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Lovecrafter Online – Filmkritik: ASH

  • Michael H.
  • 4. August 2025 um 12:00
  • 394 Mal gelesen
  • 0 Antworten

Nach dem umfangreichen Sommer-Special widmet sich Filmexperte Michael in dieser Ausgabe des "Lovecrafter online" wieder einem einzelnen Werk und lässt uns an seinen lovecraftesken Überlegungen teilhaben.

Filme mit Cosmic Horror lovecraftscher Prägung sind selten. Dabei sind diese oft im niedrig budgetierten Bereich angesiedelt und mit schwankender Qualität umgesetzt.
Das dies kein Nachteil sein muss und durchaus gute Unterhaltung und visuell beeindruckende Kost für Fans sein kann, beweist ASH unter der Regie von Allround-Künstler Flying Lotus.

Handlung
Astronautin Riya erwacht ohne Erinnerungen auf dem Boden eines Außenpostens der Menschheit auf einem fremden Planeten. Nur gelegentliche, albtraumartige Erinnerungsfragmente blitzen vor ihren Augen auf, sie kann die erschreckenden Bilder und Visionen aber nicht zuordnen. Einen Teil der Crew, die zur Planetenerkundung und zur Prüfung auf eine möglichen Besiedlung durch die verzweifelte Menschheit hier stationiert wurde, findet sie ermordet vor, andere sind verschwunden. Der Neustart des Computers stellt die Notversorgung der Station wieder her.

Ein Außenspaziergang in der giftigen Atmosphäre bringt außer einer bizarren Landschaft, seltsamen Himmelsphänomenen und mysteriösen Spiegelungen keine weiteren Erkenntnisse. Plötzlich taucht Kollege Brion von der Orbitalstation auf und erklärt ihr, dass sie fliehen müssen, bevor der Sauerstoff ausgeht. Unklar bleibt, was geschehen ist; ob es einen Ausbruch von Irrsinn auf der Station oder einen Virusbefall gegeben hat. Brion erscheint seltsam und er vertraut ihr offensichtlich ebenso wenig wie sie ihm. Und inwieweit kann sie ihrem eigenen Gehirn und den sie verfolgenden Erinnerungen trauen? In einigen dieser Fragmente scheint Riya selbst einige Crewmitglieder zu ermorden, doch alles fühlt sich fremd und eigenartig an.

Riya zweifelt an allem und jedem, selbst ihre eigenen Gedanken und Erinnerungen scheinen kompromittiert. Sie hört seltsame Stimmen in ihrem Kopf und es kommen bizarre Geräusche aus den Wänden. Es zeigt sich, dass die Crew bei ihren Nachforschungen seltsame Maschinen auf der Oberfläche des Planeten gefunden hat, die die Atmosphäre kontrollieren und manipulieren. Es sind nicht nur Menschen, die um ihr Überleben auf diesem Planeten ringen und so ist eine Konfrontation unvermeidlich. Es muss sich zeigen, ob Außerirdische, Paranoia, eine Infektion oder der schlichte Wahnsinn im Inneren von Riya um die Vormachtstellung kämpfen ... und wer den Kampf gewinnt.

Lovecrafteske Motive
Was als Murder-Mystery im All beginnt, entwickelt sich über eine Paranoia-Geschichte letztlich zu einem Kampf Mensch gegen eine parasitäre außerirdische Lebensform. Der unter der Regie von Künstler, Musiker und Schauspieler Flying Lotus umgesetzte kosmische Alptraum ist ein Beispiel dafür, wie man mit wenig Mitteln einen visuell beeindruckenden filmischen Fiebertraum lovecraftesker Genese umsetzen kann. Alle Einzelelemente sind von den filmischen Klassikern des Genres bekannt und werden originell kopiert und eingebaut. Man stößt auf Elemente aus Alien, The Thing, Event Horizon und 2001 sowie auf Verweise auf Videospiele wie z.B. Dead Space.

Der überwältigenden Kosmos, gegen den der Mensch nahezu hilflos ist, eine uralte außerirdische Zivilisation weit mächtiger und älter als die Menschheit und Lebensformen, die unbeschreiblich fremdartig und monströs sind; all diese lovecraftesken Themen aus Werken wie The Call of Cthulhu oder At the Mountains of Madness bietet der blutige kleine Film in phantasievoller Ausführung an. Es finden sich kleine Reminiszenzen an The Rats in the Wall mit den unheimlichen Geräuschen in den Wänden der Station, die Übernahme und Kontrolle von Menschen à la The Thing at the Doorstep oder The Shadow out of Time und ein wenig der Kampf um die Vorherrschaft auf dem Planeten wie in The Whisperer in Darkness”.

Es gibt etwas wohldosierte Action, insgesamt ist ASH aber weit mehr ein dunkles Kammerspiel im All. Der Film baut langsam seine bedrohliche Stimmung, seine fremdartige Atmosphäre und die Gratwanderung zum Rande des Wahnsinns auf. Das Ganze sollte man idealerweise auf sich wirken lassen wie einen Fiebertraum Walter Gillmans in Dreams at the Witch-House oder einen Drogenrausch von Lord Dunsany.

Cinematographische Notizen
Regie führte der Grammy-Preisträger Flying Lotus, bekannt als Rapper, DJ, Produzent von experimenteller elektronischer Musik und Regisseur von Musikvideos, der hier nach Kuso seinen zweiten Langfilm und ersten SF-Horrorfilm vorlegt. Das Drehbuch des Schweizer Jonni Remmler wurde mit geschätzten fünfzehn Millionen Dollar umgesetzt, mit Eiza González (Baby Driver, Godzilla vs. Kong), Aaron Paul (Breaking Bad) und Iko Uwais in den Hauptrollen. Fokussiert auf die hervorragende Leistung der Hauptdarstellerin bleiben die Nebendarsteller gut, aber holzschnittartig; wer hofft, viel von Uwais aus The Raid bekannten Kampfkünsten zu erhaschen, wird eher enttäuscht.

Vollständig auf den Stages der neuseeländischen Studio Location entstanden, wird der Film als eine Art Symphonie aus Licht, Ton und Farbe mit stimmungsvollen und surreal angehauchten Bildern auf den Bildschirm gemalt und weiß visuell wirklich zu beeindrucken und erfreuen. Die Handlung bleibt dabei das kleine Sorgenkind, denn sie ist altbekannt, wenig überraschend und aus den erwähnten Vorbildern zusammengeklaut und erscheint ein wenig auf Länge gestreckt. Eher wie eine lange Episode aus dem Black Mirror-Kosmos wirkend, fesselt der Film aber mit seinen bereits angeführten optischen und schauspielerischen Qualitäten. Seinen zitierten Vorbildern ist er sich dabei stets bewusst und verneigt sich gekonnt und augenzwinkernd. Einige gelungene eigene Ideen weiß er allerdings schon zu etablieren, wie beispielsweise den fröhliche Melodien und schwarzhumorigen Darstellungen produzierenden Medobot oder die eigenwilligen visuellen Effekte mit der berauschenden Farbästhetik.

Bewertung
Budgetbedingt sollte man an diesen kleinen kosmischen Fiebertraum eines Filmes mit einer adäquat reduzierten Erwartungshaltung herangehen. Der optisch berauschende Trip in den menschenfeindlichen Weltenraum bietet weder viel Neues, noch ist er in irgendeiner Welt ein cineastisches Meisterwerk. Aber er macht als mit viel Herzblut gemachtes Cosmic Horror-Kleinod viel Spaß und weiß seine Tropen genre- und budgetgerecht auf die Leinwand zu bringen. Für ein Mainstream-Publikum wohl zu langsam und wenig actionlastig und für den beinharten Lovecraftianer zu abgekupfert und unoriginell kann es passieren, dass ASH sich zwischen alle Stühle setzt.

Flying Lotus ist objektiv dennoch ein gelungener kleiner Beitrag zum Kosmos gelungen, der mit tollen Bildern, viel Atmosphäre, für dieses Budget hervorragenden Effekten und stimmungsvollen Sequenzen punkten kann. Dabei war der Künstler zudem für die gelungene sphärische Musikuntermalung zuständig und tritt in einer Nebenrolle auf. Der Cast spielt effizient gut, beeindruckend ist die Leistung Eiza Gonzáles, die in allen Szenen zu sehen ist und alle Stadien von Angst, Zweifel, Kampf und Panik bis hin zum lovecraftschen Wahnsinn durchleiden und glaubhaft darstellen muss. Die kleinen inhaltliche Mängel und Logikdehnungen des wenig originellen Drehbuchs verzeiht man durch die darstellerische Tour de Force und die alptraumhafte Inszenierung mit beeindruckenden Spezialeffekten größtenteils gerne, zumal ASH im Prime-Abo kostenlos enthalten ist. Ein Eigentest sollte daher leicht fallen und der ein oder andere findet hier vielleicht wie der Autor ein unterhaltsames Kleinod für den Sonntagabend.

Fazit
Ein lohnender Eintrag in den insgesamt viel zu kurzen Kanon der gelungenen Cosmic Horror-Filme, der mit viel Herzblut und fantastischen Visuals zu unterhalten weiß.

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