Lovecrafter Online – Der Weird Fiction Short Story Club stellt sich vor
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Windwalker -
4. Mai 2026 um 12:00 -
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Aus einem spontanen Besuch des Book Clubs der Deutschen Lovecraft-Gesellschaft ist die Idee entstanden, ein ergänzendes Format ins Leben zu rufen: den „Weird Fiction Short Story Club“. Ausgangspunkt war eine Erfahrung, die vermutlich viele teilen: Die gemeinsame Lektüre ganzer Bücher ist reizvoll, erfordert im Alltag jedoch oft mehr Zeit und Konzentration, als sich zwischen Beruf, Familie und anderen Verpflichtungen zuverlässig aufbringen lässt. Gerade die abendlichen Lesestunden, wenn langsam Ruhe einkehrt, laden eher zu kürzeren Texten ein – und damit zu genau jener Form, die die klassische Weird Fiction maßgeblich geprägt hat.
Die Kurzgeschichte ist nicht nur das bevorzugte Medium von H. P. Lovecraft selbst, sondern auch vieler seiner Zeitgenossen. Sie erlaubt es, sich flexibel durch das Genre zu bewegen: unterschiedliche Autoren, Stile und Themen können unmittelbar nebeneinander stehen, ohne dass man sich langfristig an ein einzelnes Werk bindet. Diese Offenheit macht einen wesentlichen Teil des Reizes aus. Gleichzeitig zeigt sich bei der Lektüre schnell, dass Weird Fiction weit mehr ist als die Summe ihrer Geschichten. Wiederkehrende Motive, literarische Einflüsse und inhaltliche Bezüge zwischen den Autoren laden dazu ein, über das Gelesene hinauszugehen: zu vergleichen, einzuordnen und zu interpretieren. Genau hier setzt der Weird Fiction Short Story Club an.
Das Format versteht sich bewusst als Ergänzung zum bestehenden Book Club und nicht als Konkurrenz. Im Mittelpunkt steht eine kleine, offene Gesprächsrunde, in der ein bis zwei zuvor ausgewählte Kurzgeschichten gemeinsam besprochen werden. Ziel ist kein akademisches Seminar, sondern ein freier Austausch über Leseeindrücke, Themen, Stil und Hintergründe.
Da Lovecraft im Kreis der Interessierten meist bereits bekannt ist, lag der Fokus der ersten Treffen auf seinem literarischen Umfeld – seinen Zeitgenossen und geistigen Weggefährten. Entsprechend standen bislang vor allem Clark Ashton Smith und Robert E. Howard im Mittelpunkt. Darüber hinaus bleibt das Spektrum bewusst weit gefasst: Auch prägende Einflüsse wie Lord Dunsany oder Arthur Machen werden ausdrücklich mitgedacht. Mit Blick auf die kommende Ausgabe der Vereinspublikation Lovecrafter, die – wie zu hören ist – einen Schwerpunkt auf Clark Ashton Smith legen wird, zeichnet sich bereits eine mögliche Weiterentwicklung des Formats ab: Geplant ist, künftig etwa jede zweite Sitzung diesem Autor zu widmen und so einen losen thematischen Fokus zu setzen, während die übrigen Treffen weiterhin unterschiedlichen Stimmen der Weird Fiction Raum geben.
Der Weird Fiction Short Story Club bleibt dabei bewusst niedrigschwellig: kurze Treffen, keine Verpflichtungen, eine überschaubare Runde. Im Zentrum steht die gemeinsame Beschäftigung mit Texten, die bis heute durch ihre besondere Atmosphäre, ihre Bildkraft und ihr Gespür für das Fremdartige faszinieren. Interessierte sind jederzeit herzlich eingeladen, dazuzukommen – ganz gleich, ob mit viel Leseerfahrung oder einfach aus Neugier auf das Genre. Die jeweiligen Termine und ausgewählten Geschichten werden über den Vereinskalender der Deutschen Lovecraft-Gesellschaft bekanntgegeben. Wer Lust hat, Weird Fiction nicht nur zu lesen, sondern auch gemeinsam zu entdecken und zu diskutieren, ist jederzeit willkommen.