The Sinking City – Tag 1*
* Die ersten drei Tage werden aus dramaturgischen Gründen zusammengefasst.
Lovecraft ist in aller Munde und so erscheint derzeit auch eine Reihe von Videospielen, die sich dem Werk von HPL verschrieben haben. Der aktuelle Top-Titel ist The Sinking City (TSC) vom Studio Frogwares. Wir haben das Spiel auf der PS4 freundlicherweise ein paar Tage vor dem Release erhalten und konnten es daher bereits probespielen.
Der nachfolgende Erfahrungsbericht bzw. das Spieltagebuch spiegelt die eigene Meinung des Autors wider und ist geprägt von persönlicher Färbung, Erfahrung und Erwartungshaltungen ohne Einfluss Dritter.
Vorhang auf
Nachdem knapp 12,6 GB heruntergeladen und installiert worden sind, kommt der Augenblick der Wahrheit: ich starte TSC, was sich ein wenig als cthuloides Open World Detektiv Abenteuer Spiel in meinem Kopf positioniert hat.
Und los geht es mit einer kleinen Rückblende, die bereits cthuluesk verworren ist und klar macht, dass schlimme Dinge auf mich lauern. Im Anschluss befinde ich mich auf einem Schiff und kann mich rudimentär mit der Steuerung vertraut machen. Ein geführtes Tutorial gibt es nicht. Daher benötige ich einige Zeit, um die vorliegende Pistole auch aufzunehmen und nicht nur anzuschauen. Auch die Funktion des Fotoapparates bleibt mir noch etwas unklar.
Immerhin teilt mir das Spiel mit, dass ich alle Schlüsselhinweise gefunden hätte, woraufhin ich das Schiff verlasse und sofort von einem wichtigen NSC mit den wichtigsten Dingen gebrieft werde. Die Grafik ist gut, der Hafen sieht ziemlich schmoddrig aus und die NSC Gesichter sind recht glaubwürdig dargestellt. Schon mal ganz gut.
Ich erfahre nicht wirklich viel über mich oder warum ich hier bin und was das alles soll. Immerhin bekomme ich den Hinweis auf ein Hotel und dass es eine weitere wichtige Person gibt, die ich treffen soll – sie könne mir mit den ganzen Visionen, an denen ich offenbar leide, weiterhelfen.
Mit Blick auf die Karte ist meine Location nun gelb und ich erkunde den Pier samt Anlagen. Leider scheint es sich nicht wirklich zu lohnen auf Entdeckungsreise zu gehen, da ich weder mit Dingen interagieren kann (die dafür nicht vorgesehen sind) geschweige denn irgendwelche Gegenstände oder Materialien finde. Schade.
Nach einigen Metern treffe ich auf die 2. wichtige Person, die mir sogleich auch einen Auftrag gibt. Der sich anbahnende Hauptplot klingt ganz gut, trieft aber förmlich von Mythos. Oakmont und Innsmouth liegen recht dicht beieinander. Außerdem sieht es hier am Hafen sehr frappierend aus, wie im letzten großen CoC Spiel. Aber vielleicht bringt das der Mythos eben so mit sich. Überall ausgeweidete Meeresbewohner und das Hygieneamt hätte hier alle Hände voll zu tun.
Wir lernen, dass in Oakmont Chaos herrscht und man auf sich aufpassen soll. Alles klar. Weiter im Hauptplot: ich mache Erkundigungen in einem Gebäude. Dort sammle ich Hinweise und kann mit meiner speziellen Fertigkeít eine Art Geistersicht in die Vergangenheit bewerkstelligen. Klingt bekannt? Finde ich auch (Hallo, CoC), nehme es aber als gegeben hin. Ich puzzle also ein wenig herum und komme dem Verschwinden eines NSC auf die Spur.
Interessanterweise kann man einige Hinweise relativ frei zusammensetzen, so dass sich verschiedene Deutungsmöglichkeiten ergeben. Das ist ein nettes Feature, was hoffentlich spielmechanisch relevant bleibt und dazu führt, dass man zu unterschiedlichen Deutungsmöglichkeiten gelangt.
Das Spiel sagt mir nun, ich könne den Vermissten mittels meiner übersinnlichen Fertigkeit finden. Das mache ich auch und … finde nichts. Keine Spur, außer einem Boot und einer Nachricht. Hier beginnt nun die Odysee: Ich irre im Hafen herum. Wirklich interagieren kann ich nicht. Klettern ja, aber nicht wirklich springen. Daneben gibt es immer noch keine Gegenstände und abgesehen von einer Bar keine weiteren Orte. Der Ausgang ist nämlich versperrt. Open World, hmm. In der Bar spricht kaum jemand mit mir – vermutlich soll ich hier noch nicht sein.
Ich versuche auf einen Steg im Wasser zu gelangen, da ich denke, dass dort dieser verschwundene Typ sein muss. Im Wasser sollte man sich nicht zu lange aufhalten, sonst wird man gefressen. So etwas steht übrigens in den Infotexten im Ladebildschirm. Am Steg angekommen entdecke ich … Clipping Fehler. Ich benötige eine ganze Spielsitzung um zu erkennen, dass ich hier einfach nicht hin soll, obwohl es sehr vielversprechend aussieht. Der Frustlevel steigt.
Nebenbei verstehe ich, dass die gelben Kartenmarkierungen nur gelb und nicht grün sind und man deshalb noch Sachen in den jeweiligen Locations machen kann. Super. Ich gehe wieder zurück zum Schiff und hole das nach (Foto machen und so).
Irgendwann beende ich die 2. Spielsitzung und frage mich, was das Spiel von mir will … und umgekehrt. Einen Tag später beschließe ich einen Neustart. Vielleicht ist der Clipping Fehler ja weg.
Ist er nicht. Kommt da noch ein Day 0 Patch? Warum kann ich nicht springen? Warum kann ich nicht interagieren? Keine Fenster einschlagen wenn ich davor stehe? Warum keine NSC einschl … wenn ich davor stehe? Warum liegt nichts herum, was man einsammeln kann? Warum spricht keiner mit mir?
Ich beschließe als allerletzte Maßnahme noch einmal den Tatort aufzusuchen. In der Sequenz mit der Geistersicht lasse ich viel Sorgfalt walten und …. Muss links abbiegen. Bin zuvor aber rechts abgebogen. Nun gut, nehmen wir jetzt mal gelassen hin und folgen der Spur, die sich in der Geistersicht dann deutlich abzeichnet. Bloß nicht ausmachen!
Ich sammle Hinweise, kann in ein Haus rein, dass zuvor verschlossen war, finde alles weitere und die Geschichte geht weiter. Okay, verstanden. Ich kann mir meine Puzzleteile wieder zusammensetzen und stehe vor der Wahl, ob ich einen NSC ausliefern oder beschützen möchte. Finde ich gut, außerdem ist das ganz schön moralisch in Szene gesetzt.
Schließlich beende ich das Tutorial, was kein Tutorial sein will und freue mich auf die Erkundung der Stadt! Schließlich habe ich vom 1. wichtigen NSC ein Boot bekommen! Ich trete aus dem Hafen heraus und … erhalte eine Cut Scene an deren Ende ich im Hotel aufwache. Hoho TSC, got you. Die Open World ist bestimmt außerhalb meines Zimmers.
Ich weiß jetzt ungefähr, worauf man achten muss. Die Steuerung bleibt hakelig und ich weiß immer noch nicht so genau, wann man wo nicht hinkommt weil man nicht soll oder weil es ein Clipping Fehler ist. Aber das wird schon. Das User Interface habe ich immer noch nicht ganz durchdrungen, konnte aber immerhin schon eine Fertigkeit erwerben.
Dazu dann morgen mehr.