hier noch kontinuierlich weitergeht, verfolge ich "drüben" die Threads natürlich auch noch danach weiter, wenn ich hier schon gar nicht mehr weiterlese 8dafür fehlt mir auf Dauer die Zeit).

  • Noch eine weitere Ergänzung.
    zum Thema "Charakkterhintergründe" gab es einst das m. M. dafür bisher unerreichte "Verschlusssache2, wo das sehr gut (für NOW) umgesetzt wurde.
    Woran es auch immer lag - der Band lag wie Blei im Lager.
    Woran lag das?
    Ich weiß es nicht. das muss auch nicht ausgerechnet hier besprochen werden (gern "drüben", wo es ja einen thread zu dem band gibt). Aber sowas prallt natürlich mit dem Wunsch "Band zu Charakterhintergurnd" zusammen.
    da wird man also sehr gut überlegen müssen, was man da tatsächlich hineinpackt.
    (Nicht, dass es diese Überlegungen nicht längst geben mag - aber das ergbebnis muss letztlich die erwartung erzeugen: "Ist irgendwie ähnlich wie Verschlusssache, aber aus Grund X wird dieser band sich gut verkaufen!"
    Erst dann wird die Produktion denkbar sein ...


    Es ist nicht alles so einfach, wie es sich manche Leute vorstellen, wenn jeder Band genug Geld einbringen muss, dass die aufgewendete Energie einen angemessenen Gewinn erzielt.

  • Der letzte Satz vom Judge sagt eigentlich alles das, was der Grund dafür ist, dass wir uns hier aufreiben.
    Rollenspiel-Verlegerei ist ein Spiel für Enthusiasten. Und solange Enthusiasten die Financiers (sprich: Verlagseigner) sind und selbst mit anpacken, sich total reinhängen, klappt das auch. Weil sie mehr ihr eigenes Herzblut verlegen, als tatsächlich verdienen zu wollen.


    Nun werfe ich den Verlagseignern von Pegasus nicht vor, dass sie nicht Enthusiasten sind, was Cthulhu angeht. Aber der Enthusiasmus ist im Laufe der Jahre dem Blick auf die Wirtschaftlichkeit gewichen. Der Verlag soll Gewinn erzielen.
    Das ist nicht verwerflich, denn das ist die Marktrealität. Genau, wie jeder Job nicht nur Spaß machen kann, sondern eben auch genug Geld für Leben, Essen und Sicherheiten abwerfen muss. Lange, bevor Pegasus ein Millionen-Umsatz-Unternehmen wurde, bevor sie zwei Dutzend feste Mitarbeiter hatten, hatten die beiden Verlagseigner irgendwann Verbindlichkeiten, denen sie gerecht werden mussten. Ihr eigenes Leben, ihre eigene Zukunft, die der Familie, etc. Jetzt hängen da auch noch die Mitarbeiter dran, etc. Da ist ein Wunsch nach mehr enthusiastischem Engagement schön gemeint, aber einfach an der Realität vorbei.


    Das meine ich, wenn ich oben sage: Rollenspiel-Verlegerei ist ein Spiel für Enthusiasten. Denn sobald man Geld verdienen MUSS, muss der Enthusiasmus hintenanstehen.
    Und dass man auch Gewinn einfahren WILL, ist doch das Normalste von Welt.


    Genau deshalb denke ich auch, dass etwas Neues - eben wie die CR, die aus Enthusiasmus getragen wurde, und dann zum Ende kam (bzw. kommen wird), weil viele Dinge ernster wurden - der beste Weg ist. Enthusiasten mit einer neuen Idee ans Steuer lassen. Träumer, die noch nicht so viel verdienen müssen und/oder wollen, dass die Realität den Traum hintenan stehen lässt...


    @Judge:
    Das klingt ja nun fast so, als wäre ich ein Corporate Shill...
    ;)

  • Zitat

    Ich hatte damals intern vorgeschlagen, Cthulhu mehr in die Storytelling-Richtung zu bewegen. Das bedeutet konkret z.B. mehr auf die Charaktere in den Mittelpunkt zu stellen, als fertige Plots und Abenteuer. Ein Rollenspiel, das Wahnsinn der Charaktere als großen Clou besitzt, dann aber diesen Wahnsinn nur als Stolperstein betrachtet, der eigentlich das Durchspielen eines Szenarios stört, macht etwas falsch. Im Gaslicht-Band finden sich ein paar vorsichtige Ansätze dazu, die Geschichte wieder stärker auf die längerfristige Entwicklung der Charaktere zu legen (Ambitionen, Clubs, Dienst in den Kolonien etc.).


    Sehr guter Ansatz, Tod. Das, genau das könnte m.M.n. Cthulhu wieder interessanter machen auch für Spieler die normalerweise es langweilig finden.
    Das sage ich auch seit ungefähr 1993 :D in verschiedene Sprachen.
    Dieser Art Konzept könnte eine kleine Revolution bewirken, ob 6E, 7E oder whatever.

  • Is this Pipe-Dream-Town? Are we landed?


    Und wieder einen Schritt zurück.
    Ja klar, KÖNNTE. Revolution zwar nicht, weil is nicht neu, nicht mal in Rollenspielen mit Mythos-Hintergrund, NICHT mal mit BRP (nur eben bei Chaosium Cthulhu nicht so sehr verwandt - dass es bei Pegasus Cthulhu schon auf den Tisch kam, hat Judge mit seinem Hinweis auf "Verschlussache" ja beweisgeführt).
    Aber könnten wir nicht einfach beginnen, über tatsächlich MACHBARE Dinge zu sprechen? Anstatt wieder und wieder dahin zurück zu fallen, darüber zu sinnieren, was Pegasus/Chaosium Cthulhu ändern SOLLTE...?
    Langsam sollte klar sein, dass Cthulhu nicht von Grund auf umgekrempelt werden wird, um nach unseren Vorstellungen neu zusammengesetzt zu werden. Sollte doch echt jeder verstanden haben, jetzt. Und gerade der Tod sagt es auch - er musste einsehen, dass Cthulhu das NICHT NÖTIG hat, generalisierend gesprochen.


    Wir können also jetzt weiter unseren Opiumträumen nachhängen, darüber reden, was toll wäre, was wäre, wenn, was wir uns wünschten, das Cthulhu wäre. Oder wir können darüber reden, was im Rahmen von Pegasus Cthulhu wie machbar ist. Und wie wir Dinge, die wir darüber hinaus wollen, auch umgesetzt kriegen - aber eben mit etwas Neuem.


    Ein Schritt könnte sein, einmal zu eruieren, ob es überhaupt möglich ist, weitere Lizenzen für Cthulhu in Deutschland zu bekommen. Die Antwort ist vermutlich "nein" - ich vermute, Pegasus hat die Lizenz für ganz Deutschland (und wird sie dann auch nicht teilen wollen). Und Lizenzen sind auch nicht gerade billig. Aber es wäre eine Möglichkeit, herauszufinden, OB man Konkurrenz-Produkte überhaupt erstellen kann (und ich vermute, findige Herren haben das schon eruiert).
    Einfacher ist, ein neues System zu generieren - das muss ja gar nicht großartig abweichen (DG 2.0 machts vor).


    Aber wie alte Herren beim Seniorenstammtisch darüber weiter zu sinnieren, was besser war, ist oder sein könnte, und in Erinnerungen und Phantastereien zu schwelgen, ist Unfug. Und da mich das nur wieder aufregt, halt ich ab jetzt auch besser meine Klappe...

  • Zitat von Nyre

    Sehr guter Ansatz, Tod. Das, genau das könnte m.M.n. Cthulhu wieder interessanter machen auch für Spieler die normalerweise es langweilig finden.
    Das sage ich auch seit ungefähr 1993 :D in verschiedene Sprachen.
    Dieser Art Konzept könnte eine kleine Revolution bewirken, ob 6E, 7E oder whatever.


    Gleichgültig in welchem System, ich wäre jedenfalls ein Kunde! Das ist genau das, worauf es mir persönlich beim P&P ankommt: ausgeprägtes Charakterspiel.


    Mir ist auch völlig egal, ob das eine Revolution ist oder nicht, grundlegend neu oder bereits in Ansätzen bekannt. Der Ausbau solcher Ansätze wäre mir persönlich wichtiger und für mich vor allem auch viel praxistauglicher als moderne Spielkonzepte, die ich mit den für mich verfügbaren Spielern zumeist kaum umsetzen könnte.

  • Zitat von Dumon

    Wir können also jetzt weiter unseren Opiumträumen nachhängen, darüber reden, was toll wäre, was wäre, wenn, was wir uns wünschten, das Cthulhu wäre. Oder wir können darüber reden, was im Rahmen von Pegasus Cthulhu wie machbar ist. Und wie wir Dinge, die wir darüber hinaus wollen, auch umgesetzt kriegen - aber eben mit etwas Neuem.


    [EDIT: Antwort gestrichen und zusammengekürzt auf:]
    Es ist gar nichts machbar, so lange man es nicht selbst macht.
    Wer meint, eine hier zusammengetragene Ideenliste praktischer Veränderungen, vom Chefredakteur an alle Autoren feierlich vorgelegt, wäre in irgendeiner Form fruchtbringender, der irrt.
    Man muss es selbst machen, wenn man es will.

    Träger der Montgomery Burns-Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Tüchtigkeit

  • Es ist aber nicht jeder ein Macher.
    Und die Aussage "Dann mach mal" ist genau deshalb etwas zu kurz gegriffen.
    Weil es okay ist, wenn nicht jeder ein Macher ist.


    Zurücklehnen darf man sich allerdings auch nicht. Daher finde ich, dass ein konkretes Drüber-Reden schon einen ersten Ansatz bringt. Nur eben nicht "das soll Pegasus" und "dieses soll Pegasus" und "ach, das wäre gut" und "so muss". Sondern konkret "okay, das wünschen wir uns - wie können wir das umsetzen".


    Daher finde ich Deine Aussage zwar richtig, Tod, aber viel zu negativ. Nicht jeder ist so wie Du, oder kann so sein wie Du. Und das darf man auch nicht verlangen. Dann aber im Umkehrschluss zu sagen "Dann halt die Klappe" (hast Du nicht, wäre aber aus Deiner Aussage die Konsequenz), ist auch vollkommen verkehrt!


    I, for one, am a storyteller.
    I have a VERY, VERY hard time being a story WRITER...

  • Zitat von Dumon

    Zurücklehnen darf man sich allerdings auch nicht. Daher finde ich, dass ein konkretes Drüber-Reden schon einen ersten Ansatz bringt. Nur eben nicht "das soll Pegasus" und "dieses soll Pegasus" und "ach, das wäre gut" und "so muss". Sondern konkret "okay, das wünschen wir uns - wie können wir das umsetzen".


    Sorry, aber wie soll jemand sinnvoll wissen, ob und wie etwas umgesetzt werden kann, wenn er kein "Macher" der Materie ist? Klar kann man sich was wünschen, aber dann ist man doch genauso schnell bei unrealistischen Forderungen, weil man eben nicht wissen kann, wie das Produkt eigentlich gemacht wird. Entsprechend begrenzt kann dann eben auch nur der Wert der Vorschläge für die "Macher" sein. Klingt jetzt hart und negativ, ist aber neutral gemeint.


    Und ich schiebe auch direkt was Positives hinterher, indem ich widerspreche: JEDER ist ein "Macher". Vielleicht kein Autor, aber machen kann jeder was! Irgendwas!
    Ein Wiki oder andere Websites machen? Illlustrationen oder Karten zeichen? Layouten oder Lektorieren? Fotos schießen oder Videos machen? Musik komponieren? Rechtsberatung übernehmen? Sich um Lizenzen und Finanzen kümmern? Bücher lesen, Filme gucken und empfehlen? Nen Blog betreiben? Workshops, Spieletreffen oder Stammtische organisieren? Gemeinsam brainstormen? Oder vielleicht da wichtigste: Geile RPG-Runden spielen und davon anderen Leuten erzählen?
    Ich will eben NICHT, dass alle, bis auf die Autoren die Klappe halten! Im Gegenteil (sowas versaut doch auch den Autoren den Spaß). Aber ein besseres Rollenspiel fordern, ohne es selbst mit Leben zu füllen, führt meiner Meinung nach eben nur so und so weit. Und sowas ist doch irgenwie konstruktiver, als in die Redaktion hinzurufen, oder nicht?


    (EDIT: Mir ist völlig bewusst, dass sich viele der hier Lesenden sich diesbezüglich nicht negativ angesprochen fühlen müssen. Und freue mich darüber.)

    Träger der Montgomery Burns-Auszeichnung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Tüchtigkeit

  • Zitat von Der Tod


    Und ich schiebe auch direkt was Positives hinterher, indem ich widerspreche: JEDER ist ein "Macher". Vielleicht kein Autor, aber machen kann jeder was! Irgendwas!
    Ein Wiki oder andere Websites machen? Illlustrationen oder Karten zeichen? Layouten oder Lektorieren? Fotos schießen oder Videos machen? Musik komponieren? Rechtsberatung übernehmen? Sich um Lizenzen und Finanzen kümmern? Bücher lesen, Filme gucken und empfehlen? Nen Blog betreiben? Workshops, Spieletreffen oder Stammtische organisieren? Gemeinsam brainstormen? Oder vielleicht da wichtigste: Geile RPG-Runden spielen und davon anderen Leuten erzählen?
    Ich will eben NICHT, dass alle, bis auf die Autoren die Klappe halten! Im Gegenteil (sowas versaut doch auch den Autoren den Spaß). Aber ein besseres Rollenspiel fordern, ohne es selbst mit Leben zu füllen, führt meiner Meinung nach eben nur so und so weit. Und sowas ist doch irgenwie konstruktiver, als in die Redaktion hinzurufen, oder nicht?


    Natürlich kann jemand, der kein "Macher" auf einem Gebiet ist, nicht wissen, was möglich ist. Genau deshalb ist es ja sinnvoll, sich mit denen, die das können, zusammenzusetzen, und das zu besprechen! Eben, wie Du ja selbst sagst, gemeinsam brainstormen. Wonach ich ja schon die ganze Zeit rufe. Und natürlich geht es nicht um "ich wünsch mir das - Redaktion, mach mal". Auch das hab ich schon vorher gesagt.


    Aber Brainstormen und Kreativrunden bilden, Mundpropaganda betreiben, das bringt uns nur bedingt zu den Produkten, die wir wollen. Irgendwann muss jemand da auch ran und schreiben oder zeichnen oder oder. Eben den kreativen Kram in Wort und Tat umsetzen! Und die, die auf diesem Gebiet NICHT Macher sind (und genau das hab ich gemeint), müssen und sollen aber helfen, die Macher eben in die Richtung zu lenken, und vielleicht selbst zu motivieren, zu inspirieren und generell mit ihnen drüber zu reden, was von ihnen MACHBAR ist.


    Dass eben nicht alles machbar ist, das ist jedem klar, denke ich. WAS nicht machbar ist, und was machbar, wird bei solchen Gesprächen doch durchaus klarer definiert werden können.


    Ich glaube, wir definieren MACHER einfach anders.
    Denn im Prinzip MACHEN wir ja schon, hier, nach Deiner Auffassung. WIr reden drüber, suchen Wege, versuchen zu eruieren, was geht und was nicht. Und darzustellen, was wir uns wünschen würden und was nicht.


    Ich verstehe auch nicht, wieso Du mir da widersprichst...
    ...ich hab doch gerade im letzten Posting genau dasselbe gesagt (nur eben mit einer engeren Macher-Definition)...

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