Lovecrafter Online – Hölle ist nicht nur ein Wort... Rezension: Event Horizon - Dark Descent

  • Berenice van Buren hat einen neuen Artikel veröffentlicht:

    Zitat
    Chefredakteur René widmet sich in aller gebotenen Ausführlichkeit der "Dark Descent"-Comic-Reihe, einem Prequel zum Erfolgsfilm "Event Horizon". Kann der Comic überzeugen?
  • Ein schöner Artikel, dem nur ein paar mehr Absätze der Lesbarkeit halber gut getan hätten.

    Ich bin auch ein großer Fan des Films und habe, ähnlich wie du, gerade die Andeutungen, auch die der wirklich schlimmen Szenen am Ende, eben als Andeutungen die Raum für eigene Interpretation lassen geschätzt.

    And the garden seems to be / full of little hungry eyes

    darkness comes to hunt the light / and you´re afraid of fireflies.

    Fireflies, Liquid Divine

    FHTAGN RPG

  • Heyho, vielen Dank.^^ Ja, ich habe den Artikel leider relativ schnell runtergeschrieben, weshalb da auch einige Grammatikfehlerchen noch drin sind (psst).

    Jetzt, wo du es sagts, hab ich noch einmal über diese Stellen nachgedacht - insbesondere über die Logbuchaufnahmen, die der Comic ja derbe wegerklärt.

    Mich hat an dieser Aufnahme im Film auch immer der Gedankengang fasziniert, was überhaupt mit einem (vermeintlich geistig gesunden und professionellen) Menschen passieren muss, dass solche Szenen überhaupt möglich werden. Der Film hat das sehr gut gemacht, indem er gewissermaßen zwei Zustände und Vorstelungen von Psyche einander gegenübergestellt hat, die er anfangs noch durch diese Aufnahme-Glitches sehr obskur und stark voneinander getrent hält, um sie später zu vereinen und zu sagen: "Das sind die vermeintlich Gesunden! Die, die sich da gegenseitig zerreißen, das sind Leute wie wir, wie 'wir' 'uns' vorstellen und wie wir sein wollen." - oder zumindest kollabiert da ne normierte Vorstellung vom Menschen und seines Verhaltens.

    Indem der Comic jetzt aber sagt, dass das im Grunde die wiederbelebte und ins Marionettenhafte von Paimon verquerte Mannschaft ist, fällt dieses ganze Potenzial, menschliche Verhaltensnormen oder überhaupt anthropogene Vorstellungen von 'unserem Verhalten' infrage zu stellen oder mit Konzepten jenseits unseres Verständnisses in Relation zu setzen, leider Weg.

    Abgesehen von lediglich drei Figuren stirbt die Mannschaft, wird vorher vielleicht ein bissl irre, und ist dann quasi als "Zombie" irgendwie so platziert, dass es weitaus schwerer fällt, zu sagen, dass wir es mit psychisch komplexen Figuren zu tun haben. Tod und dämonische Manipulation machen da so extreme Grenzen für mich auf, dass ich die Wiederbelebten garnicht mehr in einer anthropogenen Sphäre verorten kann und sagen muss: "Ja, also eigentlich ist die 'echte' Mannschaft 'nur' tot. Und was Paimon da macht, das ist ja nur Paimon, sonst keiner." Und -Spoileralarm - genau das passiert ja auch mit dem Schiff selbst. Das wird gesprengt, von Paimon 'wiederbelebt' und dann im Film nochmal gesprengt. Ist das überhaupt die Event Horizon, die da im Film von 97 auftritt? Oder einfach nur irgendwie das Böse?

    Auf einmal haben wir wieder drei Instanzen:

    1. Die, die sich völlig irrational verhalten (die Zombiemannschaft),

    2. die, die sich rational verhalten (die letztlichen Heldinnen im Comic, die auch psychisch so disponiert sind, dass wir ihre Traumaerfahrungen weitaus eher moralisch vertreten können als z.B. die des Navigators [der ein Kind überfahren hat], die Mannschaft vor dem Übergang und Tod)

    3. und am Ende die Figuren, die innerhalb dieser Binärordnung für Disruptionen sorgen (Weir und Paimon) und eigentlich "Schuld" sind.

    Und das macht die ganze psychische Dynamik, das macht auch die ganzen anthropologischen Fragen extrem unterkomplex und reduziert den ganzen Kosmos auf ein Wir vs. Die. Je mehr ich drüber nachdenke, umso mehr denke ich, das der eigentliche Horror von Event Horizon jetzt der ist, dass man uns wieder einfache Weltbilder füttert, in denen am Ende natürlich auch der liebe Gott nicht fehlen darf. XD

  • Abgesehen von lediglich drei Figuren stirbt die Mannschaft, wird vorher vielleicht ein bissl irre, und ist dann quasi als "Zombie" irgendwie so platziert, dass es weitaus schwerer fällt, zu sagen, dass wir es mit psychisch komplexen Figuren zu tun haben. Tod und dämonische Manipulation machen da so extreme Grenzen für mich auf, dass ich die Wiederbelebten garnicht mehr in einer anthropogenen Sphäre verorten kann und sagen muss: "Ja, also eigentlich ist die 'echte' Mannschaft 'nur' tot. Und was Paimon da macht, das ist ja nur Paimon, sonst keiner." Und -Spoileralarm - genau das passiert ja auch mit dem Schiff selbst. Das wird gesprengt, von Paimon 'wiederbelebt' und dann im Film nochmal gesprengt. Ist das überhaupt die Event Horizon, die da im Film von 97 auftritt? Oder einfach nur irgendwie das Böse?

    Das hast du schön formuliert. Genauso ist es. Die Vorstellung, was passiert sein muss, das sich (zwischen Menschen) diese Szenen abspielen ist soviel erschreckender als die Vorstellung, es sind nur dämonisch Wiederbelebte. Nimmt dem Ganzen seinen irgendwie unfassbaren Schrecken.

    And the garden seems to be / full of little hungry eyes

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