Pegasus als Cthulhu-Lizenznehmer - pro und contra

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purpletentacle
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#191 Re: Pegasus als Cthulhu-Lizenznehmer - pro und contra

Beitrag von purpletentacle » 11.04.2016, 18:21

Um mal wieder zum Thema zu kommen (btw echt schlimm! Geht doch bitte ins alte Forum für sowas. Dort ist man das gewohnt):
Der Seanchui hat einen passenden Blogartikel geschrieben. Meiner Meinung nach viel zu gnädig und harmoniebedürftig, aber der Kern passt für mich.

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swc
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Beitrag von swc » 12.04.2016, 04:38

Hmmm,
als einer der Beteiligten:
Ich finde halt, dass sich von "inhaltlichen Diskussionen" schon im November verabschiedet wurde und auch die Kompromissbereitschaft ist von vielen Beteiligten nicht sehr groß... (ich schließe mich da nicht aus!)

Ansonsten ist der Artikel bei Seanchui für mich treffend und wenn er dir nicht scharf genug ist, schreib doch auf deiner Seite was dazu ;)

Danke übrigens noch für den Link!
"Worte schaffen Wirklichkeiten!"
(John Rogers Searle )


sapere aude

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Lexx
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Unnatürliches Wissen

Beitrag von Lexx » 15.06.2018, 09:59

ERHEBE DICH OH FORUMLEICHE. MÖGEST DU WIEDER AUF ERDEN WANDELN. MUHAHAHAHAAAA

So, da nun etwas Wasser die Elbe hinab gefloßen ist und die 7E schon ne weile raus ist, wollte ich mal wissen wie ihr jetzt dazu steht das Pegasus die Lizens hat.

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Joran
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Beitrag von Joran » 15.06.2018, 11:47

Die Verfügbarkeit der CoC-Produkte hat sich deutlich verbessert. Die Quantität des Ausstoßes auch und damit verbunden die Wahrnehmbarkeit im Einzelhandel. Selbst die Preise sind sehr moderat. Das waren Dinge, die ich früher kritisiert habe. Fleiß und verlagsseitige wirtschaftliche Ambitionen scheinen mir vorhanden. Das System hat zum Glück den Bereich des Sammler-Spekulationsobjektes mit dem unerträglichen Gelaber über "Marktwirtschaft" und "Angebot und Nachfrage" verlassen und ist endlich zu einem Dasein als ein auch für Fans mit kleiner Börse und Neueinsteiger finanzierbaren SPIEL zurückgekehrt.

Ansonsten wirkt das ganze auf mich nicht mehr so, als stecke Herzblut darin, womit ich den Verlag meine, nicht den/die einzelne/n Autor/Autorin. (Man schaue sich nur mal die aktuellen Pegasus-Würfel an, die ja durch beliebige andere Würfelsets ersetzt werden können und daher gerade intensive Fans von CoC bedienen sollten/müssten. Sehen die für irgendjemanden nach etwas "Besonderen" für CoC-Sammler/Fans aus? Jedes Würfel-Crowdfunding der letzten Jahre toppt das. Das gilt nicht nur für die gerade für CoC angebotenen Würfel, die hier wohl alle kennen [wie das Cthulhu Metal Dice Set mit all seinen Zusatzwürfeln, die Elder Dice-Reihe oder die Necronomicon Dice], sondern auch wenn man mal über den Tellerrand hinaus in andere Bereiche schaut, z.B. PolyHero Dice - Rogue Set. Gerade wenn man auch noch - wie bei Würfeln - mit dem ausländischen Markt unmittelbar konkurriert, weil es bei dem Produkt auf die Sprache nicht ankommt, darf man schon etwas mehr Mühe erwarten.) Die Leute, die für mich früher für Herzblut standen, sind andernorts oder aus sonstigen Gründen praktisch nicht mehr sichtbar. Ob diese persönliche Wahrnehmung richtig ist oder falsch, darüber mag man trefflich streiten. Ich tue es nicht.

Da die Fragestellung sich ja grundsätzlich nur auf die Lizenznahme von Chaosium bezieht, scheint mir die Übersetzung der Chaosium-Produkte zu klappen.

Für alles andere (Innovationen, Herzblut etc.) gibt es nach meiner Wahrnehmung Alternativen, die einen abweichenden / ergänzenden Bedarf (besser) bedienen können. Die Lizenz scheint dem nicht zwingend entgegenzustehen.

Allgemein habe ich den VERLAG früher eher in Schutz genommen, weil er CoC immerhin seit vielen Jahren im deutschsprachigen Raum am Leben erhalten hat, wenn auch stiefmütterlich in der Verlagsseitigen Umsetzung und Hebung des früher vorhandenen Potentials durch für mich nicht nachvollziebare Entscheidungen (z.B. phasenweise unzureichende Verfügbarkeit des GRW im Print). Seit diversen negativen Erlebnissen (z.B. Zwerge Crowdfunding, Cthulhu-Tasche, die lange Odyssee der CoC-Würfen, Außendarstellung im Forum ...) ist der Verlag jedoch allgemein in meiner Gunst deutlich gesunken.

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Beitrag von Lexx » 19.06.2018, 10:39

Ja ... das mit den Würfeln war schon blöd. Wobei meines Wissens das ein Problem von Dritten war und Pegasus irgendwann die Nase voll hatte und irgend welche Würfel rein getan hat. Leider merkt man dieses "Nase voll haben" der Wahl der Würfel an da sie sehr langweilig sind. Mir ist auch jedes Jahr bewusst, wenn ich auf der SPIEL supporte, das Cthulhu bei den Rollenspielen gaaaanz hinten steht. SR unf 7. See ist da leider wichtiger. Ich denke wenn sich das System nur etwas schlechter verkaufen würde wärs das gewesen.
Klar, den meisten wäre das dann egal da sie ja genug im internationalen Markt finden (was auch teilweise deutlich besser ist) aber die deutschen Muttersprachler hätten dann das Nachsehen (ich bekenne mich mal hier schuldig).
Obwohl Heiko Gill oft kritisiert wird, kann man ihm denke ich keine Leidenschaftslosigkeit vorwerfen. Er versucht das Ding einigermaßen mit regelmäßigen Veröffentlichungen am Leben zu erhalten.
Was mich am meisten stört, ist dass es kaum "wirklich" neues gibt, bzw vieles ein "brauche ich nicht" bei mir hervorruft. Dieses zerfasern der Berufe in einzelne (wenn auch recht günstige) Bücher finde ich schrecklich. Warum das ganze nicht in einen Band packen?
Außerdem fände ich es toll wenn die Abwechslung mehr in Richtung Cthulhus Ruf geht. DAS war abwechslungsreich.
Experimentierfreudigkeit fehlt mir. Aber in diesem Fall sind da glaube ich Heiko die Hände gebunden, da der Verlag lieber "klassische" Sachen sehen will. Ab und Zu ein NOW-Szenario als Alibiabwechslung und fertig.
PULP hat da schöne neue Ansätze aber erstens ist das nur ne Übersetzung und zweitens wird das wohl wieder schnell in der Versenkung verschwinden (siehe Gaslicht und Janus).
Kurzum, es Könnte vieles besser sein aber es könnte auch schlimmer sein.

P.S. Die Covergestaltung finde ich nebenbei teilweise auch hanebüchen. Besonders wenn der Fotograf männliche Models nimmt. Die sehen dann oft aus als kämen die frisch abgeschminkt aus einer Transvestitenshow (siehe Spielerkompendium und die oberen 10.000).

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Beitrag von JaneDoe » 19.06.2018, 17:22

Lexx hat geschrieben:
19.06.2018, 10:39
Obwohl Heiko Gill oft kritisiert wird, kann man ihm denke ich keine Leidenschaftslosigkeit vorwerfen. Er versucht das Ding einigermaßen mit regelmäßigen Veröffentlichungen am Leben zu erhalten.
Kurzum, es Könnte vieles besser sein aber es könnte auch schlimmer sein.
Ich hoffe man wirft mir jetzt nicht Parteilichkeit vor, aber ich habe in der persönlichen Zusammenarbeit mit Heiko Gill bisher immer den Eindruck gehabt, dass er da mit großem Elan dabei ist. Und wie du sagt kann er gegenüber dem Verlag auch nicht alles durchsetzen.

Ich finde es grundsätzlichgut, dass es mit Pegasus einen deutschen Lizenznehmer mit hoher Qualität gibt, auch wenn der eine oder andere (ich auch) sich manchmal andere/ ausgefallenere Szenarien wünschen würde.

Man kann da aber durchaus etwas bewegen, ich habe mit "Im Schatten des Doms" ja auch ein Gaslicht-Szenario veröffentlichen dürfen und in den kommenden "Apokalypsen" wird ein Traumlande-Szenario von mir dabei sein und NOW-Abenteuer kommen jetzt schon vermehrt. Es ist jetzt also auch nicht alles schlecht.
Jedoch legt der Verlag halt den Fokus auf "das was gut zieht" und das kann ich zu einem gewissen Grad verstehen auch wenn ich es genauso schade finde.
Torn and repaired, just to endure it all again. Without a reason, for my place in all this pain.
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Beitrag von Tina » 19.06.2018, 18:48

Lexx hat geschrieben:
19.06.2018, 10:39
P.S. Die Covergestaltung finde ich nebenbei teilweise auch hanebüchen. Besonders wenn der Fotograf männliche Models nimmt. Die sehen dann oft aus als kämen die frisch abgeschminkt aus einer Transvestitenshow (siehe Spielerkompendium und die oberen 10.000).

vollste Zustimmung!

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Beitrag von Dark_Pharaoh » 20.06.2018, 10:07

Hinweis: es handelt sich ausdrücklich um meine persönliche Meinung! Nur, damit da nicht eine offizielle dLG Meinung reininterpretiert wird ;)

Irgendwie finden sich in allen Posts der letzten Zeit Dinge, die ich unterschreiben kann.
  • Preise der aktuellen Sachen: sehr gut
  • Optik/Druckqualität: bei dem Preis ok
  • Coverbilder: weitesgehend icht ansprechend
  • Qualität der Abenteuer: kann ich wenig zu sagen, bisher nur wenig davon gespielt. Die 3 Sachen die ich kenne waren ok bis wirklich gut. Sobald ich mal wieder eine stabile Gruppe habe, werde ich mehr testen
  • Außendarstellung: fatal. Siehe diverse Diskussionen / Aktionen im Pegasus-Forum. Was macht diese Fussball-WM-Abenteuerabstimmung unter "Neuigkeiten aus der Redaktion"? Ich schüttel gerade echt nur noch den Kopf über diese Aktion.
  • Herzblut: die Autoren und Autorinnen welche ich kenne, sind mit Herzblut dabei. Ich denke auch Heiko ist mit Herzblut dabei. Und der Verlag wird ihm sicher nicht so richtig viel Möglichkeiten einräumen. 
Fazit: besser Pegasus hat die Lizenz als niemand. Wenn sich irgendwann ein Verlag, der auch mal andere Wegen geht, um die Lizenz bemühen würde (und vom amerikanischen Mutterschiff überhaupt genug Freiraum bekommt) wird es interessant. Erst dann könnte man vergleichen wer welche Qualität abliefert bzw. abgeliefert hat.

Zudem ist die große Masse wohl recht zufrieden mit den Publikationen. Das Zeug verkauft sich. Meckern tun die Leute, die sehr tief im Thema sind, sehr viel kennen. Und das ist auch normal. Je mehr man kennt, desto höher werden die Ansprüche.

Eigentlich wäre die beste Lösung selber etwas zu machen. Bei ein paar Leuten, die Internetseiten betreiben oder regelmäßig in Foren posten und dabei sehr oft sehr kritisch sind würde ich mir etwa wünschen, dass sie einfach mal Abenteuer veröffentlichen, die es besser machen. Draufhauen ist immer leicht.

Ich werde weiterhin die Sachen kaufen, die ich interessant finde. Gerade bei der aktuellen Preispolitik. Ich hoffe nach wie vor, dass man mal 1-2 Testballons steigen lässt, für innovative Sachen. Wozu gibt es CF?  

Unterm Strich kann ich daher mit der aktuellen Situation leben.

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Beitrag von Mondsänger » 20.06.2018, 10:49

Dark_Pharaoh hat geschrieben:
20.06.2018, 10:07
Eigentlich wäre die beste Lösung selber etwas zu machen. Bei ein paar Leuten, die Internetseiten betreiben oder regelmäßig in Foren posten und dabei sehr oft sehr kritisch sind würde ich mir etwa wünschen, dass sie einfach mal Abenteuer veröffentlichen, die es besser machen. Draufhauen ist immer leicht.

  

Vielen Dank für dieses Statement! 

Davon abgesehen, bin ich mit Pegasus als Lizenznehmer zur Zeit zufrieden. Ich persönlich finde, dass Heiko mit sehr viel Herzblut dabei ist und sich sehr für die Marke einsetzt. Als ich an einer Publikation mitgearbeitet habe, habe ich den Kontakt durchweg als positiv und freundlich wahrgenommen, auch wenn man manchmal unterschiedlicher Meinung war. 
Als Kunde bin ich mit der Verfügbarkeit von Sachen sehr zufrieden. Als ich seinerzeit zum Cthulhu-RPG kam, war ja quasi nix für unter 80€ zu bekommen, was schon recht frustrierend war. Da ist es mit der neuen Edition schon deutlich besser und einsteigerfreundlicher. Allen voran die gerade erschienenen Nachdrucke der ersten drei Abenteuerbände der Edition 7 haben mich dahingehend enorm gefreut.  

Bedeutet das, dass Pegasus perfekt ist als Lizenznehmer? Auf kein Fall. Dinge, die ich gerne anders sehen würde

- Wieso ist seit Jahren der Diskussion immer noch kein print on demand möglich? 
- Ich fände es schön, wenn Übersetzungen von amerikanischem Material zeitnäher passieren würden (Bsp.: Reign of Terror) oder wenn definitiv gesagt würde, dass das nicht passiert
- Pegasus sitzt auf der Marke Cthulhu in Deutschland und könnte sich auch mal um den weiteren Cthulhu-Kosmos (Trail of Cthulhu etc.) kümmern. Fand das mit Achutung! Cthulhu und Uhrwerk eine gute Sache persönlich

Soweit mal von meiner Seite aus. 

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Lexx
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Unnatürliches Wissen

Beitrag von Lexx » 20.06.2018, 11:51

Was mich neben der teilweise schrecklichen Covergestaltung auch noch seit Langem stört (es gibt aber auch schöne Gestaltungen darunter, soviel muss ich zugeben), ist die uninspirierte Gestaltung der Bücher generell. Versteht mich nicht falsch, sie erfüllt ihren Zweck. Aber es fehlt irgendwie an ein wenig mehr Atmosphäre. Leider besonders in den einzelnen Szenarien. Ich mochte die Aufmachung des alten NOW-Settings. Da gab es Bilder und Zeichnungen die die Umgebungen und Personen abbildeten aber auch sich auf einzelnen Szenen bezogen und veranschaulichten. Da kommt beim Lesen leichter Stimmung hoch. Aktuell sieht man meistens nur Bilder von Orten, Gebäuden und Personen die auch so in jeder historischen Zeitung stehen könnten. Eher Fotoalbum als Gruselkabinett ^^
Ausnahmen bilden da meines Erachtens nur die englischen Übersetzungen wo es Zeichnungen gibt die die Szenen untermalen.
Wie man an den Publikationen von Cthulhus Ruf sieht kann man auch viel mit einer abwechslungsreichen variation des Layoutdesigns erreichen. Stattdessen wird sich sklavisch am einmal erstellten Layoutdesign gehalten.
Ich habe mal ein paar mal Mäuschien am Verkaufsstand unserer Cons und in meinem Stammladen gespielt und einige male hörte ich etwas in der Richtung "Was ist das? Ne scheut jetzt nicht besonders aufregend aus". Es muss jetzt nicht ein Grafik- und Layoutporno vom Schlages eines Degenesis Rebirth sein aber ein wenig mehr Atmosphäre unterstützende Grafik fände ich schon schön. Im Moment kommt die düstere Stimmung nicht wirklich auf wenn man so die Publikationen durchblättert. Das war mMn bei NOW aber auch beim alten Layout anders.
Bei der alten Edition, wo es noch die für Viele schrecklichen grauen Hintergründe gab, war es durch die vielen Schmuckelemente (Fliegen, Flecken, gerissenen Rändern und schummrigen Hintergrundgrafiken an manchen Stellen hinter dem Text) deutlich atmosphärischer. Hätte natürlich noch mehr sein können aber immerhin. Das neue Layout entfernte nicht nur den gehassten grauen Hintergrund sondern gleich 90% der Schmuckgrafiken.
Sehr schade und mMn ebenfalls ein Rückschritt. Da sticht kaum etwas aus dem Markt hervor.

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