Eine Soziologie des Heavy Metal (Hartmut Rosa)

  • Vielleicht ist dieses schmale Bändchen für einige hier interessant. Hartmut Rosa, der "Entschleunigungspapst" und vielgeliebte Talkshow-Gast, hat über seine Beziehung zum Heavy Metal geschrieben: Traditionslinien aus der Schwarzen Romantik, Transzendenzerfahrungen auf Konzerten, ein paar Statistiken (bei denen Metalheads gut wegkommen ^^) usw. Ich würde es nicht wirklich als "soziologisch" bezeichnen, das könnte man besser unter dem Etikett "Philosophie" einsortieren, aber das gilt ja für einige seiner letzten Veröffentlichungen.

    Wer jedenfalls eine Mischung lesen möchte aus

    • persönlichem Bekenntnisbuch "zum Metal" sowie
    • einer philosophischen Reflexion, wieso gerade Hard & Heavy geeignet ist, Menschen zu einer guten Weltbeziehung zu führen,

    sollte sich das mal angucken. Leider werden die cthuloiden Einflüsse auf einige Bands und Stücke nicht explizit angesprochen (Rages "The Crawling Chaos" wäre dafür sogar eine Gelegenheit gewesen -- bei 150 Seiten Text muss aber natürlich vieles unter den Tisch fallen). Es geht eher um die Ursprünge des Motiv-Kanons in der Romantik; statt kosmischem Grauen wird eher auf romantische Ironie ("man meint, was man sagt, und meint es gleichzeitig nicht") abgestellt.

    Ich bin ja nicht so metal-affin, daher würde mich sehr interessieren, wie das eingefleischte Metalheads hier lesen und bewerten.

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    Hartmut Rosa: "When Monsters Roar and Angels Sing. Eine kleine Soziologie des Heavy Metal"

    Kohlhammer 2023, 187 S., 20 Euro (print)

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