Beiträge von mvdf

    Auf Arte lief gestern eine interessante Doku, die bis Ende November auch online verfügbar ist: "Die Wilden" in den Menschenzoos.

    Zitat

    "Sie wurden aus weit entfernten Ländern geholt – zwischen 1810 und 1940, über 100 Jahre lang –, um sie in Menschenzoos wie exotische Tiere zur Schau zu stellen: Ureinwohner aus Kolonialstaaten. (...)"


    Ein interessanter - und ja schockierender - Blick in die Vergangenheit. Vor allem auf die Zeit Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts, was für den/die geneigten Lovecraft-Leser/in eine durchaus interessante Epoche ist. Hier kommen Themen zu Wort, die rund um Lovecraft immer wieder thematisiert werden: Umgang mit allem Fremden zu dieser Zeit, Eugenik etc. Und wenn man auch beim Rollenspiel gerne sozialkritische Themen einbaut, bietet die Doku meiner Meinung nach ein interessantes (und kritisches) Bild über die Menschen in Deutschland, USA, UK und Frankreich. Also, durchaus zu empfehlen!


    https://www.arte.tv/de/videos/…lden-in-den-menschenzoos/

    Die "Stadt der untergehenden Sonne" ist die Stadt, von der Carter immer wieder träumt und von der er glaubt, es könne der unbekannte Kadath sein. Das stellt sich als falsch heraus...aber ich möchte das Ende der Geschichte nicht spoilern. ;) Nachzulesen in der "Traumsuche nach dem unbekannten Kadath"
    http://www.hplovecraft.com/writings/texts/fiction/dq.aspx


    Alles klar, danke! An Carters Stadt aus den Träumen habe ich gar nicht gedacht. :D Logisch irgendwie - sind die anderen Städte der Symphonie ja auch in den Traumlande angesiedelt.

    Die besagte drei Städte sind übrigens:

    Zitat

    I. Céléphaïs (Les portes de bronze – Entrée dans la cité aux rues d’Onyx – Le temple de turquoise – Le palais de cristal rose des Soixante-dix Délices – Les sept processions des Prêtres couronnés d’orchidées)
    II. Kadath (Le plateau de Leng – Le château des Grands Anciens couronné d’un diadème d’étoiles – La salle du Trône et les porteurs de torches – Apparitions de Nyarlathotep, le Chaos Rampant)
    III. La Cité du soleil couchant


    (aus dem Programmheft entnommen)


    Wobei mir gerade nicht so recht einleuchten möchte, was die "Stadt der untergehenden Sonne" sein soll. "Die namenlose Stadt" vielleicht? Oder R'lyeh? Oder Kingsport - wie in "Das Fest" beschrieben?

    Ich hatte dazu auch einmal direkt eine Frage: Die Geschichten, die Lovecraft überarbeitet hat oder bei denen er als Co-Autor tätig war, kenne ich bisher auch nur spärlich. Meine Frage an euch: Welche dieser Geschichten könnt ihr empfehlen? Habt ihr Favoriten?

    Ich verstehe dich nicht so recht. Du willst eine Erklärung des Vereins haben (was auch immer die beinhalten soll) aber eine Debatte soll es nun auch nicht sein, weil das rechte Hetze entfacht und das Werk dann nicht mehr genügend beachtet wird? Und welche Rolle soll jetzt das durch die politische Einstellung unserer Mitglieder generierte Stimmungsbild dabei noch gleich spielen?


    Im Prinzip habe ich nichts Neues gesagt, sondern das aufgegriffen, was (u.a.) auf den vorherigen Seiten dieses Threads diskutiert wurden. Da wurde ja bereits gesagt, dass eine offizielle Stellungnahme angedacht ist. Dazu habe ich lediglich die Daumen gehoben. Ich verstehe in gewissem Maße aber auch diejenigen Stimmen in diesem Thread, die von so einer Stellungnahme nichts halten. Deswegen begrüße ich eine Stellungnahme, die nicht an die allergrößte Glocke gehangen wird. Das ist ja kein Widerspruch, sondern eine Form der Kommunikation.


    Die politische Einstellung jedes einzelnen Mitglieds hat mit dem Thema "offizielle Position des Vereins" zunächst nichts zu tun. Hier ging es mir einfach darum, ein persönliches Urteil zu bilden, wie die Gruppe gestrickt ist. Ich denke mal, dass das jeder macht, der neu in einer Gruppe ist. Oder einen neuen Job anfängt. Oder halt in einen Verein eintritt.

    Mir scheint, dass dieser Punkt in eine ganz andere Richtung geht, als der Rest des Posts. Im vorstehenden Zitat geht es um eine Haltung des Vereins und seiner Mitglieder zum Rassismus (1). Im weiteren Fortgang des Posts von Dir, mvdf, geht es dann um den Umgang mit Lovecrafts rassistischen Äußerungen (2). Das eine hat mit dem anderen (zum Glück bislang) wenig zu tun.


    Ja, natürlich. Sehe ich ebenso. Wie schon gesagt: Es ging nur um ein persönliches Urteil. Ich sehe, dass es unpassend war, dieses Thema in diesem Thread hier anzubringen. Ich wollte damit auch keine Debatte auslösen. Und nicht vom Thema abkommen.

    (1) Eine allgemeine Haltung / Stellungnahme zu Rassismus würde ich noch als sinnvoll erachten, wenn man damit unliebsame Besucher, die Lovecraft als Mittel für eigene Propaganda benutzen wollen, aus dem Forum fernhält. Ich weiß nicht, ob sowas notwendig ist, habe in einem anderen (grob vergleichbaren) Forum allerdings einmal erlebt, dass sich ein eigentlich zunächst sehr netter Nutzer nach dem Eintritt in eine schlagende Verbindung (ohne hier eine zwingende Kausalität zu sehen oder gar alle Verbindungen über einen Kamm scheren zu wollen) sehr verändert hat und schließlich wegen politischer Äußerungen aus dem Forum ausgeschlossen wurde / werden musste ...


    Deinen Vorschlag finde ich sehr sinnvoll. Hier ist es natürlich klar: Solange kein entsprechender Anlass besteht, ist es auch nicht notwendig, hier aktiv zu werden.


    Nichtdestotrotz bin ich - wie oben ja in diesem Beitrag schon erwähnt - für eine grundsätzliche Stellungnahme zum Thema "Lovecraft und Rassismus". Die meisten Beiträge dieses Threads scheinen eine solche Position des Vereins zu befürworten.

    Die deutsche Fassung von Golkonda enthält tatsächlich keinerlei Fotographien o.ä. Jedes Kapitel hat Endnoten, die sind natürlich in Listenform. Gibt es das Buch überhaupt für e-reader?


    Ja, gibt es. Und mit ca. 15 Euro sogar ein gutes Stück preiswerter als die Buchfassung (ca. 40 Euro).

    Ich lese keine e-books und kann deswegen schlecht dazu urteilen, aber das Buch selbst enthält weder Listen noch Bilder.


    Du willst sagen, dass das Buch komplett bilderlos ist? :shock: Keine Fotos oder so von Lovecraft und Co.? Das habe ich nicht erwartet.


    Und was ich mit "Listen" meinte: Bibliografie und andere Anhänge, Fußnoten und dergleichen. Auch so etwas ist in Druckform weit leserlicher als ein E-Book. (Beispiel "Locecraft - Das Werk" von Fischer/Tor: Als E-Book kann ich es mir nicht wirklich vorstellen. Aufgrund der vielen Randnotizen und aufgrund des vielen Materials im Anhang...)

    Vielen Dank für deine Mühe und diese Übersicht, die sicherlich hilfreich ist und komprimiert abbildet, was hier zum Thema bereits besprochen wurde.


    Folgende Behauptung sehe allerdings ich sehr skeptisch:


    Das ist eine krasse Aussage, die ich nicht unterschreiben kann. Wo hast du entsprechendes beobachtet?


    Gut, dass du das ansprichst, damit ich das direkt korrigieren kann. Ich habe dies keineswegs auf die dLG bezogen. Sondern ganz allgemein angemerkt. Basierend auf reine Logik. Z. B. ein Fußball-Verein beispielsweise, der zu 99 Prozent aus rechten Mitgliedern besteht, bietet doch eine ganz andere Atmosphäre als ein Fußball-Verein, dessen Mitglieder zu 99 % aus Grün-Wähler besteht. Auch wenn es am Ende nicht um Politik, sondern um Fußball geht, "schwingt dennoch die politische Einstellung jedes Mitglied im Vereinsgeschehen mit" (um mich mal selber zu zitieren ;) ). So meinte ich das - ohne konkret dem dLG und dessen Mitglieder irgendwas zu unterstellen. Ich hoffe, das diese Erklärung etwas verständlicher ist.


    Warum genau? Dies wurde ja bereits sehr ausgiebig besprochen. Die Argumente gegen diesen Schritt sind aus deiner Sicht nicht zureichend? Oder verstehe ich dich falsch?


    Ich meine damit, dass bei einer öffentlichen Darstellung des Vereins ein gutes Maß gehalten werden sollte. Überhaupt nicht auf Lovecrafts Rassismus eingehen, das ist falsch. Das Thema hingegen sehr umfangreich zu präsentieren, finde ich aber auch nicht empfehlenswert. Denn in diesem Fall besteht die Gefahr, dass Lovecrafts Rassismus viel zu stark thematisiert wird und sein Werk zu sehr in den Hintergrund tritt. Eine zu intensive Debatte (z. B. in sozialen Medien etc.) wird am Ende wieder irgendwelche rechten Stimmungsmacher inspirieren, Lovecraft für ihre Zwecke zu missbrauchen. Das wird ja teilweise schon - aber Öl möchte ich in dieses Feuer nicht kippen.

    Neben der Frage, wie man mit Lovecrafts Rassismus umgeht, stellt sich für mich persönlich auch die Frage: Wie ticken die Mitglieder der dLG? Auch wenn sie laut Satzung kein politischer Verein ist, schwingt dennoch die politische Einstellung jedes Mitglied im Vereinsgeschehen mit. Intern, aber auch nach außen, wäre schon ein Unterschied zu merken, sollten die Mehrheit der große Mitglieder links oder rechts gestimmt sein.


    Das bedeutet nicht, dass ich eine Debatte über unsere politische Einstellung wünsche. Nein, auf keinen Fall. Ich wollte als Neumitglied lediglich den Grundtenor hier zum Thema "Lovecraft und Rassismus" erkennen. Und das war auch der Grund, warum ich es im Lovecrafter-#3-Thread begrüßt habe, dass in der aktuellen Ausgabe des Vereinsmagazins, dieses Thema zu Wort kommt. Ich habe mich dann in den letzten Tagen Schritt für Schritt durch die 111 Beiträge dieses Threads hier gewühlt. :o Viele Informationen und Meinungen - aber ein Grundtenor ist durchaus zu erkennen.


    Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, alle (aus meiner Sicht) relevanten Beiträge aus diesem Thread herauszupicken. Sollte jemand wie ich daran interessiert sein, sich intensiver mit dem Thema "Lovecraft und Rassismus" zu befassen, ist es nicht also zwingend nötig, alle bisherigen Posts durchzuackern. Die folgende Auswahl dürfte für einen guten Überblick reichen. (Sollte ich aus eurer Sicht, eine unbefriedigende Auswahl getroffen haben, bin ich für eure Meinungen offen.)


    Vielleicht hilft diese Auswahl ja bei der Erstellung einer offiziellen dLG-Stellungnahme zum Thema. Eine solche Stellungnahme würde ich begrüßen - finde aber, dass wir damit nicht übertreiben sollten. Immerhin ist das, was uns alle hier in erster Linie verbindet, das Werk und nicht die Person Lovecrafts. Aber ich glaube, die nachfolgenden Beiträge (hier chronologisch aufgelistet) verdeutlichen die Thematik ganz gut:


    Hiho mvdf,


    zum Thema Rassismus und HPL findest du HIER einen Topic dieses Forums.
    Soweit ich mich erinnere, haben wir uns bisher noch nicht zu einer "offiziellen Stellungnahme" entschieden, weil erstens die Anlässe es nicht hergaben und zweitens eine solche Betrachtung nicht mit drei oder vier Sätzen abgetan ist. Axel hat in besagtem Topic ein paar sehr gute Worte dazu gefunden.


    Hi derTräumer,


    vielen Dank für die Infos und den Link. Ich werde mir das mal zu Gemüte führen. Eine "offizielle Stellungnahme" ist ja auch nicht notwendig, solange von außen nicht bewusst gefragt wird. Nichtdestotrotz finde ich es gut, wenn wir das Thema hier behandeln und darüber sprechen.

    Auch den Soundtrack von "The Terror" fand ich ganz gut. Verwende ich z. B. fürs Cthulhu-Rollenspiel:


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    Hallo zusammen! Ich bin Marius und noch ganz frisch im Verein. Und ja, auch ich habe seit ein paar Tagen den Lovecrafter Nr. 3 da. Vielen Dank dafür. Und auch für die schöne Aufmachung. Gefällt mir sehr gut. Vor allem der Titel macht viel her. 👍


    Alles gelesen habe ich aktuell noch nicht. Z. B. das Rollenspiel-Material habe ich noch nicht komplett gesichtet. Aber das Meiste habe ich bereits gelesen.


    Beispielsweise den Artikel über Lovecraft in der digitalen Welt finde ich ansatzweise ganz informativ. Für meinen Geschmack lässt sich das Eine oder Andere ein wenig zu sperrig lesen. Doch Levin Handschuhs Deutung von Pickmans Modell und insbesondere von Cthulhus Ruf finde ich sehr interessant. Top!


    Ihr habt auch nicht zu viel versprochen, als ihr hier im Vorfeld von den Fanzine-Schätzen geschwärmt habt. Es ist wirklich spannend, zu sehen, wie das deutsche Lovecraft-Fandom seine Anfänge nahm. Das Interview mit den Verlegern/Lektoren hat auch noch mal gezeigt, wie die deutsche Literatur-Welt rund um Lovecraft einst tickte. Mein Lieblingszitat aus dem Interview, gesagt von Joachim Körber: "1976 habe ich meine erste Kurzgeschichte geschrieben, die auch sofort gekauft wurde. Gott sei Dank hat die Zeitschrift Pleite gemacht, bevor sie erscheinen konnte." :lol:


    Toll fand ich, dass sowohl im "Ganymed / Weird Fiction Times"-Artikel als auch im großen Interview Lovecrafts Rassismus angesprochen bzw. besprochen wurde. Gerne mehr zu dem Thema. Meine Meinung: Ein Verein, der sich nach dem Namen Lovecrafts benennt, muss zu diesem Thema Stellung beziehen. Das muss/soll/darf natürlich nicht tot diskutiert werden; auch aufbauschen sollte man das Thema nicht. Aber eine Stellungnahme über Lovecrafts rassistische Ansichten sollte die Deutsche Lovecraft Gesellschaft schon abgeben können (sollte dieses Thema von außen angesprochen werden). Ich für meinen Teil verehre die Person Lovecraft nicht, aber sein Werk. Und das, was sein Werk auslöst. All die Unterhaltung und Inspiration. Und ich glaube, das ist es auch, was uns alle verbindet.

    Ich spiele mit dem Gedanken, die deutsche Fassung zu lesen. Ich spiele aber noch mit dem Gedanken, die weit preiswertere E-Book-Fassung zu kaufen. Deswegen meine Frage an diejenigen, die das Werk bereits (an)gelesen haben: Ist es so bildgewaltig, dass es als E-Book eher schlecht abschneidet? Ist es als Druckfassung weit besser zu lesen? Oder besteht es weitestgehend aus Text anstatt aus Listen und Bildern?