Beiträge von William Dyer

    Wie steht ihr zu Montague Rhode James? Wenn ich mich an den von Axel genannten Punkte bedienen darf, gibt es einige Gemeinsamkeiten.


    Das Einzige, was komplett bei James fehlt, ist das "kosmische Grauen". Meines Wissens nach wurde James mal gefragt, was er von Lovecraft und dessen Geschichten hält. Im Gedächtnis geblieben ist mir, dass er äußerst allergisch auf die Begrifflichkeit "kosmisches Grauen" reagierte und so gar nichts damit anfangen konnte.




    Schöne Thread-Idee! :love:


    Hab vergangene Woche zwei Büchlein aus dem Goblin Press Verlag gelesen, die beide überzeugen konnten.

    Zum einen wäre da "Thronos" von Rainer Zuch und zum anderen "Der kataleptische Traum" vom leider viel zu früh verstorbenen Michael Knoke.


    Welches Buch mir ebenfalls umgehend einfällt, wenn wir über cthulhoide Literatur sprechen ist "Ich hol dir die Vögel vom Himmel" von Brian Hodge, erschienen im Festa Verlag.


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    Zu den anderen Autor*innen:


    • Von Caitlin Kiernan hab ich bisher nur "Das ertrinkenden Mädchen" gelesen, was mich nicht wirklich überzeugen konnte.


    • Von Clive Barker habe ich hier noch "Tortured Souls & Infernal Parade" liegen und bin gespannt, wie mir die zwei Novellen gefallen. Bisher hab ich noch nichts von ihm gelesen.


    • Bei King schließe ich mich ebenfalls an. "Pet Sematary" fand ich aber großartig, wobei ich jedoch nicht behaupten würde, dass es sich hierbei um eine cthulhoide Geschichte handelt.


    Kurze Frage an Katja Tiltmann und SteamTinkerer:


    Auf welchem System spielt ihr denn "The Sinking City"?


    Dachte, da gab es Probleme mit dem Publisher, weswegen das Game aus sämtlichen Stores entfernt worden ist?


    "Call of Cthulhu" war atmosphärisch sehr stimmungsvoll. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass das Entwickler-Team arg unter Zeitdruck stand. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass sich die Talente stärker auf den Spielverlauf auswirken. An sich fand ich die Grund-Idee nämlich sehr interessant.


    Spielt eigentlich jemand von Euch "Fallen London"?

    Schließe mich Bulli und Katja Tiltmann an.


    Bloodborne ist ein großartiges Spiel, dass viele Kernaspekte lovecraftschen Horrors gekonnt einfängt.


    Zusätzlich zu den genannten Punkten von Bulli, würde ich gern folgendes ergänzen:



    Einsamkeit


    Die Präsenz der Einsamkeit ist in Bloodborne allgegenwärtig. Wir erwachen in Iosefkas Klinik ohne zu wissen, wo oder wer wir sind. Niemand ist anwesend den wir nach Rat oder dem Weg fragen könnten. Unsere einzige Möglichkeit besteht darin, Schritt für Schritt die Welt um uns herum zu erkunden und die wenigen Anhaltspunkte die wir erhalten, einigermaßen vernünftig in Beziehung zu setzen. Dieses Gefühl der Isoliertheit wird darin noch gesteigert, dass es keine musikalische Untermalung gibt, außer in den Bosskämpfen. Zudem lernen wir die meisten Npc's in Bloodborne nur dadurch kennen, dass wir mit ihnen hinter verschlossener Tür sprechen können. Zwar gibt es die Möglichkeit, diese in die Oedon-Kapelle einzuladen, doch auch hier sind uns Grenzen gesetzt.



    Bedrohung


    Hand in Hand mit der von mir erwähnten Einsamkeit, geht die permanente Bedrohung in Bloodborne. Wie ich bereits erwähnt habe, können wir uns nur dadurch ein Bild von unserer Situation machen, indem wir die Welt um uns herum erkunden. Doch handelt es sich hierbei nicht um einen Spaziergang im Park, sondern vielmehr um einen leibhaftigen Alptraum, der jede Tür die es zu öffnen gilt, zum Akt des Mutes macht. Diese Art der Bedrohung, der wir uns allein stellen müssen, fördert zusätzlich noch das Gefühl der Einsamkeit. Wie oft auch im realen Leben verhällt es sich in Bloodborne so, dass das Bestreiten großer Widrigkeiten dadurch erschwert wird, dass wir allein sind und mit den vor uns liegenden Aufgaben dementsprechend selber zurecht kommen müssen.



    Verfall & Degeneration


    In den ersten Stunden, in denen wir die Welt von Bloodborne erkunden, wird uns schnell bewusst, dass es sich bei der Stadt Yharnam um eine Hochkultur handelt. Das erkennt man besonders an dem Schloss Cainhurst, der Odeon-Kapelle, der heilenden Kirche und der Byrgenwerth-Bibliothek. All diese Bezirke wirken verfallen und verlassen. Wir als Spieler können nur mutmaßen, welch Streben und Treiben die Stadt Yharnam einst bevölkert hat.


    Abgesehen von der reichhaltigen Architektur, sehen wir auch die Bewohner Yharnams der gnadenlosen Degeneration ausgeliefert. Sei es nun Ludwig die heilige Klinge, Pater Gascoigne, die schöne Vikarin Amelia oder der Adel von Cainhurst. Die gesamte Bevölkerung ist nur noch ein grausiges Zerrbild dessen, was sie einmal waren. Dabei scheint es so, dass diese Form des Zerfalls unabwendbar ist und allmählich in alles Erhabene und Schöne Yharnams kriecht, was wiederum das Gefühl der Hilflosigkeit und des Verloren-seins verstärkt.



    Sinn- und Aussichtslosigkeit


    Nachdem wir sämtlichen Gefahren getrotz und uns unseren schlimmsten Alpträumen gestellt haben, drängt sich uns am Ende unserer Reise dennoch das Gefühl der Sinnlosigkeit auf. Wir realisieren, dass all unsere Taten eigentlich nichts am Ausgang der Geschichte geändert haben. Wir sind nur ein kleiner Teil eines nie endenden Zyklus, in dem wir uns als Spielball der Umstände konfrontiert sehen. Uns wird bewusst, dass unser Weg nur auf eine Weise ein Ende finden kann und das der Glaube, wir könnten Einfluss auf unser eigenes Schicksal nehmen, im wahrsten Sinne des Wortes nur ein Traum war. Wir hatten eine Funktion, diese Funktion wurde erfüllt und nun heißt es sich dem Wirken des Traumes auszuliefern. Egal ob wir wollen oder nicht.



    Soundtrack


    Wie ich bereits schon erwähnt habe, gibt es in Bloodborne keine musikalische Untermalung, außer in den Bosskämpfen. Das ist deswegen so bemerkenswert, weil wir dadurch den Kontrast in einem Gemisch aus Furcht und unerträglicher Erregung verspüren. Nach langen Perioden der Stille, betreten wir ein unscheinbares Gelände, in dem wir plötzlich mit einer Bedrohung konfrontiert werden, mit der wir nicht gerechnet haben. Wir wissen nicht was oder wem wir gegenüber stehen, was es uns umso schwerer macht, uns emotional zu ankern und uns dem Gegner mit einem Hauch von Selbstvertrauen zu stellen. Der Soundtrack, der diese Begegnung untermalt, ist dermaßen gewaltig, dass er uns noch lange Zeit danach im Gedächtnis bleibt.


    Liebe Grüße,


    Euer William

    Hey Dark_Pharaoh,


    erst einmal muss ich mich entschuldigen, dass ich in Totengräber-Manier diesen Thread ausgrabe.


    Bin erst seit kurzem hier angemeldet und durchforste gerade das Forum, nach interessanten Themen.


    Nun zu Keene ...


    Bisher habe ich zwei Bücher von Keene gelesen. Zum einem wäre da "Eine Versammlung von Krähen" zum anderen die Sammlerausgabe "Der Hexerbaum"


    Beide Bücher sind im Festa-Verlag erschienen und handeln zum Großteil von dem Protagonisten Levi Stoltzfus.


    Leider muss ich sagen, dass ich die Bücher eher mittelmäßig fand und die Hauptfigur zum Großteil albern.


    Zwar versteht es Keene Amtosphäre aufzubauen, lässt diese alleridngs in den Momenten verpuffen, in denen er "dem Bösen" allzu viele menschliche Eigenschaften andichtet.


    Was uns als Fans von Lovecraft auszeichnet, ist die Macht- und Bedeutungslosigkeit im Angesicht des Göttlichen, Bösen und des Chaos. Wenn wir diese Kräfte und Mächte zu sehr in Geschichten vermenschlicht sehen, verlieren sie oft an Bedrohung.


    Es sind eben die Dinge, die wir nicht greifen, beschreiben oder uns vorstellen können, die ein Gefühl von grussliger Erhabenheit in uns auslösen. Ein Gefühl, dass wir in warmen Sommernächten auch beim Betrachten des grenzenlosen Sternenhimmels verspüren.


    Bei den Geschichten von Keene ist es aber so, dass der Protagonist immer den richtigen Zauberspruch und das richtige Hilfmittel zur Hand hat, um seinen Gegenspielern das Handwerk zu legen. Das kann sicherlich für den einen oder anderen unterhaltsam sein, ich finde so etwas im besten Fall albern.


    Das es sich hierbei um meinen persönlichen Geschmack handelt, möchte ich noch einmal betonen. Denn mir sind einige Leute bekannt, die Keene feiern und absolut begeistert von seinen Geschichten sind. Ich erinnere mich diesbezüglich an ein Autoren-Special von CreepyCreatures auf Youtube, in dem Keene in höchsten Tönen gelobt wird.




    Ansonsten würde ich die Chance nutzen, um für das alte aber nach wie vor hervorragende Achilla-Bändchen Der schwarze Vorhang zu werben - übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Lovecraft-Übersetzer Alexander Pechmann.

    Vielen Dank, Nils.:)


    Hab bei Booklooker noch ein Exemplar ergattern können.


    Beste Grüße :thumbup: