Abenteuer für Bachelorarbeit zum Thema Lovecraft und Pen&Paper

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Mondsänger
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Unnatürliches Wissen

#11 Re: Abenteuer für Bachelorarbeit zum Thema Lovecraft und Pen&Paper

Beitrag von Mondsänger » 13.06.2017, 10:51

Erst einmal: Herzliche Grüße an einen weiteren Münsteraner :-)

Zum Thema: Mir würde noch folgendes einfallen

World War Cthulhu - Beinhaltet Supplements zum Zweiten Weltkrieg und zum Kalten Krieg, was beides über Lovecrafts Erfahrungshorizont hinausgeht

Der Golem - In Upton Abby erschienen. Da wird das biblische Konzept des Golems aufgegriffen. Könnte einen Blick wert sein.

Ich selbst habe mal was geschrieben, dass vor dem Hintergrund des Berliner Aufstands 1953 spielt. Das kannst du dir bei Interesse hier anschauen: https://seanchuigoesrlyeh.files.wordpre ... layout.pdf

Ach ja und ich schließe mich mal Jorans Angebot an. Falls irgendwas von den Büchern gebraucht wird, kannst du mich gerne anschreiben. Zumindest Cthulhu Britannica und Upton Abby habe ich hier zuhause im Schrank stehen ;-)

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Antonia
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Beitrag von Antonia » 13.06.2017, 12:07

So, ich habe inzwischen auch das Now-Abenteuer gefunden. Es heißt Das Erbe der Maria Vanesca, ist von Ortwin Ebhart und kostenlos im Internet verfügbar.
Hatte mich allerdings falsch erinnert, war nicht Südamerika, sondern Afrika, aber setzt sich trotzdem mit Menschenrechten und deren Verletzungen, Armut, Slumleben und verwandten Themen auseinander.

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Eiter
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Beitrag von Eiter » 13.06.2017, 17:32

Mit ein bisschen Eigenwerbung:

Block-B

Es ist nicht unbedingt zentrales Thema von Block-B, befasst sich aber auch durchaus damit wie aus Opfern Täter werden und wie diese es später verarbeiten. etc. Rassismuss etc wird auch aufgefasst. Allerdings alles in der Gegenwart.

Das Abenteuer findest du hier:
https://seanchuigoesrlyeh.wordpress.com ... o-block-b/

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Setech
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Beitrag von Setech » 20.06.2017, 17:49

Vielen Dank euch allen schon einmal! Ich bin wirklich begeistert wie viele hilfreiche Rückmeldungen und nette Angebote ich nach so kurzer Zeit schon erhalten habe und wie interessiert das Thema aufgegriffen wird. Es waren schon einige Vorschläge dabei, die sehr brauchbar klingen.

@Joran und @Mondsänger : Ich komme sehr gerne auf das Angebot der Ausleihe zurück. Ich bin tatsächlich schon auf ein paar Abenteuerbände gestoßen, die ich benötigen könnte und die leider vergriffen sind. Ich werde mich nochmals melden, sobald ich mit meinen Arbeiten so weit bin, dass ich in die Texte eintauchen kann. Vielleicht kann man sich ja auch einfach nur so mal treffen und über das gemeinsame Hobby austauschen ;)

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Mondsänger
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Beitrag von Mondsänger » 21.06.2017, 10:12

@Setech Sehr gerne :-) Kannst mich einfach hier per PN anpingen. Normalerweise bin ich mindestens einmal pro Tag hier.

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Der Läuterer
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Beitrag von Der Läuterer » 07.07.2017, 21:04

Hallo,
ich war jetzt länger aushäusig ... deshalb erst jetzt.

Zuerst einmal müsstest Du Dir Gedanken machen, ob Du Dich mit Lovecraft's Göttern oder mit dem s.g. Cthulhu Mythos beschäftigen willst. Beides klafft nämlich ziemlich weit auseinander. Und das CoC RPG von Sandy Peters ist nochmals was anderes.

Lovecraft hätte sicherlich nicht Cthulhu als Namensgeber gewählt, sondern Nyarlathotep. Die Bezeichnung stammt von August Derleth - aber das ist nur meine Meinung.

Derleth fügte dem 'Mythos' (seinem Mythos) dann noch weitere Götter hinzu und teilte diesen Pantheon auf.
Lovecraft schrieb meines Wissens nach nur von den Grossen Alten.
Erst später wurde unter den Göttern zw. den Äusseren Göttern, den Älteren Göttern und den Grossen Alten unterschieden.

Auch solltest Du Dir Gedanken machen, wie Du den Dualismus des chr. Glaubensbildes mit dem polytheistischen Mythos in Einklang bringen, bzw. dieser gegenüber stellen willst. Hierbei gilt es m.M.n. auch noch zu bedenken, dass der Gott im Alten Testament sowohl der gütige, als auch der strafende Gott war.

Die Götter des Mythos verhalten sich recht unterschiedlich gegenüber dem Menschen, zumeist sind ihnen die Menschen so gleichgültig, wie uns Ameisen - kreuzen sie unseren Weg, dann treten wir drauf.

... ich mache mir noch ein paar Gedanken.
Nettes Thema übrigens.
Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
- Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues -

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derTräumer
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Beitrag von derTräumer » 08.07.2017, 00:16

@Läuterer:
HPL spricht in mehreren Briefen von "Yog-Sothothery"....
Derleth wirft - aus einem relativ umnebelten Grund zuerst "Hastur Mythos" in den Raum und später "Cthulhu Mythos" HPL will diesen Begriff zwar nicht als unsinnig abtun, aber es wird klar, dass er mit ihm nicht ganz glücklich ist.
Über einen "Nyarlathothep Mythos" höre ich heute zum ersten mal. Wo wird das gesagt? (Das ist eine ernstgemeinte/neugierige Frage)

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Beitrag von derTräumer » 08.07.2017, 00:34

Weitere Gedanken:

Es gibt genug Quellen für die Entstehung des Begriffes Cthulhu Mythos bei Derleth. Von der ersten Erwähnung in Briefen bis zur ersten offiziellen Bezeichnung in den Texten "In Memoriam Howard Philips Lovecraft" (ich glaube der hieß so, bin nicht bei meinen Büchern um das gegenzu-checken) und "H.P. Lovecraft Outsider" , der kurz nach HPLs Tod erschien.

Der Schritt den Derleth mit dem gemeinsamen Pantheon des Lovecraft Zirkels (diese Wesen und Orte waren nie das Werk nur einer Person) machte war ein anderer: Er schematisierte sie nach der antiken Lehre der vier Elemente. Doch musste er feststellen, dass es zwar (für ihn) Wind-/Wasser- und Erd-Wesen gab, aber keine Feuerwesen und so "musste" er diese nachträglich erfinden. In einigen Essays und Vorworten lässt es Derleth so aussehen, als habe HPL schlicht vergessen seinem Pantheon noch diese Wesen zuzudichten, weswegen er - Derleth - das nun übernahm.

Auch der Dualismus Gut/Böse, bzw. das ver-christlichte Fundament des Mythos geht auf Derleth zurück, der bereits in seinen ersten Geschichten (noch zu HPLs Lebzeiten) und in Briefen an den Mann aus Providence davon sprach, dass der "Krieg im Himmel" ein interessanter Plot und eine gute Ergänzung zu HPLs Konzept sei. Da HPL diesen aber so nie aufgegriffen hat, ist anzunehmen, dass er dem nicht viel abgewinnen konnte.

Am besten ist es - wie S.T. Joshi - in zwei Mythos-Lesarten zu unterscheiden: Der Lovecraft Mythos nimmt sich quasi nur die reine Lehre vor. Also nur das was HPL schrieb, oder auch noch das was seine Zeitgenossen schrieben (CAS, REH und so weiter) und von HPL in seinen Briefen, Gedichten, Essays und Geschichten bestätigt wurde (etwa Tsothoggua von Clark Ashton Smith).

Der Indifferentialismus (also, das der Mensch im kosmischen Ganzen keinen Einfluss oder Wert hat) ist ein Element des Lovecraft Mythos.
Der Kampf Gut/Böse und die Möglichkeit das Böse zu besiegen (was in einigen Derleth Geschichten ja zumindest Zeiweise passiert) ist Teil das Derleth Mythos, genau wie die Elementar-Theorie oder die Einteilung in Große Alte, Ältere Götter und so weiter. Bei HPL gibt es nur "The Old Ones" zum Teil ist nicht mal klar, ob damit die "namenhaften Wesen" (Cthulhu, Yog-Sothoth etc) oder eine weitere außerirdische Rasse wie die Mi-Go oder die Große Rasse von Yith gemeint ist.

Ich kann nur anbieten, das du dich gerne mit mir in Verbindung setzen kannst, falls du da Infos oder Literatur brauchst für deine Master-Thesis. Ich habe darüber meine MA geschrieben, aber aus Mythopoetischer- und nicht aus Rollenspiel-Sicht.

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Der Läuterer
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Beitrag von Der Läuterer » 08.07.2017, 15:59

Belegen kann ich das leider nicht mehr, jedoch wurde argumentiert, dass Nyarlathotep der bestimmende Gott in Lovecraft's Geschichten sei und die häufigsten Auftritte / Nennungen haben würde.
Nur wenige Menschen sind stark genug, um die Wahrheit zu sagen und die Wahrheit zu hören.
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derTräumer
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Beitrag von derTräumer » 08.07.2017, 23:17

These: Nyarlathotep ist am wandelbarsten. Von einem Charismatischen Magier ("Nyarlathotep", 1920) zum Herrscher über das Plateu von Leng ("Dream-Quest of Unknown Kadath", 1927), über den Schwarzen Mann ("Dreams in the Witch House", 1932), bis zum fürchterlichen Schrecken ("The Hounter of the Dark", 1935). Sandy Peters hat nicht ohne Grund das Konzept der "Masken" in den Raum geworfen.
Man könnte es auch anders formulieren: HPL wusste am wenigsten mit ihm anzufangen. Irgendwie ist Nyarlatotep immer da, wenn er gerade ein Wesen braucht, die anderen (definierteren) aber nicht passen.

Wirklich relevant ist die Frage, welches Wesen HPL für das wichtigste/namensgebende hielt, aber nicht, da HPL keine feste Schematisierung betrieben hat. Auch "Cthulhuism" und "Yog-Sothothery" [Brief von HPL an AWD vom 16. Mai 1931 (S. 335-339, hier S. 336) ] sind ja nur spielerische Begriffe, die HPL nutzt um seine verbundenen Geschichten kurz einzugrenzen.

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