Beiträge von Chris


    Mein Hauptaugenmerk für Spielercharaktere ist seit FHTAGN ganz klar: Motivationen und Bindungen. Hier steckt das Salz für die Suppe drin.


    Spannend. Das hätte ich nach dem Lesen des FHTAGN-Regelerks so nicht erwartet: Bindungen tauchen dort bei der Charaktererstellung erst in Schritt 4 auf (und sind auf dem Charakterbogen nur auf der Rückseite zu finden) - und Motivationen werden nur ganz am Ende von Schritt 5 "Letzte Anpassungen" kurz erwähnt. War das eine bewusste Entscheidung bei euch im FHTAGN-Team diese Punkte so weit hinten zu platzieren, obwohl sie für dich "das Salz in der Suppe" sind?


    Bei "Was einen Charakter ausmacht" werden auch zuerst Attribute und abgeleitete Werte erwähnt - deswegen hatte ich nach der Lektüre des Regelwerks fast damit gerechnet dass ihr aus dem FHTAGN-Team für Crunch vor Fluff stimmen würdet.

    Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten.


    Eine zusätzliche Frage noch: wie wichtig ist euch in der Praxis die Unterscheidung zwischen Beufsfertigkeiten und Hobbies? Trennt ihr das sauber oder ist euch wichtiger dass am Ende ein Stimmiger Gesamteindruck des Charakters entsteht?

    Oder hier noch mal eine Variante die näher an der jetztigen Form ist:

    Code
    Abgeleitete Werte           |  Max  |  Aktuell | Schwellen
    Trefferpunkte (TP)          |  ___  |  ____    |  <= 2  | 0
    Willenskraftpunkte (WP)     |  ___  |  ____    |  <= 2  | 0
    Stabilitätspunkte (STA)     |  ___  |  ____    |  <= BG | 0
    Belastungsgrenze (BG)       |   -   |  ____    |        -
    Verlust-Schwellen:   TP-Verlust >=TP/2     STA-Verlust >=5 
    Abhärtung gegen:   Gewalt: [ ][ ][ ]     Hilflosigkeit: [ ][ ][ ]

    Ein Podcast-Interview mit Free League über drei verschiedene Horror-Rollenspiele an denen sie gerade arbeiten. Das Rollenspiel aus dem Call of Cthulhu Kickstarter wird als Letztes besprochen, ab 1h 06min:
    https://9littlebees.com/mab041-fria-ligan-on-horror/


    Klingt für mich alles sehr vielversprechend: Fokus auf One-Shots mit hoher Wahrscheinlichkeit dass Charaktere sterben oder wahnsinnig werden; Szenarios quer über die Welt statt nur in Neuengland; Art Deco Layout; Horror ohne zu viel Crunch, kurze Fertigkeiten-Liste. Wenn ich das richtig verstanden habe soll es auch eine OGL-Variante geben. Dauert aber wohl leider noch eine Weile bis das Spiel fertig ist.

    Man könnte vielleicht eine Zeile Platz gewinnen, indem man den Wert der BG direkt in die Zelle für die STA-Schwelle schreiben, oder aber man entfernt die Zeile "Stabilitätsverluste ohne weitere Folgen" (und lässt die Abhärtungsbalken ohne erläuternde Zeile stehen). Dann könnte man in die freiwerdende Zeile die "Verlust-Schwellen" schreiben, würde dann aber den Bezug zur Zeile TP bzw. STA verlieren ... also immer noch nicht ideal. Wobei auch die Abhärtungsbalken heute schon alleine stehen, obwohl sie sich auf STA-Verlust beziehen. Ganz verkehrt wären die Verlust-Schwellen dort also nicht aufgehoben.


    Etwa in der Art könnte es vielleicht auf dem jetzigen Platz funktionieren:

    Code
    Abgeleitete Werte           |  Max  |  Aktuell | Schwellen <=
    Trefferpunkte (TP)          |  ___  |  ____    |   2    | 0
    Willenskraftpunkte (WP)     |  ___  |  ____    |   2    | 0
    Stabilitätspunkte (STA)     |  ___  |  ____    | BG ___ | 0
    Verlust-Schwellen:          | Abhärtung:
    TP-Verlust >=TP/2           | Gewalt:        [ ][ ][ ] 
    STA-Verlust >=5             | Hilflosigkeit: [ ][ ][ ]

    "Erreicht oder überschritten" hatte ich bei allen Schwellen implizit angenommen. (Ist bei der BG ja auch so, dass der Effekt eintritt wenn STA <= BG und nicht bloß wenn STA == BG)


    Warum nicht für die BG "Schwelle" genauso verfahren wie für das BG "Max", also in beiden Fällen ein "-" in die Zelle setzen?


    Richtig cool wäre es wenn wir auch noch die Verlust-Schwellen aufnehmen könnten (STA-Verlust > 5, TP-Verlust > 1/2 aktuelle TP) - habe aber auch keine Idee wo man das platzmäßig unterkriegen könnte.

    Aus reiner Neugierde: wie geht ihr die Erstellung eurer SCs an?


    Sowohl beim Marktführer Cthulhu als auch bei unserem eigenen FHTAGN enthalten die Regeln verschieden Varianten der Charaktererstellung - und machen gewisse Annahmen in welcher Reihenfolge die Schritte durchgangen werden. Mich würde mal interessieren welche Varianten in der Praxis wie verbreitet sind:


    Würfelt ihr Attribute aus - oder verteilt ihr Attributspunkte?


    Nehmt ihr vorgefertigte Berufspakete - oder verteilt ihr Berufsfertigkeitspunkte frei Schnauze?


    Macht ihr euch zuerst über den Fluff Gedanken (Charakterkonzept, Hintergrundgeschichte, etc.) - oder fangt ihr mit dem Crunch an (Attribute, Fertigkeitspunkte, etc.)?

    Super Idee mit den Schwellen.


    Kurze Frage dazu: was passiert bei 1 TP bzw. 1 WP, was nicht schon bei 2 passiert? Dazu finde ich im Regelwerk gerade nichts.


    Und dann noch ein Usability-Verbesserungs-Vorschlag: Könnt ihr die Spalte sichtbar in zwei teilen, also links "Aktuell" (leer) und rechts "Schwellen" (mit "2 - 1 - 0" usw.)? Ich finde dieses Feature wahnsinnig nützlich, aber beim ersten Lesen des neuen Charakterbogens (bevor ich hier ins Forum reingeschaut habe) hatte ich es für einen Fehler (versehentlich sichtbare Excel-Formel o.ä.) gehalten weil ich nicht gerafft habe was es darstellt.

    Freut mich zu sehen dass es vorangeht bei FHTAGN 👍


    Die Box "Das ausgehende 19. Jahrhundert - so viele Möglichkeiten" gefällt mir seht gut. Wäre es möglich, diese Art von Information für die ausgearbeiteten Epochen auch im Kapitel "Epochen und Settings" im Regelwerk abzudrucken? So ein kurzer Abriss wäre doch super auch für Spieler, sich einen schnellen Überblick von einer Epoche zu machen.


    PS: hatte beim flüchtigen Lesen des Titels zuerst 1980er gelesen ... und überlege gerade ob das nicht auch ein interessantes Setting für das Netzwerk wäre: fast Gegenwart - aber noch bevor Mobiltelefone und das Internet ihren großen Durchbruch hatten.

    Mache ich gerne wenn ich durch bin. Um keine falschen Erwartungen zu wecken: das ist eine Best-of-Sammlung von Borges Geschichten. Wenn du schon was von ihm gelesen hast (gerade die bekannten Sachen) dann besteht die Chance dass sich das hier wiederholt.

    [mention]Unstern[/mention]: Die Quelle auf die ich mich beziehe ist die Kurzgeschichte Dagon. Das riesenhafte Wesen, welches dort den Monolithen umfasst (und auf diesem dargestellt ist wie es mit einem Orca ringt), ist anthropomorph. Ich hatte oben angenommen dass dieses Wesen Dagon selbst ist (und der Monolith ihm zu Ehren errichtet wurde). Die Geschichte würde aber auch die Interpetation hergeben, dass dieses Wesen ein typischer Vertreter einer Rasse von Unterwasser-Riesen ist (und der Monolith das Alltagsleben seiner Art wiedergibt). Insofern hast du natürlich recht dass das kein Beweis für die Gestalt von Dagon ist. Wenn es um Shadow over Innsmouth als Quelle geht, stimme ich deiner Einschätzung voll und ganz zu, was den menschlichen Einfluss angeht.

    Für ein privates Projekt suche ich gerade nach nicht-anthropomorphen Fischmonstern (sprich: keine Fischmenschen), von Lovecraft, von anderen Autoren die inzwischen gemeinfrei sind, oder aus Mythen und Sagen.


    Mir ist bei meiner Recherche ein interessantes Phänomen aufgefallen: obwohl (oder gerade weil) HPL einen selbst bekundeten Ekel vor Meeresbewohnern hatte, sind - soweit ich es bisher gefunden habe - alle seine wirklich fremdartigen Geschöpfe (Mi-Go, ältere Wesen, Schoggoten) Landbewohner, wohingegen alle seine Meereswesen menschenartig sind (Cthulhu sieht aus wie ein Mensch mit einen Tintenfisch als Kopf, Tiefe Wesen sind Menschen mit fischartigen Zügen, auch Dagon hat einen menschenartigen Torso und Arme und Beine).


    Was ich suche ist etwas in dieser Art oder in dieser Art (beide Beispiele nicht gemeinfrei).


    Habe ich etwas bei HPL übersehen?
    Oder gibt es andere gemeinfreie Beispiele aus Literatur oder Mythologie die in diese Richtung gehen?


    Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.

    Habe kürzlich Du hättest gehen sollen von Daniel Kehlmann gelesen - eine sehr gelungene Horror-Erzählung wie ich finde, ohne Tentakelmonster, aber inklusive nichteuklidischer Geometrie und kosmischem Horror. Absolut empfehlenswert.


    Kennt jemand von euch die anderen Bücher von Kehlmann? Gehen die in eine ähnliche Richtung, oder versucht er sich in jedem Buch an einem neuen Genre? Tyll zum Beispiel steht ja gerade in jeder Buchhandlung. Bisher hatte ich es immer als historischen Roman / Genreliteratur-Wälzer abgestempelt und nicht weiter beachtet. Jetzt bin ich am überlegen ob ich dem Buch doch eine Chance geben sollte.

    Vielen Dank für die Empfehlung. Habe gerade die Aickman-Folge gehört und die hat mir sehr gefallen.


    Bin aber doch etwas überrascht dass diese Empfehlung von dir kommt, [mention]Nils[/mention]: nach unserer Esoterik-Diskussion hätte ich nicht damit gerechnet dass du es gutheißt wie unkritisch hier Echtwelt-Konzepte wie Feen, nicht-kausale Zeit-Modelle und Wahrsagerei in den Raum gestellt werden (beziehe mich hier vor Allem auf die Geschichte mit der Bären-Begegnung gegen Ende). Vielleicht liegen deine und meine Position ja doch nicht so weit auseinander wie ich damals dachte.


    Eine schwedische Stummfilm-Dokumentation über Hexenglaube und Hexenverfolgung aus dem Jahr 1922.


    Dranbleiben lohnt sich: es gibt ein paar Sequenzen (so auch gleich am Anfang) die nur aus abefilmten alten Illustrationen bestehen - dazwischen gibt es aber auch sehr aufwändige gespielte Szenen mit einer in Würde gealterten Tricktechnick die sich auch heute noch sehen lässt.