Beiträge von Berenice van Buren

    Möglich, dass die Sorte von Phantastik, in der das Gute gewinnt, ein größeres eskapistisches Potenzial für (im negativen Sinne) antimoderne Geisteshaltungen birgt. Insbesondere die High-Fantasy scheint mir sehr von etwas zu profitieren, das man in einigen Texten als 'world building' bezeichnet, und das wohl ein typisches Phänomen der Moderne ist. Da sehe ich tatsächlich utopistische Geisteshaltungen von 'besseren' Gesellschaften, die sich gerade in der Literatur immer als sehr uniforme Gesellschaften darstellen (ob es nun Franzosen im Jahre 27nochwas oder 'reinblütige' Elben, Rohirim etc. sind, sei mal dahingestellt), nur einen Katzensprung entfernt. High-fantasy-Gesellschaften sind sehr definiert. Es sind Zwerge mit ihrem Zwergenbier, Elben, die immer unseren ästhetischen und philosophischen Idealen entsprechen, Menschen, die angeblich so verschieden sind, aber irgendwie doch immer Ritter, Kundschafter, Könige oder Bauern, Hobbits, die manifeste Gemütlichkeit sind, etc.

    Die Welt ist so schön sortiert und das große Neue, das am Rande der Wahrnehmung lauert, ist immer das unaussprechbare Böse. Fantasy ist was sehr feines, aber auch oft konservativ. Bei der Verteigigung von Helms Klamm geht es darum, uralte Mauern zu erhalten, nicht, sie einzureißen.

    kleiner Nachtrag: Ist auch passend, dass, wie ich einmal las, ukrainische Soldaten die russischen Soldaten im Jargon auch oft als 'Orks' bezeichnen...

    heyho, die wäre bisher nur an Helloween. Aber ein jährlich wiederkehrendes Format ist geplant. Ich hab mal was mit Clive Barker gemacht und möchte das gerne wiederholen.

    Es gibt einen Ankündigungstext:

    Vorschau hier:

    Seafood from R‘lyeh


    Wie es die einen von Tür zu Tür zieht, um den Abend mit unheimlichem Maskenspiel und Süßem oder Saurem zu feiern, zieht es uns in Gefilde, die sich weit über die Schutzwälle der uns bekannten Sternenhimmel ausbreiten und vor deren fremdartiger, oft verloren geglaubter Erhabenheit der menschliche Geist allzu schnell kapitulieren muss. Gewappnet mit Karten, die wir nicht zu entschlüsseln wagen und dem einen oder anderen okkulten Schatz unter dem (oder im) Arm wandeln wir auf Pfaden, die für irdische Geschöpfe nicht gemacht sind, bestaunen Bauten, die keine Ratio hat je erdenken können und spielen an Stränden, die unter dem Blick längst verglühter Sonnen dahindämmern.

    Wir feiern den Überdruss am Irdischen mit Urlaub.

    Urlaub auf fernen Welten,

    Urlaub in exotischen Dimensionen,

    Urlaub im Angesicht allmächtigen Schreckens.

    Willkommen bei der szenischen Lesereihe Seafood from R‘lyeh.


    Die szenische Lesung, die am 31. Oktober 2022 um 20:00 Uhr (Einlass: 19:00) erstmals im Erfurter Theater Blaue Bühne (Thälmannstraße 59, 99084 Erfurt) ausgerichtet wird, wird eine lose, doch pointierte Assemblage jener Texte des amerikanischen Schriftstellers Howard Phillips Lovecraft (1890 - 1937) vorstellen, die eine Rundschau über die zahlreichen merkwürdigen Orte, über die fernen Länder und ihre unheimlichen Bewohner bieten.

    Wir laden herzlich dazu ein, mit uns von Fernen zu (alb)träumen, die das Konzept von ‚Fernweh‘ mit kosmischen Grauen ad absurdum führen.


    [Optional:

    Für Erfischungen wird gesorgt. Vor Ort wird es zudem die Möglichkeit geben, einen Einblick in die publizistischen Arbeiten der Deutschen Lovecraft-Gesellschaft (dLG) zu erhalten und mit dem einem oder der anderen Kultist*in ins lockere Gespräch zu treten.]


    Es gelten die lokalen, tagesaktuellen Corona-Schutzmaßnahmen.


    Wo? Theater Blaue Bühne, Thälmannstraße 59, 99084 Erfurt.

    Wann? Einlass 19:00 Beginn 20:00

    IÄ! IÄ!

    für das diesjährige Halloween-Ereignis in Erfurt plane ich in einem relativ neuem Theaterverein, in dem ich auch vorstehe, eine kleine, szenische lesung, die sich insbesondere an den (mir näher bekannten) Publikationen der dLG orientieren soll. Hierzu gehört vor allem auch der alsbald der bei allen Mitgliedern auf der Schwelle liegende Lovecrafter, der sich einerseits mit den Traumlanden, andererseits mit den unheimlichen orten bei Lovecraft und Konsorten beschäftigen soll.

    Die Lesung stelle ich mir in etwa so vor: Es gibt evtl. ein Rahmenprogramm kleiner, improvisierter Szenen, die jeweils in einzelne Lesestellen einleiten sollen. Diese Lesestellen sind freilich Ausschnitte aus LOvecrafts Gesamtwerk; eben solche, die sich konkret mit Orten beschäftigen und Beschreibungen selbiger geben. Das kann ein mäandrierender Wechsel humoristischer und unheimlicher Stücke sein, in denen jemand in ein Reisebüro geht und nach Empfehlungen sucht, die sich irgendwie immer als etwas 'ungeeignet' herausstellen.

    Das Ganze ist einerseits geeinget, um die dLG ein wenig mehr publik im Osten zu machen, andererseits kann man damit vielleicht auch die eine oder andere Abnahmestelle für den Lovecrafter und zukünftige Publikationen (Essayband, Lyrikband) gewinnen.

    Nun die Frage: "Hierheyleude, sagt's doch ma wenn ihr auch aus dem Raum Thüringen/Sachsen seit und voll Bock habt auf sowas. Schreibts in die Kommentare!"

    Das Ganze würde wohl beim Eintritt auf Spendenbasis laufen. Ganz sicher bin ich aber noch nicht. Vielleicht gibt es ja noch weitere Kooperationsmöglichkeiten.

    Der Ort, an dem das Ganze stattfinden soll, nennt sich Blaue Bühne Erfurt und kann hier Blaue Bühne Erfurt – Theater * Kabarett * Comedy * Kultur (blauebuehneerfurt.de) eingesehen werden.

    LG,

    Berenice van Buren

    Interessante Frage, hat aber auch etwas Fangfragenmäßiges für mich, das den leicht formulierten Anspruch impliziert, dass man sich ja neuerdings immer von etwas distanzieren muss.

    Teilweise gibt der Artikel m.E.n. bereits einen Hinweis hierauf. Lovecraft und seine Texte sind unglaublich präsent und dies einfach aufgrund einer begrifflichen Distanzierung zu verneinen, den ohnehin weiten Fokus des Vereins - der kein Forschungsverein ist, sondern bewusst ein sehr breites Publikum ansprechen möchte - einzuschränken, würde gleichsam der Popularisierung dieses brisanten Themas entgegen wirken. Denn dann erreichen wir nicht so viele.

    Einerseits ist der Verein keine "Gesellschaft zur Erforschung", denn dann würde der Fokus ganz anders aussehen. Dann wäre es eine akademische Gesellschaft. Andererseits, "Kult des Cthulhu" wäre sicher möglich gewesen, würde aber andererseits wieder eine viel zu undifferenzierte Wahrnehmung des Ganzen implizieren. Denn dann ginge es 1. explizit um Cthuhlhu, 2. explizit und ausschließlich um Lovecrafts Werk (und den engen Kreis des Cthulhuiden in der Nachfolge) 3. hätte mir das etwas zu sehr "Spielerisches", das ausklammert, dass man sich auch differenziert und ernst damit beschäftigen kann.

    Würde sich die Deutsche Lovecraft-Gesellschaft nicht so nennen, würde es eine andere tun, womit wir einerseits die 'Fäden aus der Hand' geben würden, andererseits ein viel eingeschränkteres und exklusiveres Publikum ansprechen würden, um Themen um weird fiction, cosmic horror und ja, auch Rassismus zu kommunizieren. Ein Deutscher Kult des Cthulhu oder eine Gesellschaft zur Erforschung ... kann in meiner Ansicht immer nur eine untergeordnete Gruppe eines viel weiter gefassten Organismus der dLG sein.

    Außerdem hat vieles auch mit dem Magnetismus zu tuzn, den HPL ausstrahlt, sowohl als Person, als auch als Autor oder Figur einer globalen kulturellen Identifikation. Hierzu fällt mir aber gerade nix Schmissiges ein.

    Ich möchte das Thema (und auch mich) nicht größer machen, als es ist. Wie ich das jetzt lese besteht kein Bedarf für eine weitere Befassung - völlig in Ordnung. Einem eigenen Text wäre ich wohl auch kaum akademisch gewachsen - aber danke für den Vorschlag.

    Es ist wohl nicht so, dass man das Thema nicht 'zu groß' machen kann. ich sehe hier einen motivierten und sehr gut fundierten Beitrag für eine weitere Auseinandersetzung. Und für diesen bin ich dankbar.

    Einem eigenen Text wäre ich wohl auch kaum akademisch gewachsen - aber danke für den Vorschlag.

    Die Angst kann ich durchaus nachvollziehen, doch wisse, dass der Verein ja nicht nur zum Fordern da ist, sondern vor allem auch zum Unterstützen. Niemand fordert einen akademischen Beitrag von professoralem Niveau (das kriegen wir wohl alle nicht hin), zumal dieser wohl auch kaum für die Majorität der VereinsmitlgiederInnen lesbar wäre. Wichtig ist, dass wir darüber sprechen, das reflektieren, was wir lesen, Publikationsfähiges an die Öffentlichkeit bringen (und das können auch Gedanken sein, Anmerkungen, die unterhalb der Zitationslinie auf ihre Genese aus einem offenen Gespräch heraus verweisen) und nicht zuletzt an den Fragen wachsen, die wir uns stellen.

    Wie wäre es zu dem Thema mit einem kleinen „opinion piece“?

    Ein Beitrag zur Diskussion also...? ;) Durchaus ein Format, das man in Zukunft weiterspinnen kann.

    In jedem Fall: Danke für die Anregungen und das Weiterdenken.

    Ich melde mich.

    Habe pünktlich zu Pandemiebeginn auch meine erste Novelle veröffentlichen dürfen, die leider aber so schlecht lief, dass sie nach zwei Jahren wieder aus dem Programm genommen wurde. :(

    Nichtsdestotrotz habe ich noch einige Projekte, die ich gerne in einem Sammelband unterbringen würde.

    Auch schwebt mir die Idee nach einer Halloween-Lesung in einem kleinem Spielort vor, in dessen Verein ich tätig bin.

    Wenn sich aus dem AutorInnen-Austausch auch eine Lesungs-Vernetzung ergeben würde, gemeinsame Projektplanung etc., fände ich das super.

    Ich würde es auch bevorzugen, sich bei einem Termin auf eine gute Auswahl zu fokussieren und dann wiederum zu neuem Stoff überzugehen. Wir könnten vorab Vorschläge sammeln und schauen, ob wir uns auf eine Auswahl einigen können.

    Ich habe das Buch leider noch nicht, nach längerer Wartezeit hat mein Buchhändler die Bestellung gestern storniert ("wegen Brexit").

    Heyho. Ich glaube, ich kann es dir als PDF zukommen lassen. Hab da so meine 'PappenheimerInnen'. ;)