Beiträge von Nils

    Kaufen werde ich es mir in jedem Fall. CDW gefällt mir an sich zwar weniger, die Beschreibungen des alten Providence sind hier allerdings wirklich hervorragend und auch der eine oder andere autobiographische Aspekt tritt hier in der Hauptfigur recht deutlich hervor, wie ich zu erkennen meinte. Insgesamt ist mir die Geschichte aber zu lang, ihr geht einfach die Puste aus ab einem bestimmten Punkt.


    Auf die Joshi-Biographie freue ich mich sehr. Der erste Teil war ja ursprünglich für 2015 angekündigt, kam dann aber nicht, weswegen ich extra den Verlag angeschrieben hatte. Die Übersetzung des ersten Bandes ist der Verlagsauskunft nach wohl fertig, Lektorat und derlei weitere Dinge ziehen sich aber noch. Hauptsache, es erscheint.

    Ich habe einfach mal einen Thread aufgemacht, in welchen jeder etwaige cthuloide/ lovecraftige oder sonstwie bemerkenswerte Neuerscheinungen im Literaturbereich hinein packen kann.


    Gemäß eines Eintrags im Verlagsforum von Festa ist dort der Text "Dreamer on the Nightside" von Frank Belknap Long in Vorbereitung. Frank Festa hat im Forum eine Leseprobe gepostet, die ich dort entnommen habe. Klingt sehr interessant und berührt einen gerade wieder recht aktuellen Aspekt.


    "Der Einsiedler von Providence" ist schon eine sehr lohnende Anschaffung, da die enthaltenen Beiträge sich sehr eng um die Person Lovecrafts drehen und einige Zeitzeugen zu Wort kommen. Die Biographie von Sprague De Camp wird kritisch gesehen, ist aber aus meiner Sicht auch durchaus lesenswert. Bei den anderen Bänden muss man gucken, oft sind halt Beiträge doppelt enthalten. Je nachdem, wie sehr man einsteigen will in das Thema. Der Essay von Houellebecq ist sehr kontrovers, aber man sollte ihn kennen, wenn man sich mit Lovecraft befasst.


    Das meiste ist wohl leider nur noch antiquarisch und zu teils recht hohen Preisen zu erhalten, fürchte ich.

    Ah, die Ullstein-Ausgabe kannte ich noch gar nicht. Wirklich ärgerlich, dass der Verlag häufiger durch Kürzungen auffällt.


    Wenn man den Essay noch nicht hat, sollte man zur Golkonda-Ausgabe greifen. Die Übersetzung ist sehr gut und die Fußnoten Joshis sehr interessant, zudem hat man durch die Bibliographie einen direkten Zugriff auf die von Lovecraft angesprochenen Werke. Aus meiner Sicht die bis dato beste Edition.

    Lovecrafts Großessay "Supernatural Horror in Literature" ist legendär und kann auch heute noch mit Gewinn gelesen werden. Lovecraft befasst sich darin mit der Geschichte der Phantastik bis in seine Zeit und geht auf einige Autoren recht genau ein. Der Essay erschien 1927.

    Folgende deutsche Ausgaben sind mir bekannt:



    Die Literatur des Grauens


    Verlag: Edition Phantasia
    Jahr: 1985
    Übersetzer: Joachim Körber
    Anmerkung: Mit einem Vorwort von Kalju Kirde und einer Einführung von August Derleth. Dies ist die deutsche Erstausgabe der Studie, sie ist limitiert auf 1000 Exemplare.



    Die Literatur der Angst
    Zur Geschichte der Phantastik


    Verlag: Suhrkamp
    Jahr: 1995
    Übersetzer: Michael Koseler



    Das übernatürliche Grauen in der Literatur


    Verlag: Golkonda
    Jahr: 2014
    Übersetzer: Michael Pechmann
    Anmerkung: Es handelt sich um die von S.T. Joshi kommentierte Ausgabe. Sie enthält auch eine ausführliche Bibliographie von Joshi und Robert N. Bloch.

    H.P. Lovecraft - Der Poet des Grauens


    Herausgeber: Hans Joachim Alpers & Werner Fuchs
    Verlag: Corian (Edition Futurum, Band 1)
    Jahr: 1983
    Übersetzer: Joachim Körber, Franz Rottensteiner, Charlotte Gräfin von Klinckowstroem, Rudolf Hermstein


    Inhalt: Hans Joachim Alpers - Vorwort
    Werner Berthel - HPL oder Cthulhus Ruf. Skizzen zu einem Porträt des Horrorerzählers Lovecraft
    H.P. Lovecraft - Brief vom Juni 1927 an Bernard Austin Dwyer
    Marek Wydmuch - Der erschrockene Erzähler
    H.P. Lovecraft - Dagon
    Dietrich Wachler - Die Präexistenz und das Böse. Technik und Magie im Werk von Howard Phillips Lovecraft
    H.P. Lovecraft - Die Tradition der Weird Fiction in Amerika
    Dirk W. Mosig - "Der Außenseiter", eine Allegorie der Psyche. Eine analytische Interpretation
    H.P. Lovecraft - Der Außenseiter
    Thomas M. Loock - Kann man mit den Großen Alten auch spielen? H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos als Fantasyspiel
    H.P. Lovecraft - Brief vom 20. Februar 1929 an Frank Belknap Long
    Kalju Kirde - H.P. Lovecraft (1890-1937). Bemerkungen über das Leben und Werk eines bedeutenden Horrorerzählers



    Über H.P. Lovecraft


    Herausgeber: Franz Rottensteiner
    Verlag: Suhrkamp
    Jahr: 1984
    Übersetzer: Jürgen Sander, Hilde Linnert


    Inhalt: Franz Rottensteiner - Vorwort
    S.T. Joshi - H.P. Lovecraft - Denken und Leben
    Claude Ernoult - Lovecraft oder die Revolutionierung des Mythos
    Fritz Leiber jr. - Ein literarischer Kopernikus
    Hans Joachim Piechotta - Strukturkonzepte des Phantastischen. H.P. Lovecrafts phantastischer Kosmos
    Michael Koseler - Anmerkungen zur Erzählkunst Howard Phillips Lovecrafts
    Marek Wydmuch - Der erschrockene Erzähler
    Dirk W. Mosig - H.P. Lovecraft: Mythenschöpfer
    Edmund Wilson - Erzählungen des Wundersamen und des Lächerlichen
    Barton L. St. Armand - Die Fakten im Falle H.P. Lovecraft
    Uwe Japp - Lovecraftiana
    Jörg Drews - Vier Rezensionen
    Margit Hager - Die rationale Handhabung des Irrationalen. Lovecraft im Kielwasser E.A. Poes
    Gilles Menegaldo - Die Stadt im Werk H.P. Lovecrafts
    Rudi Schweikert - Erste Liebe mit letzter Kraft. Lovecraft - eine späte Lektüreerfahrung Arno Schmidts und ihre Spuren im Fragment
    Julia, oder die Gemälde
    Kalju Kirde - Bibliographie zu H.P. Lovecraft



    Lovecraft - Eine Biographie


    Autor: Lyon Sprague De Camp
    Verlag: Ullstein (Deutsche Erstausgabe)
    Jahr: 1989
    Übersetzer: Rainer Schmidt
    Originaltitel: H.P. Lovecraft - A Biography
    Anmerkung: Gekürzte Ausgabe



    Der Einsiedler von Providence
    Lovecrafts ungewöhnliches Leben


    Herausgeber: Franz Rottensteiner
    Verlag: Suhrkamp
    Jahr: 1992
    Übersetzer: Jürgen Sander


    Inhalt: Franz Rottensteiner - Vorwort
    Winfield Townley Scott - Seine eigene phantastische Schöpfung
    Kenneth W. Faig jr. - Die Eltern Howard Phillips Lovecrafts
    W. Paul Cook - In memoriam Howard Phillips Lovecraft
    Sonia H. Davis - Das Privatleben H.P. Lovecrafts
    R. Alain Everts - Der Tod eines Gentleman: Die letzten Tage Howard Phillips Lovecrafts
    Will Murray - Ein Interview mit Harry K. Brobst
    J. Vernon Shea - H.P. Lovecraft: Das Haus und die Schatten


    H.P. Lovecrafts kosmisches Grauen


    Herausgeber: Franz Rottensteiner
    Verlag: Suhrkamp
    Jahr: 1997
    Übersetzer: Jürgen Sander, Hilde Linnert
    Anmerkung: Überarbeitete Fassung von "Über H.P. Lovecraft"


    Inhalt: Marco Frenschkowski - H.P. Lovecraft: Ein kosmischer Regionalschriftsteller
    Restlicher Inhalt siehe "Über H.P. Lovecraft", 1984



    H.P. Lovecraft - Von Monstren und Mythen


    Herausgeber: Andreas Kasprzak
    Verlag: Thomas Tilsner (Texte und Materialien zur phantastischen Literatur, Band 6)
    Jahr: 1998
    Anmerkung: Mit Collagen von Rainer F. Engel


    Inhalt: Andreas Kasprzak - Vorwort
    Frank Festa - Der Fall Howard Phillips Lovecraft
    Kalju Kirde - H.P. Lovecraft (1890-1937). Bemerkungen über das Leben und Werk eines bedeutenden Horrorerzählers
    Michael Siefener - Eines Poe-eten Nachtmahre. Bemerkungen zu Lovecrafts Gedichten
    Andreas Städing - Bemerkungen zu den Lovecraft/Derleth-Kollaborationen
    Michael Koseler - Anmerkungen zur Erzählkunst Howard Phillips Lovecrafts
    Marco Frenschkowski - Lovecraft als Mythenschöpfer
    Robert N. Bloch - Howard Phillips Lovecrafts Rezeption im deutschsprachigen Raum, seine Epigonen und Nachfolger
    Uwe Sommerlad - Lovecrafts bester Schüler. Howard Phillips Lovecraft und Robert N. Bloch
    Uwe Vöhl - Lovecraft und die Kunst des Träumens
    Detlef Klever - Der Fluch des Unverfilmbaren
    Detlef Klever - Filmographie
    Joachim Körber - Bibliographie



    H.P. Lovecraft - Eine Biographie


    Autor: Lyon Sprague De Camp
    Verlag: Festa
    Jahr: 2003
    Übersetzer: Andreas Diesel
    Originaltitel: H.P. Lovecraft - A Biography
    Anmerkung: Ungekürzte Neuübersetzung



    Klassische und moderne Horrorgeschichten


    Herausgeber: Henner Kotte & Karl-Ewald Tietz
    Verlag: Cornelsen (Klassische Schullektüre)
    Jahr: 2003
    Anmerkung: Enthält "S.T. Joshi - Moderne Horrorautoren" mit einem Abschnitt zu H.P. Lovecraft und einen kleinen Teil von Lovecrafts Essay "Supernatural Horror in Literature" unter dem Titel "Schaurige Literatur".



    Gegen die Welt, gegen das Leben


    Autor: Michel Houellebecq
    Verlag: Rowohlt
    Jahr: 2007
    Übersetzer: Ronald Vouillé, Frank Wegner
    Originaltitel: H.P. Lovecraft. Contre le monde, contre la vie
    Anmerkung: Mit einem Vorwort von Stephen King

    Zitat

    Sehr interessant. Hast du da nähere infos zu? Umfang und Art der Kürzungen. Ich hör davon zu ersten mal.


    Leider nicht. Man findet im Netz dazu nichts konkretes. Ich habe deswegen bewusst vage "hier und da" gesagt, was auf persönlichen Erfahrungen und Gesprächen mit anderen Lesern beruht. Wenn man die alten Übersetzungen kennt und mit neueren vergleichen kann, bspw. aus dem Festa Verlag, dann fallen einem Kürzungen auf. Mir ist das mal aufgefallen und ich habe es von mehreren anderen Lesern unabhängig voneinander auch gehört, insofern stelle ich einfach mal diese Behauptung als halbwegs empirisch auf. Wäre ein interessantes Projekt, da konkrete Stellen heraus zu arbeiten.


    Suhrkamp hat ja viel aus der "Bibliothek des Hauses Usher" des Insel Verlags wieder veröffentlicht, von HPL sind da von 1969-1971 vier Bände erschienen. Und zu dieser Zeit war es noch Usus, Texte einfach zu kürzen. In den Büchern selbst steht leider kein Vermerk, zumindest nicht in den Ausgaben, die ich habe.

    Ich bin jetzt zwar nicht so in dieser Diskussion hier drin, kann aber hinsichtlich des Pegasus-Forum etwas sagen. Ich hatte mich da mal vor ca. 2 Jahren angemeldet und mich hier und da an Gesprächen beteiligt, und mir fiel auch sofort auf, dass da der Ton teils sehr schnell sehr rau wurde. Ich hatte mich da in eine Diskussion um Lovecrafts Werke eingeschaltet und eine Gegenposition eingenommen, denn dort herrschte die Meinung vor, HPLs literarische Hinterlassenschaft sei der letzte Mist. Als ich dann dagegen argumentiert habe, flog mir recht fix einiges an wüsten Antworten um die Ohren. Es wurde teils sogar persönlich beleidigend, was dann irgendwann zwar durch Moderatoren sanktioniert wurde, aber irritiert hat es mich trotzdem. Ich habe mich dann aus dem Forum wieder verabschiedet.


    Das ist zwar schon länger her, kann sich inzwischen ja geändert haben, aber es war schon auffällig. Viel mir gerade so ein, als ich das mit dem Ton im PF-Forum hier las.

    Für die Weiterverwertung in Audiomedien kann es durchaus sinnvoll sein, aber ansonsten ist der Nutzen wohl eher gering.


    Bei den Suhrkamp-Büchern muss man wissen, dass hier und da gekürzt wurde. Aber die Festa-Ausgaben sind im Taschenbuch auch nicht besonders teuer.

    Ich stelle mal eine Top 5 auf (lose Rangfolge):


    Schatten über Innsmouth
    Berge des Wahnsinns
    Ratten im Gemäuer
    Cthulhus Ruf
    Das Grauen in Red Hook


    Andersherum angesetzt: Die Traumlande gefallen mir überhaupt nicht. Ich habe davon noch nicht alles gelesen, aber bisher kann ich mit diesen bunten Traumwelten wirklich wenig anfangen. Bin wohl eher auf das düstere, morbide Zeug abonniert. Welche Geschichte ich auch nicht so gern mag ist "Der Fall Charles Dexter Ward". Die ist mir einfach zu lang, der Effekt verpufft auf der Strecke. Zwischendrin sind zwar sehr atmosphärische Passagen, aber insgesamt konnte HPL mich hier nicht mitnehmen.


    Sehr gehadert bei der Liste habe ich mit "Dagon", "Das Fest", "Pickmans Modell" und "Der Flüsterer im Dunkeln", die ich auch alle fantastisch finde. Schon nicht so leicht...

    Zitat

    Was haltet Ihr davon, wenn wir ein dLG-Pendant dazu einrichten?


    Den meinte ich. Dass ein Chat im Dunstkreis eines Rollenspielverlagsforum sich um Rollenspiel dreht, ist ja eigentlich klar.