Wie präsentiert die dLG Abenteuer im Lovecrafter?

  • Es gab ja mal eine Umfrage zu der Art und Weise, wie bei Pegasus Abenteuer dargestellt werden sollen.


    Wenngleich ich mich bei offiziellen Publikationen an die aktuelle Redaktionslinie halte, wenn ich bspw. ein Abenteuer lektoriere, so halte ich die Struktur aus der "Schlammzone eines SL" für nicht geeignet - jedenfalls nicht so, wie ich leite. Ich möchte an dieser Stelle auch keine Kritik an der offiziellen Linie üben, sondern die Frage aufwerfen, wie die dLG ihre Abenteuer im Lovecrafter veröffentlichen soll.


    Folgende Punkte würde ich (persönlich) ändern:

    • Der Text ist ein Arbeitsmittel und muss funktional strukturiert sein. Er muss so gestaltet sein, dass man in der geringst möglichen Zeit (am Tisch sitzend) schnell benötigte Informationen finden kann.
    • Ich möchte eine Szene technisch beschrieben haben, mit den wichtigsten Elementen usw. Aber ich möchte auch einen Kasten mit Text vorfinden, den ich ad hoc vorlesen kann und der stilistisch so gut ist, dass er lovecraft'sche Stimmung verbreitet. Midgard hatte zumindestens früher so etwas und es erspart einem so viel Zeit, wenn man mal eine Szene zurückblättern muss und sofort eine Beschreibung abgeben kann.
    • Dramatis Personae in alphabetischer Reihenfolge am Ende des Textes. Weil ich so von jeder Stelle im Text exakt weiß, wo ich die NSC-Werte finden kann. Und ich muss mir nicht merken, in welcher Reihenfolge sie erscheinen und wo ich sie da evtl. finden kann. Am Ende ... immer.
    • Flussdiagramme der Handlung und der Beziehungen. Es macht vieles einfacher.
    • Grundsätzliche Struktur so, dass ich wichtige Dinge auf einer Seite habe, die ich ausdrucken und mir daneben legen kann. Das spart die Suche im Text. Portraitfotos der NSC? Auf einer Seite ...
    • Gute Spielerchars mit interessanten Verwicklungen vorgeben.


    Es gibt sicherlich noch mehr Punkte ...

  • Mir ist vor Allem wichtig, dass es knackig und übersichtlich ist.
    Mit Pegasus/Chaosium-Abenteuern kann man mich jagen, der Ruf hingegen hat das imo aber schon ganz gut gemacht.


    Und ja, vorgefertigte Charaktere schaden sicherlich nicht :)

  • Zitat von purpletentacle

    Ich habs bereits an anderer Stelle geschrieben, aber ich wiederhole mich ja gerne (und oft):
    Meiner Meinung nach ist der Lovecrafter das falsche Medium für Abenteuer und Spielmaterial.


    Der Lovecrafter ist nun mal das Vereinsmagazin der dLG, und ein nicht unbeträchtlicher Teil der Vereinsmitglieder sind Rollenspieler. Welche Alternative siehst du denn?


    Separate Publikationen iS einer Fortführung der CR würden einen so erheblichen Mehraufwand bedeuten, dass sie nicht realisierbar sind. Und die Rollenspieler völlig abzuhängen in Sachen Publikationen ist auch keine Option.

  • Was ich für die Zukunft realistisch finde:
    * kurze Abenteuer, Tatorte etc im Lovecrafter, maximal 2 pro Ausgabe.
    * unregelmäßig (!!), vielleicht auch wirklich explizit themenbezogen (NSC-Band, ein spezielles, längeres Abenteuer, wasweißich) Sonderpublikationen. Also eher Fortführung von Untergrund, Gatsby, ... und weniger von Cthulhus Ruf.
    Ich denke auch, man könnte sich auch erstmal mit PDF-Publikationen über Wasser halten, der Druck macht ja schon noch mal eine Menge Ärger und Aufwand.


    Aber es ist wie Tina sagt, irgendwer muss den Kram schreiben, der veröffentlicht werden soll.

  • Spielmaterial ist in der Vereinszeitschrift, so wie ich sie verstanden habe, meiner Meinung nach fehl am Platz.
    Für wen wären die Inhalte denn gedacht?
    Ich, als jemand der hauptsächlich wegen des RPGs hier ist, habe wenig Interesse an Abenteuern, oder noch schlimmer kurzen Inhalten wie Tatorten oder NSCs, die irgendwo verloren zwischen Essays, Autoreninterviews und Projektvorstellungen abgedruckt sind. Die Wahrscheinlichkeit das ich sowas mehr als einmal lesen werde ist, alleine wegen des Formats, schon sehr gering. Und noch viel weniger würde ich ein Abenteuer für so ein Format schreiben wollen, schließlich wird es XX% der Leser eh nicht interessieren. Völlig egal wie gut das Material ist.
    Womit ich direkt zum nächsten Punkt komme: Bei einer breit aufgestellten Zielgruppe, also Lesern/Vereinsmitgliedern, die sich eher mit anderen Dingen als RPG beschäftigen, oder das Hobby überhaupt nicht kennen, sind Spielmaterialien toter Inhalt.

    Zitat von Case

    Ich habe deinen Text nicht vor Augen, aber d. h. du würdest, sofern man ein Abenteuer veröffentlichen wollte, eine separate Publikation bevorzugen? Oder überhaupt keine Abenteuer von der dLG?

    Mein Vorschlag: Packt in den Lovecrafter Artikel, Reviews und Vorstellungen zu cthuloiden Rollenspielen, mit denen jeder etwas anfangen kann. Das fänd ich wesentlich sinnvoller, als Spielmaterial irgendwo "unterzubringen". Und das sag ich als jemand, den der ganze Nicht-RPG-Komplex eigentlich kaum interessiert.
    Zumal das ja denn Verein nicht daran hindern muss RPG Projekte zu unterstützen oder separate Publikationen zu veröffentlichen.

    Zitat von Tina

    Separate Publikationen iS einer Fortführung der CR würden einen so erheblichen Mehraufwand bedeuten, dass sie nicht realisierbar sind. Und die Rollenspieler völlig abzuhängen in Sachen Publikationen ist auch keine Option.

    Wenns nicht geht, dann geht's halt nicht. Wäre mir persönlich lieber als eine Frickellösung um jeden zufriedenzustellen. Sowas hängt zumindest mich nämlich ab.


    Sind alles nur Vorschlage und Gedanken von mir. Am Ende muss der Verein selbst schauen was er machen will.

  • Offensichtlich können wir es nicht schaffen jeden zufriedenzustellen. Wir werden uns aber um eine praktikable Lösung bemühen, die einen Großteil der Vereinsmitglieder zufriedenstellt. :)


    Im Übrigen ist das nicht zutreffend:

    Zitat

    Bei einer breit aufgestellten Zielgruppe, also Lesern/Vereinsmitgliedern, die sich eher mit anderen Dingen als RPG beschäftigen, oder das Hobby überhaupt nicht kennen


    Die Rollenspieler sind unter den Vereinsmitgliedern immer noch zahlenmäßig die Mehrheit, aber leider eine eher passive Mehrheit. Und vielleicht kann man ja auch Nicht-Rollenspieler unter den Lovecraft-Interessierten für RPG gewinnen. Und zuletzt: Die Zielgruppe definieren wir über den Inhalt.

  • Tina


    Ich bin zB kein Rollenspieler (mehr). habe aber die letzten Ausgaben CR mit Freude gelesen. Abenteuer etc. muss man ja nicht nur aus dem Nutzen-am-Tisch-Faktor lesen. Ich kenne viele kreative Schreiber, die Rollenspiel-Abenteuer lesen um Inspirationen zu bekommen.


    Und ich stimme dir zu und finde es auch schade, dass gerade diese große Gruppe so "ruhig" ist. Ich fände es toll, wenn die Rollenspieler sich stark einbringen, nicht zuletzt, weil CoC die populärkulturell stärkste Ströhmung ist.
    Vielleicht wäre soetwas wie ein "Schreib das beste CoC-Abenteuer"-Wettbewerb eine Möglichkeit Leute vom Sofa zu holen...

    “I couldn’t live a week without a private library – indeed, I’d part with all my furniture and squat and sleep on the floor before I’d let go of the 1500 or so books I possess.”
    H.P. Lovecraft in einem Brief vom 25. Februar/1. März 1929 an Woodburn Harris
  • Ich gehe mit dem, was Purple geschrieben hatte, absolut konform. Mich interessiert vor allem anderen ebenfalls die Rollenspielrubrik hier im Forum am meisten.


    Allerdings gehöre ich nicht zu den Machern. Zu entscheiden oder zu beurteilen, welchen Anteil welche Rubrik im Heft bekommen soll, ist nicht meine Entscheidung.


    Egal. Aber wenn die Inhalte insbesondere für die Literaten gedacht sind und keine anderen Formate herauskommen sollen, dann würde ich das Spielmaterial einfach aus der Vereinszeitschrift heraushalten, so wie Purple das vorschlägt.


    Man könnte aber einen Kompromiss schliessen, der beiden Seiten zu gute kommen könnte:
    Bei z.B. vierteljährlichem Erscheinen könnte man eine Halloween Sonderausgabe herausgeben, geballt mit Szenarien der verschiedenen Autoren.
    So etwas würde den Rollenspielern sicherlich gefallen. Und es würde dann auch kein erheblicher Mehraufwand durch separate Publikationen mehr entstehen.

    Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
    - Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues -

  • Können wir den Thread in das Forum Vereinsmagazin verschieben?


    Der Lovecrafter soll als Vereinsmagazin alle Aspekte der Lovecraftrezeption abdecken.
    Dazu gehört selbstverständlich Rollenspiel.
    Für mich hat ein Vereinsmagazin eine integrierende Funktion – wie eine Lokalzeitung.
    Und es käme doch niemand auf die Idee, nur den Heimatsportteil oder nur den Lokalpolitikteil zu veröffentlichten?


    Wir sind eine Gemeinschaft von vielfältig Lovecraftinteressierten, gestalten und erhalten ein-zweimal im Jahr ein umfassendes Programm an Lovecraftthemen. Dieses Programm ist wesentlich vielfältiger als der häufig vereinfachend thematisierte Dualismus Literatur-Rollenspiel.
    Für Rollenspiel wird im dLG-Magazin immer Platz sein, das verdeutlichen wir schon damit, dass wir ein eigenes Redaktionsressort Rollenspiel eingeführt haben. Ich möchte alle einladen, sich mit uns gemeinsam auf die Entdeckungsreise Lovecrafter zu begeben. Am 25. September erscheint die Null-Nummer mit einem ganz starken Rollenspiel und vielen anderen spannenden Themen.


    Über Sondereditionen Rollenspiel kann man in der Zukunft genauso nachdenken wie über Essaybände. Hierfür muss aber sowohl die Zahl der zahlenden als auch der aktiv gestaltenden Mitglieder wachsen. Ich bin zuversichtlich, dass nach der zweiten oder dritten Ausgabe des Lovecrafter eine Sonderedition angegangen werden kann.

  • Zitat von Clemens

    Können wir den Thread in das Forum Vereinsmagazin verschieben?Für mich hat ein Vereinsmagazin eine integrierende Funktion – wie eine Lokalzeitung.
    Und es käme doch niemand auf die Idee, nur den Heimatsportteil oder nur den Lokalpolitikteil zu veröffentlichten?

    Versteht man mich nicht oder will man mich nicht verstehen? Das Thema Rollenspiel kann von mir aus ja gerne Bestandteil des Magazins werden, aber warum in Form von Abenteuer und Spielmaterial? Das wäre nämlich wie eine Compterspielkomplettlösung oder ein MMORPG Charakter Buildguide in einer Lokalzeitung, um mal den Vergleich aufzugreifen. Die bringen den üblichen Lokalzeitungsleser nix und ich als Computerspieler greife für so etwas lieber auf spezialisierte Alternativen zurück. Und mehr Interesse an Computerspielen generiert man damit wohl auch kaum.


    Dieses ganze Werbezeug ("Du bist Deutschland der Verein!", "Jeder ist eingeladen!" oder "Es gibt ein Rollenspielressort, also wird es gut!") finde ich hier ziemlich fehl am Platz und lenkt vom eigentlichen Thema ab. Ich nehme die Einladung hier schließlich an und versuche konstruktiv Vorschläge und Kritik anzubringen. Da komm ich mir bei solchen Sprüchen irgendwie veralbert vor und hab wenig Lust hier weiter zu machen.


    Zitat von Case

    Ich habe den Beitrag mit Absicht hier platziert und ein Verschieben würde unsere Gäste hier ausschließen, was ich schade finden würde.

    Sehe ich wie Case.

  • Ich finde die Vorschläge vom Läuterer und purpletentacle gut und wichtig. Der Plan ist ja derzeit, zwei Ausgaben pro Jahr des Lovecrafters zu stemmen. Die Frage wird sein, ob man genug guten Inhalt zusammen bekommt, um eine Sonderausgabe "RPG" (bzw. mit solchem Fokus) zu realisieren.


    Wenn wir konkret über CoC 7E Material reden, so sind wir erstmal an das Format "Lovecrafter" gebunden, sprich, wir können nicht einfach eine "dLG Cthulhu nach 7E-Regeln" Publikation bringen.


    Zitat von purpletentacle

    Packt in den Lovecrafter Artikel, Reviews und Vorstellungen zu cthuloiden Rollenspielen, mit denen jeder etwas anfangen kann.


    Zitat von Der Läuterer

    Bei z.B. vierteljährlichem Erscheinen könnte man eine Halloween Sonderausgabe herausgeben, geballt mit Szenarien der verschiedenen Autoren.

  • purpletentacle, ich muss ganz ehrlich sagen, dann verstehe ich glaube ich nicht, was du möchtest. Rollenspiel im Lovecrafter aber nicht als Spielmaterialien? Also Spielberichte? Oder Rezensionen? Oder was genau? Entschuldige bitte, ich glaube ich steh' grade auf der Leitung.
    Wo genau ist da für dich der Unterschied?
    Da kann ich doch als Rollenspieldesinteressierter genauso wenig mit anfangen wie mit, sagen wir, einem schönen Einsteigerabenteuer?


    Und in Bezug auf "Cthulhu 7E", ich fände es schön, generische, im Sinne von systemunabhängige Materialien ins Auge zu fassen. Ohne das gleiche schon lange überverdaute Fass wieder aufmachen zu wollen, in meinen Augen gibt Chaosium einen schlechten Stil vor, der sich schon durch die Assoziation auf die Autoren überträgt.

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