Beiträge von Der Läuterer

    Ja. Puuuh...
    Da meine Person in den Beiträgen schon genannt wurde, jetzt also auch die obligatorischen 2 Cent von mir.

    Was mich betrifft, so bin ich durch Cthulhu zu Lovecraft gekommen und nicht umgekehrt. Zuerst kam das RPG... Demnach interessiert mich natürlich in erster Linie auch der Rollenspielbereich hier bei der dLG.
    An jene, die noch immer auf eine neue Geschichte von HPL warten... toi, toi, toi...

    Was die Themen hier anbelangt... Zu Anfang habe ich oft versucht mich einzubringen, doch die Resonanz war zumeist, bescheiden. Die Tatsache, dass man hier niemandem auf die Flügel treten möchte, tut ein Übriges.
    Wenn man, nach einer Woche Abstinenz hier im Forum, wieder mal reinschaut und feststellt, dass sich noch immer kein Austausch ergeben hat... vielleicht sogar nicht mal eine Antwort... dann verliert man (ich) die Lust daran, etwas zu schreiben.

    Vor zwei Monaten habe ich mich darauf gefreut, hier mit unserer Foren-Gruppe aufschlagen zu können. Daraus ist ja bekanntlich nichts geworden. Zuerst kam ein klares 'Nein.', dann hiess es 'Ja... aber nur für Mitglieder.' und jetzt 'Ja... mit Einladung durch Mitglieder.'
    Das ist in meinen Augen eine sehr sinnvolle Entwicklung und schön für jene, die nach mir kommen werden... doch vermutlich wird sich an diesen Regularien auch nochmals etwas ändern.

    Ich bin (leider) weitergezogen und habe anderswo eine neue Heimat gefunden, bei der es gleich hiess 'Forenspiel? Aber klar doch. Immer hereinspaziert!' Da fühlte ich mich gleich gut aufgehoben.
    Man kann sich allgemein einbringen, ohne daran denken zu müssen, wem man vielleicht gerade auf die Hufe oder den Schweif tritt. Und wenn anderswo ein Apfel gesetzt wird, dann stinkt es eben nicht bis dort hinüber.

    Ich denke auch, da das hier ja ein literarisches Forum ist, dass die literarischen Produkte in Form von Crunch und Fluff nicht all zu stiefmütterlich behandelt werden sollten.

    Abschliessend noch etwas... Seid bitte nett zu Euren Rollenspielern!

    Ich hoffe sehr, dass es Cultos Innombrables (Namenlose Kulte) bald schafft, zumindest auf Englisch veröffentlicht zu werden.
    http://2.bp.blogspot.com/-nRdjU0XVo1s/V…anner2-2000.jpg

    Es handelt sich dabei um ein spanisches Rollenspiel der Firma Nosolorol (ohne Wurf), das Ende 2014 auf den Markt kam und, wie der Name schon impliziert, vor dem H.P. Lovecraft Hintergrund spielt.

    Das Spiel basiert auf dem Hitos System, einem Generic RPG System; d.h. es ist ein universell einsetzbares System, das unabhängig von Genre und Setting überall passen sollte. Das Spiel selbst erinnert an das FATE System und geht stark in Richtung Storrytelling, da es nicht die reale Welt nachzubilden versucht, sondern sich auf das narrative Spiel, ohne viel Herumgewürfele, konzentriert.

    Die zwei grössten Unterschiede zum klassischen CoC liegen 1. in seinem modernen Hintergrund, ähnlich wie bei Delta Green, und 2. in der Tatsache, dass man die andere Seite, die Kultisten, spielt. Die Spieler werden nicht wahnsinnig; sie verlieren im Laufe der Zeit immer mehr an Menschlichkeit.

    Leider fehlen mir noch die Ausgaben #3 und #7 von Cthulhus Ruf.

    Wer diese Exemplare also doppelt bei sich Zuhause stehen hat und loswerden möchte, oder sie loswerden möchte, auch wenn sie nicht doppelt vorliegen sollten, wendet sich bitte an mich.

    Gerne im Tausch gegen die Ausgaben #2 und #6, die ich doppelt habe.

    Die Entwicklung des Rollenspiels ist m.M.n. ein Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung. Es geht um den Wert der Zeit, um eine ständige Verfügbarkeit und Präsenz, sowie um Individualitätsansprüche. Schneller, schneller, immer schneller und die Gier des ichs.

    Ich nehme mal unser Forenspiel als Beispiel. Das ist ein sehr schönes Rollenspiel. Im Gegensatz zu einer P&P Runde sind wir hier frei zu schreiben wann wir wollen und wieviel wir wollen. Das dauert zwar, macht mir aber viel Spass. Das funktioniert bei uns, weil wir uns Zeit dafür nehmen, weil es uns wichtig ist, und weil wir zeitlich nicht festgelegt oder gebunden sind und uns gegenseitig Raum geben. Wir passen das Spiel immer unseren Bedürfnissen an und nicht umgekehrt.

    Es ist doch so, dass es ab einem gewissen Alter immer schwierig wird Termine in einer Gruppe abzugleichen und diese auch noch einzuhalten. Hinzu kommt die Rücksicht auf den Partner bzw. die Familie und in diesem Zusammenhang das Setzen von Prioritäten, denn in den Augen anderer liegt das Bedürfnis am Rollenspiel ganz weit hinten.

    Fertig nach der Arbeit und dann noch entspannt bis in die Puppen rollenspielen? Das ist nicht drin. Manchmal reicht es noch am WE. Manchmal... selten... und immer seltener.

    Doch das zu planen ist mehr als mühsam und wird zunehmend schwieriger. Hat man es dennoch auf die Reihe bekommen, sagen vielleicht Spieler ab, oder man bekommt selbst den Kopf nicht frei.

    An der Konsole oder online ist das alles viel einfacher und vor allem unverbindlich. Dort kann man sich ausleben wie, wann und wie lange man das möchte und zwar genau dann, wenn man das möchte. Ohne Planung, ohne Vorbereitung, ohne Terminprobleme. Nur einsam und allein halt. Das ist sicher nicht besser, aber zuverlässig.

    Die jüngeren Spieler suchen die schnelle Bestätigung. Den Erfolg. Den Headshot. Den Highscore. Wenn es nicht klappt, wird neu geladen und ... nächster Versuch. Wenn jedes Draufgehen im Netz und an der Konsole dazu führen würde, dass sich der Spieler einen neuen Charakter erstellen müsste, dann würde das Gezocke wohl kaum einer machen.

    [ edit ] Das ist jetzt irgendwie sehr deprimierend zu lesen. War aber nicht so gedacht. Es war eher nüchtern und objektiv betrachtet intendiert... dennoch... irgendwie sehr deprimierend.

    Nun. Zur Anfangszeit des Rollenspiels in Deutschland war es schwer an Material jenseits von DSA zu kommen. Das kam 1984 auf den Markt. Ein Freund brachte zu dieser Zeit AD&D aus Hamburg nach Konstanz mit. Midgard (1981) kannten damals nur sehr wenige.
    Es gab, ausser Loock (Laurin / bis '93), sicher noch in anderen Grossstätten Läden, die engl. Produkte schon seit den frühen 80ern importiert haben (z.B. Welt der Spiele in Frankfurt / bis '98), aber wie sollte man herausfinden wo die sich verstecken? So etwas wie Internetrecherche gab es ja nicht. Bei der Auskunft anrufen? Was sollte man da fragen? “Ich suche nen Laden, der Spiele verkauft und vermutlich nen tolkinesken Namen hat???“ Damals war das alles noch sehr regional beschränkt.

    Mit den 90ern schossen dann die Rollenspielläden überall wie Pilze aus dem Boden. 1993 auch bei uns der Seetroll. Damals wurde auch das Tabletop von GW gross. Mitte der 90er kamen dann mit Magic die TCGs auf den Markt. Von da an wanderte das Geld und auch die Zeit vieler RPGamer in die beiden anderen Bereiche und das P&P verlor an Boden. Noch mehr vom Kuchen brach weg, als Ende der 90er immer mehr geLARPt wurde. Viele (ca. 50%) Läden machten seinerzeit zu. Inwieweit auch Cons von der Marktentwicklung betroffen waren/sind ist schwer zu belegen.

    Mit dem Internethandel wurde es dann für den Einzelhandel noch schwerer. Im Gegensatz zu Brettspielen und Comics sind Rollenspielprodukte aber keine Durchlaufware, sondern verkaufen sich nur sporadisch. Sie werden angesehen, durchgeblättert und gerade die Exoten des Marktes liegen zumeist jahrelang auf Halde im Regal. Das ist totes Kapital für einen Laden.
    Mit den MMORPGs (Anfang der 90er) bekam das P&P dann erneut einen starken Konkurrenten. WoW (seit 2005) hat derzeit über 5 Mio. aktive Spieler weltweit.

    Es wird geschätzt, dass ca. 500 Tsd. Rollenspieler (150-650 Tsd.) bei uns in Deutschland aktiv sind. 95% aller Rollenspieler sind demnach zw. 15-35 Jahre alt; bei einem Durchschnittsalter von 26 Jahren; 80% davon sind Gymnasiasten und Studenten; mit ca. 80-90% männlichem Anteil.

    Der Markt wird grösser bzw. bleibt relativ stabil, dennoch hat der P&P Markt viele Anteile an die Online- und Konsolen-Spiele verloren.

    Die Verfügbarkeit von Rollenspielprodukten am Markt ist heutzutage sicher nahezu unüberschaubar gross geworden.

    Die Anzahl der Rollenspieler hat m.M.n. seit Ende der 70er genau so stetig zugenommen, wie die Bekanntheit des Genres. Auch ist die Altersstruktur der Spieler viel, viel breiter geworden (damals männliche Spieler um die zwanzig, heute männliche und weibliche Spieler zw. 15-50).

    Anfang der achziger gab es in Deutschland nur Material über den Loock in Hamburg zu beziehen. Da hat man über den Kataloock eingekauft oder man ist dort halt hin gefahren. Ich bin sogar zweimal nach London geflogen, um mein Geld dort für Nerdiges unter das Volk zu werfen.

    Die Palette des Materials ist seit dieser Zeit viel, viel breiter geworden und deren Verfügbarkeit hat sehr, sehr stark zugenommen.

    Die Materialen machen sich aber heutzutage allein durch ihre Präsenz im Internet (Amazon, ebay) immer sebst Konkurrenz. Zweit- und Drittverwertung gab es früher einfach nicht. Hätte ich damals mein Zeug loswerden wollen, hätte ich nur einen Zettel mit “Zu verkaufen“ an der Uni aushängen können oder ich hätte die Altpapiertonne als Möglichkeit gehabt. Heutzutage verkauft man ältere Sachen an Leute im Netz, die dann vielleicht erst einmal keine neu produzierte Ware mehr erwerben. Das Material verschwindet nicht, sondern es wird recycelt. Die Verlage konkurrieren also oftmals mit den eigenen Produkten.

    Dann sind da ja noch die vielen Online-Spiele, die auch eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz ausmachen.
    Jederzeit verfügbar. Immer Spieler zur Hand. Immer Erfolgserlebnisse. Null Vorbereitung. Nichts lesen müssen. Und so etwas gibt es für jedes Genre.

    Zitat von swc

    aber die Erfahrung oder Lehre aus den Diskussion im P-Forum der letzten sechs Monate spricht für sich!

    Ganz meine Meinung. Die Erfahrungen mit den Offiziellen sprechen in der Tat für sich.

    Aber vielleicht kann man dazu ja mal wieder einen neuen Thread aufmachen und die Inhalte verschieben?

    [ edit ] Der letzte Satz war ironisch gemeint. Das sollte ich idT zukünftig deutlicher kenntlich machen.

    Zitat von Pegasus-Redaktion

    Die Beteiligung (bei den Umfragen) war häufig sehr gering. ... Insofern hat sich damit "nur" bestätigt, dass die meisten Spieler/Spielleiter recht zufrieden mit dem sind, was sie von uns bekommen.

    Das ist ja nun mal eine äusserst gewagte These, würde ich meinen.
    Das würde im Umkehrschluss dann bedeuten, dass all jene, welche die Verlags-Politik wohlmöglich Käse finden und keine Lust hatten, abermals ihr Sprüchlein aufzusagen, um wiederum ignoriert zu werden, automatisch zu den Befürwortern gezählt werden müssten.
    Sorry, aber diese Theorie kaufe ich nicht.

    [ edit ] Das ist hier schlicht eine Meinungsäusserung. Eine Diskussion ist nicht intendiert.

    Ich habe gerade einen Blick auf den Kickstarter geworfen... und musste doch sehr schmunzeln, als ich die Minis gesehen habe.

    Die dargebotenen Pathfinder-Minis sind für mich jetzt eher abschreckend, da sie in meinen Augen mal so gar keinen Schrecken verbreiten mögen.
    Da würde sich meine Gruppe am Spieltisch kaputtlachen, wenn ich so etwas hinstellen würde. So etwas passt gar nicht zu Cthulhu, es sei denn, dass man vielleicht ultra-pulpig spielt.

    Dann fiel mir noch ein, dass ich ja auch nen riesigen Haufen unangemalter Minis in Kisten und Schachteln noch herumliegen habe. Vielleicht sollte ich die beizeiten mal verhökern. Wenn man bedenkt, was das alles mal gekostet hat...

    Ich denke, dass genau das die Crux ist. In der Welt von Lovecraft sollte auch eine Detektiv-Geschichte ihre Daseinsberechtigung haben, ebenso wie eine Liebesgeschichte.
    Taxifahrer und Milchmann, Wahnsinniger und Krimineller; jeder sollte seine Nische bekommen.
    Gerade dann, wenn nur noch der Lovecraft-Horror im Spiel stattfindet, wird der Mythos doch recht schnell zum Klischee. Meiner Erfahrung nach kommt es nämlich genau dann zum Monster-of-the-Week-Gefühl, wenn es immer nur der Mythos ist, der hinter allem Unheil steckt.
    Ich empfinde es daher als viel interessanter und spannender, wenn eben nicht gleich zu Anfang des Abenteuers fest steht, dass alles gerade mal wieder mit einem Kult zu tun hat und man nur noch ergründen muss, welcher es diesmal ist, der sein Unwesen treibt.

    Ich habe mir das gute Stück heute zu Ostern gegönnt und flugs durchgelesen.

    Fazit: Man muss es nicht haben, aber man sollte es haben!!!

    Man merkt Walmsley (The Dying of St. Margaret) an, dass er seinen Lovecraft gut kennt. Er teilt dem Leser eigentlich keine Neuigkeiten mit, zeigt aber sehr gelungen die Muster und die Elemente auf, die von Lovecraft in dessen Geschichten benutzt werden, um eine eigene Geschichte daraus zu bauen. Jeder, der die Geschichten des Meisters schon mal gelesen hat, kennt diese Elemente. Dennoch ist es sehr interessant diese gebündelt schwarz auf weiss zu sehen und miteinander vergleichen zu können.

    Der Autor legt dem Leser nahe, die Ideen Lovecrafts aufzugreifen und diese als Versatzstücke für eine eigene Geschichte zu benutzen. Dafür nimmt er die Teile von verschiedenen Geschichten auseinander, sortiert diese um und fügt sie wieder zusammen.
    Der Aufhänger - Hintergründe - Betrachtungsweisen - Orte - Kreaturen - Das Finale ... werden variiert, vertauscht und zu einer neuen Geschichte wieder zusammen gepuzzelt.
    Idee 1: Klau eine Lovecraft-Idee und ändere diese ab.
    Idee 2: Klau eine Lovecraft-Idee und stelle etwas heraus, auf das Lovecraft keinen Wert gelegt hat und nutze es.
    Idee 3: Klau verschiedene Lovecraft-Ideen und kombiniere diese.
    Idee 4: Klau ein Lovecraft-Motiv und baue darauf auf.
    Man nehme z.B. die Geschichte The Shadow Over Innsmouth:
    Die Stadt wird nicht von Deep Ones, sondern von Mi-Gos bevölkert. Oder Innsmouth liegt nicht in Neu England sondern in Alaska. Oder das unterschiedliche Aussehen bei den Deep Ones zeigt deren Stellung, Aufgabe oder Clan-Zugehörigkeit an. Oder die Verfolgung findet nicht im Hotel sondern in einer labyrinthischen Krypta statt.

    Leider werden vom Autor immer dieselben Geschichten als Vergleiche angeführt: At the Mountains of Madness, The Call of Cthulhu, The Colour Out of Space, The Dreams in the Witch House, Nyarlathotep, The Shadow Out of Time, The Shadow Over Innsmouth & The Whisperer in Darkness. Ein paar mehr Vergleiche wären besser gewesen...
    Bezüge zu: The Music of Erich Zann, Herbert West–Reanimator, Pickman's Model, The Case of Charles Dexter Ward, The Dunwich Horror, The Thing on the Doorstep, The Haunter of the Dark & The Horror in the Museum... fehlen leider völlig.

    Ich gehe mit dem Autor in zwei Punkten nicht konform, denn er vertritt die Standpunkte (S50f), dass man...
    1. keine detektivischen Hintergründe für ein Cthulhu-Szenario benutzen soll.
    Rein menschliche Abgründe und Machenschaften verstärken m.M.n. aber den Hintergrund des Mythos noch weiter und machen ihn noch unerklärlicher und kosmischer.
    2. die Hintergründe der Vorkommnisse nicht aufzuklären soll/darf.
    In keiner meiner Gruppen waren die Spieler jemals damit zufrieden, dass ihre Chars ein Szenario 'unwissend' beschliessen sollten.

    Interessant sind aber andere Ansätze (S57ff), nämlich dass...
    1. die Protagonisten besser auf die Schrecken prallen sollten, anstatt dass sie danach suchen müssen.
    2. Kämpfe zumeist besser durch Verfolgungen zu ersetzen seien.
    3. Rituale nur als finaler Höhepunkt benutzt werden sollten.
    4. das Wort Kultist besser nicht gebraucht werden sollte. Geeigneter wären Worte wie Anhänger, Gefolgsmann, Diener, Verehrer oder Schüler.

    Über die Hälfte des Buches nehmen Kreaturen des Mythos ein, die von Lovecraft, Blackwood, Campbell, Chambers, Lumley und Wilson geschaffen wurden: Azathoth - Colours - Cthonians - Cthulhu - Deep Ones - Elder Things - Flying Polyps - The Great Race Of Yith - Hastur - Ithaqua - Lloigor - Mi-Go - Nyarlathotep - The Shan - Shoggoths. Auch hier vermisse ich Kreaturen wie: Byakhees - Fire Vampires - Ghouls - Hounds of Tindalos - Hunting Horrors - etc.

    Besonders schön finde ich die handschriftlichen Anmerkungen und Erläuterungen von Gareth Hanrahan, Ken Hite und Jason Morningstar (u.a. The Laundry, Trail of Cthulhu & Fiasco) am Rand des gedruckten Textes.

    Ich habe für meinen Teil schon eine gewisse Tendenz dazu, missionarisch wirken zu wollen. Da vergaloppiert sich sicher auch oft der Sozpäd in mir. Und wenn ich mir sicher wäre, dass ich es schaffen könnte, Euch Offizielle dazu zu bewegen einzusehen, dass da von Eurer Seite auch viel falsch gelaufen ist, würde ich mir das Thema offen halten. Den Eindruck hatte ich aber nicht. Das offizielle Selbstverständnis erschien mir allzuoft zu selbstgefällig und borniert.

    Wenn ich das Thema gerade reflektiere und analysiere, dann geht es mir dabei in erster Linie tendentiell um die subjektiven Befindlichkeiten der Forennutzer und den Pegasus-Offiziellen anscheinend mehr um objektive Regularien und Strukturen. Vielleicht hatte ich deshalb in dieser Hinsicht auch häufig das Gefühl nicht verstanden zu werden.

    Ich denke, dass das allgemeine Interesse an dem Thema jetzt endgültig ums Eck ist. Zu viele Wiederholungen, ohne dass es m.M.n. zu etwas geführt hätte. Manch einer der Beteiligten hat vielleicht seine Schlüsse aus dem Thema gezogen. Vielleicht auch, so wie Joran und ich, seine Konsequenzen. Und ich befürchte, dass unnötig viel Porzellan zerschlagen wurde. Da ist viel kaputt gegangen. Leider.

    Zitat von swc

    Was mich stört sind Fehleinschätzungen und einmalige Aussagen, die plötzlich allgemeingültig sein sollen (an die purplegeschichte kann ich mich gar nicht erinnern...).

    Nun, das kann ich Dir sogar nachfühlen. Es ist nur so, dass die Art und Weise wie im PF mit einigen Nutzern umgesprungen wurde und wie man dies dann auch noch gerechtfertigt hat, (zumindest bei mir) Spuren hinterliess. Da frage ich nach so einem Satz nicht noch einmal nach, wenn dieser dermassen ins Bild des allgemeinen Verhaltens der offizieller Seite passt. Und wenn dann niemand sonst Einspruch erhebt, ist für mich die Sache klar... Und die Aussage stimmt ja auch. Als einzelner Kunde bin ich uninteressant. Ist nun mal so.

    Zitat von swc

    Wenn ein Post dann aber damit anfängt, Fehler des anderen aufzuzeigen...

    Auch das kann ich völlig nachvollziehen. Und zwar weil es mir bei Deinem Post zuvor ebenso gegangen ist. Da dachte ich auch, 'Hoppla, was soll das denn jetzt? Da offenbare ich mich gerade und bekomme dann vorgehalten im falschen Thread zu schreiben?'

    Ich habe hier auf einen Post von Dir geantwortet, SWC, ohne dabei den Hintergedanken zu haben, irgendetwas diskutieren zu wollen. Ich wollte Dir lediglich meine persönlichen Gründe für mein Schweigen mitteilen und bekomme als Antwort:

    Zitat von swc

    Hmmm, wenn das ein Thema ist, dann diskutiert das! aber bitte an entsprechender Stelle und nicht zwischen den Zeilen oder in einem Fred mit anderem Thema!

    Genau diese Ambivalenz von offizieller Seite ist mir ehrlich unverständlich und hat mich auch dazu gebracht, mich im Pegasus-Forum sehr stark zurück zu nehmen...
    Also noch mal, um nicht missverstanden zu werden; ich schreibe etwas in einem falschen Thread. Du antwortest mir im selben Thread und wenn Dir meine Erwiderung dann nicht gefällt, schreibe ich für Dich urplötzlich im falschen Thread ??? Nicht ernsthaft, oder? Erinnert doch stark an George Orwell's zynischen Satz 'Alle ... sind gleich, aber einige ... sind gleicher als andere.'

    Zitat von swc

    Sorry, aber so funktioniert Veränderung in einer Demokratie, denn sonst weiß ich ja gar nicht, dass du etzwas kritisierst, sondern finde es nur per Zufall hier?!

    Ich weiss zwar nicht, was das jetzt mit Demokratie zu tun hat, aber sei es drum.
    Die Annahme, dass ich etwas verstecken wollte, ist nicht ganz richtig. Es ist schlicht passiert. Wie bereits oben geschrieben, war mein vorangegangenes Schreiben lediglich eine Antwort. Im Übrigen ist das Forum der dLG ja äusserst übersichtlich und wie Du ja selbst geschrieben hast, eines der "beiden wichtigsten cthuloiden Foren". Und das mit der Ambivalenz hatte ich ja, glaube ich zumindest, schon einmal geschrieben.

    Zitat von swc

    was wäre für einen Chefred, der von einem Verlag bezahlt wird, falscch daran?

    Ich habe nicht geschrieben, dass es falsch sei. Ganz im Gegenteil. Ich empfinde es sogar als äusserst beneidenswert, wenn man mit seinem Hobby noch Geld verdienen kann. Ich glaube aber in der Tat, dass der Geek im Chefredakteur viel zu oft hinter den Verlagsdirektiven zurück stecken muss. Wenn diese Vorgaben dann mit aller Verbissenheit gegenüber der Community vertreten werden, und jede andere Meinung immer gleich als Angriff aufgefasst und alles vehement verteidigt wird, dann kommt das mitunter sehr unangenehm rüber.

    Zitat

    Mir ist klar, dass ich, wie jedes andere Forenmitglied auch, nur ein Kunde bin, der ja für Pegasus nahezu total irrelevant ist. Ohne viel Mühe lässt sich das Ganze aber auch von der anderen Seite betrachten, denn ich bin ein Kunde, der an CTHULHU interessiert ist und für den es total irrelevant ist, welcher Verlag meine Bedürfnisse stillt. Ein überaus interessanter Gesichtspunkt wie ich finde.

    Zitat von swc

    auch hier ist der erste Teil wieder einmal eine totale Fehlannahme! Ein Verlag ist auf Kunden angewiesen!

    Vollste Zustimmung. Freut mich doch ehrlich genau DAS mal zu lesen. Der Zusatz 'zufriedene' Kunden wäre übrigens noch schöner gewesen.

    Aber halt. Wirklich? Totale Fehlannahme?

    Zitat von Pegasus-Support 03. Januar 2016

    So langsam solltest Du - Purple war gemeint - aber auch begreifen, dass die Linie, die der Verlag, oder (noch viel wichtiger) die Redaktion fahren will, da absolut gegenteiliger Meinung ist! Und, so harsch es klingt, Du bist nur ein Kunde. Und damit im großen Bild des Cthulhu-RPGs von Pegasus nahezu total irrelevant!

    Dies nur als Beleg dafür, dass ich weder ein schlechtes, noch ein selektives Gedächtnis habe.
    Die Crux ist, dass weder von Seiten der Mods noch durch den Admin dieser Aussage widersprochen wurde, noch wurde dies jemals revidiert. Ergo, gehe ich davon aus, das dies die ehrliche, offizielle Meinung des Verlages sei. Ein Gedanke, der also nicht wirklich abwegig ist, oder?

    Zitat von swc

    Evtl. mehr wenn es mal jemand hinbekommt einen Thread zu dem Thema zu erstellen, in dem sachlich diskutiert wird. Wenn es nur ums Anbaffen geht, bin ich da schnell wieder raus!

    In der Tat ist das jetzt für mich wirklich schwer zu beurteilen. Ich habe versucht meine Ansichten klar und deutlich darzulegen, ohne anderen dabei auf die Füsse zu steigen.

    Zitat von swc

    Wollte an dieser Stelle eigtl. nur darauf hinweisen, dass die Ruhe in den beiden wichtigsten ... cthuloiden Foren weniger etwas mit den Ansagen der Mods zu tun hat, denn anderen Gründen.

    Du schreibst es gerade selbst, Du würdest der Stille andere Gründe zuschreiben. Mag sein, dass das auch tatsächlich so der Fall ist...

    Dennoch muss ich Dich leider enttäuschen. Zumindest bei mir trägt die Ursache meines Schweigens schlicht und einfach der vorangegangenen Kontroverse Rechnung - also dem Umgang der Offiziellen mit der Community.

    Es war und ist mitunter schon recht schwierig einen sachlichen Meinungsaustausch zu führen... zugegebenermassen nicht in meinem Fall, aber für andere Forenmitglieder. Und da zeige ich Flagge und solidarisiere mich mit den Betroffenen.
    Die Frage, welche ich mir immer stelle, lautet: ist der Mod oder anderweitig Offizielle in erster Linie ein Sklave Cthulhus (so wie ich) oder ist er nur ein Sklave des Verlags? Meiner Ansicht nach kam recht oft letzteres zum Ausdruck.

    Mir ist klar, dass ich, wie jedes andere Forenmitglied auch, nur ein Kunde bin, der ja für Pegasus nahezu total irrelevant ist.
    Ohne viel Mühe lässt sich das Ganze aber auch von der anderen Seite betrachten, denn ich bin ein Kunde, der an CTHULHU interessiert ist und für den es total irrelevant ist, welcher Verlag meine Bedürfnisse stillt. Ein überaus interessanter Gesichtspunkt wie ich finde.