Wenn es ein Medium (außer dem Buch oder dem Hörspiel) schaffen würde, ein "lovecraftsches" Erlebnis zu generieren, dann wäre ich natürlich dafür. Mir wäre es auch einerlei, ob es sich dabei um eine (Mini-)Serie oder einen Film handeln würde.
Allerdings bin ich diesbezüglich sehr skeptisch. Einerseits, weil meine Erwartungen doch recht hoch wären (weil mir das Thema/der Komplex sehr am Herzen liegt) und andererseits, weil eine derartige Produktion gezwungener Maßen den Aspekt des Visuellen mit sich bringen würde. Bücher bzw. Hörspiele erfordern notgedrungen die eigene Vorstellungskraft (ebenso auch die Rollenspiele), sodass das Grauen von mir bzw. vom Leser/Hörer generiert wird. Somit wird der eigene Horror geschaffen, der mich aufgrund der Eigenschöpfung nicht enttäuschen kann. Man könnte hier also von einem "Auto-Horror" sprechen. Filme/Serien und auch sonstige graphische Medien (z.B. Comics oder Videospiele) zwingen einem die "Fremdvorstellungen" auf, die sich zudem in den Kopf einbrennen (s. z.B. Charaktere aus Romanen, deren Vorstellung vor der Sichtung der möglichen Verfilmung dann doch irgendwie anders war).
Meine Sorge wäre folglich, dass mit der Vorstellung meines "Selbst-Horrors" Schindluder betrieben wird, welches ich auch nicht mehr aus meinem Kopf bekomme. Wie bei anderen Themen, verhält es sich auch bei diesem Thema recht ähnlich: es ist und bleibt ein zweischneidiges Schwert. Zumindest bleibt es fragwürdig bzgl. der visuellen Komponente. Denn wie soll das bildlich dargestellt werden, was die lovecraftschen Protagonisten aufgrund einer akuten und plötzlich eintretenden Sprachkrise meistens selbst nicht beschreiben können?
Um aber einen positiven Abschluss finden zu können: anschauen würde ich es mir natürlich trotzdem! :tooloo:
Beste Grüße,
MacReady