Edward Lee

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Nils
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Unnatürliches Wissen

#1 Edward Lee

Beitrag von Nils » 23.03.2018, 08:26

Bei der Leipziger Buchmesse war dieses Jahr der für seinen extremen Horror bekannte Edward Lee zu Gast, der bekanntlich auch einige Hommagen auf HPL in seinem ganz speziellen Stil verfasste.

https://mephisto976.de/news/der-meister ... rsen-65096

Auf Facebook hat die Frage nach der Legitimität von Werken wie "Innswich Horror" und "Der Besudler auf der Schwelle" sowie nach der allgemeine Qualität von Lees Schreibe viel Meinung ausgelöst, die ich hier mal auszugsweise einstelle.
Niels Horz

Ich habe bisher (und das wird sich wohl tendenziell auch nicht ändern) nur "Innswich Horror" gelesen. Eigentlich kann Lee sehr unterhaltsam schreiben, leider hat er im benannten Text die schwäche immer wieder abzuschweifen. Diese "Extrem-Horror-Sparte" ist leider nun auch gar nicht meins. Zu wenig subtil ("schleichend"), zu sexualisiert um der Sexualisierung willen. Ehrlich gesagt erschließt sich mir dieses Genre nicht. Macht ja nichts 
Alex Tschersich

Unnötiger Schund. Ich mag auch filmisch keinen torture porn.
Lukas Moj

Ich habe Innswich Horror gelesen, was als grossartige Hommage an Lovecraft gefeiert wurde. Ich wurde enttäuscht. Ordentliche Schreibe aber die ersten 50 Seiten zogen sich wie Kaugummi, die nächsten Seiten - Flucht des Protagonisten - war einigermaßen spannender. Dazwischen Lees makabre Hardcore Szenen... Ergebnis: kein Fan von Lee
Eine kleine Debatte entstand um den Vergleich mit Marquis de Sade, die zwar nichts mehr mit Lovecraft zu tun hat, aber vielleicht doch ganz interessant ist.
Kim-Jong Klaus

Hat so viel mit Horror zutun wie Marquis de Sade.
Jan Lenkenstein

warum herr klaus?
Kim-Jong Klaus

Weils eher schlechter Sextrash ist als Horror. So wie Marquis de Sade halt.
Wilbur Whateley

Die 120 Tage von Sodom lediglich als "schlechten Sextrash" zu bezeichnen ist mMn etwas verkürzt. Sicher gibt es Besseres aber für damalige Verhältnisse war de Sade Herrn Lee bestimmt weit voraus. Gibt es auch auch guten" Sextrash"? :-D
Donald Domergue

de Sade ist ziemlich speziell, keine Frage. Aber ich würde ihn auch in seiner Zeit betrachten und einen anderen Stellenwert zuordnen. Von Lee kenne ich nur die Leseprobe zu "Der Besudler auf der Schwelle", hat mir gereicht. Ist nicht mein Ding. Von daher, hat sicherlich für Fans solcher Geschichten seine Berechtigung, wirklich mit Lovecraft hat das für mich wenig zu tun. Aber verteufeln muss ich es auch nicht.
Kim-Jong Klaus

Wilbur Whateley Um die geht's mir auch weniger, obwohl zumindest die Verfilmung den Titel sicherlich verdient haben könnte. Ich weiß, dass der Vergleich sehr stark hinkt, de Sade ist wohl nur der einzige Autor mit explizit sexuellem Inhalt den ich aufmerksam gelesen habe. Mag sein dass er eine gewisse literarische Qualität hat und dass es Leute gibt, die den Inhalten irgendwelche tieferen Bedeutungen beimessen, aber nach Juliette, Julia und Die 120 Tage blieb - zumindest mir - nichts im Kopf als ein Haufen vulgär-sadistischer Stories zum Selbstzweck. Wer's mag, von mir aus. Bild 
Und guter "Sextrash", hmm... Russ Meyer? :-D 

Mein Problem mit Lee ist auch prinzipiell weniger das Genre (wie gesagt, es soll ruhig jeder lesen was er mag) als die Zuordnung zum Horror und die "Hommage" an Lovecraft. Splatter oder Gore (ich bin offensichtlich eher filmisch orientiert) sind eben auch kein Horror für mich.:D

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Sorben
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Unnatürliches Wissen

Beitrag von Sorben » 23.03.2018, 17:58

Innswich Horror kenne ich, fand ich ok. Das Schwein fand ich nicht so gut. Ich denke, man muss ein Fan des Genres sein: Blut, Perversion und generell kranker Scheiß, das meine ich nicht abwertend. Lee ist darin gut, aber wenn man mit dieser Schreibe nichts anfangen kann, wird man ihn nicht mögen. Zu Innswich Horror hatte ich auch mal was geschrieben: https://gelbe-zeichen.eu/lee-innswich-horror/

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