Beiträge von Blackdiablo

    Weil ich heute voller Begeisterung Darklight entdeckt habe, jedoch das Kickstarter verpasst habe, habe ich mich gefragt, ob jemand hier aus dem Forum bereit wäre, es (+ Erweiterungen?) für einen fairen Preis abzugeben. :D


    Über Rückmeldungen hier oder per PN würde ich mich extrem freuen! ^^

    Hihi, du hast ja recht. Also puste ich Staub vom entsprechenden Thread, wenn es interessiert: https://www.deutschelovecraftg…lptr%C3%A4ume+in+norwegen


    Wie erwähnt, ich habe nicht unfassbar viel von der Goblin Press gelesen, aber für das, was ich gelesen habe, kann ich durchaus bürgen: Jörgs Programm umfasst vor allem niveauvolle, frische und kurzweilige Erzählungen der dunklen Phantastik - Fantasy ist meines Wissens nach überhaupt nicht dabei. Der Verlag gilt als Urgestein in der Szene und zeichnet sich - meiner Ansicht nach - durch liebevolle und hochwertige handgemachte Produkte aus. Insbesondere wenn man bedenkt, dass es sich quasi um einen Ein-Mann-Kleinstverlag handelt. Den genannten "Kataleptischen Traum" und den "Gelben Traum" würde ich als einsteigerfreundlich einstufen - "Alpträume in Norwegen" ehrlich gesagt weniger, aber mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. :D

    Ich habe die vierte Ausgabe lesen können und möchte mich heute aufs Wesentliche beschränken:


    Alle drei Interviews, die den Europa-Schwerpunkt der Ausgabe einleiten, gefallen mir gut und sind kompetent geführt. Alle drei Interviewten sind interessante Persönlichkeiten. Das erste hätte für meinen Geschmack gerne noch etwas länger sein können; die nachgeschobenen Informationstexte im dritten wären gut in einer Box im Fließtext aufgehoben gewesen, denke ich.


    Die folgenden Artikel (der zu "European Glimpses", Lovecrafts Europwelt und "In Paris, Lovecraft Lives") sind gut recherchierte, gehaltvolle und informative Texte, die den Themenschwerpunkt zementieren und mich wunderbar unterhalten haben. Im zweiten hat mich ein bisschen gestört - vielleicht weil der Rest so gut durchdacht war -, dass hier an einigen Stellen Lovecrafts Europabild mit dem seiner Fiktion zu enggeführt wurde, ohne diese Mutmaßung zu belegen. Obwohl das bei ihm sicherlich nicht immer unangebracht ist, hätte ich mir mehr Vorsicht gewünscht.


    Die kurze Vorstellung von Houellebecqs "Gegen die Welt, gegen das Leben" hat mir Lust gemacht, den Essay erneut zu lesen!


    "Der Bund des Dreizehnten Sterns" ist nach meinen Einschätzungen ein verwendbarer Kulthintergrund für quasi alle neueren Jahrzehnte. Mir gefällt die Motivation des Kultes und ihr vergleichsweise offenes Vorgehen.


    "Die Mauer" beginnt mit einer großartigen Prämisse und einer hübschen Charakterkonstellation, aber entwickelt sich dann für meinen Geschmack zu einem eher fleischlosen Szenario - im Prinzip ein ähnliches 'Problem' wie ich beim "Fliegenden Holländer" hatte. Ich finde, es gibt zu wenig rollenspielerisch 'zu tun', dass ich mir nicht vorstellen kann, wie genau ich das leiten würde, ohne mir noch etliche Spielaspekte mitauszudenken. Dabei liebe ich, wie minimalistisch die Grundidee daherkommt (getrübt durch die flache Motivation des Wesens)! Schade, meiner Meinung nach wurde hier Potenzial verschenkt. Mit zusätzlicher Arbeit kann man hieraus jedoch ein super Szenario leiten.


    Dagegen besitzt "Für den König" definitiv mehr Fleisch, aber eine gewohntere Prämisse. Mir hat der geschichtliche Hintergrund gut gefallen. Der Einsatz der Textboxen ist sinnvoll und man könnte mit dem Abenteuer bestimmt eine nette Einstiegsrunde leiten.


    Bei dem Artikel zu den Spielen scheint mir, dass meine letzte Kritik gelesen und mit Humor (?) genommen worden ist - schwer zu beurteilen. Abseits davon finde ich diesen diesmal besonders unterhaltsam geschrieben, so unterhaltsam jedoch, dass der Informationsgehalt leider darin untergeht bzw. zu kurz kommt. Den Aspekt 'Unterhaltung' finde ich wichtig und gut, keine Frage, nur bringt es meines Erachtens nach nicht viel, mitzuteilen "das Spielprinzip [erscheint uns] sehr vertraut", denn bei der üblichen Zielgruppe eines Spielevorstellungsartikels ist das mitunter nicht der Fall. Oder "Am Ende schafft es nur der mächtigste Kult Cthulhu zu beschwören und darf sich wohl zu seinen glücklichen ersten Opfern zählen" ist witzig geschrieben, ja, aber das könnte die Logline zu praktisch jedem Cthulhu/Kultistenbrett/-karten/-würfelspiels sein: Worum geht es denn spieltechnisch, was ist die Spielmechanik? Das wird in einer knappen Spielkomponentenaufzählung abgefrühstückt.
    Ich denke, die überraschende Kürze rührt daher, dass wenig Zeit verblieben ist, um diesen Artikel zu schreiben. Auch verstehe ich nach wie vor, dass hier keine klassische Rezension erfolgen soll. Das, was da ist, macht jedenfalls mir nicht wirklich Lust auf die vorgestellten Spiele, weil ich schlicht zu wenig darüber erfahre. Tut mir ehrlich leid, wenn meine Kritik hart rüberkommt, denn ich weiß, dass sich die Autoren (trotz der Kürze des Textes) viel Mühe gegeben haben müssen, und ich hoffe, die Rückmeldung hilft.


    Die "Systemvorstellung" danach ist witzigerweise ziemlich genau das, was ich im Spieleartikel vermisse: ein lobenswert gut aufbereitetes Informationsfundament, auf dem man man dann gerne noch Witzigkeit und Unterhaltung draufschippen könnte, wenn man mag. Die Empfehlung am Ende hat mich angesprochen und ich könnte mir vorstellen, dass "Lovecraftesque" etwas für mich sein könnte, was ich nie bei einem weiteren Lovecraft-Erzählspiel gedacht hätte. Knackiger Artikel, schön geschrieben, gelungener Abschluss!


    Fazit:


    Ein kurzweiliger, mit sinnvollem Themenschwerpunkt bestückter, mal informativer, mal unterhaltsamer Radschlag durch die deutsche/europäische Lovecraftkultur: Hier findet sich, wofür der Verein stehen kann, sollte - und momentan steht. Mir gefällt die Balance von Allgemeinerem zu Lovecraft und Rollenspiel. Die meisten Artikel konnten mich überzeugen und bieten generell ein ansehnliches Niveau. Nicht nur für Lovecraftfans eine Empfehlung wert, sondern auch für die, die bisher bloß oberfläch mit ihm zu tun gehabt haben. Weiter so und danke für die viele tolle Arbeit!