Why Games Do Cthulhu Wrong - The Problem with Horror Games

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Dark_Pharaoh
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#1 Why Games Do Cthulhu Wrong - The Problem with Horror Games

Beitrag von Dark_Pharaoh » 23.01.2016, 23:41

Ein witziger Clip mit einer interessanten These, was denkt ihr?


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Asmodaios
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Unnatürliches Wissen

Beitrag von Asmodaios » 24.01.2016, 20:25

Die Grundthese, dass Cthulhu am besten als Konzept statt als Monster begriffen wird, sozusagen als Inkarnation der schrecklichen Wahrheiten in Lovecrafts kosmischem Horror - die Menschheit ist bedeutungslos, das Universum ist fremdartiger, als wir verstehen können, etc. -, finde ich schon stimmig. In der Geschichte The Call of Cthulhu liegt genau darin auch ein Teil des Reizes und des Horrors, für mich jedenfalls. Und es trifft meinem Eindruck nach auch zu, dass es mittlerweile (leider) das recht präsente Klischee von Cthulhu als übermächtigem Ungeheuer gibt, das der obigen Lesart nicht gerecht wird.

Mit den Vorschlägen zur Umsetzung in (Computer?-)Spielen kann ich aber nur wenig anfangen, da mir nicht so recht klar wird, wo genau der Reiz darin liegen soll, ein Spiel zu spielen, in dem die Entscheidungen der Spielfigur irrelevant sind und meine Handlungen über kurz oder lang keine Wirksamkeit mehr besitzen. Das müsste schon in ein sehr spezielles Konzept eingebettet sein.

Im Gegensatz finde ich es nicht verwerflich, wenn der Erfolg eines Spiels - das gilt für Cthulhu wie auch für andere "Mythos"-Wesenheiten, und für Computer- ebenso wie Rollenspiele - darin besteht, dass der Tag des Unheils durch die Handlungen der Spielfiguren noch einmal ein wenig aufgeschoben wurde - mit der Gewissheit, dass er irgendwann unweigerlich kommen wird, und natürlich begleitet davon, dass die Figuren durch die gewonnen Erkenntnisse über die Wirklichkeit zumindest traumatisiert sind, möglicherweise aber noch schlimmeren seelischen Schaden davongetragen haben.
~ First Keeper ~

"What a man does for pay is of little significance. What he is, as a sensitive instrument responsive to the world's beauty, is everything!" ― H. P. Lovecraft

TIE
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Beitrag von TIE » 24.01.2016, 23:10

Mit den Vorschlägen zur Umsetzung in (Computer?-)Spielen kann ich aber nur wenig anfangen, da mir nicht so recht klar wird, wo genau der Reiz darin liegen soll, ein Spiel zu spielen, in dem die Entscheidungen der Spielfigur irrelevant sind und meine Handlungen über kurz oder lang keine Wirksamkeit mehr besitzen. Das müsste schon in ein sehr spezielles Konzept eingebettet sein.
Ich glaube sowas funktioniert nur in Teilaspekten eines Spiels mit einer gut geschrieben Geschichte welche die Handlung trägt.

Ich habe mal zwei Beispiele dazu.

Alien:Isolation

Der Spieler ist faktisch machtlos, da das Alien einfach übermächtig ist und man im ganzen Spiel keine Waffe erstellen kann mit der das Wesen getötet werden kann. Alles sehr nah in Anlehnung an Alien I sozusagen. Das war leider auch schon der Tod des spiels und eines der besten, wenn nicht das beste Alien Franchiseprojekt. Das Spiel wurde anfänglich stark abgewertet, da viele Tester damit einfach nicht umgehen konnten und das Konzept hinter dem Spiel nicht verstanden haben. Wer sich darauf einlassen konnte hatte aber trotz Machtlosigkeit ein sehr tiefes Spielerlebnis. Ich habe lange nicht mehr so gespannt vor dem Bildschirm gehangen und gezuckt :D

Im Einzelaspekt mag das Konzept also aufgehen wenn man es für den Mythos übernimmt.

Das zweite Beispiel dazu ist aber eher negativ.

Life is Strange -> Achtung Spoiler

Hier hat der Spieler über 4 Episoden in einem himmlischen Spielerlebnis die Kontrolle über das Spiel, auch wenn seine Handlungen Konsequenzen haben. Das Ende der 5 Episode entzieht dem Spieler aber jegliche Kontrolle und es wird das besagte "Rote Pille, Blaue Pille" Ende ohne das man daran noch was drehen kann.

Das Konzept geht nicht auf, es hat auf seine Art funktioniert, ich habe sprichwörtlich in den Tisch gebissen und eine Menge Stabi verloren :mrgreen: aber Spaß gemacht hat das nicht mehr. Da stellt sich wirklich die Frage ob das noch gute Unterhaltung ist. Das muss jeder für sich entscheiden.

Diese beiden Aspekte in Spielen spiegeln ein wenig von dem wieder was im Beitrag angesprochen wird. Es funktioniert aber nur teilweise und nur mit wirklich Handlungstragender Story.

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Beitrag von Dumon » 25.01.2016, 09:08

Die Original-Frage impliziert doch gleich die Folgefrage "Ist es daher überhaupt sinnvoll, Cthulhu in Spielen zu benutzen?" - denn darauf zielt der altbekannte, aber gute Clip doch ab. Um gleich mit einem rhetorisch korrekten "Nein" daherzukommen...

Ich möchte da allerdings einfach mal einwerfen, dass die Antwort auch "Nein, aber" heißen kann.
Und zwar "Nein, aber ist doch völlig wurscht, ob richtig oder falsch. Hauptsache Spaß!" Und vom Spaßfaktor, da KÖNNEN gut laufende Spiele gar nicht irren. Total wurscht, wie Cthulhu dargestellt wird, und mögen sich Puristen noch so sehr die Haare raufen...
:)
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Beitrag von Crimsonking » 25.01.2016, 11:09

Der leichtfertige Umgang mit der Verwendung des Großen Alten in verschiedenen Medien finde ich mittlerweile auch bedenklich.
Für Viele ist Cthulhu ein grünes Monster mit Tintenfischgesicht und Flügelchen.
Und wenn dann auf Sozialen Plattformen Bildchen von Tintenfischen gepostet werden,
mit dem Kommentar: "Schau mal Ctuthu, lol" - dann wird sofort klar: Was hinter Cthulhu steckt, ist dir nicht bekannt. :roll:

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Beitrag von MacReady » 25.01.2016, 18:06

Hatte den Clip heute auch durch Zufall gesehen. An für sich stimme ich den Thesen in dem Clip zu. Allerdings hatte ich es so verstanden, dass CTHULHU eine Arte Gedanke sei bzw. (wie bereits geschrieben) ein Konzept.
Für mich stellt Cthulhu schon ein materielles Wesen dar, was sich allerdings durch seine "Unerfassbarkeit" auszeichnet. Folglich könnte man in meiner Vorstellung Cthulhu berühren, anfassen und auch sehen, allerdings könnte der menschliche Verstand diese Sinneswahrnehmungen gar nicht fassen und kategorisieren. Dem Verstand wäre es demnach überhaupt nicht möglich zu verstehen, was er da gerade angefasst hat bzw. ins Auge genommen hat.

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Beitrag von Bishop the Creep » 27.01.2016, 15:28

Sehr interessanter Clip! Danke fürs Teilen! Gerade für mich als jemand, der seine Freizeit auch gerne mal zockender Weise am PC verbringt! :tooloo:

Ich denke der Clip hat schon sehr recht mit der Massage die er transportieren will!
Ich denke aber auch, dass man noch differenzieren muss zwischen so etwas wie dem "Cthulhu Franchise" und dem "cthuluiden Horrer" bzw. dem Lovecraft'schen Horror.

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Ersteres existiert zu Hauf und ist mMn relativ austauschbar. Es wird daher aus der Sicht eines richtigen Lovecraftfans dem ganzen Mythos auch in keiner Weise gerecht. Ist aber nun einmal das, was die meisten Menschen erreicht.
Crimsonking hat geschrieben:Für Viele ist Cthulhu ein grünes Monster mit Tintenfischgesicht und Flügelchen. Und wenn dann auf Sozialen Plattformen Bildchen von Tintenfischen gepostet werden,
mit dem Kommentar: "Schau mal Ctuthu, lol" - dann wird sofort klar: Was hinter Cthulhu steckt, ist dir nicht bekannt.
Dies ist genau ein Beispiel dafür! Diese Leute kennen im wesentlichen den Cthulhu Franchise. Ob man den positiv, oder negativ findet, muss glaube ich jeder für sich selber entscheiden. Ich für meinen Teil finde es irgendwie schon nett, dass man Cthulhu auch an Orten finden kann, an denen man nicht unbedingt damit rechnet und es irgendwie nette Sachen gibt, die nicht immer mit der düsteren Atmosphäre von Lovecraft verbunden werden müssen. (überspitztes Beispiel: "Hello Cthulhu" :kuhtulu: )
Dumon hat geschrieben:Und zwar "Nein, aber ist doch völlig wurscht, ob richtig oder falsch. Hauptsache Spaß!" Und vom Spaßfaktor, da KÖNNEN gut laufende Spiele gar nicht irren. Total wurscht, wie Cthulhu dargestellt wird, und mögen sich Puristen noch so sehr die Haare raufen...
Hier finde ich ist genau der springende Punkt! Wenn es Spaß macht: Warum nicht?! Ist doch klasse! Es hat z.B. auch den Vorteil, dass Cthulhu (Lovecraft) bekannter wird und sich dadurch der ein oder andere vielleicht auch mal anschaut, was da eigentlich hinter steckt. Sowas hat sicherlich auch Nachteile. Zum Beispiel, dass es den ganzen Mythos unter Umständen verwässert und ihm etwas von seinem Schrecken nimmt. Aber ob man es unterm Strich gut oder schlecht findet, muss dann jeder für sich herausfinden.

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Das andere ist eben der cthulhuide oder Lovecraft'sche Horror.
Dieser ist wesentlich unbekannter und auch nicht jedermanns Sache. Viele kennen ihn vielleicht auch nur nicht bewusst, weil sie nicht wahrnehmen, wann sie in Medien mit etwas lovecrafteskem konfrontiert werden. An dieser Stelle wäre es dann völlig undenkbar Cthulhu als etwas darzustellen, was der Mensch begreifen kann und ist dadurch nur schwer in einem Film, oder Computerspiel umzusetzen.
Asmodaios hat geschrieben:Mit den Vorschlägen zur Umsetzung in (Computer?-)Spielen kann ich aber nur wenig anfangen, da mir nicht so recht klar wird, wo genau der Reiz darin liegen soll, ein Spiel zu spielen, in dem die Entscheidungen der Spielfigur irrelevant sind und meine Handlungen über kurz oder lang keine Wirksamkeit mehr besitzen. Das müsste schon in ein sehr spezielles Konzept eingebettet sein.
Und hier glaube ich, dass wir Computerspiele nicht mehr nur als den netten Zeitvertreib für zwischendurch ansehen dürfen! Das Medium Computerspiel ist stark gewachsen und erwachsener geworden. Und diese Entwicklung wird weiter gehen,egal ob wir uns den E-Sports, die "Indie" Szene oder technische Weiterentwicklungen wie Virtual Reality (aka Oculus Rift etc.) anschauen.
Vor diesem Hintergrund könnte ich mir vorstellen, dass man Computerspiele auch als Kunst auffassen kann und damit zukünftig "Spiele" erscheinen, die aus den traditionellen Ketten des Computerspiels ausbrechen.
TIE hat geschrieben:Alien:Isolation
.....
Life is Strange
Dies sind zwei sehr gute Beispiele, die genau in die von mir angesprochene Richtung gehen. Alien: Isolation hatte aber mMn eher mit anderen Problemen zu kämpfen als mit den Spielererwartungen! Es gibt ja durchaus auch erfolgreichere Beispiele, wie Outlast und Amnesia.
Life is strange habe ich leider selber nicht gespielt, kann dazu daher auch nicht viel sagen. Aber es ist ein glaube ich sehr erfolgreiches und gutes Beispiel dafür, dass auch "Telltale"games (siehe The Wolf among us oder Minecraft. Story Mode etc.) immer mehr im kommen sind.

Ich kann mir gut Vorstellen, dass es so möglich wäre Computer"spiele" zu entwickeln, die den Mythos und den Lovecraft'schen Horror besser einfangen, wenn man von den klassischen Konzepten abrückt und mal über den Tellerrand schaut. Ähnliche wie gute Filme, die sich von klassischen Erzählmustern lösen (siehe evtl. z.B. Donnie Darko) etc.

Wow... soviel wollte ich gar nicht schreiben! Sorry für die "Wall of Text"! Zusammenfassend kann ich einfach nochmal sagen:

TL;DR:
Cthulhu, so wie man ihn als jemand Versteht, der den Lovecraft'schen Hintergrund kennt, kann auf keinen Fall in ein klassisches Gamingkonzept gefasst werden, da es den Lovecraft'schen Horror in keiner Weise einfangen kann! Weiterentwicklung von traditionellen Computerspielekonzepten und lösen von klassischen Mustern könnte unter Umständen aber genau dies leisten und für die Zukunft tolle Publikationen für das Medium Computer"spiel" bereit halten!

TIE
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Beitrag von TIE » 27.01.2016, 18:17

@ Bishop vollste Zustimmung zu deinem Post
Alien: Isolation hatte aber mMn eher mit anderen Problemen zu kämpfen als mit den Spielererwartungen! Es gibt ja durchaus auch erfolgreichere Beispiele, wie Outlast und Amnesia.
Bei Outlast und Amnesia war glaube ich von vornherein klar, dass diese Spieler keine Shooter werden. Aus dem bisherigen Alien-Franchise-Titeln hat wohl keiner der großen Tester im Internet mit einem echten Survival Horror Spiel gerechnet. Ich kann mir sonst nicht erklären das durchweg bemängelt wurde das das Alien "unfair" auftaucht und man dann einfach tot ist.

Jeder Spieler mit einer intakten Soundkarte konnte doch hören wann und wo das Biest kommt :) und gesehen hat man´s auch teilweise...Schleim tropft aus den Lüftungsschächten...usw.

Wenn man sich ruhig verhält, kann man Begegnungen vermeiden usw.

Aber das weicht vom Thema ab.

Cthulhu eignet sich in meinen Augen genauso gut oder schlecht wie andere Horrorelemente für ein Computerspiel. Es kommt nur darauf an wie es umgesetzt wird. Als "Idee = Mythos" genauso wie als "Figur = Monster".

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Bishop the Creep
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Beitrag von Bishop the Creep » 28.01.2016, 11:23

kurz offtopic noch zu:
TIE hat geschrieben:Bei Outlast und Amnesia war glaube ich von vornherein klar, dass diese Spieler keine Shooter werden. Aus dem bisherigen Alien-Franchise-Titeln hat wohl keiner der großen Tester im Internet mit einem echten Survival Horror Spiel gerechnet. Ich kann mir sonst nicht erklären das durchweg bemängelt wurde das das Alien "unfair" auftaucht und man dann einfach tot ist.
Okay! Da hast du natürlich vollkommen recht! Vielleicht hatten viele Spieler tatsächlich falsche Erwartungen an das game! :mrgreen: Allerdings kann ich mich vor allem am Anfang auch an Sachen erinnern, die irgendwie buggy schienen. Z.B. das das Alien einfach nicht mehr von dem Spint in dem man sich versteckt hatte weg bewegt hat.

TIE
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Beitrag von TIE » 28.01.2016, 18:30

Z.B. das das Alien einfach nicht mehr von dem Spint in dem man sich versteckt hatte weg bewegt hat.
toi toi toi davon bin ich glücklicherweise komplett verschont geblieben!!! :D Spiel lief, trotz preorder, vollkommen bugfrei :D

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