Lovecrafter Online – 055 – Unboxing Monopoly Cthulhu

Der Deckel hebt sich...

Der Deckel hebt sich... Monopoly Cthulhu. Ein wenig verwundert hatte ich mir schon die Augen gerieben, als ich das erste Mal von dieser Konstellation gehört hatte. Spielerisch bedeuteten die verschiedenen Monopoly-Varianten normalerweise kaum einen Unterschied (hier im übrigen auch nicht). Gut, einen Zusammenhang zwischen Immobiliengeschäften und Kämpfen wider den Mythos hätte sich mir ohnehin nicht erschlossen. Aber das musste im Umkehrschluss wohl bedeuten, dass der Hersteller einen „Markt“ für sein Spiel sah. Genauso wie es Leute gibt, die ihre Hotels gerne in Star-Wars-Sektoren oder auf Warhammer-Schlachtfeldern bauen, so muss es wohl mittlerweile genügend Interessierte geben, die mit den Großen Alten spielen wollen. Hm, warum nicht? Dennoch entschloss ich mich, Monopoly Cthulhu zu ignorieren. Immerhin hatte ich bereits zwei Monopoly-Varianten im Schrank. Und aller Liebe zu Lovecrafts Schaffen zum Trotz: Braucht es ein Monopoly mit Tentakeln?


Nun, dieser Artikel wäre natürlich nicht entstanden, wenn dieser Entschluss nicht irgendwann aufgeweicht wäre. Zugute halten darf man mir, dass ich nicht selbst irgendwann schwach wurde. Stattdessen wurde mir Monopoly Cthulhu kurzerhand zum Geschenk gemacht. Na, wenn das so ist! Dann werfen wir doch einen Blick in die gewohnt großformatige Pappschachtel! Doch halt – wie sieht die Schachtel überhaupt aus? Diese erinnert auf den ersten Blick an so manches cthuloide Boardgame. Rasende, mit Maschinenpistolen um sich schießende Investigatoren, verhüllte Kultisten beim Ritual und über allem droht unheilsschwanger die Silhouette des großen Cthulhu. Ja, das hätte auch zu Arkham Horror & Co. gepasst. So, nun aber auf damit!


Die Spielfiguren: ein wenig einfallslos... Spielfiguren


Wie auch bei den anderen Monopoly-Varianten ist Monopoly Cthulhu ein eigener Satz Spielfiguren spendiert worden. Wie auch z. B. bei den Star-Wars-Varianten sind diese aus Metall und gegossen. Leider ist man hier aber den Weg des geringstmöglichen Widerstandes bzw. Aufwands gegangen. Statt Ermittlern in vorsichtigen Posen oder sogar cthuloiden Monstren hat man sich Motiven des Mythos bedient, die eher schlicht wirken. Ein Ritualdolch, ein Stein mit Runen, ein Buchdeckel, eine winzige Cthulhu-Statuette … Zugegeben, die Spielfiguren wirken wieder stabil und sind ordentlich gestaltet. Dafür sind sie winzig klein und wenig ikonisch. Schade, hier wäre mehr drin gewesen.


Karten, Karten, Karten


Neben den Spielfiguren sind natürlich Karten ein elementarer Bestandteil jeder Monopoly-Partie. Da wären natürlich die zahlreichen Ereignis-Karten, die ein wenig Abwechslung und Dynamik ins Spiel bringen. Und natürlich wird jede zu kaufende Straße (oder auch die besonderen Örtlichkeiten) durch Karten präsentiert. Monopoly Cthulhu macht hier keine Ausnahme. Und: Im direkten Vergleich zu den Spielfiguren sind die Spielkarten wirklich schön gestaltet:


       


Zugegeben: Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist es schon, dass die Straßen allesamt in cthuloide Kreaturen umgedichtet wurden. Denn nach wie vor besteht das Spielprinzip darin, Häuser und Hotels zu errichten. Wer will schon unbedingt bei Yog-Sothoth die Nacht verbringen und dafür auch noch mit schnödem Mammon bezahlen? Dafür sind die Zeichnungen recht gelungen und bieten auch einmal neue Interpretationen von Mythoswesen.


Fazit


Hätte es das gebraucht? Nein, natürlich nicht. Ist es ein nettes Gimmick und sieht nett aus? Ja, irgendwie schon. Natürlich ist Monopoly Cthulhu kein Spiel, das jeder Lovecraft-Fan sein eigen nennen sollte. Aber es ist hübsch gemacht und gibt sich reichlich Mühe. Immerhin.


Monopy Cthulhu

Hasbro

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