Abenteuerideen - Fundstücke aus dem realen Leben

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Joran
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#1 Abenteuerideen - Fundstücke aus dem realen Leben

Beitrag von Joran » 15.02.2016, 11:52

Berichterstattungen zum realen Leben in den unterschiedlichen Medien bieten immer wieder Geschehnisse, die die Phantasie aufgreifen, hinterfragen und weiterspinnen kann, bis sich hieraus mitunter nette Szenarien für ein Horror-Abenteuer ergeben können.

In diesem Thread können solche obskuren, verstörenden oder erstaunlichen Fundstücke zur Anregung der Phantasie gesammelt werden.


Beispiel:

Der Bundesgerichtshof befasst sich gegenwärtig mit einem Revisionsverfahren in einer Strafsache. In der Vorinstanz hat das Landgericht Dresden einen Beamten des Landeskriminalamtes Sachsen wegen Mord in Tateinheit mit Störung der Totenruhe zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt.

In der http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-b ... s=0&anz=38 Pressemitteilung Nr. 38/2016 des BGH[/url] wird der Sachverhalt wie folgt knapp zusammengefasst:

"Nach den Feststellungen des Landgerichts tötete der voll schuldfähige Angeklagte einen 59-jährigen Mann, um die anschließende Zerstückelung des Körpers zu ermöglichen, von der er sich sexuellen Lustgewinn versprach. Das Tatopfer war mit dem Handeln des Angeklagten einverstanden. Es hatte den Wunsch, von ihm geschlachtet und verspeist zu werden.

Das Landgericht ist davon ausgegangen, dass die Tat zur Befriedigung des Geschlechtstriebs und zur Ermöglichung einer Straftat begangen worden ist. Von der Verhängung lebenslanger Freiheitsstrafe hat es abgesehen, da das Tatopfer mit der Tötung durch den Angeklagten nicht nur einverstanden war, sondern diese aufgrund eines seit mehreren Jahren stabil bestehenden Wunsches auch unbedingt wollte."

Findige SCs (oder Investigatoren) könnten die Motive von Täter und Opfer einer genaueren Prüfung unterziehen und dabei auf Hinweise stoßen, die in eine ganz andere Richtung deuten als lediglich 'sexueller Lustgewinn'...

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Beitrag von Joran » 15.02.2016, 12:06

Als eine Art 'Quellensammlung' kann insoweit das antiquarische Buch dienen:

Leonard de Vries, "Als Opa die Oma erstach - Schreckensnachrichten aus illustrierten Polizeiberichten des 19. Jahrhunderts", Verlag Stalling Oldenburg 1982 (ISBN 978-3797916501)

Die zeitgenössischen Illustrationen oft sehr blutrünstiger Art verbunden mit den Berichten könnten teils direkt als Vorlagen für Handouts dienen.

Vielleicht erkennt das ja noch jemand aus seiner Jugend wieder, so wie ich.

Allerdings weiß ich nicht, ob man das noch bekommen kann...

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Beitrag von Seanchui » 16.02.2016, 09:40

"Als Opa die Oma erstach" habe ich vor recht kurzer Zeit noch erstanden, das kann noch zu kriegen sein. Allerdings fand ich es nicht sooo "inspirierend" (also auf's Rollenspiel bezogen ;) ) wie ich erhofft hatte.
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Beitrag von Joran » 16.02.2016, 10:54

In 'Als Opa die Oma erstach' finden sind eben immer nur recht knappe Berichte. Das Buch gibt also nur recht rudimentäre Informationen, ähnlich wie die Bücher von Gerald Hagemann ('London von Scotland Yard bis Jack the Ripper' oder 'Tatort Grossbritannien - Galgen, Mörder und Verbrecher'), aber sie haben den Reiz der historischen Authentizität.

Wenn ich ein historisches Setting hatte, habe ich den Spielern mitunter Abrisse aus Zeitungen erteilt, um ein Gefühl für das Zeitgeschehen zu vermitteln. Da habe ich dann in meiner Anfangszeit als SL vereinzelt einen entsprechenden Bericht einfach untergemischt, um das ganze etwas aufzulockern. Tatsächlich hatten solche Artikel im Ergebnis meist keinen Abenteuerbezug, aber im Kopf der Spieler fingen die Räderwerke an zu laufen und der Grad paranoider Verunsicherheit stieg ...

Mir haben sich vor allem die Berichte über Selbstmorde eingeprägt. Das war teilweise schon ziemlich skurril.

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Beitrag von Seanchui » 17.02.2016, 08:32

Ah, ja, dann versteh ich Dich besser ;). Ich hatte es tatsächlich auf der Suche nach Abenteuerplot-Ideen durchforstet und bin da kaum fündig geworden. Aber als Zeitzeugnis ist es natürlich "hübsch"!
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Beitrag von Case » 02.11.2016, 06:49

Klimawandel legt US Militärstation aus dem Eis frei
http://www.n-tv.de/panorama/Schmelzende ... 78061.html
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Beitrag von Case » 03.11.2016, 19:33

1W3 Investigatoren pro Runde ... :ktulu:
https://t.co/IvhCxaRSl7
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Beitrag von Case » 01.02.2017, 21:23

Am Boden des Indischen Ozeans liegen Reste eines ehemaligen Kontinents verborgen. Das wollen Forscher mit Gesteinsanalysen bestätigt haben, bei denen sie drei Milliarden Jahre alte Halbedelsteine aufspürten.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 32712.html
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Beitrag von Blackdiablo » 03.02.2017, 13:09

Man mag es nicht glauben, aber Zaubersprüche sind eine literarische Gattung unserer Vergangenheit. Teils sind diese Altdeutschen Texte sehr verstörend archaisch, teils nicht einmal vollständig zu übersetzen, weil die Bedeutung einzelner Wörter nicht mehr wiederhergestellt werden kann. Es existieren (glaube ich) die gelesenen Zaubersprüche in wiederhergestellter (d.h.: wissenschaftlich großteils konstruierter) Aussprache. Ich habe mal einen solchen vorgelesen bekommen und habe durchaus unangenehme Gänsehaut bekommen.

Dazu hier ein spontan gefundener Link: http://www.germanistik-im-netz.de/ginfix/413 Das Thema sollte man, falls man Interesse hat, durchaus mal eingehender auf Nutzen prüfen.
"Nicht einmal der Tod kann dich vor mir retten."

- Diablo 2

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"Hey, das klingt wahnsinnig interessant! Warum schreibst du nicht einen Artikel im ..."

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Beitrag von Joran » 09.02.2017, 20:08

Ein sehr interessantes Thema, Black!

Kennst Du zufällig die CD von Duivelspack: 'Mythos Hildebrandslied'? Darin sind auch die Merseburger Zaubersprüche verarbeitet. Lass Dich nicht von dem sonstigen Programm von Duivelspack täuschen. Diese CD ist keine Unterhaltung oder gefällige Musik. Das ist ein ernsthafter Versuch, sich der Musik dieser Zeit und der germanischen Sprache anzunähern. Ich persönlich finde die CD sehr eindrucksvoll.
Die erstmals 2009 und 2016 erneut veröffentlichte CD "Mythos Hildebrandslied" stellt den Versuch dar, germanische Musik zu rekonstruieren. Dabei näherte sich das Detmolder Trio Duivelspack der vorchristlichen Epoche der Jahre 0 bis 500 an, indem es Instrumente gemäß historischen Vorbildern nachbaute und sich darüber hinaus mit dem Kanon früher altnordischer und altisländischer Texte sowie mit der Aussprache des Althochdeutschen und Altnordischen beschäftigte. Mit universitärer Unterstützung entstand so ein authentisches Programm zwischen Kunst und Wissenschaft, das einen Weg zu den Klängen unserer Ahnen weist. Am Anfang dieses deutschlandweit einzigartigen Projektes stand viel Recherche und Papierkram, denn eines ist klar: Kein Mensch kann mit Sicherheit sagen, wie die Musik der Germanen geklungen hat - und so ist auch dieses Projekt nur eine Annäherung. Nachweisbar sind jedoch die Instrumente, die von den Germanen gespielt wurden. In der Musikarchäologie gibt es dazu gutes Material, das aus zahlreichen Funden herrührt. Gemeinsam mit Instrumentenbauern fertigten die Musiker von Duivelspack Rekonstruktionen der Funde wie die Trossinger-Leier, eine Lure, Signalhörner, Knochen- und Hornflöten, verschiedene Trommeln mit tönernem Korpus und Rahmentrommeln an.
INDIGO
Wenn man sich für soetwas interessiert, ist es eine echte Empfehlung! Vielleicht sind Auszüge auch als akustische Einlage geeignet, wer mit sowas arbeitet. Die verwendeten rekonstruierten Instrumente geben dem ganzen eines düstere, archaische Atmosphäre. Unbedingt mal reinhören, falls Du die Möglichkeit hast.

Ich habe die erste Auflage und müsste mal nachsehen, ob die von 2016 sich eklatant geändert hat. Ich vermute aber nicht.

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