Christopher
Bei einer Entweder-oder-Frage, würde ich trotzdem immer zu der Joshi-Biografie tendieren.
Aber du hast natürlich recht, wenn man neben einer Biografie auch eine Art historischen Verlauf betrachten möchte, dann sollte man eine kleine Leseliste (in chronologischer Reihenfolge der ersten Veröffentlichung) anfertigen:
Derleth, August: H.P. Lovecraft, Outsider. In: Johi, S.T./ Schultz, David E. (Hg.): Essential Solitude: The Letters of H.P. Lovecraft and August Derleth. Hippocampus Press. 2008
-> Ein kurzer Essay Derleths zu Lovecraft, welcher im legendären "The Outsider and Others" von Arkham House 1939 erschien. Es war der erste Text zu Lovecraft von nennenswerter Verbreitung. In Ihm werden viele Fehlkonzepte zu HPL zum ersten mal in die Welt entlassen.
De Camp, Lyon Sprague: H.P. Lovecraft. Eine Biografie. Aus dem
Amerikanischen von
Andreas Diesel. Festa 2012
-> Diese 1975 erschienene Biografie genießt heute einen schlechten Ruf. Sie ist voreingenommen, basiert auf (relativ) wenigen Quellen und erfüllt keine wissenschaftlichen Standards.
Long, Frank Belknap: Mein Freund Lovecraft. Dreamer on the Nightside.
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Michael Siefener. Festa
2016.
-> Ebenfalls 1975 erschien dieses Buch als Antwort von Lovecrafts Freund und Protege auf das Buch von Sague de Camp. Es ist persönlicher und episodenhafter, aber definitiv ein wichtiger Teil der Lovecraft-Forschung.
Joshi, S.T.: I am Providence. The Life and Times of H.P. Lovecraft.
In zwei Bänden. Hippocampus 2013.
-> Die definitive Biografie. Sie fußt auf einem imensen Quellencorpus, entspricht wissenschaftlichen Ansprüchen und ist beeindruckend detailliert.