Lovecraft und der Rassismus

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Nils
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#61 Re: Lovecraft und der Rassismus

Beitrag von Nils » 05.06.2017, 15:21

Wo die Trennlinie zwischen Autor und Werk zu ziehen ist, muss man wohl immer wieder prüfen, eine klare Definition oder ähnliches gibt es eher nicht. Und dass für die profunde Antwort in der Regel enorme Kenntnisse vonnöten sind, kann man immer wieder dann beobachten, wenn damit Schindluder getrieben wird.

Was genau ist die "Plastic Bomb" und wie wird Lovecraft in der genannten Ausgabe abgehandelt?

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derTräumer
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Beitrag von derTräumer » 05.06.2017, 20:31

@Nils
Die Plastic Bomb ist quasi die Bravo für Punker.

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Nils
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Beitrag von Nils » 06.06.2017, 12:13

Was meine Erwartungen nicht steigen lässt. Wäre dennoch dankbar für einen Einblick, im Netz habe ich so weiter nichts gefunden.

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Beitrag von Error404 » 07.06.2017, 17:11

Jops, ich hab die noch vor ca. nem halben Jahr bei Freunden gelesen....ich schau mal ob ich noch drankomme und poste dann ggf. einen Screenshot.

Edit: Woops, mein Handy hat mir überhaupt nicht angezeigt, dass es zwischenzeitlich noch weitere Beiträge gab.
Die Plastic Bomb war mal n´ nettes Punk-Fanzine, was sich aber mit Wechsel der Redaktion (meiner Meinung nach) ins Negative verschoben hat.

Edit 2: Der Artikel ging, soweit ich mich erinnere darum, dass überhaupt erst auf den Rassismus in Lovecraft Geschichten hingewiesen wurde, da eben viele Lovecraft lesen ohne sich dessen bewusst zu sein.

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Beitrag von Error404 » 11.06.2017, 18:09


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Beitrag von Nils » 12.06.2017, 18:09

Und mit einer Aneinanderreihung von Aussagen hat man jetzt was genau bewiesen? Dass Lovecrafts Werk von ihnen "am Laufen gehalten wurde" sicherlich nicht. Ein Verweis bei dieser These auf Houellebeceq wäre im Übrigen das Mindeste gewesen.

Was genau soll der Artikel bewirken? Irgendwie fehlt mir ein Schlusswort.

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Beitrag von Error404 » 15.06.2017, 14:15

Nils hat geschrieben:
12.06.2017, 18:09
Und mit einer Aneinanderreihung von Aussagen hat man jetzt was genau bewiesen? Dass Lovecrafts Werk von ihnen "am Laufen gehalten wurde" sicherlich nicht. Ein Verweis bei dieser These auf Houellebeceq wäre im Übrigen das Mindeste gewesen.

Was genau soll der Artikel bewirken? Irgendwie fehlt mir ein Schlusswort.
Wie gesagt, ich würde vermuten mehr als das bloße Aufzeigen von Rassismus in Lovecraft´schen Werken bzw. seiner Person sollte das gar nicht werden. Im Endeffekt bin ich eh kein Fan des Artikels und das fehlende Schlusswort hat mich genauso verwirrt zurückgelassen.

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Beitrag von Nils » 15.06.2017, 16:38

Klar, du hattest vorgewarnt. Nach der Lektüre war ich dennoch etwas verärgert über "Basti". Auch die persönlichen Beleidigungen und der recht infantile Moralismus hatten mich irritiert.

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Beitrag von derTräumer » 21.07.2017, 09:58

Ein - wie ich finde - Artikel, der mit Unkenntnis glänzt und versucht aus HPL einen Interpretationsansatz für Trump zu machen.

https://www.nzz.ch/feuilleton/h-p-lovec ... ld.1307081

HPL wird hier fast zum amerikanischen Ideologen des Rassismus... Und was der Autor -natürlich, schließlich passt es nicht in seine Argumentationskette - verschweigt ist, dass Sonia H. Greene und Samuel Loveman Juden waren, letzterer zudem homosexuell...
Dann wäre da noch der Unterschied in jungen HPL und alten HPL, der hier nicht stattfindet.
Bei seiner Interpretation der Texte bleibt der Autor auf der obersten Ebene und verweigert sich jeder tieferen Betrachtung.

Nicht falsch verstehen, ich will HPLs Rassismus nicht weißwaschen, aber man sollte nicht Fakten verschweigen, nur weil sie nicht in das Argumentationsmuster passen.

EDITH:
Wohlgemerkt, Lovecrafts Erzählungen behandeln jene Fremden nicht immer als Feinde. Allein: Der Ekel, mit dem die Erzähler ihnen begegnen, wird jedes Mal geradezu ritualhaft beschworen.
In "Mountains of Madness" erkennt Dyer sogar die Hochkultur der Wesen an und nennt sie "Menschen"! Natürlich, das darf auch nicht verschleiert werden, ist dann die neue Gefahr der Shoggothe.

Außerdem: Wenn man die Trump-Administration charakterisieren möchte ist Rassismus/Xenophobie nur ein kleiner Teil es Ganzen. Viel interessanter wäre da doch, dass Trump symptomatisch dafür steht, dass große Teile der Weltbevölkerung sich der Komplexität der Welt verwehren und dem Irrationalismus anheimgefallen sind. Einfache Antworten definieren die Politik der USA, einfache Antworten, die den gestellten Fragen der Zeit nicht gewachsen sind. Trumps Xenophobie ist nur ein Symptom dieser Gemengelage. Aber auch das passt nicht ins Bild, dass der Autor der NZZ zeichnen möchte.

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Beitrag von Nils » 21.07.2017, 18:04

Grausam. So jemand lehrt Literaturwissenschaft? Dieser Text spiegelt jedenfalls mehr Agenda als Wissenschaft wider. Schon den Beurteilungsrahmen des guten Mannes empfinde ich als durch und durch ideologisch. Gibt es eigentlich aktuelle Aussagen von Houellebecq zu seinem Essay? Der ist immerhin bald 30 Jahre alt, würde mich mal interessieren, was er davon hält, dass er dieser Tage ständig zitiert wird wenn es um Lovecrafts Rassismus geht.
derTräumer hat geschrieben:
21.07.2017, 09:58
Außerdem: Wenn man die Trump-Administration charakterisieren möchte ist Rassismus/Xenophobie nur ein kleiner Teil es Ganzen. Viel interessanter wäre da doch, dass Trump symptomatisch dafür steht, dass große Teile der Weltbevölkerung sich der Komplexität der Welt verwehren und dem Irrationalismus anheimgefallen sind. Einfache Antworten definieren die Politik der USA, einfache Antworten, die den gestellten Fragen der Zeit nicht gewachsen sind. Trumps Xenophobie ist nur ein Symptom dieser Gemengelage. Aber auch das passt nicht ins Bild, dass der Autor der NZZ zeichnen möchte.
Ohne Trump und seine Politik besonders zu schätzen, ist das durchaus auch anders interpretierbar. Aber ich glaube, da würde man Lovecraft doch ziemlich aus den Augen verlieren und offtopic gehen.

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