Pegasus als Cthulhu-Lizenznehmer - pro und contra

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purpletentacle
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#171 Re: Pegasus als Cthulhu-Lizenznehmer - pro und contra

Beitrag von purpletentacle » 01.03.2016, 17:52

Die derzeitig Redaktionspolitik (= bürokratische Umfragewahnsinn) verdeutlicht mMn das Fehlen eines Konzepts oder einer Vision auf Verlagsseite.
Ich war ja immer bemüht konstruktives, inhaltliches und ehrliches Feedback zu geben, aber inzwischen hat es den Punkt erreicht, das ich gar keine Lust mehr darauf habe mich überhaupt noch mit dem deutschen Cthulhu zu beschäftigen. Und das obwohl mich die bisherigen Rückmeldungen zu Gangster ganz neugierig machten.
Schade für mein Lieblingsspiel, aber diese Entwicklung war irgendwie schon länger abzusehen...

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angband
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Beitrag von angband » 01.03.2016, 18:22

Die Art und Weise der Umfragen halte ich auch für fragwürdig. Trotzdem macht mir das diskutieren noch Spaß :)

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swc
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Beitrag von swc » 02.03.2016, 00:22

purpletentacle hat geschrieben:Die derzeitig Redaktionspolitik (= bürokratische Umfragewahnsinn) verdeutlicht mMn das Fehlen eines Konzepts oder einer Vision auf Verlagsseite.
Das sich gerade jetzt endlich mal entwickeln könnte!
Verlage haben übrigens keine Visionen, Menschen haben welche!
Und wenn da ein Wunsch nach Harmonie besteht entstehen solche Umfragen,
gepaart mit einer Menge Kritik zur 7er Edition hätte ich den Job vielleicht schon geschmissen...

purpletentacle hat geschrieben: Ich war ja immer bemüht konstruktives, inhaltliches und ehrliches Feedback zu geben, aber inzwischen hat es den Punkt erreicht, das ich gar keine Lust mehr darauf habe mich überhaupt noch mit dem deutschen Cthulhu zu beschäftigen. Und das obwohl mich die bisherigen Rückmeldungen zu Gangster ganz neugierig machten.
Schade (ERNSTHAFT)!

purpletentacle hat geschrieben: Schade für mein Lieblingsspiel, aber diese Entwicklung war irgendwie schon länger abzusehen...
Würde ich nicht so sehen (außer im Rahmen einer self-fulfilling Prophecy).
Die Ära Heller ist 5 Jahre vorbei,
bis dahin hatte das deutsche Cthulhu ein sehr klares Profil!

In der Übergangszeit wurden noch Restbände aus der Ära produziert, der Output aber deutlich runter gefahren!
Jetzt zieht das Ganze wieder an, es gibt ein neues Regelwerk,
letztlich wäre das genau der Punkt eine neue Ära Cthulhu in Deutschland einzuläuten!

Diese Chance kann genutzt werden oder auch nicht...

Das ist genau dasselbe wie bei der Macherfrage und es muss jeder für sich entscheiden!
(sehr allgemein genannt; kein Vorwurf an dich purple)!

@Purple: Erinner mich auf der DCC mal dran, dass ich dir was vom Cthulhu Pulp-Band verzähle :roll:
"Worte schaffen Wirklichkeiten!"
(John Rogers Searle )


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Beitrag von Judge Gill » 02.03.2016, 06:35

purpletentacle hat geschrieben:Die derzeitig Redaktionspolitik (= bürokratische Umfragewahnsinn) verdeutlicht mMn das Fehlen eines Konzepts oder einer Vision auf Verlagsseite.
Ich war ja immer bemüht konstruktives, inhaltliches und ehrliches Feedback zu geben, aber inzwischen hat es den Punkt erreicht, das ich gar keine Lust mehr darauf habe mich überhaupt noch mit dem deutschen Cthulhu zu beschäftigen...
Das ist in meinen Augen eine ziemlich krude Reaktion auf den Versuch, tatsächlich den aktuellen Stand der Wünsche / Vorstellungen der Forennutzer zu ergründen.
Immerhin wurden im letzten Monat auf diese Weise deutlich über 40 (!) der unterschiedlichsten Sachen geäußert (von weniger als 40 Personen, aber das ist erst einmal unwesentlich.)
Von diesen Dingen konnten viele mit "das nehmen wir auf!" oder "das nehmen wir nicht auf" direkt beantwortet werden, etwa ein Dutzend Themen stehen dagegen auf wackligen Füßen, weil jedenfalls ich nicht abschließend abschätzen kann (ohne mehr Input von mehr Leuten zu bekommen), ob das Einzelwünsche oder tatsächlich eine "Stimmungsströmung" ist. Es wäre eher dumm, die jetzt unter den Tisch fallen zu lassen, deswegen gibt es ganz gezielte Threads zu diesem Dutzend Themen. Und zwar nicht, damit die Leute, die es sich gewünscht haben, bestätigen, dass sie es gewünscht haben, sondern damit die anderen Forennutzer die Möglichkeit haben, ganz gezielt zu genau den Punkten Stellung zu beziehen, zu denen sie eine eigene Meinung haben.
Das ist kein "Umfragewahnsinn", sondern der Wunsch, von der (empirisch bedeutungslosen) Einzelmeinung zu einer fundierten Meinung einer größeren Gruppe zu kommen. Und den anderen, die sich vielleicht bisher nicht so besonders stark eingebracht haben, sollte man diese Möglichkeit einfach gönnen, anstatt das Unterfangen herabzuwürdigen.

Davon unabhängig:
Zudem geht es mir persönlich inzwischen ein wenig auf die Nerven, dass bei manchen Themen Sachen aus der Steinzeit kritisiert werden, die aber in der Gegenwart vielleicht bereits ganz anders (nämlich so, wie man es vermeintlich als Änderung wünscht) gemacht werden.
Darum die Frage nach konkreten zeitnahen Beispielen. Und das sowohl als Positiv- wie auch als Negativbeispiele. Denn natürlich können wir uns ja in manchen Punkten irren, wenn wird denken "das machen wir doch längst!" Dafür sind Beispiele da - und ein paar wurden bereits genannt und das ist für mich jedenfalls sehr hilfreich bei der Einschätzung dieser Dinge.

Ich bitte daher darum, statt abfälliger Betrachtungweise einfach den anderen Leuten zu gönnen, dass sie ganz gezielt - so kurz oder lang wie sie möchten - Stellung zu den genannten Punkten beziehen. Die haben ja dasselbe Recht auf eine Meinung wie alle anderen, nur dass sie sie bisher oft nicht laut ausgesprochen haben.


Zur Frage einer "Vision von früher" und "Vision von heute" möchte ich auf mehrere Beiträge in diesem Thread von Dumon verweisen (dem niemand vorwerfen könnte, dem Verlag nach dem Munde zu reden, sondern m. M. nach vielmehr einfach bestrebt ist, "die Dinge auf den Punkt zu bringen") . Die "Vision von heute" mag einem ja vielleicht nicht gefallen, aber das bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt. Und die "Vision von früher" hat hier in einigen Beiträgen eine ausgesprochen geschichtsverklärende rosarote Brille bekommen. So meine Meinung.

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Beitrag von purpletentacle » 02.03.2016, 20:08

Den "früher war alles besser" Schuh zieh ich mir nicht an.
Ich war damals mit der Heller Ära glücklich. Aber aus heutiger Sicht sind viele Sachen von damals™ für mich auch nicht (mehr) aus Gold. Wien und London fand ich bspw. beim Erscheinen schon nicht gut, die Lovecraft Country Reihe eignet sich besser als Sekundärwerk statt Spielmaterial, zu USA und Waffen sind die Meinungen recht eindeutig und von den Bergen des Wahnsinns fange ich besser gar nicht an.
Inzwischen hat sich mein Spielstil und meine Anspruch am Spiel halt verändert. Nur leider ist das Spiel stehen geblieben. Meine Kritik an Büchern wie Janus und Düstere Orte ist im Kern ja gerade, das sie zu sehr wie die alten Sachen sind und sich nicht trauen ihr Konzept (für meinen Geschmack) konsequent umzusetzen.

Die Umfragen sind sicher in guter Absicht und mit hehren Zielen entstanden. Aber das Vorgehen vermitteln mir halt ein Gefühl von Aktionismus bei völliger Ideen- und Konzeptlosigkeit. Das lässt sich ja schon daran erkennen, das die Umfragen mehr Definitionsfragen als Antworten generieren: "Was ist mit Mythos, historischer Genauigkeit, Pulp, Stabilitätsverlust, umrissene Abenteuer (...) eigentlich gemeint?"

Eigentlich will ich hier aber auch gar nicht über eure Entscheidungen streiten. Macht was ihr für richtige haltet, meine Einzelmeinung habt ihr ja.

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Beitrag von Judge Gill » 03.03.2016, 17:18

purpletentacle hat geschrieben:Den "früher war alles besser" Schuh zieh ich mir nicht an.
Das musst du auch gar nicht. Ich habe jetzt auch gar nicht in Erinnerung, dass du das irgendwann gesagt hättest.
Aber das ich in diesem Forum nur sehr selten unterwegs bin (ca. 1x im Monat, dann vielleicht 2 aufeinanderfolgende Tage oder so?) und diesen langen Thread seit meinem letzten Beitrag weitergelesen habe, ist mir aufgefallen, dass das mal wieder mehrfach (von anderen) geäußert wurde. jedenfalls kam es mir so vor. Und da sehe ich die "rosarote Brille". das war es schon.
jedenfalls: der Schuh war gar nicht für dich gedacht.

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Beitrag von swc » 09.03.2016, 17:35

Case hat geschrieben:
DrGonzo hat geschrieben:Sowas wäre mal was Nettes. ;)

http://www.chaosium.com/blog/announcing ... f-cthulhu/
A Time to Harvest is a campaign unfolding over six months, which will be offered free to all members of The Cult of Chaos, Chaosium's Game Master and Organized Play Program.
:arrow:
The Chaosium Cult of Chaos is an officially sanctioned Gamemaster program for GM’s and Keepers running demos and events for Chaosium Inc. Members are expected to run beginner friendly games at local game shops, events, conventions, or online to introduce new players to awesome Chaosium games including Basic Roleplaying, Call of Cthulhu, HeroQuest, and RuneQuest, as well as any future setting and games we release in the coming years.
Das wäre so etwas wie die Support-Abenteuer, die quasi nur vom Support-Team geleitet werden.
A Time to Harvest will be made available as free PDF downloads in six monthly installments to Cult of Chaos members, commencing Saturday April 16th.

Interested Keepers need to first join The Cult of Chaos. Membership is free. Initial campaign materials will be sent out in March.
Jetzt ist es offiziell:
"A Time to Harvest" ist (laut derzeitigem Planungsstand) ab der RPC in Deutschland spielbar ;)

Quelle: https://www.facebook.com/permalink.php? ... fy_me_page
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Beitrag von DrGonzo » 19.03.2016, 20:40

Nice!
“It is good to be a cynic — it is better to be a contented cat — and it is best not to exist at all.” :kohleziege:

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Beitrag von purpletentacle » 01.04.2016, 17:16

swc hat geschrieben:self-fulfilling Prophecy
trifft das "Ergebnis" der Umfragen ganz gut: Zu wenig Rückmeldungen, es gibt keinen Grund was zu ändern, wir machen so super weiter wie bisher, Thema abgeschlossen.
Und das beste: Wenn demnächst wieder einer rummeckert kann man sich wunderbar auf die Umfragen berufen. Man hätte sich ja melden können!
Passt in mein Bild der Redax. Macht ruhig so weiter, ich geh dann mal was anderes spielen.

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Beitrag von Judge Gill » 01.04.2016, 18:17

Ok, dann ist ja für alle hinterher wie vorher ...

Mache Änderungen sind ja zu klein, als dass man sie bewusst wahrnimmt (scheint mir), manche Änderungen sind eindeutige Mindermeinungen und das sollte man irgendwann akzeptieren können. Manche Meinungen sind offenbar praktisch allen komplett egal (Anzahl der Meinungsäußerungen unter 10 oder sogar fast null). Manche Meinungen negieren sich gegenseitig und führen dazu, dass der status quo als Mittelweg die beste Lösung zu sein scheint. Auch das muss man irgendwann einfach akzeptieren.
Aber es wird wirklich niemand dazu gezwungen, CTHULHU zu spielen. Es gibt so viele tolle Systeme, bei denen man vielleicht seine Wunschkonstellationen wiederfindet - dann ist man dort einfach besser aufgehoben und das muss man dann auch akezeptieren (also in dem falls insbesondere ich, weil das Leute sind, die "nicht mehr in mein Restaurant kommen, sondern woanders essen").

Ich bin jedenfalls nicht traurig darüber, jetzt über mehrere Monate die Gelegenheit gegeben zu haben, sich groß und breit auszudrücken. Ein Teil der Dinge wird sich zukünftig oft, ein Teil ab und zu und ein Teil gar nicht niederschlagen. Der überwiegende Eindruck ist aber: Der laut vorgetragene Drang nach Veränderung ist keine Mehrheitsmeinung, sondern basiert teilweise auf uralten Vorstellungen ohne Kenntnis der aktuellen Publikationen, oder ist teilweise einfach eine der Redaktion entgegengesetzte Ansicht, die nicht so gute Argumete in der Hinterhand hatte, als dass sie letztere hätte ändern können. Die tatsächlich daraus resultierenden Änderungen sind daher überschaubar.
Und auch das sollte man irgendwie akzeptieren können.

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