Zitat von Arkham Insider Axel
Um dem Ganzen gleich von Anfang an die richtige Atmoshphäre zu verleihen, hier ein Link (Download) zur Cthulhu Libria-Ausgabe Äon 1, die ein Interview mit Klaus-Peter Walter (Sherlock Holmes im Reich des Cthulhu) enthält (S. 5 – 8): https://cthulhulibria.files.wordpress.com/2014/07/cl-63-online.pdf
Meine Dame hatte mir den Fall des Sherlock Holmes im Reich des Cthulhu zu Weihnachten geschenkt. Meine Erwartungen wurden gänzlich erfüllt: Feinster Pulp, der ein einfaches Smash Up von zwei beliebten "Welten" darstellt. In meinen Augen ging es bei dem Roman weniger um die Geschichte, sondern vielmehr darum, dass die höchstmögliche Anzahl von einschlägigen Begriffen genannt wird. Als ganz besonders abgedreht empfand ich die Idee, dass Holmes die Notenblätter des Erich Zanns findet und letztendlich damit auch noch die Gefahr bannt. Einen höheren Trash-Faktor könnte ich mir gar nicht vorstellen. Folglich: Der Roman ist wahrlich nur "Zeitvertreib", der in meinen Augen keinerlei höheren Erwartungen erfüllen kann. Um aber ein paar entspannte Stunden zuwegebringen, ist dieser Pulp-Roman zu empfehlen. Für den Hunger, der nach allem, was mit Sherlock Holmes und Cthulhu zu tun hat, ist er sicherlich befriedigend.
Ganz nebenbei: Dieses Gemisch aus zwei Erfolgsrezepten erinnerte mich an einen Artikel der Wochenzeitung DIE ZEIT. Der Artikel handelt von einer Anne Frank-Fanfiction. Eine krude Zusammenführung aus Anne Frank, Sonic The Hedgehog und Dragonball Z. Natürlich ist das Level des Wahnsinns hier viel höher, jedoch finde ich, dass sich eine Gemeinsamkeit abzeichnet, nämlich der krampfhafte Versuch Dinge zusammenzuführen, die einen beschäftigen bzw. interessieren.
Der Link zum Artikel: Fanfiction: "Hey, ich bin Anne"
Um aber meinen Beitrag vom Speziellen aufs Allgemeine zu erheben: Prinzipiell habe ich nichts gegen einen derartigen "Genre-Mix". Erst durch die Beschäftigung mit Sir Arthur Conan Doyle's und Howard Phillip Lovecraft's Werke, welche in meinen Augen sehr gut miteinander harmonieren können, sah ich mich gezwungen Chaosiums Quellenband "Cthulhu by Gaslight" käuflich zu erwerben.
Was den Geschichten des Sherlock Holmes an Dunkelheit und Düsternis fehlt, wird durch Lovecraft's Schöpfungen ausgeglichen. Im Gegenzug repräsentiert die Figur des Sherlock Holmes das Idealbild eines Investigators/Ermittlers, welcher den Geheimnissen, die ihm entgegentreten, auf den Grund gehen möchte.