Beiträge von derTräumer

    [mention]DrGonzo[/mention]
    meinst du seine allgemeine Biographie oder eine spezielle?

    Ich finde diesen Aspekt seines Verschwindens um 1914 total interessant. Dieser Umstand ist übrigens Teil des (fiktionalen) Buchs "The Assassination of Ambrose Bierce: A Love Story" von Don Swaim (welchen ich immernochmal lesen wollte...)

    Aus gegebenem Anlass habe ich mir neulich "Ein Bewohner aus Carcosa", "Haita der Schafhirt" und "Der Tod des Halpin Frazer" zur Brust genommen und muss echt sagen, das Bierce mich sehr gut unterhält. Ist nochmal ein bis zwei Gänge langsamer als HPL, aber wirklich stimmungsvoll und klug.


    Ich komm doch eh schon nicht mehr nach ...

    Dafür empfehle ich Happy Valley! Wirklich tolle britische Polizeiserie. Tolle Bilder, glaubhafte Charaktere und ein spannender Plot. Kenne bisher Staffel 1+2, beide wirklich spitze!

    Kann ich zu 100% zustimmen.

    Weitere Serien, die da in die selbe Schiene gehen sind: Luther, Broad Church und River :tooloo:

    [mention]Nils[/mention]

    Politisch bin ich oft bei ihm, was HPL angeht auch.

    Wo ich bei ihm oft Zahnschmerzen habe ist, wenn er über andere Autoren spricht. So finde ich seine Aversion gegenüber Derleth fast schon persönlich, das er REH für einen untalentierten Trash-Schreiber hält finde ich auch merkwürdig. Genauso wie er zT. über "Kollegen" spricht. So beleidigt er John D. Heafele wo er nur kann und hat neulich sogar sehr unfreundlich über H.W. Pugmire geschrieben. Ich werde halt das Gefühl nicht los, dass Joshi jeden, der nicht seine Meinung teilt erstmal beleidigt. Und das ist für mich kein guter Stil.

    [mention]Nils[/mention]
    Soweit ich das bei FB in der NecronomiCon Gruppe verfolgen konnte, ergreift Scott Connors (seines Zeichens auch ein bekannter Name in Sachen Lovecraft) Partei für Joshi und bestätigt seine Version.

    Ich finde Joshi eine sehr streitbare Persönlichkeit und seine Ansichten finde ich in einigen Fällen problematisch, aber ich denke auch, dass STJ da im Recht ist.

    Unschöne Dinge trugen sich anscheinend auf der diesjährigen NecronomiCon zu.

    http://www.jasoncolavito.com/blog/s-t-joshi…vecrafts-racism

    S.T. Joshi verweigerte die Teilnahme aufgrund der Tatsache, dass HPLs Rassismus diskutiert werden sollte.


    Edith:
    Joshis Statements dazu:


    Quelle: http://stjoshi.org/news.html

    Hi Mary,

    Ja, Verfilmungen sind ein heikles Thema, zumal ja das tendenzielle Genre (Horror) eher in der B- bis Z-Movie Ecke anzusiedeln ist.
    Der Reanimator ist gar nicht so schlecht. Man darf nicht vergessen, dass die zugrunde liegende Geschichte (Herbert West) ja auch eher einen satirischen/lustigen Plot hat ( - die Geschichte erschien zu erst in dem Amateurmagazin Homebrew, das sagt schon einiges ;) ).
    Dagon ist wirklich Trash.

    Über "Die Farbe" hört man viel (vom deutschen Regiseur Huan Vu)... geht von toller Film über "mähh".

    Dann gibt es noch die beiden Filme der HP Lovecraft Historical Society (THE CALL OF CTHULHU und WISPERER IN DARKNESS). Ersteren habe ich bei mir im Regal und würde ihn nicht hergeben wollen. Der Film ist im Stil der deutschen expressionistischen Stummfilme (zB Das Cabinet des Dr. Calligari) gehalten.

    Dann gibt es da noch eine Reihe 90er und 2000er B-Movies (NECRONOMICON, COOL AIR, etc.) dazu kann ich nicht viel sagen. Habe die mal gesehn, aber erinnere mich an nichts mehr, waren demnach nicht der Rede wert.

    An sich ist das Medium Film sicher nicht der beste Ort für Lovecrafts Geschichten. Was auf der Textebene mit "unspeakable" angedeutet wird muss leider im Film irgendwie bebildert werden, darunter leidet die Immersion.

    Gute Nachrichten für die Fans von CAS:

    Ende 2017 erscheint bei Hippocampus Press der erste Band der geplanten Letters-of-Clark-Ashton-Smith-Reihe. Die Info, dass es diesen Winter los geht hab ich von den Jungs von HP auf Anfrage bekommen.

    Welche Korrespondenz das sein wird, betietelt HP auf ihrer Facerbook-Seite im Posting vom 21. Dezember 2015 ["CAS to Wandrei & Barlow, CAS to Loveman, CAS to Derleth"]. Welcher Band zuerst kommt, weiß ich nicht.

    Jetzt wird es also wieder spannend auf der Briefe-Front!

    Da gibt es mehrere Möglichkeiten, je nach Geldbeutel.

    Wenn du etwas weniger Geld ausgeben willst, kannst du auf das hier zurückgreifen:

    http://www.hplovecraft.com/writings/sources/hplcf.aspx

    Hierzu seinen aber zwei Sachen gesagt:

    1. Pass auf, dass du dann die 2. Auflage (2011) bekommst, die erste ist so durchzogen mit Fehlern, für das der Herausgeber im www ein 11-(!)-seitiges PDF mit Errata zur Verfügung stellt.

    2. Die in diesem Buch vereinten Texte sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Weird-Tales-Versionen/alten Arkham-House-Versionen, d.h. stark abgeänderte und gekürzte Texte. ST Joshi hat erst in den 80ern/90ern die Texte veröffentlicht, wie Lovecraft sie geschrieben hat.

    Ansonsten entweder die "aktuellen" Arkham House Bücher, oder die Bücher der Reihe Penguin Classics oder die Variorum Edition. :thulu:

    Vielleicht hilft dir mein Text hier https://flensburgergesellschaftfuerphantastik.wordpress.com/2016/05/04/bas…lips-lovecraft/ auch weiter

    Lustig. Nachdem ich diese Geschichte zuletzt vor Jahren im Original gelesen habe, las ich sie gerade am Mittwoch, dieses Mal in der Übersetzung im hervorragenden Festa-Band "Die Stadt der singenden Flamme".

    Ich liebe diese Geschichte. Sie ist so unglaublich atmosphärisch. Bis quasi zum letzten Satz wirkt das Ende etwas Schwach, doch, wenn dann angedeutet wird, dass die Konfrontation am Ende quasi Folter/die Strafe ist, wird die Geschichte unglaublich stark.

    Die bisher genannten Punkt/ die bisherige Diskussion empfinde ich als etwas sehr gutes und wertvolles. Damit zeigt die dLG doch, dass sie sich mit ihrem Autor auch auseinandersetzt.
    Als ich den Link postete war mir vor allem wichtig darauf hinzuweisen, dass der Text weder sachlich, noch genau recherchiert ist und mich deswegen ärgert.
    Ich habe mich bisher immer dagegen gewehrt Houellbecqs Essay zu lesen, weil ich mir dachte wohin da die Reise geht und kein Erkenntnisgewinn drinsteckt. Aber vielleicht sollte ich ihn mir dennoch mal holen.

    Ich denke auch nicht, dass sich für diesen Artikel eine Gegendarstellung lohnt: Zum einen laufen wir gefahr missverstanden zu werden und zum anderen sollte man nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen. Da ist halt ein Literaturdozent, der für 2017 noch eine Publikation auf seiner Liste brauchte... Zumal der Text schluderig und oberflächlich ist.

    Wichtiger finde ich, dass WIR konstant gute Arbeit in der Vermittlung und Aufklärung um HPL und sein Werk betreiben und ggf. irgendwann eigeninitiativ und nicht als Reaktion einen öffentlichen Diskurs stärken.

    Ein - wie ich finde - Artikel, der mit Unkenntnis glänzt und versucht aus HPL einen Interpretationsansatz für Trump zu machen.

    https://www.nzz.ch/feuilleton/h-p…igen-ld.1307081

    HPL wird hier fast zum amerikanischen Ideologen des Rassismus... Und was der Autor -natürlich, schließlich passt es nicht in seine Argumentationskette - verschweigt ist, dass Sonia H. Greene und Samuel Loveman Juden waren, letzterer zudem homosexuell...
    Dann wäre da noch der Unterschied in jungen HPL und alten HPL, der hier nicht stattfindet.
    Bei seiner Interpretation der Texte bleibt der Autor auf der obersten Ebene und verweigert sich jeder tieferen Betrachtung.

    Nicht falsch verstehen, ich will HPLs Rassismus nicht weißwaschen, aber man sollte nicht Fakten verschweigen, nur weil sie nicht in das Argumentationsmuster passen.

    EDITH:

    Zitat

    Wohlgemerkt, Lovecrafts Erzählungen behandeln jene Fremden nicht immer als Feinde. Allein: Der Ekel, mit dem die Erzähler ihnen begegnen, wird jedes Mal geradezu ritualhaft beschworen.

    In "Mountains of Madness" erkennt Dyer sogar die Hochkultur der Wesen an und nennt sie "Menschen"! Natürlich, das darf auch nicht verschleiert werden, ist dann die neue Gefahr der Shoggothe.

    Außerdem: Wenn man die Trump-Administration charakterisieren möchte ist Rassismus/Xenophobie nur ein kleiner Teil es Ganzen. Viel interessanter wäre da doch, dass Trump symptomatisch dafür steht, dass große Teile der Weltbevölkerung sich der Komplexität der Welt verwehren und dem Irrationalismus anheimgefallen sind. Einfache Antworten definieren die Politik der USA, einfache Antworten, die den gestellten Fragen der Zeit nicht gewachsen sind. Trumps Xenophobie ist nur ein Symptom dieser Gemengelage. Aber auch das passt nicht ins Bild, dass der Autor der NZZ zeichnen möchte.