Ich hoffe, es ist auch okay, dass ich kurz meinen Eindruck über zwei der Serien verrate:
Also "The OA"... ohne jetzt darauf eingehen zu wollen, was inhaltlich passiert - das war eine dieser Serien, die in den ersten drei/vier Folgen eine interessanten Handlungsbogen aufbauen, ein Mysterium erzeugen und zum Teil sogar gut geschriebene Charaktere aufweisen. Leider driftete die Serie dann aber dermaßen ab und hat sich von sich selbst verabschiedet, dass zumindest ich keine zweite Staffel gucken werde.
Zu "Zoo". Diese Serie fällt im weitesten Sinne unter das Genre Endzeit/XYZ-Apokalypse. Was wir eigentlich eher von Zombies kennen (The Walking Dead) wird hier anhand von Tieren (ähnlich Schätzings Der Schwarm) durchexerziert. Das muss kategorisch nichts schlechtes sein, leider ist die Serie so sehr den Konventionen des Genres verpflichtet, dass man immer genau weiß, was als nächstes passiert. Die Schauspieler sind eher mäßig und die Dialoge fast schon bemitleidenswert schlecht. Neulich hat Netflix die zweite Staffel zur Verfügung gestellt. Nach den ersten drei Folgen habe ich auch dieser Serie den Laufpass gegeben, da die "Neuerung" (ich spiolere auch hier mal besser nicht) genau das war, was ich erwartet habe und die Protagonisten mir nach x Folgen immernoch egal sind.
Mein persönliches Fazit zu diesen beiden Serien wäre also: Nicht sehenswert. Sorry.
Hingegen...
DARK (Netflix, 2017) ist tatsächlich ein interessanter und verqueerer Stoff, etwa als würde man Stranger Things und Donnie Darko mixen und dann der ARD den Auftrag geben das ganze zu drehen. Das klingt vielleicht unsexy, ist es aber nicht. Der düstere Ton und das langsame Erzähltempo gepaart mit der zum Teil beeindruckenden Leistung einiger Schauspieler überzeugen mich komplett. Dennoch: Das Ende der ersten Staffel, das den Bogen zur zweiten (angekündigten) Staffel zieht, ist leider schon wieder recht abgedroschen.
Ich weiß grad gar nicht, ob es hier schon erwähnt wurde, aber auch sehr gut unterhalten hat mich The Crown.
Zuerst war ich skeptisch, dachte ich doch an die unzähligen Live-Berichterstattungen von ARD und ZDF, wenn mal wieder ein royales Kind geboren wird oder einer der Prinzen mit der Uniform aus der Zeit seines Großvaters im Londoner Nachleben unterwegs war. Doch... Doch ich wurde eines besseren belehrt. Die Serie bewegt sich an der Biografie von Königin Elisabeth entlang und beleuchtet viele zeitgeschichtliche Ereignisse aus der Brille einer Familie, die zwar ganz oben in der Hierarchie eines schwindenden Weltreichs steht, zugleich aber in einem goldenen Käfig von dieser Welt entrückt ist und zu nichts konkret Stellung beziehen kann. So gleicht es fast einem diplomatischen Duell, wenn die Königin in ihrer politischen Machtlosigkeit einen "rebellierenden" afrikanischen Politiker zu einem Tanz auffordert und zumindest kurzzeitig wieder den Eindruck von Souveränität erzeugt. Claire Foye und Matt Smith, den Doctor Who Fans als 11. Doctor kennen, zeichnen hervorragende Charakterstudien, wie sie so auch in großen Oskar-Filmen zu sehen sind.