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Weird Fiction Short Story Club liest: „Die Bestie von Averoigne“ & „Die Venus von Périgon“
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📖 Weird Fiction Short Story Club liest
„Die Bestie von Averoigne “ & „Die Venus von Périgon“
Hallo zusammen,
nach unseren beiden Ausflügen in Clark Ashton Smiths ferne, sterbende Welt Zothique betreten wir diesmal erstmals Averoigne . Statt unter einer alternden Sonne bewegen wir uns nun durch ein imaginäres Frankreich vergangener Jahrhunderte: mit Klöstern, Wäldern, Dörfern, alten Überlieferungen – und einem Unheimlichen, das sich mitten in diese scheinbar vertraute Welt einschreibt.
Unser…
ZitatAlles anzeigen📖 Weird Fiction Short Story Club liest
„Die Bestie von Averoigne“ & „Die Venus von Périgon“
Hallo zusammen,
nach unseren beiden Ausflügen in Clark Ashton Smiths ferne, sterbende Welt Zothique betreten wir diesmal erstmals Averoigne. Statt unter einer alternden Sonne bewegen wir uns nun durch ein imaginäres Frankreich vergangener Jahrhunderte: mit Klöstern, Wäldern, Dörfern, alten Überlieferungen – und einem Unheimlichen, das sich mitten in diese scheinbar vertraute Welt einschreibt.
Unser gemeinsamer Bezugspunkt ist das Kloster Périgon. In „The Beast of Averoigne“ wird seine Umgebung im Jahr 1369 von einer rätselhaften Bedrohung heimgesucht, die unter dem Zeichen eines roten Kometen erscheint. Smith erzählt das Geschehen in mehreren Berichten und Aufzeichnungen und verbindet mittelalterliche Chronik, religiöse Deutung und kosmisches Grauen.
„The Disinterment of Venus“ führt uns fast zwei Jahrhunderte später, im Jahr 1550, an denselben Ort zurück. Diesmal beginnt alles ausgesprochen bodenständig im Gemüsegarten des Klosters, wo die Mönche auf ein Überbleibsel der heidnischen Antike stoßen. Der Ton ist leichter und grotesker, ohne dass das Unheimliche deshalb ganz harmlos würde.
Warum diese Geschichten?
Als erster Ausflug nach Averoigne zeigen die beiden Texte besonders schön, wie anders Smith diesen Schauplatz gegenüber Zothique gestaltet. Das Unheimliche begegnet uns hier nicht in einer fernen Endzeitwelt, sondern innerhalb einer scheinbar vertrauten europäischen Vergangenheit. Klosterleben, kirchliche Ordnung, Volksglaube und historische Erinnerung bilden den Rahmen, in den etwas Fremdes einbricht.
Dabei setzen die Geschichten deutlich unterschiedliche Akzente. „The Beast of Averoigne“ nähert sich dem Schrecken über Chronik, Zeugenschaft und ein Phänomen, das die vertrauten religiösen Erklärungsmuster zunehmend überfordert. „The Disinterment of Venus“ spielt dagegen mit dem Zusammenstoß von christlicher Askese und wiederkehrender heidnischer Sinnlichkeit und entwickelt daraus eine ausgesprochen Smithsche Mischung aus Ironie, Makabrem und Weird-Groteske.
Die Reihenfolge „The Beast of Averoigne“ → „The Disinterment of Venus“ bietet sich doppelt an: Sie entspricht der Veröffentlichungsfolge und zugleich der Binnenchronologie von 1369 zu 1550. Dramaturgisch führt sie außerdem vom dunkleren kosmischen Schrecken zu einer kürzeren, groteskeren Variation des Unheimlichen.
Die Fakten
The Beast of Averoigne / Die Bestie von Averoigne
- Autor: Clark Ashton Smith
- Zyklus / Werkzusammenhang: Averoigne
- Erstveröffentlichung: Weird Tales, Mai 1933
- Handlungszeit: Sommer 1369
- Schauplatz: Kloster Périgon und dessen Umgebung in Averoigne
- Lesezeit: ca. 30–40 Minuten
The Disinterment of Venus / Die Venus von Périgon
- Autor: Clark Ashton Smith
- Zyklus / Werkzusammenhang: Averoigne
- Erstveröffentlichung: Weird Tales, Juli 1934
- Handlungszeit: 1550
- Schauplatz: Kloster Périgon, insbesondere der Klostergarten
- Lesezeit: ca. 15–20 Minuten
Empfohlene Lesereihenfolge
- zuerst „The Beast of Averoigne“
- danach „The Disinterment of Venus“
- Gesamtlesezeit: ca. 45–60 Minuten
Hinweis zur Textfassung: Für „The Beast of Averoigne“ verwenden wir die hochgeladene Erstfassung; die erste Magazinveröffentlichung erschien in gekürzter Form.
Wo zu finden?
Print (Deutsch)
Beide Geschichten sind enthalten in:
Clark Ashton Smith: Die Bestie von Averoigne. Gesammelte Erzählungen, Band 4, Festa Verlag, 2015.
Bibliographischer Nachweis:
Online (Englisch)
The Beast of Averoigne:
http://www.eldritchdark.com/writings/short…st-of-averoigne
The Disinterment of Venus:
http://www.eldritchdark.com/writings/short…erment-of-venus
Sekundärquelle zu Averoigne:
The Fantasy Cycles of Clark Ashton Smith PART I: The Averoigne Chronicles
Vorkenntnisse zu Averoigne sind nicht erforderlich. Gerade als erster Besuch in Smiths eigentümlichem Frankreich bieten die beiden Geschichten reichlich Stoff für einen gemeinsamen Blick auf Atmosphäre, Chronik und Legende, Religion und Heidentum – und auf die sehr unterschiedlichen Formen, die das Fremde bei Smith annehmen kann.