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Lovecrafter Online – Rezension: Verloren in Innsmouth

  • Seanchui
  • 11. August 2025 um 12:00
  • 448 Mal gelesen
  • 0 Antworten

H.P. Lovecraft hat der modernen Horrorliteratur einige oft wiederverwendete Motive hinterlassen. Die Degeneration, welche in seinem verfallenen Fischerort Innsmouth anzutreffen ist, ist nur eines davon. Eben dieses greift „Verloren in Innsmouth“ auf. Gelingt es der Geschichte, dem Motiv neue Aspekte zu entlocken?

Bereits im Jahr 2024 erschien die Novelle Verloren in Innsmouth aus der Feder von Jonathan Laux im Eigenverlag. Es ist das erste einer Reihe von eigenverlegten Büchern, welche in diesem Jahr mit der Dark-Fantasy-Erzählung „Dunkle Seelen und düstere Schätze“ erweitert wurde.

Widmen wir uns zunächst der spoilerfreien Inhaltsangabe: Robert und Elizabeth Carter, ein schwer verliebtes Ehepaar, befinden sich auf einer unbeschwerten Reise entlang der Küste – doch ein plötzliches Unwetter reißt sie jäh aus ihrem Glück, als ein Baumstamm auf ihren Wagen stürzt. Als Robert zwei Wochen später aus dem Koma erwacht, leidet er zunächst an Amnesie. Doch dann kehrt die Erinnerung an seine Frau zurück, was Robert allerdings zum nächsten Schock führt: Der behandelnde Arzt teilt ihm mit, dass Elizabeth beim Unfall gar nicht im Auto saß – und dass sie bereits seit drei Jahren tot ist… die sich aus dieser Ausgangslage entspinnende Handlung führt Robert schließlich ausgerechnet nach Innsmouth, wo nicht alles ist wie es scheint.

Zunächst einmal muss ich der Geschichte einen wirklich gelungenen Genremix attestieren. Lovecraftsche Motive treffen auf einen Thriller, dessen Ausgangslage an Sebastian Fitzek erinnert. Zugleich ist „Verloren in Innsmouth“ aber auch eine außergewöhnliche Liebesgeschichte. Diese ungewöhnliche Mischung verspricht Spannung, Grusel und Gefühle – was die Novelle dann auch größtenteils einlöst.

Dabei geht der Autor durchaus frei mit der literarischen Vorlage um. Und Achtung: im Folgenden bleibt es nicht ganz spoilerfrei! So finden sich viele der in Lovecrafts Geschichte Schatten über Innsmouth etablierten Motive wieder: die verfallende Stadt, die eigentümliche Atmosphäre, die verschlossenen Einwohner. Das Teufelsriff, die unheimliche Church of Dagon, die grausige Geschichte des Obed Marsh. Sogar Zadok Allen hat hier seinen Auftritt und erfüllt eine ganz ähnliche Rolle wie in Lovecrafts Original, offenbart er doch dem Protagonisten Robert Carter einige Hintergründe des Fluches, der über Innsmouth lastet. Allerdings interpretiert Laux einige der Motive im Sinne seiner Geschichte um, sogar so weit, dass ich mir die Frage stelle, warum er nicht mutig genug war, seine eigene, verfluchte Stadt an der Küste zu schaffen. Möglich, dass hier der Gedanke an lovecraftsche Namen als „Zugpferd“ der Geschichte eine Rolle gespielt hat. Mehr Mut zur Eigenkreation hätte der Geschichte hier aber gut zu Gesicht gestanden, denn durch die Abweichungen zum Original hatte ich bei der Lektüre oftmals das Gefühl, dass sich Ungereimtheiten mit dem Original ergeben.

Auch handwerklich bin ich nicht vollumfänglich glücklich mit Verloren in Innsmouth. Zwar sind sowohl Ausgangslage der Handlung als auch der ungewöhnliche Genremix wie angemerkt spannend, allerdings verliert sich die Erzählung oftmals in redundanten Beschreibungen. So tauchen wir oft und tief in die Gefühlswelt Robert Carters ein, welcher nicht nur der Angst um seine Frau, sondern auch dem eigenen, beginnenden Wahnsinn begegnen muss. Was zunächst interessant wirkt, ermüdet allerdings mit der Zeit. Statt tiefer in den Sog gezogen zu werden ertappte ich mich dabei, wie ich die immer ähnlich klingenden Passagen über Carters Gemütslage nur noch überflog. Auch die Handlung unternimmt die eine oder andere ungewöhnliche Wendung und gerade der vorgezogene „Final Fight“ verläuft für Carter so zufällig überglücklich, dass es schon ein wenig unglaubwürdig wirkt. Durch eine Reduzierung der vorher aufgebauten Gefahrenkulisse hätte hier weniger der Holzhammer geschwungen werden müssen.

Technisch gibt es bei Verloren in Innsmouth wenig zu kritisieren. Wie viele im Eigenverlag erscheinende Bücher hätte ein zweites Lektorat dem Band nicht geschadet, da wie gesagt einerseits einige redundante Passagen auftauchen, andererseits noch die eine oder andere ungelenk wirkende Formulierung verwendet wird. Das fällt allerdings nicht sonderlich schwer ins Gewicht. Das Korrektorat wiederum ist sehr gut gelungen und mir sind kaum störende Rechtschreibfehler aufgefallen.

Fazit: Ist Verloren in Innsmouth ein schlechtes Buch? Nein, natürlich nicht. Es besitzt handwerkliche Schwächen. Durch die Umdichtung lovecraftscher Motive sowie dem starken Motiv der Liebe, welches sich durch die Handlung zieht, wird es auch Lovecraft-Puristen weniger ansprechen. Thriller-Freunde, die mit übernatürlichen Motiven kein Problem haben sowie Leser, welche an Neuinterpretationen cthuloider Umtriebe ein echtes Interesse mitbringen, dürfen hier aber durchaus einen Blick riskieren. Belohnt werden sie mit einem ungewöhnlichen Genremix und einer spannenden Handlung.

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