Beiträge von jayjay

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    - sich selbst zurücknehmen können

    Darin stimme ich dir nur teilweise zu, natürlich muss auch der SL mal zurückstecken können und sollte nicht immer darauf bestehen das letzte Wort zu haben. Aber auch der SL hat ja gewisse Erwartungen die er mit einer Sitzung oder dem Spiel allgemein verbindet. Oftmals scheinen die Spieler nicht einmal die leiseste Ahnung zu haben was man als SL teilweise an Zeit und Hingabe in die Vorbereitung steckt. Der Aufwand wird schlichtweg unterschätzt (ich kann da nur für meine Gruppen sprechen, aber das kommt bei anderern bestimmt Gruppen auch vor). Und wenn ich dann diesen Aufwand betreibe, dann sollte ich als SL auch das Recht haben auf gewisse "Regeln" zu bestehen, welche natürlich allgemein besprochen werden müssen und nicht einfach übers Knie gebrochen werden sollten. Aber dass ich mich als Spielleiter zurücknehme, nur um einem einzigen Spieler der aus der Reihe tanzt alles recht zu machen, würde ich persönlich nicht einsehen...natürlich kann man aber - wie von dir beschrieben - Kompromisse finden, was aber eben auch bedeutet, dass nicht nur der SL sondern auch der Spieler die Sache überdenkt.

    Ich habe nun ein Angebot des Kinos bekommen, welches Interesse hätte an einer Zusammenarbeit. Ich könnte den Saal unter der Woche von 19:00 bis 21:00 Uhr für ne annehmbare Summe mieten. Das Ganze ist ein Veranstaltungsort an dem auch ne kleine "Bar" angrenzt und mir wurde im Anschluss auch die Möglichkeit einer Lesung vorgeschlagen - was ich natürlich begrüßt habe. Nun meine Frage, inwiefern kann ich die die dLG direkt mit ins Boot holen, falls Interesse besteht. Natürlich würde ich zumindest darauf verweisen, aber wenn die Gesellschaft direkt involviert ist wäre das vom Auftreten her sicher wirksamer als wenn das Ganze nur über ein einzelnes Mitglied läuft.

    Nach der ersten Runde kann ich leider noch nichts über die Fremdartigkeit der dargestellten Welt sagen - das hätte jetzt theoretisch auch CoC - NOW sein können - aber was ich bisher ganz nett finde, ist die etwas differenziertere Umsetzung der geistigen Gesundheit durch die beiden Seiten Härte und Trauma. Also nicht nur die Anfälligkeit, sondern auch die mögliche absolute Verrohung und die mögliche Entwicklung zum Soziopathen.

    Ich wollte eigentlich auch keine Grundsatzdebatte über diverse Ausprägungen und Formen des Rassismus (wahlweise Chauvinismus) vom Zaun brechen.

    derTräumer trifft mMn hier den Nagel eigentlich ganz gut auf den Kopf:

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    Schließlich geht es nicht darum morlisch mit dem Finger auf ihn zu zeigen, sondern darum, dass jeder einzelne Leser versteht, was da auf der Meta-Ebene der Geschichte passiert und welchen Nutzen der Text ggf. dennoch hat oder welche Aussagen der Autor dadurch impliziert.

    Letztlich sollte man eher deskriptiv an Lovecraft herangehen als normativ.

    Zitat von Kezia

    Schon seit einigen Wochen liegt ein schöner Band von Bierce auf meinem "bis zum Lebensende unbedingt noch lesen" Stapel.

    http://www.anacondaverlag.com/epages/e9f9950…s/9783730600993

    Bei dem Preis muss man nicht lange überlegen.

    Wenn es sowas doch auch von Dunsany gäbe...

    Ich habe den Band auch schon länger im Regal und - da in einem anderen Buch eben darauf verwiesen wurde - gerade "Die passende Umgebung (The suitable surroundings)" gelesen. Bis jetzt kannte ich von Bierce nur vereinzelt ein paar Sachen, diese Erzählung fand ich aber gerade RICHTIG gut. :o

    Das Problem ist, dass Lovecraft sich natürlich als Vertreter einer überlegenen Kultur ansah und selbst wenn von anderen Minoritäten keine Bedrohung ausging, so waren sie in seinen Augen trotzdem "degeneriert". Ich glaube, dass es schlicht Angst vor dem Abstieg seiner "Leitkultur" (um sich hier mal dem CDU - Deutsch zu bedienen) war, die ihn dazu trieb alles andere abzuwerten bzw. zu verteufeln, was nicht seinem Bild entsprach. Er hielt ja auch wie verrückt an der Auffassung fest er sei Aristokrat...

    Also ich habe die Reclam Ausgabe, deren Übersetzung stammt von Hermann Gmelin. Laut eigener Aussage hat er versucht möglichst wort - und satzgetreu zu übersetzen. Jedoch auf die Reime verzichtet, da im Deutschen scheinbar nicht so viele vollklinge weibliche Kadenzen möglich sind wie im Italienischen. Daher musste er machen Verse natürlich etwas "freier" übersetzen versucht jedoch sich an Dantes Stil zu halten (so das Vorwort). Ich habe sie noch nicht ganz gelesen, aber bisher liest es sich so wie man es sicher erwartet. Natürlich nicht ganz leicht, aber verständlich und nicht sonderlich holprig. Jedoch hab ich momentan auch keinen Vergleich. Damals als ich mich für eine Übersetzungen entschieden hab war die von Reclam - glaube ich - noch eine der bestbewerteten.

    Zitat von Bluestone

    Gibt es denn wirklich antisemtische Äußerungen von ihm? In den Geschichten fallen mir nur, aus heutiger Sicht, rassistische Äußerungen ein.

    Das würde mich auch interessiert, vor allem in Hinblick auf seine Ehe. Ich habe den - damals noch salonfähigen - Antisemitismus aber jetzt nur als Beispiel für die deutsche Gesellschaft angeführt und eben nicht auch Lovecraft bezogen.

    Zitat von Dark_Pharaoh

    Auf Facebook gab es die Diskussion auch neulich wieder durch "Ratten im Gemäuer" und den alten "Niggerman". Ohne das gutheißen oder verteidigen zu wollen, man darf auch nicht aus unserem heutigen Blickwinkel auf seinen Rassismus schauen, sondern es aus der Zeit betrachten. Die Arkham Insiders greifen das Thema auch immer mal wieder auf.

    Ich versteh was du meinst und da ist natürlich auch was wahres dran. Die 20er Jahre waren eben die 20er Jahre. Antisemitismus gehörte ja z.B. im 19. Jahrhundert mehr oder weniger auch zum "guten Ton". Jede Zeit hat wohl irgendwo ihre Schattenseiten...

    Naja, ich weiß nicht, inwiefern das vielleicht an anderer Stelle bereits aufgearbeitet wurde, aber für mich stellen sich da z.B. Fragen wie sich sein Rassismus über die Jahre entwickelt oder ob er ihn vielleicht irgendwann "abgelegt" hat. Gibt es auch Quellen oder Textstellen für eine antisemitische Haltung (mir fällt gerade keine ein) und wie lässt sich das mit der Ehe mit einer Jüdin vereinbaren? Wie geht ihr persönlich damit um? Trennt ihr das Werk ganz klar von der Person bzw. wird die Person isoliert und nur als Künstler gesehen? Vor allem innerhalb der aktuellen Flüchtlingsdebatte konnte man die Angst der "Überfremdung" - die scheinbar einige Bundesbürger haben - natürlich auch schon bei Lovecraft sehen und ihn als "besorgten Bürger" bezeichnen. Es sind also einige Parallelen vorhanden. Für mich entspricht in seinem Werk die Erzählinstanz Lovecraft selbst, er macht also keinen Hehl aus seinem Rassismus. Vielleicht hat sich ja jemand von euch auch schonmal an der Thematik gestoßen, mir schlug das damals schon ordentlich auf den Magen!?

    Der von Poe angesprochene Punkt des Rassenbegriffs, bzw. des von Lovecraft benutzten Rassismus, stellt für mich einen sehr wichtigen Punkt in seinem Werk und hinsichtlich seiner Person dar. Gibt es dafür schon einen Thread? Dieser komplexe und doch recht heikle Bereich sollte nicht einfach fallengelassen werden.