Beiträge von Mondsänger

    Berechtigter Einwurf. Handelte sich wie gesagt auch nur um einen mentalen Schnellschuss. Um dieses Konstrukt zu stützen: Shoggoten kommen ja in den Bergen des Wahnsinns in einem zentralen Text von Lovecraft an multiplen Stellen vor und sind klar als "Volk" oder "Gruppe von gleichartigen Wesen" erkennbar. Yuggoth hingegen kommt in Der Flüsterer im Dunkeln eindeutig als Eigenname eines Planeten vor. Wäre ich ein der Materie unkenntlicher Übersetzer, würde ich versuchen den Namen eines Volkes zu übersetzen, einen Eigennamen aber behalten, womit z.B. Plutonians zu Plutoniern werden würden, Pluto aber Pluto bleiben würde. So ähnlich könnte das hier ja gewesen sein.
    Da ich von Rhan-Tegoth noch nie gehört habe, werde ich das Beispiel zum Wohl meiner gelungenen Argumentation ausblenden und mir vorstellen, dass es meine Theorie stützt statt sie zu zerstören ;)

    Meine Vermutung wäre ja, dass der ursprüngliche Übersetzer das englische "goth" zum deutschen "Gote" gemacht hat, womit aus dem Shog-goth ein phonetischer Shogh-Gote oder eben etwas fließender der Schoggothe geworden ist. Wie es sich für eine Vermutung gehört habe ich nicht die geringste Quelle um meine Behauptung zu stützen ;)

    Ich finde wenn man einen solchen Trick wie den SC zu übernehmen, einen "Cut" zu machen o.ä. dezent bzw. selten genug einsetzt, kann es sehr schöne Effekte haben. Bei jeder geistigen Umnachtung den SC zu übernehmen, empfinde ich auch als zu stark. Ich gehe meist so vor, dass ich den SC nochmal kurz erläutere. was eine geistige Umnachtung bedeutet und welche regeltechnischen Konsequenzen sich daraus ableiten. Den Rest überlasse ich den Spielern selbst.

    Ich finde Horror - also existenzielle Angst - kommt beim Rollenspiel so gut wie nie auf. Grusel und Schauer hingegen schon öfter. Dabei kommt es - noch so eine Kalenderweisheit - natürlich immer auf die Stimmung am Tisch an. Aber es haben sich über die Jahre so ein paar Klassiker etabliert, die oft ziehen


    - Einsame und menschenleere Gegenden (tiefe Wälder, Raumstationen etc.)
    - Andeutungen von schrecklichen Dingen (Rufe bzw. Schreie in der Ferne, merkwürdige Spure etc.) funktionieren besser als der tatsächliche Anblick von Tentakelmonstern ;)
    - Entsprechende Musik bzw. Soundeffekte können auch helfen
    - Gerne auch mal die Stimme und Person des Spielleiters nutzen. Plötzliche Änderungen von Tonhöhe und Lautstärke, Aufstehen und zu jemandem hingehen, plötzliches auf den Tisch schlagen oder schreien (Der Jumpscare des P&P), um den Tisch gehen und Leuten ins Ohr flüstern etc.

    Also um mal die Gegenposition einzunehmen. Ich finde den Text jetzt gar nicht so schlecht. Käme ich mit völligem Unwissen über HPL an diesen Text, wäre mein Interesse zumindest geweckt. Ich denke, dass der Text nicht die Katastrophe ist, als die er hier verissen wird. Wenn ich mich versuche mich an die Stelle eines unbedarften und fachfremden Leser zu stellen, dann gibt der Text mir einen Wegweiser in die Hand. Ich bin mit den biografischen Eckpunkten und den gängigen Kontroversen um Lovecraft in Berührung gekommen und habe ggf. Interesse entwickelt, wie das Werk dieses Mannes so einflussreich werden konnte. Mehr kann ein solch kurzer Artikel wohl nicht leisten. Als Kenner der Materie schaudert man natürlich manchmal, aber das geht jedem Experten in allen Themen so. Wenn ich mir als Historiker ZDF Dokumentationen über die Frühe Neuzeit ansehe ("Die Deutschen") dann schüttel ich mitunter auch die Faust, aber das ist nunmal für viele der erste Berührungsüpunkt und irgendwo muss man ja in den hermeneutischen Zirkel eintreten. Da ist dieser Artikel wirklich nicht der schlechteste Punkt.

    Ich habs jetzt gerade mal getestet. Ich weiß nicht, wieviel man daran drehen kann, aber ich persönlich finde es "unintuitiv, dass der Benutzer mitsamt Avatar jetzt rechts statt links neben dem Beitrag zu sehen ist. Davon abgesehen, dass es glaube ich in allen Foren (die ich kenne) usus ist, dass der Avatar links neben dem Beitrag steht, macht es auch aus der gewohnten Leserichtung her Sinn, dass das so ist. Das würde ich auf jeden Fall anpassen. Eventuell auch den Schnellzugriff etwas prominenter platzieren, da zumindest ich die Funktion eigentlich jeden Tag nutze, um zu sehen, was Neues geschrieben wurde. Bisher war die recht prominent am rechten oberen Bildrand. Jetzt ist sie nach links und in ein Untermenü gewandert. Finde ich persönlich nicht so schön.
    Lesbarkeit des neuen Stils ist soweit gut. Finale Beurteilung kann man natürlich erst mit dem "Gesamtpaket" vornehmen.

    Ich persönlich spiele mit beiden Modellen (klassisch / Freeform), je nach Gruppe und Situation. Bei Oneshots ziehe ich die Freeform vor, da man sich mMn nach stärker auf die Story konzentrieren kann und nicht ein abstraktes Regelkonstrukt im Kopf haben muss. Bei längeren Spielen / Kampagnen habe ich aber auch gerne etwas spielmechanische Entwicklung (oder Degeneration) dabei, was sich in einer reinem Freeform weniger gut darstellen lässt.


    Wie immer denke ich, dass es auch auf Gruppe und Vorlieben ankommt. In meiner wöchentlichen Gruppe sind beispielsweise fast alle Rollenspieler einer sehr klassischen 80er/90er Jahre Typus. Da muss ich Veränderungen sehr behutsam einführen. Auf Cons hingegen gehe ich davon aus, dass Leute Bock auf was ungewöhnliches haben und auch vor Freeform Kammerspielen nicht zurückschrecken (oder sich halt einfach nicht eintragen).


    TL;DR: Habe beides ausprobiert. Bin Fan von Freeform. Das hat aber auch seine Tücken.

    Mal ne kurze Frage: Gibt es schon eine Übersicht der Räume und wird es eine Möglichkeit geben in irgendeiner Form Raumwünsche zu äußern? Ich denke da vor allem an die - mitunter doch recht laute - Freeform-Brigade, die eher schlecht mit konventionellen Runden harmoniert ;)

    Vielleicht als kurzer Querverweis: Den notorisch schlechten Ruf der Geschichte aufnehmend, wurde vor kurzem ein Werk veröffentlicht, dass die Geschichte aus der Perspektive eines Schwarzen erzählt. Victor LaValle - The Ballad of Black Tom


    Ich habe Red Hook und Black Tom hintereinander gelesen und so ergibt sich eine schönes literaische Collage. Kann das nur empfehlen.