Beiträge von William Dyer

    Update zu Southern Gods:


    Hab das Buch nun ausgelesen und hatte alles in allem meine Freude damit.


    Am Ende flacht die Atmosphäre aber doch deutlich ab. Der Plot wird vorhersehbar, die Spannung verfliegt.

    Ebenfalls verliert die Geschichte ihren subtilen Gruselfaktor und präsentiert sich im letzten Abschnit mit deutlichem Splatter und Obszönität.


    Ich denke, dass man mit dieser Art von Horror rechnen muss, wenn man ein Buch aus dem Festa-Verlag kauft. Es sei denn, man widmet sich mehr der klassischen Festa-Literatur wie beispielsweise "Der Mönch" von Matthew Gregory Lewis, die Geschichten von Robert E. Howard oder der ursprüngliche "Bibliothek des Schreckens". Natürlich haben die anderen Festa Bücher auch ihre Berechtigung, da jeder lesen darf, was ihm gefällt. In diesem Fall beziehe ich mich ausschließlich auf mein Empfinden und finde es schade, dass Southern Gods sich am Ende doch so drastisch und vorhersehbar präsentiert.


    Buchbewertung: 3 von 5

    Band drei ist inzwischen bei mir eingetroffen. Gestern war "Southern Gods" zu 98,x % vergriffen. Möglich, dass noch welche verfügbar sind. Außerdem der erste Band der Reihe, der nicht schon vor Erscheinen vergriffen war.


    Ich habe heute morgen auf dem Weg zur Arbeit damit angefangen und jetzt drei Kapitel gelesen, zzgl. Prolog. Letzterer zeigt bereits an, dass es sich um einen Horrorroman handelt und spielt in der Vergangenheit. Also ein Prolog in jeder Hinsicht, wenn man so will. Der Handlung des Romans (also in der Gegenwart des Buches) führt die unheimlichen Sachen bisher recht vorsichtig ein. Es ist an dieser Stelle kein Ekel-Sperma-Pipi-möglichst-harte-Vergewaltigungen-Splatter-und-Blut-Horror. Ich bin kein Spezialist für dieses Genre, aber ich würde sagen, dass hier Elemente des Hardboiled-Krimis angewandt und mit dem Cthulhu-Mythos verwoben werden. Bisher ist es ganz gut lesbar.


    Freu mich auf Deinen Eindruck Kain .


    Hab ebenfalls mit "Southern Gods" angefangen und bin bisher begeistert.

    • Titel: Southern Gods


    • Original-Titel: Southern Gods



    • Autor: John Hornor Jacobs


    • Erschienen: Festa Verlag - 25.05.21 (H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens - LIMITED)


    • Umfang:  384 Seiten


    • Klappentext: Der Kriegsveteran Bull Ingram erhält von einem DJ aus Memphis den Auftrag Ramblins John Hastur zu finden. Die dunkle, treibende Musik des mysteriösen Blues-Musikers, die von einem geheimen Radiosender mit ständig wechselnden Frequenzen ausgestrahlt wird, soll Lebende verrückt machen und Tote wiederauferstehen lassen. Hat der Musiker seine Seele an den Teufel verkauft? Ingram folgt Hasturs Spur bis in die einsamen Wälder von Arkansas. Dort wird er erfahren, dass es Kräfte gibt, deren Wirken viel bösartiger und schmerzhafter ist, als das Werk des Teufels ...


    • Eindruck:


    Bisher habe ich 200 Seiten gelesen und bin wirklich begeistert. "Southern Gods" ist der dritte Band der neuen Reihe "H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens - LIMITED" aus dem Festa-Verlag. Den ersten Band "Die Romanze von Dunwich" hatte ich nach den ersten fünf Seiten von Lee´s Geschichte zugeklappt und aus meinem Sichtfeld verbannt. Ich gebe zu, dass ich bereits vor diesem Versuch, eine Meinung zu Edward Lee hatte und es mich einige Überwindung kostete, mir die Zeit zu nehmen, dem ganzen eine Chance zu geben. Wem die Art von Lee zusagt, der soll ihn lesen. Für mich ist es einfach unverständlich, wie man mit so etwas seine Zeit vergeuden kann.


    Der zweite Band "Tote Titanen, erwacht!", hat da schon einen besseren Eindruck gemacht und es gab einige Passagen, mit denen ich meine Freude hatte. Am Ende wird die Geschichte zwar ein wenig konfus, aber alles in allem habe ich den Kauf nicht bereut.


    Nichtsdestotrotz empfand ich den Start der Limited-Reihe als zu schwach, um meine Freude für kommende Erscheinungen befeuert zu sehen. Doch bekanntlich sind aller guten Dinge drei und so wollte ich es noch mit "Southern Gods" probieren.


    Wie bereits geschrieben, bin ich wirklich begeistert. Die Geschichte wirkt frisch, der Plot nicht konstruiert und die Charaktere glaubhaft. Vom Schreibstil erinnert mich "Southern Gods" an den Schriftsteller Michael McDowell, der mit "Die Elementare" einen absoluten Kracher geschaffen hat.


    Nach 200 Seiten getraue ich mich zu sagen, dass John Hornor Jacobs nicht mit unnötiger Effekthascherei von etwaigen schriftstellerischen Schwächen abzulenken versucht. Das, was ich bisher lesen durfte, wirkt durchdacht und mit Herz geschrieben. Ich muss gestehen, dass ich nun doch wieder ein bisschen neugierig bin, was die kommenden Bände dieser Reihe betrifft. Jacobs werde ich aber auf jeden Fall in Zukunft im Auge behalten.

    Das Bildnis des Dorian Grey. In der hervorragenden Übersetzung von meinem hochgeschätzten Gustav Landauer.


    Und wiedereinmal weiß ich, warum ich den Text und Oskar Wilde so schätze - fast Jeder Satz ist ein kleines Kunstwerk.

    Da stimme ich Dir voll und ganz zu.:thumbup:

    Hm, liest du denn viel Comics? Ich erinnere mich, dass ich das Problem auch hatte, als ich mich dem Medium vor grauer Vorzeit näherte; inzwischen ist's wie Luft atmen.


    Jetzt lese ich Infidel (Pornsak Pichetshote & Aaron Campbell) - ebenfalls eine (abgeschlossene) Comic-Reihe.


    Nicht wirklich. Würde sagen, vielleicht einen Comic pro Monat und auch nur dann, wenn mich das Thema wirklich interessiert. Bei den Lovecraft-Adaptionen war für mich allerdings klar, dass ich sie lesen werde. Vielleicht hast Du Recht und mir fehlt einfach die Übung, wobei ich auch als Kind nie wirklich viel mit diesem Medium anfangen konnte. Ich werde mich noch an den Comics von Junji Ito versuchen. Wer weiß? Vielleicht klappt es diesmal besser. ;)

    Derzeit lese ich Gou Tanabes HP Lovecrafts Der Schatten aus der Zeit.


    Ich habe zuletzt "Der leuchtende Trapezoeder" von Gou Tanabe gelesen



    Ich lese auch im Moment Gou Tanabes Adaption von der Schatten aus der Zeit.

    Davor war es der leuchtende Trapezoeder, auch von Gou Tanabe <3


    Ich habe die Bücher von Tanabe auch schon gelesen und finde die Umsetzung wirklich gelungen.


    Nur habe ich beim Lesen von Comics leider das Problem, dass ich mich schnell gestresst fühle. Ich kann mich nie entscheiden, ob ich erst den Text lesen oder mich zunächst den Bildern widmen soll. ^^


    Ging mir besonders bei den Lady Mechanika Comics so. Da sind die Bilder teilweise derartig gewaltig und schön, dass das Lesen der Texte zur nervigen Nebensache wird. Wahrscheinlich bin ich der Einzige der dieses Problem hat und in dem Fall einfach komisch. :D

    Zudem habe ich mit Churchills Buch über den Zweiten Weltkrieg begonnen. Für dieses Werk erhielt er den Literaturnobelpreis. Bislang liefert er zum einen interessante, eher anekdotenhafte Eindrücke von einem Leben in der britischen Politik vor hundert Jahren und zum anderen eine durchaus differenzierte und m.E. noch heute lesenswerte Einschätzung des Versailler Vertrages und der nachfolgenden Politik.


    Da hast Du Dir aber einen dicken Schinken vorgenommen. ;)


    Lesenswert ist dieses Buch aber auf jeden Fall. Hatte ich vor zirka fünf Jahren auch auf meinem Lesetisch liegen.


    LG

    Titel: Die Glasbücher der Traumfresser


    Original-Titel: Übersetzt aus dem Originalen "The Glass Books of the Dream Eaters", bei Hippocampus Press, New York


    Es ist bereits mein zweites Mal und ich bin immer noch begeistert. Es spielt im viktorianische England. Es gibt drei Protagonisten die durch Zufall in eine Verschwörung von einem Kult geraten und versuchen diese aufzuhalten. Mittelpunkt ist eine Glas welches aus einem Indigofarbenen Lehm gewonnen wird und durch eine alchemistische Methode die Psyche verändern kann. Mehr möchte ich tatsächlich gar nicht verraten. Außer vielleicht, dass es zwei Fortsetzungen gibt: Das Dunkel Buch und Alchemie des Bösen.


    Klingt wirklich stark,  Toobeeus ! :thumbup:


    Hab mir den Wälzer gleich mal auf meine Leseliste geschoben. Hast Du die zwei Nachfolger auch gelesen und kannst hierzu etwas sagen?

    Danke für die Anregungen, Neodyn und blackstarsrising !


    Die zwei Bücher zu Lovecrafts Leben stehen auch noch auf meiner Liste.


    Finde generell das Programm des Golkonda-Verlags ziemlich interessant.


    Mein letztes Buch aus dem Verlag war Lovecrafts Essay über "Das übernatürliche Grauen in der Literatur".

    Kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen, zumal man auch hier einiges an Lesetipps erhält.


    Beste Grüße!

    Ich mach mal den Anfang ...


    Aktuelle Lektrüre ...


    Titel: Geh und finde den River Man


    Original-Titel: Gone to See the River Man


    Cover: https://www.festa-verlag.de/me…iverman_buchblock_1_1.png


    Autor: Kristopher Triana


    Erschienen: Festa Verlag - 03.05.2021 (Sammler-Ausgabe)


    Umfang: 256 Seiten


    Erster Eindruck: Besser als erwartet. Die Atmosphäre ist teilweise zum Schneiden dicht und schafft es, mich als Leser zu fesseln. Zunächst hat mich die Brutalitäts-Wertung des Festa-Verlags abgeschreckt, da dieses Buch mit 4 von 5 möglichen Punkten bewertet wird. Da meine Vorliebe bei subtiler Schauerliteratur liegt, war ich beim Lesen positiv überrascht, dass der Splatter sich für Festa-Verhältnisse wirklich in Grenzen hält. Momentan bin ich ungefähr auf Seite 180 und hoffe, dass das Buch auf den letzten Metern nicht ins Straucheln gerät und dadurch mein Gesamt-Eindruck schwächt. Ich muss zugeben, dass mir die Idee des "River Man" wirklich gut gefällt. Die Geschichte driftet nach und nach in surreale Gefilde ab und ich kann nur mutmaßen, wo die Reise hingeht.

    Hallo ihr Lieben,


    wie der Titel bereits vermuten lässt, soll uns der Thread "Was lest ihr gerade?" die Möglichkeit bieten, einen regelmäßigen Austausch über Literatur zu pflegen. Mir ist bewusst, dass das Herz des Literatur-Unterforums unsere tolle Leserunde ist. Nichtsdestotrotz sehe ich viel Potenzial darin, auch außerhalb des Lesezirkels über Bücher zu sprechen, die uns derzeitig beschäftigen.


    Anmerken möchte ich, dass es hierbei keine feste Regeln gibt. Ihr könnt gern nur den Titel Eurer Lektüre posten oder näher darauf eingehen, warum ihr Euch gerade für dieses Buch entschieden habt, welche Gedanken Euch beim bisherigen Lesen gekommen sind und wie Euer bis dahin gewonnener Eindruck aussieht.


    In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr viel Spaß beim Austausch miteinander habt und die ein oder andere Anregung für kommenden Lesestoff findet.


    Bitte bleibt gesund und habt eine großartige Zeit hier im Forum/ Verein.


    Beste Grüße! :)

    Ich bin erstaunt, wie wenig mir hinsichtlich "kosmischen Horrors" in der Literatur einfällt. Würde mich jemand nach Filmen in diese Richtung fragen, könnte ich sofort einige Beispiele nennen.


    Warum ist es Eurer Meinung nach so schwierig, diese Art von kosmischer Bedrohung in der Literatur treffend darzustellen? Wie hat es Lovecraft geschafft, die Stimmung der unheimliche Erhabenheit des Weltalls so gekonnt einzufangen?

    Wie steht ihr zu Montague Rhode James? Wenn ich mich an den von Axel genannten Punkte bedienen darf, gibt es einige Gemeinsamkeiten.


    Das Einzige, was komplett bei James fehlt, ist das "kosmische Grauen". Meines Wissens nach wurde James mal gefragt, was er von Lovecraft und dessen Geschichten hält. Im Gedächtnis geblieben ist mir, dass er äußerst allergisch auf die Begrifflichkeit "kosmisches Grauen" reagierte und so gar nichts damit anfangen konnte.




    Schöne Thread-Idee! :love:


    Hab vergangene Woche zwei Büchlein aus dem Goblin Press Verlag gelesen, die beide überzeugen konnten.

    Zum einen wäre da "Thronos" von Rainer Zuch und zum anderen "Der kataleptische Traum" vom leider viel zu früh verstorbenen Michael Knoke.


    Welches Buch mir ebenfalls umgehend einfällt, wenn wir über cthulhoide Literatur sprechen ist "Ich hol dir die Vögel vom Himmel" von Brian Hodge, erschienen im Festa Verlag.


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    Zu den anderen Autor*innen:


    • Von Caitlin Kiernan hab ich bisher nur "Das ertrinkenden Mädchen" gelesen, was mich nicht wirklich überzeugen konnte.


    • Von Clive Barker habe ich hier noch "Tortured Souls & Infernal Parade" liegen und bin gespannt, wie mir die zwei Novellen gefallen. Bisher hab ich noch nichts von ihm gelesen.


    • Bei King schließe ich mich ebenfalls an. "Pet Sematary" fand ich aber großartig, wobei ich jedoch nicht behaupten würde, dass es sich hierbei um eine cthulhoide Geschichte handelt.


    Kurze Frage an Katja Tiltmann und SteamTinkerer:


    Auf welchem System spielt ihr denn "The Sinking City"?


    Dachte, da gab es Probleme mit dem Publisher, weswegen das Game aus sämtlichen Stores entfernt worden ist?


    "Call of Cthulhu" war atmosphärisch sehr stimmungsvoll. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass das Entwickler-Team arg unter Zeitdruck stand. Zudem hätte ich mir gewünscht, dass sich die Talente stärker auf den Spielverlauf auswirken. An sich fand ich die Grund-Idee nämlich sehr interessant.


    Spielt eigentlich jemand von Euch "Fallen London"?

    Schließe mich Bulli und Katja Tiltmann an.


    Bloodborne ist ein großartiges Spiel, dass viele Kernaspekte lovecraftschen Horrors gekonnt einfängt.


    Zusätzlich zu den genannten Punkten von Bulli, würde ich gern folgendes ergänzen:



    Einsamkeit


    Die Präsenz der Einsamkeit ist in Bloodborne allgegenwärtig. Wir erwachen in Iosefkas Klinik ohne zu wissen, wo oder wer wir sind. Niemand ist anwesend den wir nach Rat oder dem Weg fragen könnten. Unsere einzige Möglichkeit besteht darin, Schritt für Schritt die Welt um uns herum zu erkunden und die wenigen Anhaltspunkte die wir erhalten, einigermaßen vernünftig in Beziehung zu setzen. Dieses Gefühl der Isoliertheit wird darin noch gesteigert, dass es keine musikalische Untermalung gibt, außer in den Bosskämpfen. Zudem lernen wir die meisten Npc's in Bloodborne nur dadurch kennen, dass wir mit ihnen hinter verschlossener Tür sprechen können. Zwar gibt es die Möglichkeit, diese in die Oedon-Kapelle einzuladen, doch auch hier sind uns Grenzen gesetzt.



    Bedrohung


    Hand in Hand mit der von mir erwähnten Einsamkeit, geht die permanente Bedrohung in Bloodborne. Wie ich bereits erwähnt habe, können wir uns nur dadurch ein Bild von unserer Situation machen, indem wir die Welt um uns herum erkunden. Doch handelt es sich hierbei nicht um einen Spaziergang im Park, sondern vielmehr um einen leibhaftigen Alptraum, der jede Tür die es zu öffnen gilt, zum Akt des Mutes macht. Diese Art der Bedrohung, der wir uns allein stellen müssen, fördert zusätzlich noch das Gefühl der Einsamkeit. Wie oft auch im realen Leben verhällt es sich in Bloodborne so, dass das Bestreiten großer Widrigkeiten dadurch erschwert wird, dass wir allein sind und mit den vor uns liegenden Aufgaben dementsprechend selber zurecht kommen müssen.



    Verfall & Degeneration


    In den ersten Stunden, in denen wir die Welt von Bloodborne erkunden, wird uns schnell bewusst, dass es sich bei der Stadt Yharnam um eine Hochkultur handelt. Das erkennt man besonders an dem Schloss Cainhurst, der Odeon-Kapelle, der heilenden Kirche und der Byrgenwerth-Bibliothek. All diese Bezirke wirken verfallen und verlassen. Wir als Spieler können nur mutmaßen, welch Streben und Treiben die Stadt Yharnam einst bevölkert hat.


    Abgesehen von der reichhaltigen Architektur, sehen wir auch die Bewohner Yharnams der gnadenlosen Degeneration ausgeliefert. Sei es nun Ludwig die heilige Klinge, Pater Gascoigne, die schöne Vikarin Amelia oder der Adel von Cainhurst. Die gesamte Bevölkerung ist nur noch ein grausiges Zerrbild dessen, was sie einmal waren. Dabei scheint es so, dass diese Form des Zerfalls unabwendbar ist und allmählich in alles Erhabene und Schöne Yharnams kriecht, was wiederum das Gefühl der Hilflosigkeit und des Verloren-seins verstärkt.



    Sinn- und Aussichtslosigkeit


    Nachdem wir sämtlichen Gefahren getrotz und uns unseren schlimmsten Alpträumen gestellt haben, drängt sich uns am Ende unserer Reise dennoch das Gefühl der Sinnlosigkeit auf. Wir realisieren, dass all unsere Taten eigentlich nichts am Ausgang der Geschichte geändert haben. Wir sind nur ein kleiner Teil eines nie endenden Zyklus, in dem wir uns als Spielball der Umstände konfrontiert sehen. Uns wird bewusst, dass unser Weg nur auf eine Weise ein Ende finden kann und das der Glaube, wir könnten Einfluss auf unser eigenes Schicksal nehmen, im wahrsten Sinne des Wortes nur ein Traum war. Wir hatten eine Funktion, diese Funktion wurde erfüllt und nun heißt es sich dem Wirken des Traumes auszuliefern. Egal ob wir wollen oder nicht.



    Soundtrack


    Wie ich bereits schon erwähnt habe, gibt es in Bloodborne keine musikalische Untermalung, außer in den Bosskämpfen. Das ist deswegen so bemerkenswert, weil wir dadurch den Kontrast in einem Gemisch aus Furcht und unerträglicher Erregung verspüren. Nach langen Perioden der Stille, betreten wir ein unscheinbares Gelände, in dem wir plötzlich mit einer Bedrohung konfrontiert werden, mit der wir nicht gerechnet haben. Wir wissen nicht was oder wem wir gegenüber stehen, was es uns umso schwerer macht, uns emotional zu ankern und uns dem Gegner mit einem Hauch von Selbstvertrauen zu stellen. Der Soundtrack, der diese Begegnung untermalt, ist dermaßen gewaltig, dass er uns noch lange Zeit danach im Gedächtnis bleibt.


    Liebe Grüße,


    Euer William

    Hey Dark_Pharaoh,


    erst einmal muss ich mich entschuldigen, dass ich in Totengräber-Manier diesen Thread ausgrabe.


    Bin erst seit kurzem hier angemeldet und durchforste gerade das Forum, nach interessanten Themen.


    Nun zu Keene ...


    Bisher habe ich zwei Bücher von Keene gelesen. Zum einem wäre da "Eine Versammlung von Krähen" zum anderen die Sammlerausgabe "Der Hexerbaum"


    Beide Bücher sind im Festa-Verlag erschienen und handeln zum Großteil von dem Protagonisten Levi Stoltzfus.


    Leider muss ich sagen, dass ich die Bücher eher mittelmäßig fand und die Hauptfigur zum Großteil albern.


    Zwar versteht es Keene Amtosphäre aufzubauen, lässt diese alleridngs in den Momenten verpuffen, in denen er "dem Bösen" allzu viele menschliche Eigenschaften andichtet.


    Was uns als Fans von Lovecraft auszeichnet, ist die Macht- und Bedeutungslosigkeit im Angesicht des Göttlichen, Bösen und des Chaos. Wenn wir diese Kräfte und Mächte zu sehr in Geschichten vermenschlicht sehen, verlieren sie oft an Bedrohung.


    Es sind eben die Dinge, die wir nicht greifen, beschreiben oder uns vorstellen können, die ein Gefühl von grussliger Erhabenheit in uns auslösen. Ein Gefühl, dass wir in warmen Sommernächten auch beim Betrachten des grenzenlosen Sternenhimmels verspüren.


    Bei den Geschichten von Keene ist es aber so, dass der Protagonist immer den richtigen Zauberspruch und das richtige Hilfmittel zur Hand hat, um seinen Gegenspielern das Handwerk zu legen. Das kann sicherlich für den einen oder anderen unterhaltsam sein, ich finde so etwas im besten Fall albern.


    Das es sich hierbei um meinen persönlichen Geschmack handelt, möchte ich noch einmal betonen. Denn mir sind einige Leute bekannt, die Keene feiern und absolut begeistert von seinen Geschichten sind. Ich erinnere mich diesbezüglich an ein Autoren-Special von CreepyCreatures auf Youtube, in dem Keene in höchsten Tönen gelobt wird.