Beiträge von Theobaldus

    Theobaldus hat einen neuen Termin erstellt:

    Ein Veranstaltungshinweis eines Kollegen aus Hamburg (findet trotz Corona statt, das wurde bestätigt):


    ……………

    Die Farbe aus dem All

    – Live vertonte Lesung. Mit Dirk Timm, Boris Kant


    Die gar fürchterliche Geschichte von Nahum Gardner, dessen Frau und ihren drei Söhnen wurde erstmals 1927 in „Amazing Stories“ veröffentlicht - und hat seither nichts von ihrer Sprengkraft eingebüßt. Nach der sprießenden Angst um einen gedeihenden Virus liest sich „Dier Farbe aus dem All“ wie ein prophetischer Kommentar zur jüngsten Zeit.

    H.P. Lovecraft selber hielt „The Colour out of Space“ für eine seiner besten Geschichten. Wir auch.


    Dieses ist Hamburg – nicht Boston. Wir haben die verdammte Heide fast vor der Tür. Wir bleiben dichter am Original als alle Verfilmungen: Keine Alpakas - nur rundum unglückliche Kühe ...


    Sonntag, 15. März, 19 Uhr

    Die Farbe aus dem All


    Viertelzimmer

    Rosenallee 11, 4. OG

    Hamburg

    19 Uhr


    https://www.facebook.com/events/535198803775193/



    Eintritt gegen Spende (*)

    (*) Unsere Spendenempfehlung liegt bei 6,- Euro. Wer weniger oder mehr oder gar kein Geld hat, ist ebenso willkommen. Reichhaltige Getränkeauswahl – ebenfalls gegen Spende.

    You’re fucked
    Kosmischer Schrecken im SchauSpielHaus Hamburg
    Kritik und cthulhuide Analyse eines Theaterabends, der nicht wusste, dass er kosmischen Horror verbreitete
    von Levin Handschuh


    Manchmal wird es an ganz unerwarteter Stelle deutlich, warum H.P. Lovecraft der Autor der Stunde ist: Das Projekt „Hamburger Menetekel — ein futurologischer Kongress“ des jungen Regisseurs Ron Zimmering gab am vergangenen Wochenende Schülerinnen und Schülern aus allen sieben Stadtbezirken den Raum, ihrer Angst um die Zukunft Ausdruck zu verleihen. Antibiotikaresistenz, Digitalisierung, unser Verhältnis zu Arbeit, die großen Themen eben. Doch überschattet wurde alles von einem ganz besonderen Thema, vielleicht dem Thema schlechthin: Dem Klimawandel. Unterstützt von Experten, wie Klimaforscher Prof. Dr. Mojib Latif zeichneten die Schülerinnen und Schüler eine bittere Version der nicht-allzufernen Zukunft, klagte in Sprechchören die „faulen Säcke“ im Publikum an, die ihnen „diese Scheiße“ eingebrockt hatten und kamen zu einem klaren Fazit: You’re fucked.
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    Zimmering setzte dabei auf eine literarische Referenz, die nicht unspannend ist: Babylon, 543 vor unserer Zeit, eine dekadente Gesellschaft (die Parallele zu heute wird deutlich), auf einem Fest König Belsazars taucht auf einmal der geisterhafte Schriftzug MENE MENE TEKEL UPHARSIN an der Wand auf — keiner seiner Gelehrten versteht dessen Bedeutung. Noch in derselben Nacht dringen persische Soldaten in die Stadt ein, das Weltreich zerfällt. Die Geschichte entstammt der Bibel.Warum aber nun eine Rezension unter Lovecraft'scher Betrachtung? Tatsächlich erzeugt Zimmerings Inszenierung der Anklage der Jugendlichen eine Form des Unbehagens, die dem geneigten Kultisten nur allzu bekannt vorkommen sollte: Eine kosmische Angst macht sich breit. Die Schülerinnen und Schüler sehen sich einer Welt gegenüber, die in ihren Naturgegebenheiten aus den Angeln geworfen wird (allein dadurch, dass es heißer wird), die Kontinente werden sich verändern, das Meer steigen, die Städte untergehen — wo, wenn nicht bei Lovecraft, hat man das schon gelesen? Wenn da davon gesprochen wird, dass fossile Brennstoffe, die in den Tiefen der Erde schlummern, und durch unvorsichtige Menschen entgegen der Warnungen ihrer Gelehrten zu Tage gefördert werden, nur um diese wiederum zu unterwerfen... da ist man schnell bei den Großen Alten.Auch das unverständliche Brabbeln der Schauspielerin Gala Othero Winter, die als seltsam- clownesk anmutende Moderation durch den Abend führte, erinnerte an die Sprache der Großen Alten: Durch eine völlig neue Anordnung von Begriffen ergab sich eine Sprache, die einerseits völlig fremd und außerirdisch wirkte, andererseits aber eine seltsame Vertrautheit in sich barg.Das bitterste Moment des Abends war jedoch die Ausweglosigkeit, die die Inszenierung postulierte: Was sollen wir tun? Zwar tauchen viele Vorschläge — teilweise aus dem zur Inszenierung gehörigen Zukunftskongress stammend — auf, wie die Zuschauer ihr Leben und ihre allgemeine Lebenseinstellung ändern könnten (allgemeiner Tenor: Die Welt gehört euch nicht), doch hat man das Gefühl, das alles schon mal gehört zu haben. Hier saßen auch die falschen Adressaten im Publikum, denn die tendenziell links ausgerichtete Zuschauerschaft war sowieso für Umwelt- und Klimaschutz. Die richtigen Mächte, die verantwortlich sind, stecken im System. Natürlich kann jeder einzelne zum Klimaschutz beitragen, doch solange die unsichtbare Hand der Wirtschaft alles lenkt und leitet (ebenfalls in der Inszenierung aufgegriffen), bleiben unsere Bemühen erfolglos. Schließlich blieb diese Frage auch unbeantwortet, was können wir tun. Nichts, you’re fucked. Gegenüber dem Grauen einer verbrannten Erde, so wie sie in Nyarlathotep geschildert wird, ist man hilflos.
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    Komponist Samuel Penderbayne zeichnet ausgehend von Händels Oratorium „Belshazzar“ eine musikalische Nostalgie einer vergangenen Welt (melancholisch in historischem Kostüm singend: Rosemary Hardy) und entwirft daraus eine „Zukunftsmusik“, die den großen Kompositionen der Science-Fiction-Filmmusik in Nichts nachsteht: Musikalische Assoziationen zu „2001“, „Star Wars“ oder am bitteren Ende ganz besonders „Alien“ unterstreichen den kosmischen Horror.Genau diese unglaublich bittere Zukunftsvision ist es, die dem Abend seine Kraft verleiht: Zwar lacht das Publikum betreten, doch eher, weil es keinen Ausweg mehr sieht. Eine wirkliche Dystopie. Den einzigen Hoffnungsschimmer liefert der Applaus, der sowohl zwischen den Szenen als auch am Ende durch den Saal schallt. Irgendwo ist da noch Hoffnung, noch haben wir nicht wie Lovecrafts Protagonisten dem Wahnsinn verfallen das Handtuch geworfen.Doch der Schrecken ist an der Schwelle.



    Hamburger Menetekel
    Ein futurologischer Kongress von Ron Zimmering und GraffitimuseumKünstlerische Leitung: Ron Zimmering, Graffitimuseum
    Regie Zukunftsmusik: Ron Zimmering
    Komposition: Samuel Penderbayne
    Regie Panels: Graffitimuseum
    Musikalische Leitung: Bruno Merse
    Dramaturgie: Christian Tschirner
    Bühne: Ute Radler Kostüme: Benjamin Burgunder
    Filmdokumentation: Wiktor Filip Gacparski
    Produktionsleitung: Elise Schobeß
    Orchester: Junge Symphoniker Hamburg
    Pianistin: Henriette ZahnAm 24., 25. und 26.5. im SchauSpielHaus Produktionsfotos © Sinje Hasheider.

    Wer es verpasst hat oder nochmal sehen möchte: Nun gibt es einen Mitschnitt von der Installation "Pickmans Modell" (Bremen, 2018)!
    https://vimeo.com/321052643
    Das Passwort lautet: raum21


    Außerdem gibt es einen Mitschnitt der Lovecraft-Party-Performance "In the Mouth of Fire" (Bremen, 2018).
    https://vimeo.com/311752950
    Das Passwort lautet auch hier: raum21
    Wer direkt zum lovecraftigen Teil springen will, geht bei Minute 35:50 rein.

    [SPOILERS AHEAD!] Soeben frisch gesehen: Ich frage mich, warum es ausgerechnet DUNWICH ist, das doch komplett an Land spielt, und nicht etwa DAGON oder INNSMOUTH, die (gerade was die TRENCH und die von Julie Andrews gesprochene KARATHEN betrifft) ästhetisch viel näher lägen. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit der Brüder-Thematik zu tun hat: Arthur und Orm könnte man mit Wilbur und seinem Bruder vergleichen. Arthur ist noch halb Mensch, also Wilbur, Orm ist komplett atlantisch. Aber welchen Mehrwert hat dieser Vergleich für den Film? Oder hat James Wan einfach nur das nächstbeste HPL-Buch in die Kamera gehalten?

    Liebe Kultisten,


    einige von Euch haben ja schon mitbekommen, dass die erste Lovecraft-Oper langsam Gestalt annimmt (Premiere im Mitte März in Bremen). Und HPL da etwas mehr verdient, als eine "normale" Oper, wird diese immersive und interaktive Elemente enthalten, also deutlich vom Rollenspiel inspiriert sein.


    Wir sind jetzt auf der Recherche, was für Szenarien bzw. Rollenspiel-Settings es zum Themenbereich Sceance, Ritual, Anrufung, geheimer Kult etc. gibt, insbesondere LARP-Varianten. Habt Ihr besondere Tipps oder ein Buch, mit dem Ihr da gute Erfahrungen gemacht habt?


    Wir freuen uns über Hinweise :kulhu:

    Liebe Kultisten,
    herzliche Einladung vom Team der Inszenierung "Die Farbe aus dem Weltall" am Theater Bremen!


    TMZ#6: Die Farbe
    Ein Live-HörSpiel auf Basis von "Die Farbe aus dem Weltall" von H.P. Lovecraft


    Mit dem Wegbrechen von Heimat verschwinden scheinbar auch ihre Geschichten: Das Alte wird abgerissen und mit ihm wird seine Identität planiert, um dem Neuen Platz schaffen - doch verschwinden die Geschichten jemals wirklich ganz? Oder bleiben sie dem Ort wie Geister verhaftet?


    In „The Colour out of Space“ schildert Howard Lovecraft, wie die fragile Fassade des idyllischen Elternhauses durch die Konfrontation mit dem Unbekannten zerbricht: „It is not because of anything that can be seen or heard or handled, but because of something that is imagined.“ Wo in „TMZ#4: Mountains of Madness“ das Unheimliche im dunklen Wald lauerte, hat es nun das Häusliche erreicht: Eingebettet in eine Klangkomposition erlebt der Zuschauer die Geschichte der „Farbe“ als dreidimensionales Live-Hörspiel.


    Am 4. und 5. Mai 2017, jeweils 20:00
    Der Eintritt ist frei, Treffpunkt ist die Bühnenpforte
    Anmeldungen unter dramaturgie [at] theaterbremen.de



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    Theater Bremen
    Goetheplatz 1-3
    28203 Bremen
    http://www.theaterbremen.de