Möglich, dass die Sorte von Phantastik, in der das Gute gewinnt, ein größeres eskapistisches Potenzial für (im negativen Sinne) antimoderne Geisteshaltungen birgt. Insbesondere die High-Fantasy scheint mir sehr von etwas zu profitieren, das man in einigen Texten als 'world building' bezeichnet, und das wohl ein typisches Phänomen der Moderne ist. Da sehe ich tatsächlich utopistische Geisteshaltungen von 'besseren' Gesellschaften, die sich gerade in der Literatur immer als sehr uniforme Gesellschaften darstellen (ob es nun Franzosen im Jahre 27nochwas oder 'reinblütige' Elben, Rohirim etc. sind, sei mal dahingestellt), nur einen Katzensprung entfernt. High-fantasy-Gesellschaften sind sehr definiert. Es sind Zwerge mit ihrem Zwergenbier, Elben, die immer unseren ästhetischen und philosophischen Idealen entsprechen, Menschen, die angeblich so verschieden sind, aber irgendwie doch immer Ritter, Kundschafter, Könige oder Bauern, Hobbits, die manifeste Gemütlichkeit sind, etc.
Die Welt ist so schön sortiert und das große Neue, das am Rande der Wahrnehmung lauert, ist immer das unaussprechbare Böse. Fantasy ist was sehr feines, aber auch oft konservativ. Bei der Verteigigung von Helms Klamm geht es darum, uralte Mauern zu erhalten, nicht, sie einzureißen.
kleiner Nachtrag: Ist auch passend, dass, wie ich einmal las, ukrainische Soldaten die russischen Soldaten im Jargon auch oft als 'Orks' bezeichnen...