Beiträge von derTräumer

    These: Nyarlathotep ist am wandelbarsten. Von einem Charismatischen Magier ("Nyarlathotep", 1920) zum Herrscher über das Plateu von Leng ("Dream-Quest of Unknown Kadath", 1927), über den Schwarzen Mann ("Dreams in the Witch House", 1932), bis zum fürchterlichen Schrecken ("The Hounter of the Dark", 1935). Sandy Peters hat nicht ohne Grund das Konzept der "Masken" in den Raum geworfen.
    Man könnte es auch anders formulieren: HPL wusste am wenigsten mit ihm anzufangen. Irgendwie ist Nyarlatotep immer da, wenn er gerade ein Wesen braucht, die anderen (definierteren) aber nicht passen.

    Wirklich relevant ist die Frage, welches Wesen HPL für das wichtigste/namensgebende hielt, aber nicht, da HPL keine feste Schematisierung betrieben hat. Auch "Cthulhuism" und "Yog-Sothothery" [Brief von HPL an AWD vom 16. Mai 1931 (S. 335-339, hier S. 336) ] sind ja nur spielerische Begriffe, die HPL nutzt um seine verbundenen Geschichten kurz einzugrenzen.

    Weitere Gedanken:

    Es gibt genug Quellen für die Entstehung des Begriffes Cthulhu Mythos bei Derleth. Von der ersten Erwähnung in Briefen bis zur ersten offiziellen Bezeichnung in den Texten "In Memoriam Howard Philips Lovecraft" (ich glaube der hieß so, bin nicht bei meinen Büchern um das gegenzu-checken) und "H.P. Lovecraft Outsider" , der kurz nach HPLs Tod erschien.

    Der Schritt den Derleth mit dem gemeinsamen Pantheon des Lovecraft Zirkels (diese Wesen und Orte waren nie das Werk nur einer Person) machte war ein anderer: Er schematisierte sie nach der antiken Lehre der vier Elemente. Doch musste er feststellen, dass es zwar (für ihn) Wind-/Wasser- und Erd-Wesen gab, aber keine Feuerwesen und so "musste" er diese nachträglich erfinden. In einigen Essays und Vorworten lässt es Derleth so aussehen, als habe HPL schlicht vergessen seinem Pantheon noch diese Wesen zuzudichten, weswegen er - Derleth - das nun übernahm.

    Auch der Dualismus Gut/Böse, bzw. das ver-christlichte Fundament des Mythos geht auf Derleth zurück, der bereits in seinen ersten Geschichten (noch zu HPLs Lebzeiten) und in Briefen an den Mann aus Providence davon sprach, dass der "Krieg im Himmel" ein interessanter Plot und eine gute Ergänzung zu HPLs Konzept sei. Da HPL diesen aber so nie aufgegriffen hat, ist anzunehmen, dass er dem nicht viel abgewinnen konnte.

    Am besten ist es - wie S.T. Joshi - in zwei Mythos-Lesarten zu unterscheiden: Der Lovecraft Mythos nimmt sich quasi nur die reine Lehre vor. Also nur das was HPL schrieb, oder auch noch das was seine Zeitgenossen schrieben (CAS, REH und so weiter) und von HPL in seinen Briefen, Gedichten, Essays und Geschichten bestätigt wurde (etwa Tsothoggua von Clark Ashton Smith).

    Der Indifferentialismus (also, das der Mensch im kosmischen Ganzen keinen Einfluss oder Wert hat) ist ein Element des Lovecraft Mythos.
    Der Kampf Gut/Böse und die Möglichkeit das Böse zu besiegen (was in einigen Derleth Geschichten ja zumindest Zeiweise passiert) ist Teil das Derleth Mythos, genau wie die Elementar-Theorie oder die Einteilung in Große Alte, Ältere Götter und so weiter. Bei HPL gibt es nur "The Old Ones" zum Teil ist nicht mal klar, ob damit die "namenhaften Wesen" (Cthulhu, Yog-Sothoth etc) oder eine weitere außerirdische Rasse wie die Mi-Go oder die Große Rasse von Yith gemeint ist.

    Ich kann nur anbieten, das du dich gerne mit mir in Verbindung setzen kannst, falls du da Infos oder Literatur brauchst für deine Master-Thesis. Ich habe darüber meine MA geschrieben, aber aus Mythopoetischer- und nicht aus Rollenspiel-Sicht.

    @Läuterer:
    HPL spricht in mehreren Briefen von "Yog-Sothothery"....
    Derleth wirft - aus einem relativ umnebelten Grund zuerst "Hastur Mythos" in den Raum und später "Cthulhu Mythos" HPL will diesen Begriff zwar nicht als unsinnig abtun, aber es wird klar, dass er mit ihm nicht ganz glücklich ist.
    Über einen "Nyarlathothep Mythos" höre ich heute zum ersten mal. Wo wird das gesagt? (Das ist eine ernstgemeinte/neugierige Frage)

    Da musst du dich in der Regel erkundigen soweit ich weiß. Bei Berühmtheiten und anderen wichtigen Personen werden solche Bildrechtevon Bilddatenbanken gekauft und ins unendliche verlängert.
    Bei dir und mir müsste es aber in der Regel so sein, dass die Bildrechte nach x Jahren verfallen. Ich dachte 70 wie bei Schriftgut, aber 30 kann auch sein.

    Jessica Jones ist eine der bodenständigeren Superheldinnen des Marvel Universums. Bodenständig heißt, dass sie Kräfte hat, diese aber nicht so groß sind, dass sie die Welt zerstören könnte (Hulk, Thor, Vision).
    Die Serie baut auf Dare Davil (ebenfalls bei Netflix) auf und bildet mit den Serien Luke Cage und Iron Fist das Fundament für die geplante Kollaborationsserie/das Team Up namens The Defenders.

    Jessica Jones ist für mich die beste der bisher bei Netflix gezeigten Serien. Zum einen sind so ziemlich alle Charaktere nachvollziehbar. Sie sind interessant und Killgrave, der Böse, ist wirklich gruselig, beklemmend. Außerdem wird der Killgrave von David Tennant gespielt, seineszeichens der 10. Doctor in der britishen Kultserie Doctor Who.

    Meinerseits kann ich diese Serie nur empfehlen!

    Tortorellos Preise sind schon sehr gepfeffert, auch wenn handwerkliche Produkte immer was schönes sind.

    [mention]Joran[/mention] Guter Einwand, wäre mir gar nicht aufgefallen beim drübergucken. Abgesehen davon, dass die Bücher vom Preis/Leistung(Inhaltsmenge) Verhältniss eh aus meinem Raster fallen.

    Kurz aus dem Nähkästchen:
    Lady Dunsany hatte auch über Tortorello gesprochen und sie war sehr begeistert von ihm und verstand nicht, warum nicht mehr Leute seine Bücher kaufen.

    Kurzer Grundkurs zu Doctor Who (okay, das dann doch nicht, aber zu den Folgen mit und von Moffat)

    Die Zeit in der Russel T. Davis der Show-Runner war (2005-2010) hatte Moffat die obengenannten Folgen beigesteuert. "The Empty Child/The Doctor Dances", "The Girl in the Fireplace" und "Don´t Blink" zählen zu den besten Folgen, die es seit dem Beginn der New Series gegeben hat (Ich kenne die derzeit laufende Staffel noch nicht, daher kann ich dazu nichts sagen; aber "Heaven Sent" (2015) wäre faierweise auch noch als eine der besten Folgen zu nennen - btw. auch von Moffat).

    Aber seit er Show-Runner ist sind seine Folgen in der Regel so wie bereits beschrieben. Als Show-Runner ist er ja auch für den Meta-Plot/ die Rahmenhandlung einer Staffel verantwortlich und auch die ist mit ihm mMn immer schlechter geworden.
    Moffat hat die Folgen, die er schreibt also oft nicht unter kontrolle und übertreibt es in der Regel bei den Staffel-Handlungsbögen.

    Ein anderer Punk ist Marc Gatiss. Der Mann ist ein hervorragender Schauspieler und unglaublich witzig, wenn man ihn lässt. Aber wenn er eines nicht kann, dann ist es Drehbücher schreiben. Leider ist er sehr eng mit Moffat befreundet, sodass er in jeder Staffel mit Moffat ein Drehbuch beisteuern durfte. In der Regel drehen sich seine Drehbücher um folgendes: Der Doctor und sein Compannion treffen auf eine Sagen/Märchen-Gestalt oder eine Person/Situation aus einem bekannten Roman. Dazu wirft er dann (wahlos) einen ausserirdischen Gegner und spickt das mit mittelmäßigen Pointen.

    Ich meine nicht Sherlock oder Mycroft.
    Ich meine dezidiert Steven Moffat (den Drehbuchschreiber und Produzenten).
    Ähnlich wie bei Doctor Who hat er den Drang immer noch stärker um die Ecke gedachte Rätsel/Plots/Situationen zu erschaffen. Dabei geht es ihm mMn nicht darum eine gute Geschichte zu erzählen oder die Charaktere in Szene zu setzen, sondern darum zu zeigen, das er unglaublich klever ist und unglaublich um die Ecke gedachte Scripts schreiben kann. Dabei verliert er sich jedoch in den meisten Fällen in "klevere Belanglosigkeiten" . Die ganze S4E2 war durchzogen davon. Aber auch die Ganze Redbeard Sache in S4E3 und die fast schon videospielartige Situation begleitet von den pseudo-moralischen Konflikten, die kaum spannend waren, weil der Zuschauer zu fast keiner der Figuren (den Protagonisten ausgeschlossen) eine emotionale Bindung hat (weder das Mädchen im Flugzeug, noch die drei Brüder...). Ich muss gestehen, dass ich gestern die letzten 10 Minuten nicht mehr gesehen habe (und das heute nachhole), aber wenn sich mit dem "Moriarty-SubPlot" nichts weiter verändert hat, fand ich den auch als zu sehr auf "klever" gemacht... Schwer etwas zu sagen ohne großflächig zu spoilern.

    Um meinen Unmut in Gänze zu verstehen müsste man sicher auch Doctor Who kennen und wissen, dass er fast alles auch dort schon gemacht hat, es auch immer eher doof war und seine Art zB. Frauen zu schreiben schlichtweg lächerlich ist.

    Ich war auch eher enttäuscht von der 4. Staffel (leider waren die ersten beiden Staffeln einfach unschlagbar).
    Und soweit ich weiß soll es noch eine Staffel geben, aber wie immer bei Sherlock: "Mal schaun, wann wir alle Schauspieler wieder an einen Tisch bekommen."

    Ich muss auch sagen, dass mir Steven Moffats selbstverliebte Drehbücher mittlerweile nur noch auf den Senkel gehen... Es ist so, als wollte er dem Zuschauer permanent ins Gesicht schreien "Schau nur wie klever ich bin! Sie doch! Oh und hier hab ich noch was kleveres gemacht!"... Ist nicht anders als bei Doctor Who, wo er seit seit 5 Jahren nur ein gutes Drehbuch geschrieben hat ("Hell bent")...

    Schön gesagt [mention]Error404[/mention] . Ich glaube, dass es aber auch ein bisschen dieser Widerspruch ist, der Lovecraft für "uns" (Linke...) interessant macht. Wie kann jemand, der mit zum Teil sehr antiemanzipatorischen Ansichten daherkam eine Geschichte schreiben die einem so unter die Haut geht. Antwort: Das kann er natürlich, diese Fähigkeit ist kein Privileg irendeiner Gruppe/Partei/Ethnie.
    Dennoch ist es dieses Spannungsfeld, was einen Teil des Reizes ausmacht.

    ( In der Plastic Bomb 91 wird Lovecraft besprochen???? )

    Naja, ich glaube, der Trend ist ja schomn ein paar Jahre alt:
    Man nimmt Klassiker des Brettspiel-Marktes (Monopoly, Risiko Trivial Pursuit, etc.) und setzt "Star Wars", "Big Bang Theory", "Marvel" oder nun eben "Cthulhu" davor.
    Das Kalkül ist ja auch verständlich: Das Kernspiel ist nicht mehr massenwirksam zu verkaufen, weil der Markt gesättigt ist, aber "fast jeder" kennt die Regeln/das Spiel. Dann ist es natürlich nicht abwegig solche "Nieschen-Editionen" zu veröffentlichen. Ich meine, wenn ich ins Doctor Who Fandom schaue, dann wird alles gekauft wo "Der Doctor" oder "Tardis" draufsteht und wenn wir ehrlich sind ist das bei dem Cthulhu-Franchise nicht viel anders. Ich denke da an Cthulhu-Würfel, als würden die anders würfeln als normale W6, oder Pantoffeln, Gummitentakel etc.

    Das bei den RPGs die "Klassiker" gewonnen haben wundert mich jetzt auch nicht so sehr:
    Durch Kickstarter etc ist der Markt unglaublich gewachsen, ich würde sogar sagen unübersichtlich geworden. Da scheint es mir verständlich, dass viele zu dem Produkt greifen, dass 1. eine lange Tradition hat, 2. dadurch höchstwahrscheinlich auch in drei Jahren noch existieren wird und weiteren Support bekommt und 3. (ebenfalls aufgrund von Punkt 1) eine sehr komplexe und ausgearbeitete Welt vorweist, die erlebt werden kann.

    Soweit ich das Bei Mark Finn in "Blood and Thunder" verstanden habe, hatte Howard schon immer eine Vorliebe für die Tell-Tales seiner texanischen Heimat. Conan basiert ja im Wesentlichen auf den Haudegen und Ölarbeitern, die er in und um Cross Plains kennen gelernt hat. Novalyne Price berichtet ja auch, dass Howard angekündigt hatte gänzlich auf Western/Regionalliteratur umzusteigen.

    ich hab die Box- und die Western-Geschichten in englischer Sprache hier liegen. Mir haben sie gefallen. Deswegen werde ich sie mir auch auf Deutsch holen. Da muss man auch die kleinen Verlage unterstützen!

    Für alle Fans von REH (wie mich) interessant:
    Der Blitz Verlag bringt demnächst eine Übersetzung zu einem von Howards Western heraus:

    https://blitz-verlag.de/index.php?action=buch&id=2020

    Ich hab mal Jörg Kaegelmann vom Blitz Verlag angeschrieben und gefragt, ob da noch mehr in der Pipeline ist. Das war die Antwort:

    Zitat

    Als nächstes planen wir einen weiteren Western als Einzelband. Der aktuelle Arbeitstitel lautet: "Abrechnung am Boot Hill". Danach haben wir die Boxer-Gesichten rund um Steve Costigan im Visier (drei bis vier Bände). Zudem überlegen wir, zwei Bände mit Breckinridge Elkins Western aus Howards Feder zu bringen.

    Das sind tolle Neuigkeiten!

    Ich hab es bei American Gods mit viel Arbeit auf ca. Seite 200 geschafft und musste es dann weglegen. Irgendwie war das damals so gar nicht mein Ding. Komisch, da ich etwa zur gleichen Zeit sehr begeistert war von China Mieville...

    Die Serie gefällt mir hingegen bisher sehr gut. Natürlich hat sie ein paar wtf-Momente aber ich liebe Ian McShane und von daher muss ich es wohl ganz sehen.