Beiträge von derTräumer

    Ich meine mal irgendwo den recht interessanten Satz gelesen zu haben, dass "Lovecrafts Rassismus ein Kultur-Rassismus" war.

    Wenn man "He" oder "Horror at Red Hook" liest, ebenso wie eigentlich auch "Innsmouth" fällt auf, dass der Rassismus oft aus der kulturellen Andersartigkeit gespeist war. Assimilierte sich eine Minderheit/ ein Individuum sah er sie als geringere/ keine Gefahr. Ich kann diese Aussage grad aber auch nicht belegen. HPL, besonders der junge, hegte ein verklärtes Bild vom Germanen/-tum (zu denen als Ango-Saxons dann auch die Engländer und Teile der US-Amerikaner, sicher aber die Neuengländer zählten). Dennoch baute HPL seine Vorurteile ab, sobald er sich näher mit Individuen beschäftigte. Das muss man ihm nicht hoch anrechnen, das ist bei fast allen Menschen so. Was eher interessant ist, ist, dass einige Leute, die eigentlich in einer seiner Schubladen gelandet wären ihren Weg in seinen engsten Kreis machten.

    Samuel Loveman und Sonia Haft Greene waren beide Juden. Loveman zudem homosexuell, Greene mit ukrainischen Wurzeln und "emanzipiert" (nicht im heutigen Wortsinn, aber für ihre Zeit wohl). Dennoch gehören beide zu HPLs engstem Kreis.

    Eine Person ist immer eine Person ihrer Zeit. Der Rassismus in den USA war damals ein Alltagsphänomen. Und noch stärker wohl innerhalb des immer noch recht weißen Ost-Küsten-Bereichs in dem Lovecraft sich vor allem aufhielt. New York musste ihn nicht zuletzt deswegen so verstören, weil es eine multiethnische Metropole war, wie sie das recht verschlafene Providence nicht war. Das ist wohl etwas vergleichbar mit der Situation in Meck-Pom.: Dort gibt es einen Ausländeranteil von unter 3%. Wenig Kontakt erzeugt große Vorurteile und viele Ängste.

    Soweit erstmal, ich hoffe jemand versteht mein eilig getipptes.

    Ich bilde mir ein gelesen zu haben, das Frank das ganze aus Liebe zum Thema veröffentlicht. Da er weiß, dass das nicht weg geht wie warme Semmeln hat er meines Wissens auch nur eine Auflage von (ich glaube es waren) 500 Ex. Und um so weniger man produzieren lässt um so teurer ist die Produktion. und dann natürlich auch Franks Verkaufspreis.

    ETA Hoffmann findet Erwähnung in "Supernatural Horror in Literature". Leider befinde ich mich gerade nicht in der nähe meiner Bücher, aber ich bilde mir ein, dass er auch mit Gustav Meyrink vertraut war, der übrigens bereits in den 1920er Jahren ins Englische übersetzt wurde. Zu M. schrieb Lovecraft: “Also lapp’d up Gustav Meyrink’s The Golem, lent me by little Bobby Barlow. The most magnificent weird thing I’ve come across in aeons!” (to James F. Morton, 4 April 4 1935). Spätestens hier also liegt eine englische Übersetzung vor.

    Dann hat er auf philosophischer Ebene natürlich bis zu einem gewissen Grad Nietzsche rezipiert (anzunehmen wäre , dass er "Über Wahheit und Lüge im außermoralischen Sinne" gelesen hat) Außerdem hat er wohl Ernst Haeckel s "Die Welträtsel" gelese, eine ganz interessante Schrift, die quasi den Stand des allgemeinen Wissens über Naturwissenschaften etc zum Beginn des 20. Jahrhunderts aufzeigt.

    Für weitere Infos zu deutschen Autoren müsste ich schaun, wenn ich wieder daheim bin.

    Ich war vorgestern in Dunsany-Castle. Da ist Stoff für mehrere Artikel bei rumgekommen! Ein echter Skandal (dazu muss ich aber erstmal die Fakten klären, bevor ich dazu was sage) und Lady Dunsany hat mir die persönlichen Aufzeichnungen des 18. Lord Dunsany für eine Std zur Verfügung gestellt (die Frau ist sehr hilfsbereit und begeisterungsfähig!). Unter diesen unveröffentlichten Texten waren einige extrem interessante Sachen bei!

    Wie gesagt, ich möchte die Tage noch einige Sachen mit ihr klären und dann wird sich zeigen, was alles möglich ist. Bisher fühlt es sich wie Goldgräberstimmung an! :tooloo:

    Zitat von Antonia

    Muss auch ganz ehrlich sagen.... wie viele kreative Projekte man mit 140000$ finanzieren könnte...Da wünsche ich mir doch fast, dass das Ziel nicht erreicht wird und die Leute ihr Mythos-Budget lieber in andere Projekte stecken...

    Naja, aber eine Statue im Gedänken an einen bedeutenden Bürger ist auch ne andere Hausnummer als das X-te Crowdfounding für ein Brettspiel wo das Wort Cthulhu im Namen ist ;)

    Die bisher genannten Serien habe ich allesamt verschlungen!

    Board Walk Empire ist einfach großartig, Ripper Street ist witzig und unterhaltsam, Stranger Things ist meine Überraschung des Jahres, einzig Penny Sreadfull hat mMn sehr nachgelassen zum Ende hin.

    Weitere Serien, die grob in die a) Richtung oder b) Zeit fallen sind:
    Peaky Blinders (habs noch nicht gesehen, aber ich glaube das ist die britische Version von Board Walk Empire)
    Miss Fischers mysteriöse Mordfälle (Quasi australiens Miss Marple)

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    Zusatz:

    Bei solchen "regionalen" Veranstaltungen ist es mMn auch wichtig die örtliche Presse mit ins Boot zu holen.
    Eine Vorankündigung im Kultur/"Was passiert demnächst in..."-Teil ist wichtig, ebenso wie ein Bericht danach, in dem im Idealfall auch über den Verein und seine Ziele, sowie HPL etwas gesagt wird. In der Regel freuen sich die Lokal-Redakteure immer sehr, wenn sie über etwas berichten können, was nicht der 50. "Dackel-Züchter-Verein XY hat den schönsten Zuchtdackel gewählt"-Artikel ist.

    Heyo,

    Ich habe Hauke (dem Vorleser) nun mal Den Ruf des Cthulhu gegeben und ihn um eine Einschätzung gebeten wie lange er konkret dafür brauchen wird.
    Ideal wäre, wenn man das ganze minimalistisch aber szenisch darstellen könnte, sprich: die einzelnen Berichte auch als Akten auf dem Tisch hat, die er dann einzeln öffnet und liest.

    Desweiteren hoffe ich, dass wir den kurzen Text, den ich für unsere HP geschrieben habe als Einleitung lesen lassen kann. Dann hätte man zumindest einen groben Bezugsrahmen gegeben und den Zuschauern etwas auf den Weg gegeben.

    Eine umfangreichere Erläuterung und Einordnung der Geschichte in Lovecrafts Werk ist glaube ich zeitlich nicht machbar.

    Auf dem Merch/Info-Tisch sollten auf jedenfall die Tarot-Karten liegen und - wie zumindest ich finde- auch ein Stapel Mitgliedsanträge. Ich glaube zwar nicht, dass Fremde direkt Mitglied werden wollen würden, doch sähe es komisch aus, wenn wir keine dabei hätten.

    So, Ich habe nun die Fantasy-Geschichten aus "In The Land of Time. And Other Fantasy Tales" (Penguin Classics) durch.
    Da sind wirklich einige Sahnestücke bei. Dunsany lesen bedeutet eine der Grundlagen der Fantasy-Literatur zu lesen. Die Ideen sind eher Heldenepen und antiken Dramen entlehnt, doch sind meiner Meinung nach viele der Geschichten ummernoch sehr gut lesbar. Natürlich darf man nicht verschweigen, dass Dunsanys Sprache stark von der King James Bible beeinflusst war, somit liest es sich altmodisch und "würdevoll".
    Meine Favoriten waren "The Gods of Pangana", "In the Land of Time" und "The Kith of the Elf-Folk".

    Btw. Der Irland-Trip ist gebucht! :tooloo:

    Tina

    Ich bin zB kein Rollenspieler (mehr). habe aber die letzten Ausgaben CR mit Freude gelesen. Abenteuer etc. muss man ja nicht nur aus dem Nutzen-am-Tisch-Faktor lesen. Ich kenne viele kreative Schreiber, die Rollenspiel-Abenteuer lesen um Inspirationen zu bekommen.

    Und ich stimme dir zu und finde es auch schade, dass gerade diese große Gruppe so "ruhig" ist. Ich fände es toll, wenn die Rollenspieler sich stark einbringen, nicht zuletzt, weil CoC die populärkulturell stärkste Ströhmung ist.
    Vielleicht wäre soetwas wie ein "Schreib das beste CoC-Abenteuer"-Wettbewerb eine Möglichkeit Leute vom Sofa zu holen...