Stephen King

  • Okay, ich lege los:


    Gramma, dt. Omi, u. a. enthalten im Band Im Morgengrauen. Unheimliche Geschichten. Heyne. München 1993 (20. Auflage)


    Story um einen Buben, der mit seiner bettlägrigen Großmutter allein gelassen wird. King schildert hier einen Generationenkonflikt, in dem sich das anfängliche körperliche Unbehagen des Jungen zu handfestem Grauen steigert. Omi scheint zu schlafen, – zumindest wünscht sich das der kleine George von ganzem Herzen. Und dazu hat er auch jeden erdenklichen Grund …

  • Hier finden sich zwei nette, erste Listen:


    https://www.kingwiki.de/index.php/Howard_Phillips_Lovecraft


    https://www.kingwiki.de/index.php/Cthulhu


    Allerdings ist bei Stephen King, wie die Listen zeigen, der Einfluss Lovecrafts meistens in augenzwinkernden Referenzen zu schmecken, die - ehrlich gesagt - nicht den Anschein erwecken, dass King tatsächlich handfeste Ahnung von Lovecraft und/oder dem Mythos hat. Die gelungensten Hommages an Lovecraft sind wohl noch: generell die Außenseiter, "Briefe aus Jerusam", "N." und "Revival", wobei bei letzterem einiges an anderen Horroreinflüssen samt Coming-of-Age-Story dazukommt. "Kinder des Mais" hat eine lovecrafteskes Stimmung, wenn ich mich nicht falsch entsinne.
    Das wären so die gängigsten und mir spontan einfallenden Geschichten. Läge es dir daran, jede Referenz zu erfassen, gäbe es allerdings weitaus mehr Geschichten. Lovecraft wird gelegentlich erwähnt (ich meine eine Lovecraft-Büste kommt wiederholt vor) und Cthulhu auch. Klar ist aber, dass es King in den meisten Fällen nicht darum geht, in Lovecrafts Spuren zu wandeln. Er ist ja quasi seine eigene Rubrik.

    "Nicht einmal der Tod kann dich vor mir retten."


    - Diablo 2


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    "Hey, das klingt wahnsinnig interessant! Warum schreibst du nicht einen Artikel im ..."


    Cthulhuwiki :tooloo:

  • Richtig, man muss unterscheiden zwischen Pastiches und sonstigen Referenzen. Ich würde sagen, dass Briefe aus Jerusalem sowie Revival stellenweise als Pastiche angelegt sind. Die von mir genannte Short Story Omi beinhaltet lediglich eine Referenz. Ich selbst habe weiter oben etwas von Myythos-Bezug geschrieben, das war zugegebenermaßen recht allgemein ausgedrückt.


    Mir geht es darum zu zeigen, dass King immer und immer wieder an Lovecraft erinnert, – er hätte es ja nicht tun müssen. In Danse Macabre lässt er keinen Zweifel daran, wie wichtig der Schriftsteller für seine eigene Karriere gewesen ist (neben 1000 anderen Leuten, Filmen und Comics). Man kann diesen Verweis aufs Vorbild als Dankbarkeit interpretieren. Ebenso ist es ein literarischer Gag. Mir wenigstens macht es Spaß zu lesen, dass Omi, die zuvor einen Typen namens Hastur beschwört hat, dank einer Wortfolge „prä-druidischer Grunzlaute“ in ihre Schranken gewiesen wird. 8-)


    Der nächste Schritt wäre vielleicht, die entdeckten Referenzen näher zu untersuchen: Vor welchem Hintergrund sind sie eingebaut, handelt es sich um reines Namedropping oder steckt eine sinnvolle Verwendung dahinter, lässt sich bei King evtl. eine Vorliebe für bestimmte Wesen, Konzepte von HPL entdecken usw. usf.

  • Ich glaube ihm schon, dass er Lovecraft schätzt, aber das was King sagt und anschließend tut, ist in solchen Belangen oft zu unterscheiden.


    Speziell das Omi-Beispiel finde ich persönlich gar nicht mal sehr passend und eher atmosphärestörend, muss ich gestehen. Dabei liebe ich sonst Insider und intertextuelle Referenzen.


    Wäre dein angesprochenes Thema etwas, was du im Lovecrafter sehen könntest? Ich habe nahezu alles von King gelesen und plane, dieses Jahr den Rest (ca. 6 Bücher fehlen) zu lesen. Ich könnte mir gut vorstellen, zu dem Thema etwas zu schreiben.

    "Nicht einmal der Tod kann dich vor mir retten."


    - Diablo 2


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