Lovecrafter Online – 027 – „Die Anlage“ von Peter Kastberger

Peter Kastberger meldete sich auf einen Aufruf zur Mitarbeit bei Twitter und wir kamen schnell überein, dass er uns an unheimliche Orte mitnehmen wollte. Die Fotos sind innerhalb der vergangenen zehn Jahre entstanden und wurden etwas bearbeitet. Wir hoffen, dass Ihr Euch genauso wohlig gruselt wie wir. Viel Vergnügen …

Die Anlage

Als ich den Hügel hinauf durch den dicht bewachsenen Wald stieg, ragte plötzlich ein riesiger Betonklotz vor mir auf. Weit über zwanzig Meter hohe Wände, von Moos bewachsen und mit ekelerregenden Ablagerungen gezeichnet, erstreckten sich links und rechts so, dass die Enden nicht auszumachen waren. Wieder vernahm ich das Brummen und immer wurde der Blick in den farblosen Himmel mit tränenden Augen bestraft.


Foto: Peter Kastberger, Creative-Commons-Lizenz BY-NC-SA


Die Treppe

Zuvor nicht sichtbar, führte eine schmale Treppe zwischen zwei Wänden hinunter in die Tiefe. Die Treppen war alt und ausgetreten — glitschig und von den gleichen Ablagerungen wie die Wände überzogen. Ich musste mich mehrfach an dem alten in die Wand zu meiner linken eingelassenen Handlauf festhalten, um mein Gleichgewicht halten zu können und nicht vornüber die Stiegen hinunter zu stürzen. Bilder von fremdartigen Geschöpfen mit schleimigen Aussonderungen entsprangen meiner Fantasie. Auf halbem Weg wandte ich mich um und blickte zurück nach oben.


Foto: Peter Kastberger, Creative-Commons-Lizenz BY-NC-SA


Die Panzertür

Die Treppe endete an einer stählernen Panzertür. Sie war teils durchgerostet und stand halb offen. Obwohl der Rost so zerbrechlich wie die Flügel einer Motte wirkte, bestand für mich kein Zweifel, dass die Türe schwer und kaum zu bewegen war. An einem Riegel hing ein alter Stahlhelm. Auf seiner Seite prangte ein mystisch und fremdartig anmutendes Symbol — ganz so als sollte es dem Helmträger besondere Kräfte verleihen. Der Türspalt war groß genug, um hindurch schlüpfen zu können. Von Neugierde getrieben, wagte ich mich in das Innere. Ich fühlte mich mehr an einen Bunker, als an eine Anlage erinnert. Doch war ich mir nicht sicher, ob die Wände Feinde am Betreten hindern, oder etwas im Inneren vom Entkommen abhalten sollten.


Foto: Peter Kastberger, Creative-Commons-Lizenz BY-NC-SA


Hinter der Tür

Im Inneren umgeworfene Aktenschränke, ein Tisch sowie etwas Werkzeug. Der Tisch lag auf der Seite liegend vor mir, einige Schubladen lagen am Boden verstreut. Vermoderte Reste von etwas, das einst Papier gewesen sein mag – von der Feuchtigkeit und der Kälte zerfressen. Abermals ein Helm mit den mir unbekannten Insignien sowie eine Gasmaske und einige zylindrische Behälter mit Gurten, deren Sinn sich mir nicht erschloss. Inmitten des Unrats eine alte Petroleumlampe. Wem mag sie einst Licht und vielleicht auch ein wenig Wärme und Geborgenheit geschenkt haben?


Foto: Peter Kastberger, Creative-Commons-Lizenz BY-NC-SA


Der Tunnel

Ein langer Tunnel mit einem leichten Knick erstreckte sich vor mir. In seinen Boden eingelassen konnte man einstmals für etwas wie einen Grubenhunt gedachte Schienen vermuten. Der Tunnel erstreckte sich weit bis über das Ende meines Sichtfeldes hinaus und ich konnte sein Ende nicht ausmachen. Was wurde hier entlang bewegt, aus welchem Grund und wohin? Weder waren Beschilderungen vorhanden, noch konnte ich Hinweise entdecken, was einst der Zweck dieses Tunnels gewesen war …


Foto: Peter Kastberger, Creative-Commons-Lizenz BY-NC-SA


Vielen Dank an Peter für diese tolle Einsendung!


Wie hat Euch dieses Format gefallen? Lasst es uns in den Kommentaren gern wissen!


Veröffentlichung dieses Gastartikels mit freundlicher Genehmigung des Autors Peter Kastberger.

Antworten 8

  • Mir gefällt das Format ausserordentlich gut :) .... mehr davon :)

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  • Oh ja, da hat Kollege Thorsten einen tollen Kontakt aufgetan! Wir hoffen, bald mehr davon präsentieren zu können!

  • Ich fand den Artikel ebenfalls sehr ansprechend. Das regt zum selber urbexen an.

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  • Danke für die positive Rückmeldung, Leute! Gut zu wissen, dass so ein Format funktionieren kann. :thumbup:

  • Mir gefallen die Bilder auch. :-)


    So rein aus Neugier. Inwieweit dürfen oder dürfen die Bilder nicht verwendet werden?

  • ja, bitte mehr davon! :cursing:

  • Hallo,


    der Autor und Fotograf hier. Ich möchte Thorsten danken, dass er mir hier die Möglichkeit bietet, zu veröffentlichen. Danke!


    Ich freue mich über Euer Feedback sehr. :*


    Zu den Details:

    Thorsten und ich hatten schon vor, noch mehr davon zu machen. Wenn wir wissen, dass es Gefallen findet, ist es für uns umso leichter ... Es kann also von meiner Seite gerne mehr beigesteuert werden.


    Die Fotos stehen unter der Creative Commons Lizenz (siehe Bildunterschrift) und in dieser Form (s/w + Filter) hier das erste Mal veröffentlicht worden. Gerne im Rahmen der Lizenz für eigene Arbeiten, Handouts ... verwenden.


    Die Textpassagen sind exklusiv für diese Plattform entstanden.

    Gefällt mir 3 Danke 4
  • Peter, wir danken DIR! :)

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