Beiträge von Leuchtender Trapezoeder

    Ich habe mir die GoodReads-Beschreibungen und -Bewertungen zu den nächsten drei Büchern bzw. Autoren angesehen und ich habe nicht den Eindruck gewonnen, dass sie ins Genre des Extreme Horror wie Edward Lee fallen:

    • Southern Gods von John Hornor Jacobs soll demnach eine Mischung aus Southern Gothic, und lovecraftschen Horror sein,
    • That Which Should Not Be von Brett J. Talley wird auf GoodReads oft als eine gelungene Hommage an Lovecraft gelobt,
    • Rapture of the Deep and Other Lovecraftian Tales ist eine Kurzgeschichtensammlung von Cody Goodfellow, der ein Autor von "neo-lovecraftschen" und "bizarren" Geschichten sein soll, u.a. wird er beschrieben mit: "Goodfellow is gifted with a prose style of exceptional lyricism and evocativeness, and his narratives are infused with all the compelling readability and cumulative terror that distinguish Lovecraft's own."

    Ich finde, dass die Auswahl ganz interessant klingt. :) (Auch wenn ich mir eigentlich schon die einen oder anderen Nachdrucke älterer Werke wünschen würde, damit ich aufhören kann, sie stattdessen in Online-Auktionshäusern zu ersteigern. :D )

    Das mag vielleicht bei Dagon noch einigermaßen übersichtlich sein, aber stell dir mal den Artikel zu König in Gelb damit vor. ;)


    Ich schlage vor:

    • Titel der Begriffserklärung in Dagon umbenennen => Der alleinstehende Begriff Dagon wird dann problemlos darauf verlinkt.
    • In der Begriffserklärungsseite selbst dann die verschiedenen spezifischen Artikel auflisten und die Verlinkung hart coden (<a href=...).

    Ich hab den Vorschlag mal am Beispiel des König in Gelb umgesetzt.

    Notfalls könnte man auch auf den Begriffserklärungsseiten die spezifischen Begriffe mit den Klammern hart verlinken, wenn man mal davon ausgeht, dass die spezifischen Artikel (etwa "Dagon (Entität)") nur dort verlinkt werden und sich ihr Titel (und somit die URL) nicht mehr ändert.


    Und damit der Begriff Dagon dann zur Begriffserklärungsseite verlinkt wird, würde ich diese nicht "Dagon (Begriffserklärung)" nennen, sondern nur "Dagon". Dann sollte das alles klappen. :)

    Meiner Meinung nach ist Option 2 die sauberere Lösung.


    Dann können Dagon (Film) und Dagon (Geschichte) und Dagon (Entität) in ihre jeweiligen Kategorien gepackt werden. Ansonsten hätte man mit Option 1 doch dann in jeder betreffenden Kategorie zweimal einen Dagon-Artikel, z.B. in der Kategorie Film wären sowohl der Begriffserklärung-Artikel als auch der Film-Artikel.

    Joshi hat einen neuen Text zum Thema verfasst, der vielleicht von Interesse ist.


    Er ist im aktuellen Truth Seeker erschienen, den man downloaden kann, wie Joshi auf seinem Blog mitteilt:


    http://stjoshi.org/news.html?f…lTDLYfK0gcInx6ZKd8cOIY9cw

    Ich habe den Artikel eben durchgelesen. Für mich las sich der Artikel wie eine Verteidigungsrede, wie man sie vielleicht von Cicero kennt (Lateiner hier? ;) ). Hier mal eine Zusammenfassung des Artikels:


    Joshi argumentiert, dass Lovecrafts Ansichten anfangs stark von seiner Familie und der Kultur Neu-Englands, beide extrem konservativ, geformt seien, und er damit zu jener Zeit nicht allein stand. Ansonsten sei Lovecraft ja ein Anhänger der Wissenschaften gewesen und auch in dieser Hinsicht war die damals vorherrschende Meinung, dass es Rassenunterschiede zwischen Menschen gäbe. Dieses wissenschaftliche Paradigma habe sich erst in den 1920er Jahren langsam angefangen zu ändern und war sich noch nach Lovecrafts Tod am Weiterentwickeln.


    Lovecraft habe zwar rassistische Ansichten in ein paar Gedichten und Briefen geäußert, jedoch nur in einem sehr kleinen Bruchteil (2-3 Gedichte von insgesamt 350 Gedichten und 2-5% der Gesamt-Wörteranzahl seiner Briefe, schätzt Joshi), wodurch Joshi sagen will, dass Lovecraft viel mehr andere Dinge im Kopf hatte als Rassismus.


    Joshi warnt generell auch davor, selbst nicht zu vorurteilend mit Lovecrafts Werken umzugehen, denn man könne zwar rassistische Tendenzen in einigen seiner Werke finden, aber man könne genauso gut viele Werke ausmachen, in denen man heraus interpretieren und behaupten könne, dass Lovecraft Vorurteile gegenüber Weißen gehabt hätte. Letzten Endes sei es also eher eine Interpretationssache. Er nennt da z.B. Ratten im Gemäuer, wo weiße Menschen zu Kannibalen degenerieren, oder Das Grauen von Dunwich.


    Joshi greift dann Lovecrafts hin- und hergerissene Unterstützung für Hitler auf, die er in Briefen in 1933-1934 ausgedrückt habe und entkräftigt diese einerseits mit Lovecrafts eigentlichen politische Ansichten, die - ganz im Gegenteil - anti-rechtsextrem und anti-nazistisch waren: Nach der Wirtschaftskrise 1929 habe sich Lovecraft zu einem moderaten Sozialisten entwickelt, der heutzutage wahrscheinlich ein Anhänger Bernie Sanders gewesen wäre, und er habe keinen Sinn darin gesehen, in den USA weißen Nationalismus zu unterstützen. Weiterhin erzählt Joshi noch eine Anekdote, in der Lovecraft entsetzt gewesen sein soll, als ein Nachbar, der von einer Reise in Deutschland zurückkam, von den Grausamkeiten erzählte, die dort den Juden angetan würden. Andererseits nennt Joshi dann mehrere Beispiele für Zeitgenossen Lovecrafts, die entweder stärker mit Hitler sympathisiert hätten oder mit ihm sympathisiert hätten trotz eines Wissens um den Holocaust.


    Diese Argumentation, dass viele Zeitgenossen schlimmere rassistische Tendenzen als Lovecraft gehabt hätten, kommt später wieder, und Joshi meint, man schaue nur gerade so kritisch auf Lovecraft, weil die anderen zeitgenössischen Autoren heute weniger im Mittelpunkt stehen, und er nennt eine ganze Liste von Personen und Belege für ihren heftigeren Rassismus, etwa Edgar Allan Poe, H. G. Wells oder auch Robert E. Howard.


    Am Ende des Artikels plädiert Joshi dafür, nicht alles schwarz-weiß zu sehen und Lovecraft nicht in eine Schüssel zu werfen mit Konföderierten-Generälen und anderen Rassisten, die aktiv farbige Menschen verletzt haben und verletzen. Außerdem warnt Joshi davor, heutige moralische Standards auf Personen der Vergangenheit anzuwenden, da im Gegenzug auch wir in 50 bis 100 Jahren bezogen auf zukünftige moralische Standards nicht gut aussehen könnten. Dieses Kritisieren von diesem einen Aspekt Lovecraft sei, so Joshi in seinem Schlusssatz, letzten Endes auch eine Art Vorurteil unsererseits, das als veraltet angesehen und abgelehnt werden müsse.

    Ich verfolge seit einiger Zeit dieses Bashing hier von Edward Lee und seinem Beitrag zur Bibliothek des Schreckens und es hat mich dazu gebracht, mich zu registrieren, damit dieses arme Buch zumindest eine Pro-Stimme bekommt. ;) Denn ich selbst kannte bis vor kurzem gar nicht Edward Lee und bin auch eher "anspruchsvollerer" Literatur zugeneigt - aber dann habe ich aus Neugier die Leseprobe von Edward Lees "Die Romanze von Dunwich" gelesen, und meine erste Reaktion war: "Ach du Güte. Das ist eine Vergewaltigung von Lovecraft. Was für eine Schande!" und ich habe mich beim Lesen innerlich gekrümmt und am Ende habe ich es weggeklickt. Und eine Stunde später dachte ich immer noch über das Gelesene nach. Zwei Stunden später auch. Drei Stunden später habe ich dann die Leseprobe meinem Freund vorgelesen und dann habe ich das Abo abgeschlossen. Wir haben jetzt das Buch und finden es großartig. Da sind auch lauter Easter Eggs integriert, die man nur erkennt, wenn man viel von Lovecraft und Co. gelesen hat, z.B. Anspielungen auf gewisse Geschichten von Lovecraft und auch von August Derleth.

    Klar ist das Geschmackssache und das ist sicherlich nicht der Geschmack einer großen Mehrheit... Aber man kann dem Buch ruhig eine Chance geben, insbesondere wenn man es durch das Abo eh in den Händen hält. Vielleicht ist man dann überrascht und entdeckt, ebenso wie ich, dass man sich an solche Art Geschichten doch auf eine seltsame Art und Weise erfreuen kann. :) Wenn nicht, habe ich gesehen, dass es zur Zeit auf Ebay für Beträge verkauft wird, die auch gut und gerne gegen 100€ streben...