Pegasus als Cthulhu-Lizenznehmer - pro und contra

Erlebe das Unbekannte | Wiki
Joran
Reactions:

#11 Re: Braucht Cthulhu einen neuen deutschen Lizenznehmer?

Beitrag von Joran » 13.01.2016, 00:18

Ich meine nicht, dass Cthulhu einen neuen Lizenznehmer in deutscher Sprache bräuchte.

Pegasus rechne ich - bei aller Kritik in Detailfragen oder zur (früheren) Auflagenhöhe - hoch an, dass Cthulhu über lange Jahre dort einen sicheren Hafen gefunden hat. Anderen Rollenspielen ist es schlechter ergangen und ein regelmäßiger Verlagswechsel bekommt einem System meistens auch nicht besonders gut.

Letztendlich könnte auch ein anderer Verlag nicht jeden Geschmack optimal bedienen. Und da gehen die Wünsche oft in ganz unterschiedliche Richtungen.
swc hat geschrieben: [...] Und im Gegensatz zu vielen anderen bin ich auch der Meinung, dass die Verantwortlichen mit sich reden lassen, da kommt es aber auch auf den Ton an... (das wäre aber ein ganz anderes Thema). [...]
Das Problem ist eher, dass man nicht erkennt, ob und in welchen Punkten der Verlag mit sich reden lässt, weil man allenfalls mit der Redaktion reden kann und die betont, nicht der Verlag zu sein. Damit endet dann in der Regel bereits die Information über Entscheidungen des Verlages.

Mehr als einen neuen Lizenznehmer würde auch ich mir eine Bereicherung des Marktes wünschen, z.B. durch eine deutsche Übersetzung von ToC. Konkurrenz belebt das Geschäft und spornt an.

Benutzeravatar
swc
Reactions:
Beiträge: 110
Registriert: 12.01.2016, 20:11
Wohnort: PS in RLP (nahe Mainz)
Kontaktdaten:

Beitrag von swc » 13.01.2016, 01:58

Definitiv!
Aber das liegt nicht in den Händen von Pegasus, auch wenn diese rein theoretisch ein Vetorecht hätten...
Aber das ist eine längere und komplexere Geschichte, die ein gewisses Insiderwissen voraussetzt ;)

Grüße
SWC
"Worte schaffen Wirklichkeiten!"
(John Rogers Searle )


sapere aude

Benutzeravatar
Crimsonking
Reactions:
Beiträge: 229
Registriert: 11.01.2016, 17:05
Wohnort: Stuttgart

Unnatürliches Wissen

Beitrag von Crimsonking » 13.01.2016, 09:38

Joran hat geschrieben: Das Problem ist eher, dass man nicht erkennt, ob und in welchen Punkten der Verlag mit sich reden lässt, weil man allenfalls mit der Redaktion reden kann und die betont, nicht der Verlag zu sein. Damit endet dann in der Regel bereits die Information über Entscheidungen des Verlages.
Das der Chefredakteuer nicht zum Verlag gehört finde ich auch immer wieder seltsam.
Er darf Inhalte bringen, aber Entscheidungen trifft jemand anderes?
Ich kenn mich im Verlagswesen jetzt nicht so aus, aber das klingt für mich irgendwie so
als würde der Trainer einer Fußballmanschaft die Spieler zwar trainieren,
aber die Aufstellung zum Spiel trifft der Vereinsvorstand. ??? :shock:

Benutzeravatar
Case
Reactions:
Beiträge: 5856
Registriert: 16.12.2015, 21:17
Kontaktdaten:

Unnatürliches Wissen

Beitrag von Case » 13.01.2016, 09:58

Crimsonking hat geschrieben:Ich kenn mich im Verlagswesen jetzt nicht so aus, aber das klingt für mich irgendwie so
als würde der Trainer einer Fußballmanschaft die Spieler zwar trainieren,
aber die Aufstellung zum Spiel trifft der Vereinsvorstand. ??? :shock:
Hmm, eher: Welche Spielertransfers (Publikationen) im Jahr geplant sind, bestimmt der Vorstand, oder? Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Die Aufstellung (Inhalte) sehe ich eher beim Trainer.
Chaotisch Neutral - Geschichten vom Rollenspieltisch | CthulhuWiki

Joran
Reactions:

Beitrag von Joran » 13.01.2016, 11:04

swc hat geschrieben:Definitiv!
Aber das liegt nicht in den Händen von Pegasus, auch wenn diese rein theoretisch ein Vetorecht hätten...
Aber das ist eine längere und komplexere Geschichte, die ein gewisses Insiderwissen voraussetzt ;)

Grüße
SWC
Das mit dem Vetorecht ist interessant, aber fällt vermutlich unter die Geheimhaltung. Schade, aber verständlich!
Vielleicht kannst Du wenigstens verraten, ob das nur für ToC gilt oder auch für andere Rollenspiele mit Lovecraft-Bezug?

Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich irgendjemand die Rechte auf die Verwendung des Cthulhu-Mythos im Bereich von Rollenspielen (heute noch) schützen kann. Lovecraft ist schließlich bald 80 Jahren tot. Nach § 64 UrhG (Frist von 70 Jahren) sollten damit selbst die Originaltexte von Lovecraft in Deutschland zum beliebigen Nachdruck frei sein (daher ja auch frei im Netz verfügbar). Also nehme ich an, dass es irgendwelche vertraglichen Abreden zwischen Chaosium und Pelgrane Press bzw. Pegasus und Pelgrane Press geben muss (z.B. ein Erstzugriffsrecht oder ähnliches). Das würde dann aber nicht automatisch auch für andere Systeme gelten.

Benutzeravatar
Dumon
Reactions:
Beiträge: 67
Registriert: 11.01.2016, 12:31
Wohnort: Moguntiacum, Stadt der Magna Mater

Beitrag von Dumon » 13.01.2016, 11:34

Ich glaube, hier liegt ein Missverständnis vor.
Ausschließlich hinsichtlich der Vergabe einer neuen Lizenz für Call of Cthulhu oder verwandte Produkte hat bzw. hätte Pegasus im deutschen Raum ein Vetorecht. Das gilt NICHT für andere Produkte - es sei denn, da gäbe es ebenfalls bereits Absprachen (bzw. Lizenzverträge) von seitens Pegasus. Was ich massiv bezweifle.

Gerade deshalb sollte es interessant werden mit "Achtung: Cthulhu!" Zwar gibt es wohl Systemalternativen (auch Fate ist in einigen der neueren Produkte wohl umgesetzt), aber all die Aspekte, die sich auf BRP beziehen, müssten eigentlich der Rücksprache mit Pegasus bedürfen (solange Pegasus die Lizenzrechte für CoC besitzt).
"I aim to misbehave!"
Malcolm Reynolds, Serenity

Benutzeravatar
Tina
Reactions:
Beiträge: 2245
Registriert: 20.12.2015, 19:59
Kontaktdaten:

Beitrag von Tina » 13.01.2016, 11:49

Ich sehe das so wie Joran - problematisch ist nur: der Mythos wurde nach Lovecraft von anderen Autoren mit eigenen Mythosschöpfungen weiterentwickelt. Diesbezüglich mag es mit den Urheberrechten wieder ganz anders aussehen. Das auseinanderzudröseln wäre nicht eben leicht.

Benutzeravatar
Dumon
Reactions:
Beiträge: 67
Registriert: 11.01.2016, 12:31
Wohnort: Moguntiacum, Stadt der Magna Mater

Beitrag von Dumon » 13.01.2016, 13:37

???
Die Texte diverser Schriftsteller stehen hier doch überhaupt nicht zur Debatte...?
"I aim to misbehave!"
Malcolm Reynolds, Serenity

Benutzeravatar
Tina
Reactions:
Beiträge: 2245
Registriert: 20.12.2015, 19:59
Kontaktdaten:

Beitrag von Tina » 13.01.2016, 13:42

deutlicher formuliert: angenommen, jemand würde (rein theoretisch) ein eigenes Cthulhu-Lovecraft-Rollenspiel machen wollen, wäre rechtetechnisch zu klären, ob die Mythosschöpfungen, die man verwendet, von Lovecraft oder jemand anderem (zB Chaosium) stammen...

Benutzeravatar
Nyre
Reactions:
Beiträge: 669
Registriert: 01.01.2016, 23:02

Unnatürliches Wissen

Beitrag von Nyre » 13.01.2016, 13:51

Tina hat geschrieben:deutlicher formuliert: angenommen, jemand würde (rein theoretisch) ein eigenes Cthulhu-Lovecraft-Rollenspiel machen wollen, wäre rechtetechnisch zu klären, ob die Mythosschöpfungen, die man verwendet, von Lovecraft oder jemand anderem (zB Chaosium) stammen...
das wäre in der Tat interessant :)
In Italien ist jetzt einen neuen RPG rausgekommen, dass auch im HPL Universum stattfindet (ich glaube Cthulhu hat gewonnen, und die Menschen stehen unter seiner Herrschaft..) , ich werde mal fragen wie es bei Ihnen ausgehsehen hat.

Sollte was über HPL für einen anderen System rauskommen, hätte ich schon Tonnen von Abenteuer die ich umschreiben kann. Eigentlich nichtmal nötig :D Der Mythosanteil ist bei mir sogut wie 0% :lol:

EDIT: ich habe mit jemandem in Italien gesprochen, wo das Spiel "Dawn of Cthulhu" gerade rausgekommen ist. Ihre Antwort auf die frage ob sie mit Chaosium verhandelt haben, um das Spiel rauszulassen ist:
"Nö. Der Grund wieso heutzutage 3000 Spiele gibt mit Cthulhu, ist dass die Rechte schon längst abgelaufen sind"

Antworten