Tagesspiegel, Sonntag, 12.11.2017: Das kosmische Grauen

  • ...schneidig! Allein die Referenzen zu den Künstler*innen sind zwar tlw. bekannt aber wenn man es sieht... nice. Sogar wieder was neues gelernt, ich hab nicht gewusst das sich Tocotronic mit dem Mythos beschäftigt haben (Das böse Buch)

  • Ich habe das eben bei Golkonda (FB) gesehen. Folgendes ist mir dabei aufgefallen bzw. habe ich dort kommentiert:


    Positive Lovecraft-Besprechungen freuen mich zwar, aber zwei Dinge sind mir aufgefallen:


    Joshi geht, zumindest im vorliegenden ersten Teil, gar nicht auf Lovecrafts Liebe zu Eiscreme ein. Wenn ich mich recht erinnere wird gerade einmal erwähnt, dass Lovecraft mit jemandem Eis essen war. Ohne dabei diese Vorliebe zu behandeln. Anders als bei Lyon Sprague de Camp, der darauf sehr ausführlich einging und zu dem Schluss kam, dass Lovecraft sich am liebsten nur von Eiscreme ernährt hätte.


    Und Arkham basiert nicht auf Providence. Am wahrscheinlichsten war Salem das Vorbild. Nun kann man entgegnen, dass HPL nie offenbart hat und man anhand der geografischen Angaben in den Stories nicht hundertprozentig abgrenzen kann, welchem Vorbild Arkham zu Grunde liegt und es eben doch Providence ist. Relativ wenige Geschichten Lovecrafts spielen in Providence selbst. Dass die Stadt tatsächlich vorkommt mag noch nicht dagegen sprechen, dass Arkham Providence ist. Werfen wir aber einen Blick auf diese Geschichten, deren wichtigste wohl "Der Fall Charles Dexter Ward" ist: Am Ende, im Gegensatz zu vielen anderen Beispielen in Lovecrafts Werk, verliert das Böse. Es verliert nicht nur, es wird komplett ausgemerzt. Selbst Curwens Verbündete im Ausland werden vernichtet. In Lovecrafts über alles geliebter Heimatstadt darf das Böse nicht bestehen. Insofern kann Arkham niemals Providence sein. Vgl. dazu auch Marco Frenschkowskis Einleitung zu dieser Geschichte in "Chronik des Cthulhu-Mythos I" (Festa). Sehr erhellend und hat mich überhaupt erst auf diesen Umstand aufmerksam gemacht.

  • Kain:
    Kurz im Vorbeigehen zum Thema Arkham: In einem Brief an Derleth vom 6. November 1931 erklärt Lovecraft: „Vaguely, `Arkham` corresponds to Salem (though Salem has no college) […].“

    “I couldn’t live a week without a private library – indeed, I’d part with all my furniture and squat and sleep on the floor before I’d let go of the 1500 or so books I possess.”
    H.P. Lovecraft in einem Brief vom 25. Februar/1. März 1929 an Woodburn Harris
  • Das ist schön, aber darauf bezieht sich der Artikel halt nicht. ;) Es mag auch sein, dass im zweiten Teil mehr darauf eingegangen wird, den der Autor u. U. auch schon gelesen hat. Aber in Deutschland kommt der halt erst nächstes Jahr. ;)

  • [mention]blackpath[/mention] : Tatsächlich ist Arkham natürlich ein Amalgan aus Salem und Providence. Er erachtet es als seine Version von Salem, quasi Salem + X. Das die MU quasi der Brown University entspricht ist ja kaum verwunderlich, schließlich kannte er sie gut und bei HPL tauchen ja auch immer wieder Beschreibungen von Orten auf, die ein reales Vorbild haben. So etwa das Shunned House, The Unnamable, einige der Gebäude aus Haunter in Darkness, etc..

    “I couldn’t live a week without a private library – indeed, I’d part with all my furniture and squat and sleep on the floor before I’d let go of the 1500 or so books I possess.”
    H.P. Lovecraft in einem Brief vom 25. Februar/1. März 1929 an Woodburn Harris
  • Ich kann die Querverbindungen zwar gerade nicht nachvollziehen: Tagesspiegel-Artikel, Golkonda (FB), Joshi … Worum geht es genau?


    Soviel glaube ich verstanden zu haben: [mention]Kain[/mention] erwähnt (kritisch), dass Joshi im ersten Teil (ich nehme an, es geht um "I am Providence" bzw. die deutsche Übersetzung), nicht auf Lovecrafts Vorliebe für Eiscreme eingeht. Dazu kann man sagen: Der berühmte Eiscreme-Wettbewerb, ausgetragen von HPL, Donald Wandrei und James F. Morton, fand am 23. Juli 1927 in der Restauration von Julia A. Maxfield in Warren, RI statt. Man futterte sich bekanntlich durch die angebotenen 28 Eissorten … Diese Episode wird chronologisch richtig im 2. Band erzählt, im Kapitel 18 ("Cosmic Outsideness, 1927 – 1928"). Dieser (wohl schlagkräftigste Beweis) für HPLs Vorliebe für Eiscreme ist also im Teil 1 der Biografie zeitlich noch gar nicht angebracht.

  • [mention]Arkham Insider Axel[/mention] - und Moritz erwähnt das in seinem Artikel. Ich glaube das "stört" Kain, da der noch nicht in Deutschland erschienen ist. So hab ich das zumindest verstanden.


    Ich glaube wir sollten auf einem Stammtisch im Sommer mal ein Lovecraft-Eis-Special machen und auch 28 Sorten probieren :D

  • Ich habe mir den Artikel nun noch einmal durchgelesen – und es hat Klick gemacht (der Groschen ist halt kein Tiefflieger …). Alles klar, ich kann die Kritik nachvollziehen (sehr gut beobachtet!). Was die Eiscreme-Sache betrifft: Freilich verfügt Moritz Honert über ein Wissen, das über die beiden in dem Artikel besprochenen Werke hinausgeht. Ich würde das aber auch eher positiv bewerten, denn seine Gesamtdarstellung von Lovecraft profitiert davon.

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