Beiträge von Chris

    Super mit welchem Elan du hier bei der Arbeit bist.


    Ist die Tabelle mit den Technologiestufen immer noch für Waffen- und Rüstungslisten gedacht? Oder schwebt dir etwas größeres vor?


    Solange es nur um Waffen- und Rüstungslisten würde es für die Belange unseres Spiels wohl auch mit deutlich weniger Stufen funktionieren.


    Ich kann mir natürlich auch die Situation vorstellen: "Wir spielen 1980. Ist der tragbare CD-Spieler eigentlich schon erfunden?" Nur, um so etwas abbilden zu können müssten die Technologiestufen schon unheimlich fein ausgearbeitet sein, denn es wird ja ständig was neues erfunden. Und an einem gewissen Punkt kommen wir dann zu der Frage ob es nicht einfacher ist auf Wikipedia nachzuschauen (Discman kam 1984 auf den Markt), anstatt in der Ausrüstungstabelle nachzuschlagen dass ein tragbarer CD-Spieler Technologielevel 8^42 ist und das Setting in dem wir spielen nur 8^12.


    Mir gefällt deine Idee, dass Technologie noch mal innerhalb einer Epoche differenziert werden kann, aber ich würde das lieber aus Sicht des jeweiligen Settings spontan beschreiben. Zum Beispiel die Regeln beschreiben dass es so etwas wie eine "altmodische Pistole" gibt. In den 1920ern wäre das eine Pistole aus der Piratenzeit, in den 2000ern könnte es auch eine Pistole aus dem 1. Weltkrieg sein. Würde das für unsere Zwecke nicht ausreichen? (Zwischen "Vorderlader", "Revolver", und "Halbautomatik" kann man ja unabhängig davon trotzdem noch regeltechnisch differenzieren, wenn man will...)


    Vorschlag: man könnte den Überbegriff "Naturwissenschaften" verlassen und es einfach "Wissenschaft" nennen, darunter kann man von Biologie bis Mathematik und von Chemie bis Krypotologie alles subsummieren.


    Dann würden wir aber auch alle Geisteswissenschaften mit erschlagen. Insbesondere Anthropologie, Archäologie und Geschichte (die heute als eigene Fertigkeiten aufgeführt sind) wären dann nur noch eine Spezialisierung von Wissenschaft. In der Realität sind das wahrscheinlich ähnlich obskure Wissensgebiete wie Mathematik oder Chemie ... aber im Zusammenhang mit dem Lovecraft-Mythos verdienen sie es vielleicht trotzdem eine eigene Fertigkeit zu bleiben.


    Ich kenne leider keinen griffigen Begriff im Deutschen, der Mathematik explizit einschließt aber die Geisteswissenschaften ausschließt.

    Ja, du hast völlig recht, [mention]JaneDoe[/mention]: "antiquarisch" und "antiquiert" macht als Epochen-Beschreibung keinen Sinn. Meine Logik war, dass es eine Liste von Waffen ist, die aus unserer heutigen Sicht veraltet erscheinen. Das passt zwar zur Auflistung wie sie im Moment ist, aber für ein Rollenspiel in einer früheren Epoche wäre eine Auflistung nach Epoche, wie du vorschlägst, besser (z.B. "Messer" und "Beil" tauchen momentan nur in der "modernen" Liste auf, obwohl es sie auch in anderen Epochen gibt).


    Wie lange soll denn die Waffenliste am Ende werden? Wie du schon sagst [mention]Case[/mention], das Ganze soll keine Simulation werden.


    Als pragmatischer Vorschlag: warum nicht eine einzige Auflistung von allen Waffen (Epochen-übergreifend), mit einer eigenen Spalte in der die typischen Epochen für jeden einzelnen Eintrag aufgelistet werden? (Steinzeit*, Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Moderne, Postmoderne, Traumlande, etc.)


    Fußnote:
    *: Steinzeit eignet sich auch "primitive" Ureinwohner, in einem Expeditions-Szenario das eigentlich in der Moderne oder Postmoderne spielt.

    Ja, ausreichen sollten die Waffen für die Antike ... aber man könnte sich jetzt noch die Mühe machen auszufiltern was in der Antike noch nicht verfügbar war. Ein Langschwert oder Zweihänder wäre nur im Mittelalter und den Traumlanden verfügbar, ein Kurzschwert zusätzlich auch in der Antike, eine Axt zusätzlich noch in der Moderne und in der Steinzeit, etc.


    Ein letzter Vorschlag noch für den Begriff: "Antiquiert".

    Danke für deine ausführliche Antwort, Case.
    Auch von dir sind das sehr interessante Gedanken.


    Ein paar Anmerkungen noch zu einzelnen Punkten:


    Aus Sicht der Moderne kann man Informatik als eigene Fertigkeit durchaus rechtfertigen, da sie heutzutage quasi von jedem etwas gekonnt wird. Das FHTAGN Informatik gilt ja auch im weiteren Sinne einer "Computerbenutzung".


    Ja, du hast recht. Wenn man sich die Beschreibung durchliest geht es weniger um ein abgeschlossenes Informatik-Studium und mehr um praktische Computerbenutzung und Hacking. Wobei ich dann sogar dafür plädieren würde die Fertigkeit "Computer und Technik" oder "IT-Systeme" zu nennen (ist dann zwar immer noch eine rein moderne Fähigkeit, aber macht den praktischen Ansatz deutlicher).

    wobei man da noch "Autofahren/Fuhrwerk lenken" schreiben müsste oder einen anderen zeitlosen Begriff findet.


    "Fahrzeuge führen"?

    Damit wären Informatik und Mathematik als eigene Fertigkeiten ganz gut gerechtfertigt.


    Nur zum Verständnis: meinst du jeweils eine eigene Fertigkeit "Informatik" und "Mathematik", oder eine gemeinsame Fähigkeit "Informatik und Mathematik"?

    Möchtest du denn "die Antike" (Griechen und Römer in Sandalen) in deine Definition mit einschließen?
    Falls nicht, dann vielleicht "Vormoderne"? (laut Wikipedia ein Begriff der Mittelalter und frühe Neuzeit umfasst)


    Ansonsten vielleicht "Historisch" oder "Nicht-Modern" oder "Antiquarisch"?

    Hallo zusammen,


    beim Durchstöbern des Regelwerks bin ich über die Fertigkeit "Informatik" gestolpert: bei jeder Epoche außer der Moderne entfällt sie - und momentan ist es auch die einzige Fertigkeit im Regelwerk ist die überhaupt irgendwo entfällt.


    Wäre es nicht eleganter "Informatik" zu einer Spezialisierung von "Handwerk" oder "Naturwissenschaft" zu machen? (Handwerk wegen der Nähe zu Elektrotechnik und Mikroelektronik die dort eingruppiert sind; Naturwissenschaft wegen der Nähe zu Mathematik die dort eingruppiert ist ... obwohl genau genommen weder Informatik noch Mathematik eine Naturwissenschaft sind)


    Oder alternativ, sollte es nicht wenigstens eine entsprechende "Rest-Fertigkeit" in anderen Epochen geben (analog zu "Autofahren" / "Fuhrwerke lenken")? Verschlüsselung zum Beispiel (heute Teil der Informatik) wurde schon von Cäsar betrieben.


    Oder aber, kann man zumindest die Ausnahmesituation umdrehen? Statt "Informatik" in die allgemeine Fertigkeiten-Liste aufzunehmen und bei jeder Epoche außer der Moderne "Informatik entfällt" zu schreiben, warum nicht "Informatik" als zusätzliche Fertigkeit für die Moderne aufnehmen, so wie jetzt schon "Träumen" für die Traumlande?



    Das alles jetzt als Vorschlag zur Diskussion, unter der Annahme dass wir mit FHTAGN-Regelkern nicht sklavisch Delta-Green-Kompatibel bleiben wollen (ich vermute die Fertigkeiten-Liste kommt daher), sondern das Spiel in eine eigene Richtung entwickeln wollen.

    "Dagon" hat auch sehr starke Parallelen zu "The Temple": in beiden taucht die deutsche Marine auf (wenn auch hier als Widersacher und dort als Protagonist); beides spielt auf hoher See; und in beiden macht der Protagonist eine Reise durch eine fremdartige und verlassene Welt, zwar unfreiwillig aber doch auch fasziniert. In beiden Geschichten trifft der Protagonist auf Kultur-Artefakte die tief unter dem Meer verborgen waren. Nur am Schluss laufen die Geschichten auseinander: während der Protagonist aus "Dagon" das Monster deutlich sieht und danach in seine Welt zurückkehrt, bricht die Erzählung von "The Temple" ab bevor der Protagonist erfährt was genau er vorfinden wird und es ist abzusehen dass er nicht zurückkehren wird.

    Und hier noch mal die Ultra-Kurz-Fassung als Comic auf einer Seite:
    http://underwhelminglovecraft.…rwhelming-lovecraft-comic


    Die Story ist eigentlich sehr einfach gestrickt, aber gerade in ihrer Einfachheit hat der finale Twist fast schon etwas archetypisches. Weiß jemand ob Lovecraft dieses "Monster-geht-ans-Telefon-deines-Freundes-Trope" erfunden hat ... oder gab es vor ihm schon mal jemanden der es verwendet hat? Die Technologie (also das tragbare Telefon) war zu seiner Zeit ja noch ziemlich neu.


    In ähnlicher Form (nur mit Briefen statt mit Telefon) hat es ja auch Lovecraft selbst noch an anderer Stelle verwendet ("The Whisperer in Darkness") - aber die sofortige Rückmeldung eines Telefons gibt dem Horror noch mal eine andere Qualität.

    In der "Vereinszeitung" einer Gruppe von Satanisten Magiern der Linken Hand ist ein interssanter Artikel mit Bezug zu Lovecraft erschienen.


    Der Lovecraft-Mythos wird ja immer wieder von "echten" Okkuktisten aufgegriffen - und dabei drängt sich natürlich die Frage auf wie man ernsthaft Wesenheiten anrufen kann, die bekannterweise von einem übezeugten Materialisten und Atheisten als Fiktion geschaffen wurden. Dieser Artikel zeigt einen in meinen Augen sehr interessanten Ansatz einer "Apologetik" des Lovecraft-benutzenden Okkultismus:


    Zitat

    Lovecraft carries an atmosphere of those like Crowley, Grant, Levenda, Aquino, and LaVey, but also shows the fear and ignorance of a strict Christian pastor. In other words, when Lovecraft describes hideous rituals, grotesque beings, and gory sights, it should be seen as something similar to the description of the Satanic Ritual Abuse scandals from the 1980’s.


    Hier der Link zum Magazin. Der Artikel zu Lovecraft beginnt auf Seite 17: http://orderoftheserpent.org/d…ishable_Star_Volume_3.pdf

    Ich bin zwar auch Rollenspieler (und auf die dLG bin ich ursprünglich sogar über ein Rollenspiel-Forum aufmerksam geworden), aber mein Interesse an Lovecraft kommt aus dem literarischen Bereich. Ich habe tatsächlich noch nie ein Rollenspiel mit Lovecraft-Bezug gespielt (angefangen hatte ich damals mit DSA, inzwischen überwiegend Pathfinder). Grundsätzliches Interesse an Lovecraft'schem Rollenspiel hätte ich schon, aber es hat sich in meiner festen Rollenspielrunde einfach nie ergeben. Und momentan habe ich auch andere Prioritäten als dass ich aktiv nach einer neuen Rund suchen würde, nur um es auszuprobieren.

    Manche Einträge tauchen doppelt und dreifach im Anderswo auf. Kannst du etwas an deinem Import-Skript basteln um so was zu verhindern, Case? (Zum Beispiel neuen Foren-Thread nur dann erzeugen wenn auf Seite 1 von Anderswo noch kein Thread mit demselben Titel existiert)

    Coole Idee. Schade nur dass die Titel abgeschnitten werden. Das macht es gerade bei den Reddit-Beiträgen teilweise unverständlich worum es bei dem jeweiligen Beitrag geht, weil deren Titel oft lange vor soch hin mäandernde Sätze sind.


    Antropologie, was wohl Menschenkenntnis darstellen soll, mit 0%?


    Anthropologie ist doch nicht Menschenkenntnis, sondern Völkerkunde (also die wissenschaftliche Beschäftigung mit Kulturen), das sollte mit 0% passen.

    Für mich persönlich dient das hier als Materialsammlung für eine Kurzgeschichte die ich wahrscheinlich niemals fertig schreiben werde - aber ich bin sicher die Sammlung lässt sich auch als Ideengeber für Rollenspiel-Szenarien oder dergleichen verwenden. Das Thema sind geschichtliche Begebenheiten oder Geschichten (Legenden, Märchen, etc.) mit Bezug zu Deutschland, die in eine Geschichte von Lovecraft passen würden. Ich werde die Sammlung sporadisch ergänzen, immer wenn ich etwas thematisch passendes finde. Wenn von euch jemand etwas dazu beitragen möchte freue ich mich sehr darüber.



    Mich beschäftigt gerade die Frage ob kosmischer Horror in der Art von Lovecraft in unserer Gegenwart überhaupt noch funktionieren kann. Zeitgenössische Erzählungen fallen oft in eine von zwei Kategorien, soweit ich das beurteilen kann (vielleicht kenne ich auch nur nicht die richtigen ... aber deswegen frage ich ja hier): Zum Einen solche Erzählungen die zwar kräftig Kreaturen und Handlungsorte von Lovecraft zitieren, aber seinen Duktus ersetzen durch soziale Kritik und detailliert dargestelltes Charakter-Innenleben (ein gutes Beispiel hierfür: The Litany of Earth von Ruthanna Emrys). Zm Anderen solche Erzählungen die schon versuchen, den kosmischen Horror zu übernehmen, dabei aber ins Humorvoll-Selbstironische abdriften (gutes Beispiel hierfür: alles von Charles Stross). Mir fällt keine zeitgenössische Erzählung ein (egal ob Kurzgeschichte oder Roman) die den subtilen kosmischen Horror ernsthaft und erfolgreich in unserer Gegenwart zu transportieren versucht.


    Kenne ich bloß die falschen Autoren - oder gibt es so etwas wirklich nicht?


    Und falls es nicht existiert: glaubt ihr es wäre überhaupt möglich?


    Oder sind wir in der Zeit von Smartphone-Videos von Terror-Attentaten alle viel zu abgestumpft, um im Anblick des unaussprechlichen Grauens noch ernsthaft den Verstand zu verlieren?