In Medias Res
Eine Gruppe flüchtiger Verrückter ohne Erinnerungen in einem Haus mit blutiger Leiche. Was kann da schon schiefgehen?
Originalspiebericht
Die Charaktere
James Gantry: Groß und stark und leicht reizbar. Nur zuschlagen kann seine Wutausbrüche mildern. Er will endlich in Ruhe leben und hofft, die Situation so lösen zu können, sodass sie in nicht noch mehr Schwierigkeiten geraten.
Marcell Pfeiff: Hat keine Zunge und kann weder lesen noch schreiben. Daher versteht er die Situation anfangs am wenigsten. Doch auch mit ihm ist nicht zu spaßen, denn seine Gedanken sind voller Blut.
Harry Morgan: Mehr oder weniger der Anführer der Gruppe. Er liebt Knarren jeglicher Art und ist eigentlich eher ein Einbrecher, doch irgendwie geraten seine Unternehmungen immer wieder aus dem Ruder…
Simon Douglas: Hat eine Vorliebe für Messer und Fleisch. Nur plötzliche Gewalt mag er nicht, das macht ihn irgendwie nervös.
Die Geschichte
What the tongue?!
Vier Männer stehen um einen Küchentisch. Um sie herum ein rustikaler Raum voller Jagdtrophäen und Gemälde mit zahlreichen Jagdszenen. Der Mann mit dem Namensschild „Pfeiff“ spricht: „To know me is to join me. I am the Opener of the Way.“ Dann fällt ihm eine blutige Zunge aus dem Mund, klatscht mit feuchtem Ton zu Boden.
Auf dem Tisch selbst liegt ein blutüberströmter Mann in der Uniform eines Wärters. Ihm wurde die Kehle durchgeschnitten, Douglas hält ein blutiges Messer in den Händen, Gantry dagegen eine Pistole. Auch das Gesicht des Wärters wurde komplett abgeschält und befindet sich nun auf Pfeiffs Gesicht, löst sich jedoch langsam und klatscht schmatzend auf den Tisch.
Die Männer tragen schlichte, gestreifte Kleidung, auf denen ihre Namen und Häftlingsnummern aufgestickt sind. Keiner von ihnen kann sich daran erinnern, wie sie hierhergekommen sind und was zur Hölle sie getan haben. An der Wand neben dem Tisch befindet sich ein eingetrockneter, blutiger Fleck, der seltsam an ein Rohrschachbild erinnert. Pfeiff tastet sich panisch das blutverschmierte Gesicht ab, greift sich in den Mund und stellt nur fest, dass dort ist keine Zunge ist, nur ein längst verheilter Zungenstumpf.
Gantry schreit Pfeiff an, was dieser getan habe. Dougles wird ohnmächtig. Morgen nimmt ihm das Messer ab. Gantry fuchtelt mit seiner Pistole herum, bedroht Peiff und Morgen. Er brüllt die beiden an, betitelt sie als Freaks, fordert Morgen auf, das Messer fallen zu lassen, was dieser voller Angst im Anblick der Knarre vor seinen Augen umsetzt. Es fällt klirrend zu Boden und Gantry tritt es aus aus der Reichweite von Pfeiff und Morgan. Gantry und Morgen schreien Pfeiff an, was dieser mit dem Wärter gemacht hat. Was das mit der Zunge soll. Pfeiff gestikuliert wild, versucht zu vermitteln, dass er auch nicht mehr weiß. Der große blutige Fleck an der Wand wirkt auf alle drei faszinierend und abstoßend zugleich. Ein Flickern wird bemerkt, jedoch dem Stress zu geschoben.
Liberty Center For The Criminal Insane
Gantry erinnert sich an eine Therapiesitzung, in der sein Arzt fragt, was er auf einem Rohrschachbild sähe. Gantry antwortet mit wütender Stimme: „Einen Fuchs mit 4 Augen.“ Andere aus dem Stuhlkreis antworten mit Stuhl oder Eiswaffel.
Er beäugt die Kleidung seiner Kumpane. Darauf stehen nicht nur ihre Namen und Häftlingsnummern, sondern auch: Liberty Center For The Criminal Insane.
Gantry schnauzt: „Ich bin nicht verrückt, klar?“ Morgan erwidert: „Ja ist klar, wir sind nicht verrückt!“ Pfeiff ist wieder am gestikulieren, die anderen wissen nicht, was er sagen möchte. Sie verstehen zumindest, dass Pfeiff, sie verstehen kann. Er schüttelt jedoch den Kopf bei der Frage, ob er Schreiben oder Lesen kann. Gantry bedroht beide erneut, macht klar, wer der Boss ist. Es wird diskutiert und gestikuliert, ob man Douglas fesseln soll. Man belässt es erstmal dabei und beschließt, sich dem Wärter auf dem Tisch zu widmen.
Pfeiff hebt die Zunge vom Boden auf und gleicht sie beim Toten ab, passend. Danach wiederholt er gleiches mit dem Gesicht, auch das passt genau. Gantry und Morgen geben sich dabei angewidert und bestätigen, dass Pfeiff der größte Freak unter ihnen ist. Douglas am Boden erwacht halb aus seiner Bewusstlosigkeit und erbricht sich. Gantry bedroht ihn umgehend und haut mit der Pistole auf seinen Kopf, woraufhin der Man erneut kollabiert.
Gemeinsam wird nun die Leiche des Wächters gefilzt, man findet einen Ausweis, Schüssel, etwas Kleingeld sowie Kugeln für den Revolver, welche Gentry an sich nimmt. Dabei überprüft er seinen Revolver und sieht, 2 Kugeln fehlen. Er teilt dies auch den anderen mit. „Ich habe wohl zweimal geschossen!“ Es wird nach Einschusslöchern gesucht, sowohl am Toten als auch im Raum, jedoch keine gefunden. Der Tote heißt nach Ausweis zumindest Dennis Galon und ist bzw. war Wärter beim Liberty Center For The Criminal Insane. Liberty, Missouri.
Die Umgebung „sichern“
Die Küche. Rustikal, aus dem Fenster sieht man Wald, es ist dämmrig. Die Umgebung wirkt provinziell. Pfeiff wäscht sich das Gesicht und die Hände, nimmt sich eines der Küchenmesser und versteckt es unter seiner Kleidung. Dann kommt er aus Versehen auf den Lichtschalter, es wird dunkel. Gantry schreit und beruhigt sich erst, als der Lichtschalter wieder umgelegt wird.
Regale und Schränke werden durchsucht. Die drei diskutieren nochmals über den Rohrschachfleck an der Wand. Gantry sieht weiterhin einen Fuchs oder einen Schmetterling, Morgan dagegen eine Motte. Pfeiff gestikuliert und deutet einen Hund an. Die drei beschließen, vom Tatort zu verschwinden, besinnen sich jedoch ihrer Lage und wollen erst mehr Informationen einholen. Der Flur gibt wenig her, das anschließende Bad ist auch eher uninteressant und dreckig. Zumindest Rasierklingen, Bleiche und Insektenspray werden entdeckt, Optionen um Spuren zu verwischen.
Gantry treibt die anderen beiden weiter vor sich her, nachdem er sich vergewissert hat, dass Douglas noch bewusstlos ist. Dann geht er wieder zurück in den Speiseraum und erschießt ohne Vorwarnung den Bewusstlosen mit dem Kommentar: „Hat sich wohl gewehrt!“ Morgan schreit: „Du kranker Bastard! Du hättest uns zumindestvorwarnen können!“
Pfeiff dagegen legt das blutige Messer zu Douglas, nimmt die er Zunge des Wärters und schiebt sie Douglas in den Mund und legt auch das blutige, abgezogene Gesicht auf dessen Gesicht. Sein Gesichtsausdruck dabei wirkt zufrieden. Gantry kommentiert: „Mir gefällt, wie du denkst, Freak!“ Morgan dagegen ist außer sich und schreit: „Was das denn jetzt für ne kranke Scheiße!“ Pfeiff fuchtelt herum, Gantry äußert: „Alibi man, Alibi!“
Erst jetzt bemerken die 3 ein leises Rauschen. Dem Geräusch wird nachgegangen, man findet ein Wohnzimmer mit Röhrenbildfernseher, eine Couch und ein Bärenfell. Pfeiff inspiziert den Kopf des Bären, zeigt sich enttäuscht das sich hier nichts „drin“ befindet. Der TV ist an, verbreitet kaltes blaues Licht im Raum. Eine Nachrichtensendung läuft. Das seltsame Trio sieht und hört interessiert zu, als die Nachrichtensprecherin verkündet, dass es in Missouri zu einem Unwetter mit Überflutungen kam. Das Liberty Center For The Criminal Insane musste evakuiert werden. Einer der Transporter dabei verunglückte und mehrere Insassen entkamen. Die Bevölkerung wird gewarnt, besonders vor deren Gewaltbereitschaft, und dass sie vermutlich bewaffnet sind. Auch wird ausgerufen, zu Hause zu bleiben und Vorsicht walten zu lassen, die Polizei unmittelbar zu verständigen, wenn man etwas Auffälliges beobachtet.
Die drei Männer diskutieren über das Gehörte. Ob sie damit gemeint sind? Vorsicht ist geboten. Aus dem Fenster des Zimmers sieht man einen kleinen Hof, Wald, einen Stall, einen kleinen Graben sowie ein Truck darin versenkt. Pfeiff deutet auf das Auto, zeigt sich erregt! Es wird überlegt, ob man herausgehen oder das Haus weiter durchsuchen soll.
Es wird zuerst das Haus weiter durchsucht, man findet ein Zimmer, das offensichtlich einem Teenager Mädchen gehören muss: viel Pink, Boyband Poster und ein Make-Up Tisch. Gantry merkt mit Blick auf das Bett an: „Wenn da jetzt ein Kind drunter liegt, raste ich aus!“ Er sieht direkt nach, Pistole voran. Er wirkt zumindest etwas erleichtert, dass kein Kind sich unter dem Bett versteckt hat. Es werden Familienfotos gefunden, als Pfeiff im Zimmer herumschnüffelt. Das Haus wird weiter durchsucht, interessant ist nur noch das Schlafzimmer, was mehr Hinweise auf die Familie Olcott gibt, welcher offensichtlich das Haus gehört. Man kann sich zumindest teilweise neu ankleiden. Morgan wird von Gantry zum Scherz ein Sommerkleid hingehalten mit dem Kommentar: „Sollte passen und damit erschießen dich die Bullen zuletzt!“
Der Bernhardiner
Die drei bemerken eine Luke, die in den Keller führt. Sie überlegen, ob sie diesen betreten sollen, jedoch hört Morgan ein Geräusch. Ein Rufen? Er geht zurück in den Speiseraum und bleibt vor dem Rohrschach-Bild stehen. „Es ruft!“, stellt er überrascht fest. Gantry entgegnet: „Aus der Wand? Oder was jetzt!?“ Es fällt ein Scherz über Ratten im Gemäuer.
Morgan wirkt abgelenkt und sieht sich die Wand genau an. Pfeiff dagegen macht sich über Morgan lustig, schneidet Grimassen, zeigt durch seine Gestik und Mimik, dass er Pfeiff für komplett bescheuert hält. Morgan schreit aufgebracht: „Da war ein Geräusch! Vielleicht ist es weg, weil ihr jetzt da seid!“ Es wird debattiert und geschrien, Gantry fuchtelt wieder mit der Knarre, Morgan verstummt im Anblick des Pistolenlaufes.
Pfeiff dagegen starrt den Blutfleck an der Wand an. Er hat eine Vision, erinnert sich an früher. Seinen ersten Mord. Eine junge Frau. Ihr Bernhardiner. Dessen freundliches Gesicht ist das letzte was Marcell Pfeiff sieht, bevor sich alles verändert – sein Geisteszustand nie wieder der gleiche sein wird. Er wird von Morgan und Gantry angeschrien, kommt langsam wieder zu sich, sieht im Rohrschachfleck noch immer das freundliche Gesicht des Bernhardiners und Blut, so viel Blut. Seine Mordgelüste sind stärker denn je.
Gantry fragt ob er Drogen genommen hat, Pfeiff gestikuliert und zeigt auf das Rohrschachbild, versucht den beiden anderen etwas mitzuteilen, jedoch werden die aus seiner Mimik und Gestik nicht schlau. Sie meinen zumindest ableiten zu können das er müde ist und schlafen gehen will. Pfeiff wird von Gantry geschüttelt und angeblafft: „Du willst JETZT schlafen? Müde? Was soll der Scheiß in der Situation! Krieg dich wieder ein, Freak!“
Pfeiff wiederholt seine Handbewegungen und zeigt nochmals auf den blutigen Fleck an der Wand. Dann sieht er sich auch im Raum um und durchsucht die Bilder, ob sich unter den ganzen Hunden darauf auch ein Bernhardiner zu finden ist.
Überraschung
Plötzlich reißt der totgeglaubte Douglas seine Augen auf, schreit vor Schmerz, bäumt sich auf, hustet Blut, spuckt die Zunge aus, die Pfeiff ihm in den Mund gestopft hatte und sieht die anderen voller Verzweiflung an, während das abgeschnittene Gesicht von Dennis Gelon von seinem eigenen Antlitz rutscht. Die anderen erschrecken, springen zurück. Es wird geschrien: „Scheiße Mann, wie kann das sein, du bist tot! Der Wächter hat dich doch erschossen!“ Gantry zielt und versenkt eine weitere Kugel in Douglas‘ Kopf, der nun keinerlei Regung mehr von sich gibt.
Gantry beschwert sich, dass er eine weitere Kugel verschwenden musste. Die anderen beiden starren hin nur fassungslos an. Dann erlangt Morgan seine Fassung zurück und blafft Gantry an: „Verflucht, du hast Douglas bereits zweimal erschossen! Was soll der Scheiß, der war doch noch am Leben! Musste das sein?“ Gantry schreit: „Fuck! Ja und der war nur eine Belastung und Gefahr! Ich habe uns einen Gefallen getan! Und jetzt Schnauze!“
Pfeiff bewegt sich langsam und vorsichtig zu Dougles und stupst ihn nochmal mit dem Fuß an, scheint dabei erleichtert zu sein, das dieser nun wirklich tot ist. Morgan spricht die beiden anderen nochmal auf den Fleck an der Wand an. Es gibt erneut Diskussionen, was das Bild darstellt. Eine Eule? Ein Hund? Shakespeares Silhouette? Ein Baum? Pfeiff deutet in Richtung des Autos und gibt zu verstehen, dass man doch jetzt fliehen könnte. Es wird wieder wild debattiert, im Keller war man noch nicht, doch ist der Fluchtreiz gerade stärker ausgeprägt und vielleicht hat man Glück und die Autoschlüssel stecken. Das Vehikel wird man schon aus dem Graben irgendwie herausbekommen.
Autos
Die Gruppe verlässt vorsichtig das Haus, nähert sich dem Auto und stellt schnell fest, dass blutige Spuren den Kofferraum zieren. Ohne nachzudenken reißt Gantry die Kofferraumtür auf und man erblickt die Leichen von zwei Frauen. Beide wurden erschossen, beide erkennt man von den gefundenen Bildern im Haus. Wohl Mutter und Tochter. Gantry brüllt mehrfach: „NEIN! DAS WAR ICH NICHT! DAS WAR ICH NICHT!“
Pfeiff scheint fasziniert von dem zu sein, was er sieht. Gantry versucht sich zu verteidigen: „Vielleicht haben sie irgendeinen Scheiß über mich gesagt oder versucht zu entkommen? Sie haben es irgendwo bestimmt verdient!“ Dann hört man Motoren und zwei Trucks nähern sich dem Haus.
Die Männer ziehen sich schnell ins Haus zurück, Pfeiff wendet sich unmittelbar dem Keller zu, Gantry dagegen sieht aus dem Fenster und erkennt, dass mehrere Männer in Jagdkleidung und mit Gewehren und schon fast klischeehaft Hillbilly-artig in ihre Richtung kommen. Einer von ihnen ruft voller Bestürzung: „Nein! Das ist das Auto von Linda!“
Gantry hat genug gesehen und zieht sich wie Pfeiff ebenso in den Keller zurück, vorbei an Morgan, der abgelenkt wirkt. Morgan. Harry Morgan starrt die Wand an. Auch er hat eine Vision bzw. eine Erinnerung. Sein erster Einbruch. Sein erster Raubzug. Harry ist 14 und stopft gerade einen Rucksack voll mit dieser Shakespearebronzebüste. Sein Kumpel Terry schreit, ein alter Mann mit Flinte ist hinter him her. Ein Schuss – Terry ist nicht mehr. Der Alte verfolgt Harry bei seinem Fluchtversuch. In seiner Verzweiflung packt dieser die Büste und schmettert sie auf den Alten. Ein Brechen und ein Knacken ist zu hören und der Alte geht zu Boden, bleibt dort regungslos liegen. Morgan sieht die blutige Büste vor sich an der Wand, im Rohrschachbild. Dann hört er die Rufe von draußen und eilt ebenso in den Keller.
Der Keller
Der Keller ist ein Sammelsurium von alten Möbeln, Gerümpel, Kram und aussortierten Jagdtrophäen, aber auch einem großen, abgeschlossenen Schrank, einem Waffenschrank. Eine Plastikplane verdeckt weitere Möbel. Gantys Blick ist starr auf die Plastikplane gerichtet. Auch er hat eine Erinnerung. James Gantry, sein vollständiger Name. Die Plastikplane erinnerte ihn an eine Frau in Lack und Leder. Deborah. James hat eine Ledermaske auf, er ist 12 Jahre alt, seine „Schwester“ Deborah hat ihn gefesselt, schlägt und tritt ihn. Stellt ihm Fragen. Lässt ihn jedoch kaum ausreden.
Die Pflegeeltern von James und Deborah sind nicht zu Hause. Sie hat die vollständige Kontrolle. Sie stellt Fragen wie: Wen liebst du am meisten in der ganzen weiten Welt? Was magst du am liebsten? Was hasst du am meisten? Jede seiner Antworten scheint sie zu erzürnen. Die Schläge werden härter. Dann fragt sie ihn schreiend: „WAS IST MACHT?“ Die Antwort von James scheint nicht die zu sein, die Deborah hören will. Er bekommt ihr Knie in die Weichteile und jault vor Schmerzen. Sie antwortet: „Richtig, die einzige Antwort darauf ist SCHMERZ!“
Pfeiff hat Gantry zwischendurch die Knarre abgenommen und schießt auf das Schloss des Waffenschranks, welches zerspringt. Gantry kommt durch den lauten Knall wieder zu sich. Pfeiff plündert den Waffenschrank und verteilt die Waffen, Gantry noch immer etwas abwesend, realisiert erst jetzt, dass er zwischendurch keine Waffe mehr hatte. Dann fragt er die beiden anderen: „Wo ist Deborah?“ Also Morgan fragt, wer das sein soll, antwortet er: „Meine Schwester. Also Stiefschwester. Nein, Pflegeschwester. Ach Scheiße!“ Danach stellt er sich den anderen als James vor.
Diese zeigen sich verwundert, dass er sich nun an seinen Vornamen erinnern kann. Und ja, Gantry ist der richtige Nachname. Von oben hört man, wie sich Türen öffnen, Schritte über den Boden laufen, man hat wohl den Schuss von zuvor gehört, die Jäger sind alarmiert. Die drei Verbrecher begeben sich in Position, versuchen, sich im Keller zu verschanzen und die vorhandene Deckung zu nutzen.
Schmerz ist Macht
Der Keller wird gestürmt, eine wilde Schießerei beginnt. Einer der Jäger stürzt brüllend zu Boden, frisches Blut fließt. Gantry schreit: „SCHMERZ IST MACHT!“ Pfeiff hat ein dickes Grinsen im Gesicht. Morgan dagegen ist überfordert, abgelenkt und schießt nur gegen die Decke. Einige der Jäger werden bei der Schießerei verletzt und sterben. Morgan feuert weiter wie wild um sich, Gantry und Pfeiff gehen deutlich gezielter vor. Von einem der Jäger, der sich im Erdgeschoss befindet – Darryl Oclott – hört man: „Was habt ihr meiner Frau angetan? Dafür werdet ihr büßen!“ Gantry entgegnet: „Sie war bereits tot, als wir sie gefunden haben!“ Er grinst dabei, jedoch nicht im Ansatz so breit wie Pfeiff, der sichtlich Freude an dem ganzen Chaos hat.
Man versucht, die Verbrecher aus dem Keller mit einem Bluff zu locken, scheitert jedoch. Schreie sind von oben zu hören, ein Dröhnen ist zu vernehmen. Die Jäger rufen irgendwas, was jedoch keiner der drei verstehen kann. Dann klackert es und ein Topf rollt die Treppe zum Keller scheppernd herunter. Ein Ablenkungsmanöver? Die Drei sind verwirrt und dann rennen zwei weitere Jäger in den Keller. Wieder fallen Schüsse, Gantry und Morgan werden verletzt, ein Projektil durchlöchert ein Ohr von Gantry. Nach mehreren Schüssen sinken die beiden Angreifer verletzt zu Boden. Gantry nähert sich dem Möbelhaufen, hinter dem die beiden sich verstecken, Pfeiff nähert sich von der anderen Seite. Gantry stürzt sich in den Nahkampf und erwürgt einen der verletzten Jäger. Pfeiff schafft ein elegantes Manöver und beseitigt mit gezielten Schüssen den letzten der Angreifer.
Beide grinsen, sind voller Adrenalin und im Blutrausch. Gantry tritt mehrfach auf die nun leblosen Körper ein, Knochen brechen und Organe platzen. Dann erledigt Pfeiff den verletzten und wehrlosen Morgan, was Gantry nicht mal kommentiert. War bestimmt auch nur noch Ballast in seinen Augen. Von oben hört man nur noch die Geräusche von zwei Personen. Gantry nimmt eine der Leichen, wirft diese über seine Schultern, versucht, sie halbwegs als Schild zu nutzen. Er stürmt zur Treppe und brüllt Pfeiff zu: „Gib mir Feuerschutz!“ Als Gantry den Treppenabsatz erreicht, sieht er erstmal niemanden, hört dann jedoch etwas am Boden.
Ein schlechter Tag
Darryl Oclott hatte sich auf den Boden gelegt, die Waffe in Position gebracht. Wut und Trauer vernebeln seine Gedanken, er ist auf Rache aus. Seine Frau, Tochter, seine Freunde und Jagdgefährten sind tot. Von irgendwelchen irren Brutalos ermordet. Waren das die Entflohenen? Die aus dem Liberty Center for the Criminally Insane? Er hatte die Warnung im Radio gehört! Einer von ihnen, ein großer Fleischkoloss, blutbesudelt, durchlöchertes Ohr, irrer Blick, Blutdurst in den Augen, „SCHMERZ IST MACHT“ schreiend, steht nun vor ihm. Die geschundene Leiche von Billy Harrel, Darryls bestem Freund, ein Säufer vor dem Herrn, über die Schulter geschlungen. Darryl will schießen, da wirft der Koloss, auf dessen Namensschild GANTRY steht, die Leiche von Billy auf ihn, verfehlt ihn jedoch knapp. Ein widerliches Knacken ist zu hören, als Billies Körper auf dem Boden auftrifft.
Jetzt habe ich dich, denkt sich Darryl, zielt direkt zwischen die Augen des Wahnsinnigen und drückt ab. Nichts passiert. Ladehemmung. Verflucht. Nein. Panik. Darryls Gedanken überschlagen sich. Heute ist echt sein Pechtag. Gantry fällt über ihn her und Pfeiff erschießt den Unglücksvogel, der sich im Würgegriff von Gantry befindet. Aus der Küche hört man eine weitere Person, wohl den letzten der Jäger: „Verstärkung ist unterwegs, wir kriegen euch, sämtliche Polizisten des Staats sind hinter euch her!“ Gantry wirft den Körper von Darryl Richtung Küche zur Ablenkung, dann schleichen er und Pfeiff in die Küche, nehmen dabei Deckung am Mobiliar des Hauses.
Aber Gantry hat weniger Glück: Als er mit dem Kopf auftaucht, hat er die Flinte des Jägers direkt an der Stirn. Dieser fordert nun auf, die Waffen fallen zu lassen, was Pfeiff und Gantry umsetzen. Direkt danach greift Pfeiff zur Ersatzpistole und stürmt los, während Gantry versucht, den Lauf der Flinte hochzustoßen. Dies gelingt nicht, jedoch rutschen er und der Jäger dabei aus und fallen um. Ein Schuss aus der Flinte löst sich, verfehlt Gantry knapp, lässt jedoch dessen Kopf und Gehörgang klingeln und macht ihn zumindest temporär taub. Seine Ohren bluten.
Pfeiff erschießt den überraschten Jäger. Mit genüsslichem breiten Grinsen im Gesicht, er genießt offensichtlich, was er tut, viel zu sehr. Gantry hält sich die Ohren, schreit vor Schmerzen, jammert und klagt. Pfeiff legt seine Pistole zur Seite, zieht das Küchenmesser, das er bis jetzt versteckt hielt, und säbelt damit den Hals von Gantry auf. Sein Grinsen wird immer breiter, seine Augen strahlen vor Glückseligkeit. Ein Surren und Wummern ist aus dem Wohnzimmer zu hören. Dies ist das Letzte, was Gantry hört, bevor er ausblutet.
Pfeiff läuft langsam, blutbesudelt und voller Zuversicht in das Wohnzimmer. Der blutige Rorschachfleck an der Wand flimmert, zuckt, verschwimmt. Pfeiff sieht das freundliche Gesicht des Hundes. Pfeiff streckt seine Hand aus, möchte den „Hund“ streicheln und ist fort, als er die „Zeichung“ berührt.
Das Tor wurde geöffnet und beschritten.
Fazit
Eine knackige, rasante, extrem blutige und furiose (Freeform-)Runde voller Verwirrungen und Gewalt. Wir spielten exakt 1 Stunde und 9 Sekunden (ein Timer lief). Das Szenario verspricht genau, was der Titel verspricht, man ist „mitten im Geschehen“, So plötzlich wie es startet ist es auch zu Ende. Das Szenario von John Tynes ist im Band „The Resurrected III – Out of the Vault“ oder dem Unspeakable Oath#10 zu finden.