Lovecrafter Online – Lovecrafts dunkle Idole: Arthur Machen
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Zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt in seiner Jugend kam er durch ein Buch in Kontakt mit hinduistischen Lehren. Dieser erste Kontakt prägte ihn fortan, sodass er sich zunächst vermehrt mit fernöstlichen Lehren beschäftige und später dieses Interesse auf den Bereich des Okkultismus, der Theosophie und weiteren magischen/spirituellen Praktiken ausweitete.
Nach seinem Schulabschluss und einigen Reisen in die Schweiz und nach Kanada begann er 1888 in Edinburgh mit einem landwirtschaftlichen Studium, welches er jedoch mangels Interesses bereits 1889 wieder abbrach. Daraufhin reiste er 1890 wieder nach Kanada und machte sich dort selbstständig, zunächst mit einer eigenen Milch-Farm. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, woraufhin er ein Hotel eröffnete, jedoch ebenfalls ohne Erfolg. 1893 reiste er in die USA nach New York und verdingte sich dort in verschiedenen Gelegenheitsjobs. Während dieser ganzen Zeit unternahm er auch ausgedehnte Wander- und Kanutouren in die nordamerikanische Wildnis.
1899 kehrte er nach England zurück und gründete dort gemeinsam mit einem Partner eine Molkerei. An dieser beteiligte er sich jedoch nur geringfügig und unternahm stattdessen viele Reisen quer durch Europa. Zu dieser Zeit begann er auch mit dem Schreiben, zunächst jedoch nur für sich selbst. Durch Zureden eines Freundes veröffentlichte er 1906 seine ersten Geschichten in Form eines Sammelbandes unter dem Titel The Empty House and Other Ghost Stories und bereits 1907 einen zweiten Sammelband mit dem Titel The Listener and Other Stories. Beide Sammelbände enthielten bereits die bis heute weithin bekannten Geschichten Das Leere Haus (engl. The Empty House,1906) und Die Weiden (engl. The Willows, 1907). Beide Sammelbände kamen allgemeinhin gut an, aber einen weitreichenden Bekanntheitsgrad erreichte er erst mit seinem 1909 veröffentlichten, dritten Sammelband John Silence Physician Extraordinary, mit Kurzgeschichten über den Geisterdetektiv John Silence. Von da an konnte er von der Schriftstellerei leben.
Von 1908 bis 1914 lebte er in der Schweiz und schrieb eine Vielzahl weiterer unheimlicher Kurzgeschichten, Novellen und Romane – darunter zwei weitere seiner bekanntesten Erzählungen: Der Wendigo (engl. The Wendigo, 1910) und Der Zentaur (engl. The Centaur, 1911). Während des Ersten Weltkriegs diente er als Agent im britischen Geheimdienst und als Helfer beim Roten Kreuz. Nach Ende des Krieges widmete er sich literarisch verstärkt anderen Themenbereichen. So schrieb er eine Reihe von Reiseberichten, Dramen und Kindergeschichten. Mit Aufkommen des Radios und des Fernsehens verlegte er seine Schaffenskraft vermehrt auf diese neuen Medien. So bekam er beim Sender BBC 1934 seine eigene Radiosendung und 1936 sogar seine eigene Fernsehsendung, in denen er dem Publikum, bekannt als der „Ghost Man“, Geistergeschichten vorlas.
1949 wurde er aufgrund seiner Leistung zum Commander of the Britisch Empire ernannt und am 10. Dezember 1951 verstarb er unverheiratet und kinderlos im Alter von 82 Jahren.
Mehr über Blackwoods Leben ist im Cthulhu-Wiki-Artikel zu lesen: Blackwood, Algernon
Algernon Blackwoods Leben war in vielerlei Hinsicht vielseitig, aufregend und stets dem Streben nach neuen Herausforderungen ausgerichtet. So vielseitig, wie sein Leben war, so vielseitig und breitgefächert ist auch sein literarisches Vermächtnis. Neben seinen Theaterdramen, Reiseberichten, Kinderbüchern, über 200 Kurzgeschichten und 12 Romanen sind es bis in die heutige Zeit vor allem seine unheimlichen Geistergeschichten, welche man mit der Person Algernon Blackwood verbindet. So soll jetzt auch nur auf diese hier ein wenig näher eingegangen werden.
Entgegen so manch anderer Autoren seiner Zeit, die ebenfalls Geschichten über das Unheimliche, Übersinnliche und Fantastische schrieben, erlangte Blackwood eine weitreichende Bekanntheit und Bewunderung für seine unheimlichen Erzählungen. Einer seiner wohl größten Bewunderer war H. P. Lovecraft, welcher in seinem Essay Die Literatur der Angst (engl. Supernatural Horror in Literature, 1927) zu Blackwood folgendes schrieb: „Ohne in auffälligem Maße die poetische Magie des reinen Wortes zu beherrschen, ist er der absolute und unbestrittene Meister der unheimlichen-übernatürlichen Atmosphäre und vermag es, einen simplen Passus trockener psychologischer Beschreibung derart suggestiv zu gestalten, daß er fast einer ganzen Geschichte gleichkommt. Besser als alle anderen Autoren begreift er, wie sehr manche sensible Gemüter ständig im Grenzland des Traums weilen und wie verhältnismäßig klein der Unterschied ist zwischen denjenigen Bilder, die von realen Gegenständen ausgelöst werden, und jenen, die durch das Spiel der Einbindungskraft entstehen.“¹
Blackwoods erzählerisches Können besteht in der Art und Weise, wie er es schafft, selbst der banalsten Gegebenheit einen Hauch des Unheimlichen und Übernatürlichen zu verpassen, indem er mit den Sinnen und der Wahrnehmung des menschlichen Geistes spielt. Das Grauen, was die Protagonisten packt, ist nur selten in einer greifbaren physischen Form vorhanden. Es ähnelt anfangs mehr einem Unbehagen, das sich durch eine schleichende Verunsicherung immer mehr zuspitzt und letztlich in einem Ereignis mündet, in dem der überreizte geistige Zustand vom Element des Grauens gepackt und überwältigt wird. Dieses ist dabei aber meistens etwas, was der eigenen Einbildungskraft entspringt.
Viele seiner bekanntesten Geschichten, wie Die Weiden, Der Wendigo oder auch Das Tal der Tiere (engl. The Valley of the Beasts, 1921), die John Silence Geschichte Der Hund im Camp (engl. The Camp of the Dog, 1908) und viele weitere versetzen die Protagonisten in eine weite, vom Menschen weitgehend unerforschte und verlassene Gegend, in der sie mit der überwältigenden und erdrückenden Kraft der Natur konfrontiert werden. Die Protagonisten finden sich in Situationen wieder, in denen sie sich das Umgebende nicht länger mit den Denkmustern eines durch die Zivilisation geprägten Geistes erklären können. Sie erfahren eine Reihe von Eindrücken, Träumen und Visionen, welche nach ihrem Verständnis der Welt nicht wahr sein können, sich jedoch mit allen Sinnen als vermeintlich real präsentieren. Am Ende bleibt es zumal auch ungewiss, ob das Durchlebte nun durch eine real existierende Gegebenheit oder nur durch eine dem überreizten Geist entsprungenen Fantasie hervorgerufen wurde.
Aber es sind nicht nur diese naturverbundenen Geschichten, in denen Blackwood das Übernatürliche meisterhaft heraufbeschwören kann. Auch eine Vielzahl eher klassischer Geistergeschichten verfasste er, wie beispielsweise die Kurzgeschichten Das Leere Haus oder Aileen (engl. Old Clothes, 1910), in denen die Protagonisten oft mit geisterhaften Erscheinungen, unheimlichen Gemäuern und der zunehmenden eigenen Einbildungskraft konfrontiert werden.
Mit Die Weiden verfasste Blackwood nach Lovecrafts Verständnis nicht nur seine herausragendste Geschichte, sondern eine der besten unheimlichen Erzählungen aller Zeiten.
Kurz zusammengefasst geht es in der Novelle um zwei Freunde, welche eine Kanutour auf der Donau flussabwärts vornehmen und hinter Pressburg, dem heutigen Bratislava, in eine weite, fast schon sumpfartige, flache Region der Donau geraten. Zahllose mit Weidenbäumen überwucherte Sand- und Kiesbänke ragen aus dem Wasser empor und trotz vorheriger Warnungen, nicht auf diesen zu kampieren, beschließen die Freunde das aufkommende Hochwasser auf einer der sandigen Inseln auszusitzen. Von diesem Zeitpunkt an sind sie zunehmend merkwürdigen Gegebenheiten ausgesetzt, die sie sich nur äußerst mühsam erklären können. Was anfangs noch scherzhaft aufgefasst wird, entwickelt sich jedoch mit der Zeit zu bitterem Ernst. Eine zunehmende Beklemmung und das Gefühl, dass mit dem aufkommenden Sturm und den Weiden etwas nicht stimmt, macht sich breit. Dies führt zunehmend zu einer Überreizung des Geistes, sodass der Eindruck entsteht, dass sie nicht allein sind und etwas nicht näher Beschreibbares und Übersinnliches auf sie lauert. Letztlich entrinnen sie einem Schicksal, von dem sie sich selbst nicht genau bewusst sind, was es nun eigentlich war, aber von dem sie spürten, dass es ihnen nach dem Leben trachtete.
Blackwood schafft es in dieser Novelle auf herausragende Art mit der Wahrnehmung der menschlichen Sinn zu spielen. Die Geschichte lebt von der schleichend aufkommenden Furcht vor etwas Unbekanntem, nicht näher beschreibbarem, aber spürbar Existentem. Diese Eindrücke werden dabei durch die den Protagonisten umgebende Landschaft erzeugt, die sich aktiv auf deren geistiges Wohl auswirkt. Die dichte atmosphärische Beschreibung der Landschaft, von der diese Geschichte maßgeblich lebt, gelingt Blackwood vor allem durch die eigenen Erfahrungen, die er durch seine Reisen, unter anderem in genau diese Region selbst, gemacht hat.
Das Leere Haus ist in so mancher Hinsicht das, was man sich unter einer klassischen Geistergeschichte vorstellt. Tante und Neffe beschließen, ein einschlägig als Spukhaus bekanntes Gemäuer in ihrer Stadt näher zu untersuchen. Ein grausiger Mord fand einst in diesem statt und seither hat es keinen Menschen mehr lange in diesen Mauern gehalten. Direkt nach dem Betreten der verlassenen Räumlichkeiten erfahren beide eine Reihe von Eindrücken, die nicht rational erklärbar sind. Seltsame Geräusche sind aus verschlossenen Räumen zu hören, in denen sie gerade noch waren. Schatten bewegen sich in der Dunkelheit und nehmen menschliche Züge an. Geisterhafte Erscheinungen blitzen in dunklen Ecken auf. Mit der Zeit erwacht in beiden der Eindruck, Zeuge von jenem zu sein, was einst in diesem Haus stattfand und was seither nicht zur Ruhe kommt.
Mit Der Zentaur schrieb Blackwood einen Roman, in dem seine tiefe Verbundenheit zur Natur in jeder Seite zum Ausdruck kommt. Es ist eine Erzählung, in welcher Blackwood einen Teil seiner selbst und seiner tiefsten inneren Überzeugungen verarbeitet hat. Im Kern geht es um die Reise eines Mannes, der mehr als die meisten anderen eine tiefe und unergründliche Verbundenheit zur Natur verspürt. Dabei kreuzt sich sein Weg mit dem eines anderen, der ihn spüren lässt, dass sich hinter dem Schleier der menschlichen Zivilisation noch eine andere, eine urtümlicher, paradiesisch anmutende Welt verbirgt, die nur für jene sichtbar wird, die sich ihr vollkommen hingeben und öffnen können. So gerät die Reise zu einer Art Selbstfindungstrip, in welcher der Mann versucht sein tiefstes Inneres und die natürliche Wesenheit der Welt zu ergründen.
Blackwoods Einfluss auf Lovecraft lässt sich nicht so offensichtlich beziffern, wie es bei anderen Autoren wie etwa Lord Dunsany oder Arthur Machen der Fall ist. Lovecraft hatte eine hohe Achtung für Blackwood und seiner Fähigkeit, mit wenigen Mitteln eine packende Atmosphäre des Unheimlichen zu erschaffen. Für ihn war Blackwood ein Meister der unheimlichen Erzählkunst. Auf der anderen Seite hielt Blackwood nicht sehr viel von den Werken Lovecrafts, von denen er einige kannte und die er wohl als zu wenig subtil empfand. Stellt man nun das literarische Werk von Blackwood und Lovecraft gegenüber, so stellt man auch unweigerlich fest, dass beide Autoren mehr unterscheidet, als sie eint.
Für Blackwood lag das Unheimliche stets in dem ihm Umgebenen, der Natur, einer unheimlich anmutenden Szenerie und der eigenen Einbildungskraft. Viele seiner Geschichten leben durch die persönlichen Erfahrungen, die er auf seinen vielen Touren quer über die Kontinente hinweg gemacht hat. Diese selbst erfahrenen Eindrücke kombinierte er mit seiner Faszination für das Okkulte und Spirituelle. Nicht selten besitzen seine Geschichten auch moralische Untertöne und warten eher selten mit einem unvermeidbaren, für die Protagonisten unentrinnbaren Ende auf. Meist kommen diese mit einem zwar tiefer sitzenden Schrecken davon, verfallen aber nicht wie bei Lovecraft in wahnhafte Geisteszustände oder sehen sich mit ihrem unausweichlichen Ende konfrontiert.
Bei Lovecraft ist das Element des Grauens zumeist etwas Greifbares, etwas an sich zwar Unbegreifliches, aber dennoch real Existierendes, welches nur anhand seiner immensen Unvorstellbarkeit als nicht real empfunden wird. Die Konfrontation mit der grausigen Realität ist es, die bei Lovecraft im Mittelpunkt steht. Er manifestiert das Unvorstellbare in die alltägliche Wirklichkeit, was letztlich die Protagonisten zunehmend um den Verstand bringt und in tiefe Abgründe der Angst stößt, da sie sich nicht mehr der „Wahrhaftigkeit“ ihrer Umgebung gewiss sein können. Bei Blackwood erfahren die Protagonisten ebenfalls Erfahrungen, die sie an der Realität zweifeln lassen, jedoch stehen diese ihr gefasster gegenüber. Die Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion ist weitaus verschwommener, sodass die Offenbarung des Übersinnlichen mehr spirituelle Züge annimmt und weitaus subtiler in deren Wahrnehmung ist. Zudem sind Blackwoods Protagonisten zuweilen bereit, sich dem Übernatürlichen zu stellen und es, als zwar etwas Übersinnliches, aber dennoch in gewisser Weise natürlich Gegebenes hinzunehmen. Außerdem hat jenes, was sich letztlich offenbart, in gewisser Weise auch einen realen Ursprung, sei es nun eine menschliche Geistererscheinung oder die spirituelle Manifestation der Natur selbst. Bei Lovecraft hingegen ist es zumeist das Abnormale, jenes der bekannten natürlichen Ordnung Spottende, welches in Erscheinung tritt.
Trotz so einiger Unterschiede gibt es dennoch Einflüsse, die Blackwood auf Lovecraft ausübte. Diese spiegeln sich vor allem in der Art des atmosphärischen Erzählens wider. So schafft es auch Lovecraft in so einigen Erzählungen, die Protagonisten zunächst durch äußere Eindrücke an ihrer Wahrnehmung zweifeln zu lassen. Es ist der Einfluss des Alltäglichen, vermeidlich Normalen, was eine unnatürliche Wandlung erfährt und anfangs auf subtile Art den Geist der Protagonisten beeinflusst und sie zunehmend zweifeln lässt an dem, was sie als real empfinden.
In Schatten über Innsmouth (engl. The Shadow over Innsmouth, 1931) ließ sich Lovecraft sogar direkt von der Geschichte Mit Hexen verwandt (engl. Ancient Sorceries, 1927) inspirieren, wie er in einen Brief an Robert Bloch berichtete. In vielen anderen Geschichten Lovecrafts lässt sich ein direkter Bezug zu Blackwood jedoch nur selten feststellen oder erahnen. Als Lovecraft Gefangen bei den Pharaonen (engl. Under the Pyramids, 1924) schrieb, wird er sich sicherlich auch an einige von Balckwoods Ägypten-Geschichten entsinnt haben. Liest man beispielsweise Blackwoods Ägyptischer Heimgang (engl. A Descent Into Egypt, 1914), so fallen einige der atmosphärischen Beschreibungen der Wüste, Pyramiden und der uralten Sphinx auf, welche jenen von Lovecraft nicht unähnlich sind. Blackwood hingegen hat seine Eindrücke aus erster Hand vor Ort erfahren, während Lovecraft, der nie Amerika verlassen hatte, sich in Gefangen bei den Pharaonen nur auf seine ausgiebigen Recherchen und Literaturkenntnisse verlassen konnte.
Natürlich war Lovecraft auch ohne das Zutun Blackwoods in der Lage, eine dichte und packende Atmosphäre zu erzeugen. Und dass er auch die Kunst der malerischen Beschreibung perfekt beherrschte, lässt sich anhand seiner zahllosen Briefe, in denen er ausführlich von seinen vielen Spaziergängen berichtet, auch zweifelsfrei belegen. So gibt es nicht die eine Geschichte, Szenerie oder Idee, auf die man mit dem Finger zeigen kann, um den Einfluss von Blackwood auf Lovecaft festzumachen. Es ist kein offen sichtbarer Einfluss, sondern er liegt verborgen hinter dem Aufbau einer unheimlichen, Gänsehaut erzeugenden Atmosphäre.
Meiner Auffassung nach zählt Algernon Blackwood auch heute noch zu den unbestrittenen Meistern der unheimlichen Erzählkunst. In vielen seiner unheimlichen Erzählungen schafft er es, wie kaum ein anderer, mit nur wenigen Wörtern eine schaurige Atmosphäre zu erzeugen. Seine Geschichten sind der Inbegriff dessen, was man als Geister- und Gruselgeschichten empfindet. Es sind Geschichten, die man flüsternd in stillen Nächten am Lagerfeuer erzählt oder die einem bei der Begehung alter, verfallener Gemäuer unweigerlich in den Sinn kommen. Seine Beschreibungen von Landschaften, der Natur und deren schleichender Einfluss auf die Wahrnehmung des menschlichen Geistes suchen auch heutzutage noch ihresgleichen. Seine Begabung, die Schönheit der Natur in einer Erzählung zu bannen, ist nicht nur tiefgreifend, sondern auch authentisch. Blackwood war ein umtriebiger Mensch und verarbeitete seine eigenen Erfahrungen in seinen Geschichten, was gerade seinen naturverbundenen Geschichten etwas Nahbares verleiht. Sie sind nicht einfach nur erdacht, sie sind in gewisser Weise erlebt.
Blackwoods Literatur kann man jedem empfehlen, der auch nur im Ansatz an unheimlicher Literatur interessiert ist. Gerade seine bekanntesten Werke sollten ein Muss für alle Liebhaber des Unheimlichen sein. Wer jedoch vor Schleim triefende Monster, blutdürstige Bestien und unvorstellbares – einen in den Wahnsinn treibendes – Grauen erwartet, der wird Blackwoods Geschichten vielleicht als zu unspektakulär empfinden.
Hier einige kleine Leseempfehlungen für die Nacht am Lagerfeuer oder den einsamen Abend in der Wohnung mit Buch und einem Glas Wein.
• Der Zentaur, Ein mystischer Roman. H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens, Festa Verlag (02.10.2014). ISBN 978-3-86552-341-9
• Das leerstehende Haus. Aus der Reihe Kabinett der Phantasten Nr. 97, jmb-Verlag. ISBN 978-3-95945-034-8
• Alieen und weiter unheimliche Geschichten. Herausgegeben von Michael Schmidt & Achim Hildebrand (14.05.2018). ISBN 978-1717416384
• Das leere Haus. Phantastische Bibliothek, Suhrkamp Taschenbuch Verlag (1972). ISBN 9783518065303
• Eine ausführliche Übersicht über Blackwoods Literatur findet man hier: http://defms.blogspot.com/2016/04/algern…ichungslis.html
Wer Blackwood im Original und elektronisch lesen mag, findet beim Projekt Gutenberg einige Werke.
1 H. P. Lovecraft: Die Literatur der Angst, Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1995, 4. Auflage 2017, Seite 122
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