In der aktuellen Ausgabe des Comic-Reporters ALFONZ befindet sich ein Artikel über Lovecraft im Comic.
Die Erwähnung erfolgt hier nur der Vollständigkeit halber, denn der Text (Autor: Gerrit Lungershausen) ist völlig misslungen. Für eine Titelstory sehr kurz, verbleibt er im Oberflächlichen und hat überwiegend den Charakter einer Aufzählung. Seine im Untertitel formulierte Frage beantwortet er nicht.
Störend ist zudem die Tatsache, dass der Autor Lovecrafts Literatur offenbar geringschätzt (grundsätzlich natürlich legitim) und dies in den gesamten Text wertend einfließen lässt, ohne dies weiter zu begründen. In Teilen widerspricht er sich dann implizit sogar selbst, wenn der Autor sich da und dort doch mal kurz aufrafft, etwas auf den Reiz von Lovecraft einzugehen, den er ja ganz offenbar auf viele ausübt. Faktische Fehler (Lovecraft starb 1937, nicht 1938) und das Wiederkäuen alter Mythen tun ihr übriges. Natürlich muss auch der Rassist Lovecraft ausgestellt werden, ohne, dass man mal im Comic-Kontext gewinnbringend darüber nachdächte. Fazit: Gruselig ist hier nur der Artikel selbst.
Schade, dass es ein so renommiertes Fachblatt nicht besser hinbekommt. Wer sich interessiert, kommt am VIRUS-Sonderheft vom letzten Jahr nicht vorbei, das einen Schwerpunkt mit mehreren gelungenen Artikeln enthält.