Beiträge von Kain

    Dann bin ich mal gespannt.


    Auch auf den Rest der Reihe.

    Ach so. Ein kleiner Fehler ist mir aufgefallen. "The Lost Club" wurde hier nicht das erste mal auf deutsch präsentiert. Die Geschichte ist auch in einer Anthologie vom Blitz Verlag enthalten.

    Nun ja, es gibt Teile, die mir sehr gut gefallen haben. Das sind dann auch die Teile, die desöfteren als einzelne Kurzgeschichten ausgekoppelt wurden. Den Rest fand ich nicht unbedingt schlecht. Aber mitunter etwas langatmig und zäh. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob das als Horrorgeschichte durchgeht. Das könnte man durchaus auch irgendwo im Bereich der Kriminalgeschichte verorten. Die übernatürlichen Elemente entstammen ja allesamt den Erzählungen der titelgebenden Häscher. Insofern ist fraglich, ob sie selbst innerhalt der Welt des Romans eine tatsächliche Grundlage haben. Ich habe das Gefühl, dass Machen hier nicht so ganz wusste, wo er wirklich hinwill.


    Ich habe mir dann noch mal Lovecrafts Worte darüber durchgelesen. Die sind ja durchaus positiv. Er stellt allerdings auch Teilaspekte besonders heraus. "Black Seal" und "White Powder" werden im Anhang als einige seiner fünf liebsten Kurzgeschichten herausgestellt.

    Dabei sollte man auch nicht den Kontext seiner Zeit vergessen, der wahrscheinlich doch in diesem Zusammenhang der prägendste Einfluss ist? I

    Natürlich. Das gehört dann zu den Sozialisationsbedingungen. Am prägendsten ist jedoch das direkte Umfeld. Man kann also durchaus davon ausgehen, dass Mama Lovecraft und die Tanten im besten Fall konservativ waren. Wäre er in einem eher liberalen Haushalt aufgewachsen, hätte er viele dieser Ansichten sehr wahrscheinlich nicht gehabt.

    Darüber diskutieren kann man sicherlich. Man sollte - muss - dann halt klarstellen, dass man spekuliert und eine möglichst fundierte Begründung liefern. Zumindest als Psychologe. Bei einem Laien muss es natürlich nicht so fundiert sein. Aber auch dann muss man klarstellen, dass man nur vermutet und spekuliert.

    Die entwicklungspsychologische Perspektive hat es da leichter, da es nicht um eine Diagnose geht. Oder zumindest nicht gehen muss. Hier steht die Erklärung eines Verhaltens im Vordergrund. Die stützt sich dann auf die Informationen, die man z. B. aus Lovecrafts Briefen herauslesen kann. Da gibt es dann verschiedene Ansätze (z. B. tiefenpsychologisch, behavioristisch etc.). Zusätzliche Informationen zu seiner Mutter und den Tanten wären dabei wiederum hilfreich. Allen voran welche politischen Auffassungen sie vertraten. Dann kommt man der Sache u. U. schon mit der sozial-kognitiven Lerntheorie nahe. Allerdings wird man eingedenk des ambivalenten Verhaltens der Mutter wohl nicht um eine tiefenpsychologische Betrachtung herumkommen. Aber es spricht natürlich auch nichts dagegen, mehrere Ansätze auszuarbeiten.

    Reine Neugier meinerseits, da ich seit einiger Zeit nebenher ein Fernstudium in Psychologie mache.

    Letztlich ist es natürlich möglich, aus den Indizien eine Psychose herzuleiten. Aber eine Diagnose aufgrund von Briefen und Erinnerungen dritter, die womöglich unzuverlässig sind, ist eher schwer. Gerade wenn man bedenkt, dass Sonia als Jüdin Antisemitismus u. U. auch persönlich genommen hat (was verständlich ist), muss man auch die Möglichkeit einbeziehen, dass sie die Äußerungen schlimmer wahrgenommen hat, als sie eigentlich waren. Nicht, dass ich das in Lovecrafts speziellen Fall zwangsläufig glaube. Aber das ist so ein Fallstrick, der eine Diagnose erschwert.


    Ich glaube, dass man der Sache von der entwicklungspsychologischen Warte tatsächlich näher kommt. Weiter oben hat das ja bereits jemand erwähnt. Hier wäre dann z. B. interessant, welche politischen Ansichten Lovecrafts Mutter und seine Tanten vertraten.

    Ich habe mir vier Ausgaben der Reihe gekauft. Ausschlaggebend war der Pugmire-Band. Meikle war dabei. Mir hat das durchaus gefallen. Dazu gleich. Pugmire war der Höhepunkt. "Götter des Grauens" und "Xulhu" fand ich bestenfalls dürftig. Ich muss auch gestehen, dass es mich nicht sonderlich treibt, mir die anderen Bände der Reihe zu holen.


    Meikles Roman fand ich jedenfalls unterhaltsam. Seine Hauptfigur ist vielleicht nicht unbedingt als sympathischer Zeitgenosse einzustufen, aber eben durchaus Sympathien weckend. Daher hätte ich mir auch die weiteren Bände mit ihm geholt, wenn sie denn gekommen wären. Allein, sie haben keine Bezüge zum Cthulhu-Mythos. "Lovecrafts Schriften des Grauens" ist also nicht der richtige Platz dafür. Was mich auch daran zweifeln lässt, dass es die richtige Serie für "Das Amulett" war. Aber gut, das sind Kleinigkeiten.

    Das ist er definitiv. Ich glaube, niemand zweifelt an der Tatsache, dass Lovecraft massiv ressentimentgetrieben war und sich maximal selektiv aus dem Fundus der damaligen Wissenschaften bediente. Für Rassisten übrigens ein regelrecht charakteristisches Verhalten, folgt man der entsprechenden Sozialforschung Albert Memmis. Es ging mir aber auch nicht darum, Lovecrafts Äußerungen dahingehend abzuklopfen, sondern die theoretische Grundlage allgemein daraufhin zu prüfen.



    Das scheint mir eine ertragreiche Vorgehensweise zu sein, auch wenn man natürlich nur spekulieren kann. Seine teils geradezu obsessive Ablehnung von Menschen anderer Herkunft könnte auch teil einer aus jugendlicher Unsicherheit resultierender Psychose gewesen sein. Diagnostische Ideen für Lovecrafts Zustände finde sich sicherlich viele.

    Wo siehst Du denn da eine Psychose?

    Das hat sich übrigens wieder geändert.


    Dieses Jahr startet eine neue Version der Reihe. Bisher gibt es noch keine vollgültigen Ankündigungen, nur einen entsprechenden Vermerk im Forum. Das ganze heißt dann "H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens - Limited Edition". Ich denke mal, dass es eine der Reihen sein wird, die man nur direkt beim Verlag erwerben kann. Wie der extreme Kram oder eine der neueren Reihen (ich glaube "Festa Special", bin mir aber nicht sicher). Dieses Jahr sollen zwei Bände erscheinen:


    - Die Romanze von Dunwich (Edward Lee)

    - Dead Titans, Awaken (Donald Wandrei)


    Wandrei interessiert mich. Lee muss ich dann wohl mitnehmen. Ist halt für mich "die Reihe". Lese ich halt einen zweiten Lee. Ich werde es überstehen.

    Er wollte auch mal die Korrespondenz Lovecrafts mit Clark Ashton Smith veröffentlichen. Aber davon scheint er inzwischen Abstand genommen zu haben. Die beiden erschienenen Bände der "Festa Sachbuch"-Reihe sind inzwischen in die "weiteren Titel" aufgegangen, was wohl eher dafür spricht, dass die nicht so gut liefen. Wobei "Gegen die Religion" wohl dieses Jahr noch kommen soll. Dann vermutlich von vorneherein unter der letztgenannten Kategorie.

    Ich habe die Bio von de Camp etwa 2006 in der HC-Ausgabe von Festa gelesen. Später wurde sie ja nochmal als Paperback veröffentlicht. War die erste Biographie, die ich überhaupt je gelesen habe. Hat mir damals auch durchaus gefallen. Allerdings erscheint de Camp oft etwas gönnerhaft. War zumindest mein Eindruck. Ich spiele mit dem Gedanken, das Buch nochmal zu lesen seit bei Golkonda Joshis Mammutwerk erschienen ist. Je näher ich in den letzten Tagen dem Ende des zweiten Teils kam, desto stärker wurde dieser Eindruck. Ist ja nun doch schon eine Weile her ...


    Vermittels Google & Co. bin ich nach der ersten Lektüre auf Joshi gestoßen. Damals gab es noch die ursprüngliche Version. Ich habe dann die von Festa herausgebrachte zweibände Reihe "Moderne Horrorautoren" gelesen und war durchaus angetan. Joshi trifft meinen Geschmack oft recht gut. Bei den Recherchen zu dessen Bio stand u. a., dass ihm de Camps Buch sehr unfundiert vorkam und dies gewissermaßen die Motivation dafür war, selbst eine Biographie zu verfassen. Das hat mich natürlich interessiert. Ich habe damals bei Frank Festa angefragt, ob er das Buch bringen wird. Auf das Risiko ihm jetzt Worte in den Mund zu legen: Meiner Erinnerung nach fand er Joshis Bio schlicht langweilig (die einbändige Version, wie gesagt), weshalb er sie nicht bringen wollte.


    Der Unterschied dürfte sein, dass de Camp ein Erzähler ist. Daher dürfte sein Werk sicherlich einfacher zugänglich sein. Das will ich gar nicht in Zweifel stellen. Joshi hingegen ist eher ein (Literatur-)Wissenschaftler. Das merkt man natürlich. Es ist also völlig legitim, wenn einem das Buch zu trocken ist. Oder man es sogar langweilig findet. Muss jeder selbst entscheiden. Ich persönlich finde, dass Joshi an den richtigen Stellen durchaus sehr eindringlich geschrieben hat. Das betrifft dann z. B. auch das Kapitel über Lovecrafts Tod. Und weiterhin ist festzuhalten, dass hier keine Lobhudelei auf Lovecraft vorliegt. Es ist ja kein Geheimnis, dass Joshi ein Fan Lovecrafts ist. Aber erscheut nicht vor Kritik zurück.

    Da liegt dann ein Gegensatz zu de Camps Arbeit, der dann doch eher etwas tendenziös ist. Joshi geht im letzten Kapitel übrigens auf das Buch ein. Direkt, aber durchaus fair wie ich meine. Trotz der Schwächen würde ich es - aus der Erinnerung heraus - nach wie vor als lesenswertes Werk beschreiben. Man lernt durchaus einiges über Lovecraft. Die Frage ist wohl eher, wie tief der Leser hier eintauchen möchte. Reicht ihm ein oberflächliches Kennenlernen aus? Dann tut es de Camp wohl. Ich würde aber auch dazu raten, beide Bios zu lesen wenn sich die Möglichkeit ergibt.


    Mir stellt sich nun eher die Frage, ob die einbändige Version für mich auch noch interessant ist. Aber vermutlich würde ich damit nur der Dekadenz frönen.

    Ich habe heute mit "Die drei Häscher" angefangen. Bisher kenne ich nur eine einzige Geschichte von Machen, die einem der Festa-Lovecraft-Bände enthalten ist.

    Mein Problem mit den Festa-Hardcoverteilen ist eher, dass ich sie furchtbar hässlich finde und es mir immer sauer aufstößt, wenn Autoren wie CAS ganz bewusst in den Schatten Lovecrafts gestellt werden, indem man sie in dieser "H.P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens"-Reihe kuratiert.

    Nun ja, CAS war der erste ("Necropolis" mal außen vor), bei dem das Logo der Reihe auf das Backcover verbannt wurde. Diese Ehre wurde sonst nur dem einsamen Band von Thomas Ligotti zu teil. Insofern stellt sich eher die Frage, ob man damit andeuten will, dass CAS Lovecraft überlegen ist. ;) Ich glaube jedoch, dass man CAS in die Reihe gepackt hat, weil man sich davon bessere Verkäufe erhofft hat. Ich habe damit also kein Problem. Mir persönlich haben allerdings auch die Titelbilder ganz gut gefallen. Besser als das, was beim Verlag inzwischen so die Umschläge ziert. ;)

    Gibt doch noch genügend klassische Autoren um Lovecraft herum, die man veröffentlichen oder neu übersetzen könnte.


    Schon. Aber vermutlich nur ein begrenztes Publikum. Leider. Wobei ich mir schon vorstellen kann, dass Festa da immer wieder mal was bringt. Dann halt in anderer Form bzw. in einer anderen Reihe. Ich hoffe ja weiterhin auf mehr von Ligotti. In der BdS wäre das natürlich am besten gewesen. Mal sehen.

    Auf der anderen Seite würde ich aber auch ungern solche Sachen wie den Meikle in der Reihe sehen. Gut, den Strieber hätte ich auch nicht gebraucht ... ;)


    Die eine oder andere Sache fiele mir auch noch ein. Sind aber wohl allesamt keine Erfolgsgaranten. Verstehen kann ich die Entscheidung also durchaus.

    Über Facebook habe ich eben gelesen, dass die Reihe in nicht allzu ferner Zukunft zu Grabe getragen wird. Mit Band 50 soll Schluss sein. Für die letzten drei Ausgaben will sich Frank Festa noch etwas besonderes ausdenken. Hier geht es zum Beitrag auf FB.